Gamescom Computerspiele auf dem LaufstegSeite 2/2

Die wohl einfallsreichsten Spielkonzepte sind auf der Messe im Bereich Kinder- und Familienspiele zu finden: "EyePet" ist so etwas wie die Weiterentwicklung des wohlbekannten Tamagotchi. Das animierte Flauschwesen reagiert auf Objekte und Bewegungen, die mit der Playstation-Eye-Kamera aufgezeichnet werden. Es lässt sich kraulen oder spielt mit dem aufgemalten und eingescannten Matchboxauto – und das verblüffend lebensecht. Lust aufs Experimentieren macht auch das Rätselspiel "Scribblenauts" für die Mobilkonsole NintendoDS. Statt vorgegebene Gegenstände zu benutzen, tippt man einfach in die Tastatur ein, was man gerade gebrauchen könnte – bei 10.000 möglichen Begriffen sind dem kreativen Kombinieren kaum Grenzen gesetzt.

Pünktlich zur Videospielmesse in Köln hat die Debatte um gewalthaltige Spiele neue Nahrung bekommen. Der Anstoß kommt diesmal jedoch nicht aus den Reihen der Politik, sondern aus der Spieleindustrie selbst. So fordert Branchenprimus Electronic Arts, den deutschen Sonderweg beim Jugendschutz zu beenden. EA-Manager Gerhard Florin möchte die Unterhaltungssoftware-Selbstkontrolle (USK) abschaffen. "Das ist Zensur, was wir hier machen, aber keiner beschwert sich."

Die USK vergibt Alterseinstufungen, die für den Handel verpflichtend sind. So können Spiele, die "ab 18" eingestuft sind, nur bei Volljährigkeit erworben werden. Das USK-Prüfgremium setzt sich aus Vertretern von Staat und Gesellschaft zusammen. EA-Manager Florin fordert, die USK-Einstufung durch das PEGI-System zu ersetzen, das von 28 Staaten genutzt wird und als weniger streng gilt. Sein Argument: "Wenn in Deutschland über Spiele gesprochen wird, dann über Gewalt oder angebliche Suchtgefahr, nicht über kulturellen Stellenwert."

 
Leser-Kommentare
  1. ...es obliegt Ihrer Marektingabteilung, den sog. Kulturwert Ihrer Spiele hervorzuheben. Das ist gewiss nicht originäre Aufgabe einer Kontrolleinrichtung.
    Ich bin für eine Verschärfung des Jugendschutzes. Nicht für eine Verwässerung, Herr Florin. Der Markt wird darunter nicht leiden, wenn Sie ein gutes Unternehmen mit guten Produkten sind. Strengen Sie sich an i.S. Kreativität bezüglich Spiele-Themen etc.
    Und über die Trockenlegung von Teichen redet man bekanntlich sowieso nicht mit den Fröschen, jedenfalls mit denen zuletzt.

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    und wieso sind sie für die Verschärfung des Jugendschutzes? Weil sie meinen gesetzlich vorschreiben zu müssen was sich wer ansehen darf und was nicht??

    und wieso sind sie für die Verschärfung des Jugendschutzes? Weil sie meinen gesetzlich vorschreiben zu müssen was sich wer ansehen darf und was nicht??

  2. Warum wird das Bild im Artikel, auf dem das Logo der Leipziger Games Convention zu sehen ist, mit der Kölner Gamescom betitelt?

  3. und wieso sind sie für die Verschärfung des Jugendschutzes? Weil sie meinen gesetzlich vorschreiben zu müssen was sich wer ansehen darf und was nicht??

    Antwort auf "Herr Florin...."
  4. Redaktion
    4. Bild

    ...uh, weil das ein Fehler ist, den ich sofort korrigiere. Danke fürs Bemerken.

    Beste Grüße
    Kai Biermann

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