Caster Semenya nach ihrem Erfolg: Aber ist die 18-Jährige überhaupt eine Frau? © Olivier Morin/AFP/Getty Images

Diesmal sind es keine Dopingskandale, die von der gerade zu Ende gegangenen Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Erinnerung bleiben. Zwar konnten einzelne Sportler überführt werden, doch niemand erregte so viel Aufsehen wie die Athletin Caster Semenya aus Südafrika.

Im Finale über 800 Meter holte die Läuferin Gold. Aber nicht die sportliche Leistung Semenyas weckte Zweifel, sondern die Frage, ob die erst 18-jährige tatsächlich eine Frau ist.

In der Tat erscheint der muskulöse Körper mit dem Sixpack und der flachen Brust eher wie der eines Mannes. Und auch ihre tiefe Stimme fanden einige Beobachter auffällig. Der Leichtathletik-Weltverband IAAF ordnete deshalb schon vor ihrer Ankunft in Berlin eine Geschlechtsüberprüfung an.

Ein interdisziplinäres Team aus Wissenschaftlern soll nun herausfinden, ob Semenya männlich oder weiblich ist. Doch selbst wenn sich herausstellen sollte, das Semenya biologisch ein Mann ist – kann man ihr es als Täuschungsversuch anlasten, dass sie glaubt, eine Frau zu sein?

Wohl nicht, denn es ist recht wahrscheinlich, dass es den Wissenschaftlern nicht gelingen wird, das Geschlecht der Sportlerin eindeutig zu bestimmen. Die gängige Vorstellung, dass sich alle Menschen in zwei Geschlechter einteilen lassen, ist nämlich nach heutigem Stand der Wissenschaft veraltet.

Immer wieder kommen Kinder auf die Welt, deren Geschlecht sich in keine von beiden Kategorien einordnen lässt. Für dieses Phänomen hat sich der Begriff Intersexualität etabliert. Die Ursachen dafür sind mannigfaltig.