US-Geheimdienst CIA-Verhör mit Bohrmaschine

Ein Geheimbericht über den US-Geheimdienst bringt neue zweifelhafte Verhörmethoden ans Licht. Bohrmaschine und Scheinexekution gehörten offenbar zum Verhörrepertoire

Die Verhörmethoden der CIA in der Bush-Ära sind seit längerem höchst umstritten. Gefangene berichten von Folter, wie das simulierte Ertrinken (Waterboarding) und Schlafentzug. Durch einen Bericht des damaligen Generalinspekteurs des Geheimdienstes werden nun neue Grausamkeiten bekannt.

Der Inspektor berichtet, dass der mutmaßliche Terrorist Abdel Rahim al-Nashiri mit einer elektrischen Bohrmaschine und einer Waffe bedroht worden sei. Außerdem täuschten die Verhörspezialisten des US-Geheimdienstes mit einem Schuss im Nebenraum die Hinrichtung eines Mitgefangenen vor, um ein Geständnis al-Nashiris zu erpressen, wie die Washington Post schreibt. Auch das brutale Waterboarding soll beim Verhör angewendet worden sein.

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Die CIA hat inzwischen Disziplinarmaßnahmen gegen den Verhörbeamten ergriffen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf ehemalige Geheimdienstler. Der Mann sei aber nicht angeklagt worden, da das Justizministerium damals dagegen entschieden habe.

Al-Nashiri wird für den Anschlag auf das US-Kriegsschiff USS Cole 1999 im Hafen der jemenitischen Stadt Aden verantwortlich gemacht bei dem 17 Amerikaner getötet wurden. Er soll auch in die Bombenanschlägen auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania 1998 verwickelt gewesen sein. Dabei starben 264 Menschen. Al-Nashiri wurde 2002 gefasst.

Medienberichten zufolge soll eine redigierte Version des Geheimreports nächste Woche, möglicherweise schon Montag, veröffentlicht werden. Die Menschenrechtsorganisation ACLU hatte seit Jahren für die Veröffentlichung gekämpft.

Justizminister Eric Holder erwägt einen Sonderermittler zu berufen, um die umstrittenen Verhörpraktiken der Bush-Regierung zu untersuchen. Barack Obama hatte sich in der Vergangenheit wiederholt gegen eine juristische Untersuchung ausgesprochen. Seiner Ansicht nach sollten CIA-Verhörbeamte, die im Rahmen vorgegebener Richtlinien gehandelt hätten, keinem Strafverfahren ausgesetzt werden. Eine Entscheidung könne ebenfalls nächste Woche fallen.

Obama hatte zwar im Januar die Schließung geheimer CIA-Gefängnisse angeordnet, doch die USA unterhalten weiterhin geheime Lager in Balad (Irak) und Bagram (Afghanistan). Wie die New York Times berichtete, wird die USA künftig entgegen ihrer bisherigen Praxis die Identitäten der Gefangenen der Lager preisgeben.






 

 
Leser-Kommentare
  1. Irgendwie komme ich mir wie in einem schlechten Streifen vor.
    Einerseits wird unisono im westlichen Lager behauptet "Freiheit" ist eine Erfindung der neuen Welt und andrerseits solche Berichte. Sie klingen wie aus dem Gruselkabinett des Dr. Mabuse. Nein, fast fange ich schon an, an dem Selbstverständniß solch selbsternannter Weltverbesserer zu zweifeln. Irgentwann las ich mal von solchen Dingen in den sechziger Jahren über solche Methoden im Kampf um Algerien.
    Ich war damals vierzehn, und naiv, glaubte daran das die USA und die mit ihnen verbündeten Staaten die Welt gerechter, sicherer machen könnten. Fürchtete mich vor "den Komunisten" die mir im Übrigen niemals etwas taten,hörte dann bzgl. Vietnam unglaubliche Geschichten über Brutalitäten während des dortigen Krieges, und konnte sie einfach nicht glauben.Ich glaube ich muß mich revidieren, und empfehle unserer politischen Kaste mit diesen Leuten in Amerika Klartext zu reden. Ich denke nähmlich das Maß ist voll. Wenn Amerika bzw. die USA ihre Reputation verloren haben dann auch gerade wegen solcher nicht vorstellbarer Vorgehensweisen gegen Menschen. Vor solchen Leuten fürchte ich mich. Ein Volk, das diese Methoden seiner Regierung billigt, muß sich ernsthaft fragen lassen wie mann das mit der Demokratie eigentlich hält, die man Andern als das Non plus ultra der politischen Kultur auf zweifelhafte Weise näherbringen will. USA, quo vadis?

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