Untersuchungsausschuss HRE-Finale ohne Skandale
Finanzminister Peer Steinbrück hat vor dem Bundestags-Untersuchungsausschuss die teure Rettung der Hypo Real Estate verteidigt. Doch auch viele Missstände traten zutage
Ein markiges Schlusswort beim viel beachteten Finale ließ sich Peer Steinbrück nicht nehmen: "Wir haben weiterreichenden Schaden von unserem Land, unseren Bürgern abwenden können", hielt der Finanzminister in seiner langen Erklärung vor dem Bundestags-Untersuchungsausschuss zur Rettung der Hypo Real Estate (HRE) seinen Kritikern entgegen. Und Wahlkampf hin, Parteienstreit her, der SPD-Vize lobte in der stundenlangen Vernehmung ausdrücklich die Zusammenarbeit mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Krise.
Teils genervt von Nachfragen einiger Abgeordneter, ließ sich Steinbrück auch in der Schlussrunde nichts Belastendes entlocken. Und ins Schwitzen kam der schlagfertige, leicht aufbrausende Minister am heißesten Tag des Jahres im Anhörungssaal ebenso wenig wie zuvor die Spitzen der Kreditwirtschaft, Bundesbank und Finanzaufsicht BaFin.
Dutzende Zeugen wurden seit Mai befragt zu 125 Beweisanträgen. Mehrere Meter Aktenordner wurden gewälzt - der Großteil davon steht in der Geheimschutzstelle. Die nur viermonatige Arbeit des zweiten Untersuchungsausschusses dieser Wahlperiode war aufwendig und für Regierung und Aufsichtsbehörden natürlich lästig: Hinweise darauf, dass die Regierung bei der Rettung der HRE im September 2008 kläglich versagt und sich über den Tisch ziehen ließ, gibt es nicht. Auch kaum Belege dafür, dass frühe Warnhinweise und ein anderes Vorgehen der Aufsicht den Fast-Absturz der HRE verhindert hätten.
Der Ausschuss brachte - obwohl so kurz vor der Bundestagswahl - keinen Skandal zutage und keinen Minister oder Spitzenmann aus Finanzministerium oder Kanzleramt ins Wanken. Opposition und auch Unions-Vertreter arbeiteten sich vor allem an Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen ab. Sie halten den Top-Beamten mit SPD-Parteibuch, der in der Rettungsnacht verhandelte, für den Hauptschuldigen.
Steinbrück war nicht zu greifen; die Kanzlerin, die in der Krisennacht entscheidend eingriff, wurde gar nicht erst vorgeladen. Die FDP wollte es sich offensichtlich mit Blick auf die Zeit nach der Wahl nicht mit der CDU-Chefin verscherzen.
Umsonst war die Aufarbeitung der HRE-Misere aber nicht. Jeder Untersuchungsausschuss soll Missstände aufdecken. So gab es zuhauf Fragen rund um die in der deutschen Bankenlandschaft einmalige 100- Milliarden-Euro-Rettung. Nicht nur im Interesse der Steuerzahler, die mit Bürgschaften von 87 Milliarden das Institut künstlich am Leben halten. Wie konnte es dazu kommen, dass der Bund Eigentümer einer Bank wurde, bei der ein Ende der Schieflage nicht in Sicht ist und die auch noch von Aktionären auf Millionen verklagt wird?
Neben dem Krisenmanagement der Regierung ging es auch um die Rolle der Bankenaufsicht. Für FDP, Grüne und Linkspartei war der Ausschuss deshalb ein voller Erfolg. Sie machten eklatante Mängel aus. Mit dem Ausschuss sei die Grundlage gelegt für überfällige Korrekturen in der Bankenaufsicht. In welche Richtung die gehen sollen, darüber sind sich die drei Oppositionsparteien aber uneins.
- Datum 20.08.2009 - 17:27 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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Peer Steinbrück hat sich in der Finanzkrise hervorragend verhalten. Er verhinderte, dass die Kreditintermediation ernsthaft beeinträchtigt wurde. Kreditintermediation ist aber unabdingbar für eine funktionierende Wirtschaft. Vorwürfe, man hätte das Risiko einer Lehman-Brothers-Pleite einfach vorhersehen können, sind Unfug. Im Nachhinein weiß man es immer besser. Gerade das, was die Finanzkrise kurzfristig verschärft hat, hat die Regierung Merkel/Steinbrück unterlassen - sie wird damit in die Geschichte eingehen als die wahren Verhinderer der Kernschmelze des Finanzsystems. Die sitzen nämlich nicht in Washington.
die finanzkrise ist naemlich ein problem der usa.
das hat der steinbrueck, ein paar tage bevor er in den beruehmten abgrund geschaut hat, naemlich auch gesagt.
ansonsten finde ihre beitraege immer sehr unterhaltsam.
sie wirken immer so beruhigend und beschwichtigend.
ganz so als moechten sie der aufgebrachten internetgemeinde eine dosis virtuelles valium verabreichen.
sind sie echt oder handeln sie im auftrag? :=)
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das hat der steinbrueck, ein paar tage bevor er in den beruehmten abgrund geschaut hat, naemlich auch gesagt.
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Die Finanzkrise kam aus den USA - und nur aus den USA. Sie konnte nur deshalb auf Europa "überspringen", weil die Amerikaner offenbar präferierten, mehr zu konsumieren als zu exportieren und sich dafür im Ausland zu verschulden. Diese Verschuldung in Form von Krediten aus Europa nach USA war natürlich nicht nachhaltig - irgendwann würden die Kredite ausfallen. Die europäischen Banken mussten zwangsläufig die amerikanischen Schrottpapiere halten, weil genug sichere Staatsanleihen garnicht zur Verfügung standen. Europas Schuld ist möglicherweise, das Problem des amerikanischen Überkonsums nicht auf politischer Ebene angesprochen zu haben.
Jetzt aber ist das Problem gelöst worden. Der US-amerikanische Konsum geht zurück, was keineswegs ein Zeichen der Krise ist, und der Export springt deutlich an. Das wieder hergestellte Gleichgewicht der Weltwirtschaft bildet die Basis für einen nachhaltigen, mindestens eine Dekade anhaltenden Aufschwung.
Die Finanzkrise kam aus den USA - und nur aus den USA. Sie konnte nur deshalb auf Europa "überspringen", weil die Amerikaner offenbar präferierten, mehr zu konsumieren als zu exportieren und sich dafür im Ausland zu verschulden. Diese Verschuldung in Form von Krediten aus Europa nach USA war natürlich nicht nachhaltig - irgendwann würden die Kredite ausfallen. Die europäischen Banken mussten zwangsläufig die amerikanischen Schrottpapiere halten, weil genug sichere Staatsanleihen garnicht zur Verfügung standen. Europas Schuld ist möglicherweise, das Problem des amerikanischen Überkonsums nicht auf politischer Ebene angesprochen zu haben.
Jetzt aber ist das Problem gelöst worden. Der US-amerikanische Konsum geht zurück, was keineswegs ein Zeichen der Krise ist, und der Export springt deutlich an. Das wieder hergestellte Gleichgewicht der Weltwirtschaft bildet die Basis für einen nachhaltigen, mindestens eine Dekade anhaltenden Aufschwung.
Unglaublich:
Steinbrück war nicht zu greifen; die Kanzlerin, die in der Krisennacht entscheidend eingriff, wurde gar nicht erst vorgeladen. Die FDP wollte es sich offensichtlich mit Blick auf die Zeit nach der Wahl nicht mit der CDU-Chefin verscherzen.
Geht es darum etwas zu untersuchen oder einfach nur darum ein wenig Schlamm hin und her zu werfen?
Die Finanzkrise kam aus den USA - und nur aus den USA. Sie konnte nur deshalb auf Europa "überspringen", weil die Amerikaner offenbar präferierten, mehr zu konsumieren als zu exportieren und sich dafür im Ausland zu verschulden. Diese Verschuldung in Form von Krediten aus Europa nach USA war natürlich nicht nachhaltig - irgendwann würden die Kredite ausfallen. Die europäischen Banken mussten zwangsläufig die amerikanischen Schrottpapiere halten, weil genug sichere Staatsanleihen garnicht zur Verfügung standen. Europas Schuld ist möglicherweise, das Problem des amerikanischen Überkonsums nicht auf politischer Ebene angesprochen zu haben.
Jetzt aber ist das Problem gelöst worden. Der US-amerikanische Konsum geht zurück, was keineswegs ein Zeichen der Krise ist, und der Export springt deutlich an. Das wieder hergestellte Gleichgewicht der Weltwirtschaft bildet die Basis für einen nachhaltigen, mindestens eine Dekade anhaltenden Aufschwung.
Da haben alle ihr Bestes getan,scheinen auch noch stolz zu sein,loben sich gegenseitig - und trotzdem macht man einen Hauptschuldigen aus ?
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