Der 44 Jahre alte Trainer bot nach einer Krisensitzung mit Martin Kind und Hannovers neuem Sportdirektor Jörg Schmadtke am Mittwochabend seinen Rücktritt an. "Wir haben die Situation besprochen und das ist das Ergebnis", sagte Schmadtke.

"Diese Entwicklung trifft mich ganz persönlich sehr", sagte Kind. Der bei den Fans umstrittene Hecking hatte am Samstag nach dem 1:1 gegen den FSV Mainz 05 einen Rücktritt noch ausgeschlossen. Heckings Entschluss ist der zweite Trainerwechsel in der noch jungen Saison und der 334. in der Bundesliga-Geschichte.

"Ich habe Dieter Hecking als einen besonderen Menschen und Trainer kennen und schätzen gelernt. Wir wollten nach einer schwierigen Saison jetzt gemeinsam einen erfolgreichen Neustart einleiten. Das ist uns nicht gelungen", sagte Kind, der sich zuletzt hinter den Coach gestellt hatte. Trotz der aktuellen Lage bleibe aber "festzuhalten, dass Hecking und Hannover 96 jahrelang hervorragend zusammengearbeitet und zusammengepasst" hätten, ergänzte Kind. Dies hatten die Fans allerdings schon lange ganz anders gesehen.

Auf die Frage nach einem Nachfolger konnten die Verantwortlichen keine Antwort geben. "Dazu gibt es noch gar nichts zu sagen, sonst wären wir ja vorbereitet gewesen", sagte Kind. "Wir haben keine Liste mit Kandidaten, denn wir sind ja ergebnisoffen in die Gespräche gegangen", sagte Schmadtke, der lediglich ausschloss, dass er sich selbst auf die Trainer-Bank setzen wird. In der niedersächsischen Landeshauptstadt hoffen die 96-Anhänger indes schon länger, dass der ehemalige Schalker Mirko Slomka die Mannschaft übernimmt. Dieser hatte in Hannover bereits als Jugendtrainer und als Assistent von Ralf Rangnick gearbeitet.

Hecking, dem der eigene Anhang auch die verfehlte Transferpolitik anlastete, war vor drei Jahren zu "96" gewechselt, schaffte mit dem Klub den Klassenverbleib und sicherte ihm danach mit Rang acht in der Saison 2007/2008 die beste Platzierung seit dem Wiederaufstieg 2002.

In der vergangenen Saison kämpften die Niedersachsen lange gegen den Abstieg, schafften aber trotz widriger Begleitumstände mit vielen Verletzten am Ende noch den elften Platz. Der Start in die neue Spielzeit verlief jedoch wenig verheißungsvoll, so dass schon wieder "Hecking-raus-Rufe" im Stadion die Runde machten: Vor dem 1:1 gegen Mainz gab es eine 0:1-Niederlage gegen Hertha BSC für den aktuellen Tabellen-Vierzehnten.