Intersexualität Der Mythos von den zwei GeschlechternSeite 2/2

Im Fall der Sportlerin Caster Semenya vermuten die Forscher, dass sie eine XY-Frau ist. Solche Frauen besitzen zwar das Chromosomenpaar XY, das Menschen normalerweise zu Männern macht. Doch die männlichen Hormone, die auf der Basis dieses Erbmaterials gebildet werden, wirken bei diesen Menschen nicht, da der Mechanismus der entsprechenden Rezeptoren zum Teil oder vollständig aufgehoben ist.

Ist Letzteres der Fall werden während der Embryonalentwicklung keine männlichen Geschlechtsorgane gebildet. Es entstehen weder Samenleiter und Prostata, noch ein Penis. Die Hoden bleiben häufig im Körperinneren. Viel mehr entwickelt sich bei diesen Personen das äußere Genital ähnlich wie bei einer Frau, sodass sie bei der Geburt für ein Mädchen gehalten werden. Erst während der Pubertät fällt auf, dass sich der Körper nicht wie der einer Frau verändert.

Selbst wenn die junge Sportlerin also ein Y-Chromosom tragen sollte, macht sie das nicht automatisch zum Mann. "Das ist nicht so einfach zu bestimmen. Die Übergänge zwischen Mann und Frau sind fließend", sagt die Berliner Genetikerin Heidemarie Neitzel. "Vor 20 bis 30 Jahren hätte man gesagt, wenn ein Y da ist, ist jemand männlich. Heute wissen wir, dass es nicht so klar ist", sagt die Wissenschaftlerin von der Berliner Charité. Nicht einmal die Geschlechtsorgane liefern ein eindeutiges Ergebnis: "Es gibt beispielsweise Mischgewebe zwischen Eierstöcken und Hoden."

Ein Internist, ein Gynäkologe, ein Endokrinologe, ein Psychiater und ein Spezialist für Geschlechtsbestimmungen sollen nun mit vereinten Kräften der Geschlechterfrage auf den Grund gehen und herausfinden, ob Semenya ein Y-Chromosom trägt. Ist dies der Fall, muss das Team weiter untersuchen, ob es ein bewusster Täuschungsversuch der Sportlerin war, oder ob sie intersexuell ist und womöglich gar nicht davon gewusst hat. "Realistischerweise dauert so etwas mehrere Wochen bis Monate", sagt Neitzel. Semenya wäre nicht die erste Sportlerin, der man ein Y nachweist.

Bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta hat man bei acht Athleten, die als Frau an den Start gingen, ein Y-Chromosom entdeckt. Da jedoch sieben von ihnen nicht auf das von ihnen produzierte männliche Hormon Testosteron reagierten, durften sie als Frauen starten. Doch es gibt auch andere Fälle. Als der 800-Meter-Läuferin Santhi Soundarajan nach den Asienspielen 2006 die Medaille aberkannt wurde, weil man ihr ein Y-Chromosom nachwies, versuchte sie sich das Leben zu nehmen.

Caster Semenya hatte nach den Zweifeln an ihrem Geschlecht darüber nachgedacht, nicht zur Siegerehrung anzutreten, sagte der Vorsitzende des südafrikanischen Leichtathletik-Verbandes, Leonard Chuene. Niemand habe ihr je erklärt, dass sie keine Frau sei. "Ich bin kein Junge!", sagte die Sportlerin.

Die psychisch belastende Situation, von der Gesellschaft nicht anerkannt zu werden, kritisieren Intersexuelle immer wieder. Im Umgang mit zwischengeschlechtlichen Menschen sei die Menschenwürde oftmals nicht gewahrt, kritisiert der Verein der intersexuellen Menschen in Deutschland.

Medizinische Behandlungen wie das Angleichen der Geschlechtsorgane an gesellschaftliche Normvorstellungen sei ein Angriff gegen die körperliche Unversehrtheit sowie die Selbstbestimmung intersexueller Menschen. Sie fordern, dass ihre Existenz nicht weiter totgeschwiegen wird. Caster Semenya könnte dazu einen Anstoß geliefert haben – auch wenn sie bisher vielleicht nicht einmal geahnt hat, dass es Intersexualität überhaupt gibt.


 

 
Leser-Kommentare
    • zetti
    • 25.08.2009 um 15:05 Uhr

    Eine knifflige Situation, in die sich bei Bestätigung der Intersexualität
    alle Sportverbände dieser Welt bringen.

    Muß künftig vor jeder Sportkarriere die Sexualität eindeutig festgestellt werden?
    Wird für Intersexuelle eine eigene Sparte neben "Männer" und "Frauen" geschaffen?
    Wird diese Sparte akzeptiert?
    Und wenn nicht: Wie geht ein Sportler mit dieser Diskriminierung um, wie reagiert sein Umfeld?
    Darf unter diesen Umständen der Nachweis überhaupt gefordert werden?
    Werden in Zukunft alle historischen und kommenden sportlichen Leistungen nicht immer einen Makel haben?

    Sind sich die Verantwortlichen eigentlich bewußt, was für ein Faß mit dieser Untersuchung aufgemacht wurde?
    Zetti

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    Alles wird noch um Größenordnungen komplexer, sobald man die Ebene der biologischen Zuschreibungen verlässt. Ist etwa eine Frau mit kurzen Strubbelhaaren, betont maskulinem Habitus und Auftreten noch eine Frau (diametral/spiegelbildlich für "feminine" Männer)? - Die Antwort ist nicht mehr trivial, sobald man die "soziale Verfaßtheit" der Geschlechterdefinitionen konsequent ernstnimmt. Ich meine mich an eine Passage bei Nietzsche zu erinnern (google hilft hier nicht recht weiter), bei dem ein Freund über die Spaltung der Menschheit in die beiden Geschlechter lamentiert hatte. Nietzsche sinngemäß: "Na und - wäre es dir lieber, es gäbe nur ein Geschlecht, oder tausend?" - So, und jetzt kommen wir mit unserer Multisexualität und womöglich bald der Perspektive auf Genetic Engineering, um auf Goldmedaillen programmierte Hermaphroditen hervorzubringen. Der Name Semenya wird sich vielleicht einmal damit verbinden, wie alles anfing...

    Alles wird noch um Größenordnungen komplexer, sobald man die Ebene der biologischen Zuschreibungen verlässt. Ist etwa eine Frau mit kurzen Strubbelhaaren, betont maskulinem Habitus und Auftreten noch eine Frau (diametral/spiegelbildlich für "feminine" Männer)? - Die Antwort ist nicht mehr trivial, sobald man die "soziale Verfaßtheit" der Geschlechterdefinitionen konsequent ernstnimmt. Ich meine mich an eine Passage bei Nietzsche zu erinnern (google hilft hier nicht recht weiter), bei dem ein Freund über die Spaltung der Menschheit in die beiden Geschlechter lamentiert hatte. Nietzsche sinngemäß: "Na und - wäre es dir lieber, es gäbe nur ein Geschlecht, oder tausend?" - So, und jetzt kommen wir mit unserer Multisexualität und womöglich bald der Perspektive auf Genetic Engineering, um auf Goldmedaillen programmierte Hermaphroditen hervorzubringen. Der Name Semenya wird sich vielleicht einmal damit verbinden, wie alles anfing...

  1. ein Beitrag aus dem dradio, April 2009: 'Sag es keinem anderen' über die Geschichte der Hermaphroditen, von Kirstine Schwenger.

    'Unser Recht kennt nur zwei Geschlechter: Männer und Frauen und Kinder männlichen oder weiblichen Geschlechts. Vor 200 Jahren tauchte im Allgemeinen Preußischen Landrecht noch ein drittes Geschlecht auf - ein "Zwitterparagraf" regelte die Rechte der Hermaphroditen, Menschen die mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen zur Welt kamen. Später wurde der Paragraf gestrichen, Recht und Gesellschaft verlangten Eindeutigkeit. Daran hat sich bis heute nicht viel verändert.'

  2. Da kann die Berliner Genetikerin Heidemarie Neitzel noch so schlau daherreden, für sportliche Wettkämpfe muss eine praktikable Lösung gefunden werden und eine entsprechende Untersuchung ist daher statthaft. Würde man den Athleten Wahlfreiheit lassen, zu welchem Geschlecht sie sich bekennenn, und auf Kontrollen verzichten, wäre dies wiederum den XX-Frauen gegenüber unfair.

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    Die Frage ist doch, ob strickt nach Mann und Frau zu trennen ist, oder ob die Realität von mehreren geschlechtern akzeptiert werden sollte. Einer Frau zu sagen, sie sei keine, aufgrund ihrer Chromosome und sie aufgrund dieser Tatsache zu benachteiligen, mag vielleicht pragmatisch sein in einem Sport, der ein ideal verfolgt und keine menschlichkeit kennt. Dennoch ist es inhuman und ein großes Gesellscahftliches Problem. Mit der strickten biologischen Trennung zwischen Mann und Frau scheint man psychische und andersartige geschlechterpluralität ignorieren zu wollen. es ist in der tat ein seltsames Thema, wo man doch mit der Überzeugun zweier existierender Geschlechter aufwächst. Es scheint ein Thema zu sein, dass eine Gesellschaftsstruktur und ihre Rollenbilder zersprengt. Schon allein deswegen ist das hier keine pragmatische Sportfrage, sondern eine Gesellschaftliche Frage, sie sich auch der Sport stellen muss. Justiz und Sportjustiz können sich nicht einfach der Realität wiedersetzen und jede kritik und forschung ignorieren. Die Auseinandersetzung mit diesem problem muss vernünfitg und ergebnissoffen diskuttiet werden.

    Die Frage ist doch, ob strickt nach Mann und Frau zu trennen ist, oder ob die Realität von mehreren geschlechtern akzeptiert werden sollte. Einer Frau zu sagen, sie sei keine, aufgrund ihrer Chromosome und sie aufgrund dieser Tatsache zu benachteiligen, mag vielleicht pragmatisch sein in einem Sport, der ein ideal verfolgt und keine menschlichkeit kennt. Dennoch ist es inhuman und ein großes Gesellscahftliches Problem. Mit der strickten biologischen Trennung zwischen Mann und Frau scheint man psychische und andersartige geschlechterpluralität ignorieren zu wollen. es ist in der tat ein seltsames Thema, wo man doch mit der Überzeugun zweier existierender Geschlechter aufwächst. Es scheint ein Thema zu sein, dass eine Gesellschaftsstruktur und ihre Rollenbilder zersprengt. Schon allein deswegen ist das hier keine pragmatische Sportfrage, sondern eine Gesellschaftliche Frage, sie sich auch der Sport stellen muss. Justiz und Sportjustiz können sich nicht einfach der Realität wiedersetzen und jede kritik und forschung ignorieren. Die Auseinandersetzung mit diesem problem muss vernünfitg und ergebnissoffen diskuttiet werden.

  3. Alles wird noch um Größenordnungen komplexer, sobald man die Ebene der biologischen Zuschreibungen verlässt. Ist etwa eine Frau mit kurzen Strubbelhaaren, betont maskulinem Habitus und Auftreten noch eine Frau (diametral/spiegelbildlich für "feminine" Männer)? - Die Antwort ist nicht mehr trivial, sobald man die "soziale Verfaßtheit" der Geschlechterdefinitionen konsequent ernstnimmt. Ich meine mich an eine Passage bei Nietzsche zu erinnern (google hilft hier nicht recht weiter), bei dem ein Freund über die Spaltung der Menschheit in die beiden Geschlechter lamentiert hatte. Nietzsche sinngemäß: "Na und - wäre es dir lieber, es gäbe nur ein Geschlecht, oder tausend?" - So, und jetzt kommen wir mit unserer Multisexualität und womöglich bald der Perspektive auf Genetic Engineering, um auf Goldmedaillen programmierte Hermaphroditen hervorzubringen. Der Name Semenya wird sich vielleicht einmal damit verbinden, wie alles anfing...

  4. Seit 2 bis 3 Jahrzehnten ist es in der Medizin, der Genetik und der Sexualwissenschaft unbestritten, dass es neben den beiden grundlegenden Kategorien Mann – Frau noch eine dritte Unterscheidung gibt: die Gruppe von Menschen, bei denen es keine eindeutige Zuordnung gibt: die Intersexuellen oder Hermaphroditen.

    In Zweifelsfällen, wie es offensichtlich hier bei dieser Sportlerin oder diesem Sportler oder das Sportler Caster Semenya der Fall zu sein scheint, ist es schwierig und aufwendig beim heutigen Stand der Wissenschaft, das Geschlecht eindeutig, schnell und zweifelsfrei festzustellen. Wie dieser Aufsatz uns Lesern und Laien sachkundig klarmacht, dauert es Monate, bis ein zweifelsfreies Ergebnis feststehen wird. Und selbst das dann vorliegende Ergebnis wird von verschiedenen Seiten, Interessengruppen etc. verschieden interpretiert werden.

    Meine Frage ist:
    * Wieviele Menschen sind von dieser Abweichung von der Norm betroffen?
    * Wieviele Babys eines Geburtenjahrgangs weisen solche Anomalien, solche biologischen und genetischen Abweichungen auf?

    Mir scheint, es handelt sich bei uns in Deutschland um eine kleine Minderheit!
    Ein Mensch von Tausend, vielleicht sogar nur einer von Zweitausend ist davon betroffen.
    Es steht zu vermuten, dass es bei allen anderen Völkern und Ethnien nicht anders sein wird.
    Bezogen auf die Gesamtbevölkerung sind die Intersexuellen eine Miniminorität.

    Was ist jetzt aber strittig?
    Unsere Gesellschaft sollte die Reife haben, diese Gruppe der Intersexuellen nicht zu diskriminieren!
    Weder rechtlich noch im privaten Umgang noch sonst irgendwie.
    Sie müssen den „Normalos“ völlig gleichgestellt sein.

    Der Aufsatz berichtet, dass in der Vergangenheit Mediziner oft genug auf chirurgischem Wege eingegriffen haben, um dem Baby, dem Kind, dem Heranwachsenden eine eindeutige sexuelle Identität zu verpassen.
    Das sollte in Zukunft unterbleiben. Hier benötigen wir klare rechtliche Regelungen, die das (sexuelle) Selbstbestimmungsrecht der betroffenen Menschen in den Mittelpunkt stellen.

    Im Sport ist die Intersexualität aus Gründen der Chancengerechtigkeit ein Problem.
    Der Mann ist im Mittel um ca. ein Drittel körperlich leistungsfähiger als die Frau.
    Ein Blick in die Rekordlisten der verschiedenen Sportarten beweißt das.
    Hier braucht der Sport die Unterstützung der Wissenschaften.

    Aber in Grenzfällen – und ich unterstelle jetzt einmal der Fall Caster Semenya ist ein solcher – wird es sehr schwierig und äußerst diffizil sein, eine klare Entscheidung, eine eindeutige Bestimmung zu fällen. Denn auf durch die Wissenschaft festgestellte Fakten wird man sich nur sehr bedingt stützen können, denn in solchen Grenzfällen wird es auf die Interpretation der Fakten ankommen.

    Da sehe ich für den Sport in der Zukunft Diskussions- und Zündstoff.

  5. Das Problem ist, dass im Sport (wie beim Militärdienst) immer noch wie in den Jahrtausenden zuvor nach den alten Kriterien der zwei Geschlechter von Mann und Frau differenziert wird. Wieso im Sport nicht alle Wettbewerbe als Unisex-Veranstaltungen organisieren? Das führt dann zwar dazu, dass höchstwahrscheinlich ein Mann die Kraft- und Geschwindigkeitswettbewerbe gewinnen wird. Beim Synchronschwimmen werden es jedoch Frauen sein. Und beim Eiskunstlaufen für Paare sollen auch homosexuelle Paare zugelassen werden. ...
    Oder ist es doch keine so gute Idee? Heute differenzieren wir nur nach Mann/Frau und ohne Behinderung/mit Behinderung (siehe Behindertenolympiade). Aber wieso nicht die Lauf- und Schimmwettbewerbe nach Rassen differenzieren? Der schnellste weisse 100-m-Läufer, der schnellste schwarze Brustschwimmer. Nur so kann deren Benachteiligung aufgehoben werden. Und wieso nicht der schnellste Übergewichtige? Schliesslich gibt es auch Laufwettbewerbe für (anderswie) Behinderte! Jetzt bin ich wahrscheinlich schon wieder ins Fettnäpfchen getreten und als Rassist abqualifiziert.
    Wollen wir konsequent sein, dann gibt es nur die Unisex-Lösung als einigermassen akzeptable.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Nein, die Unisex-Lösung ist eine Scheinlösung, da sie in mindestens 90 % aller Sportarten Frauen keine Chance im Hochleistungssport geben würde. Vielleicht hilft der Vergleich mit dem Behindertensport? Dort ist die Vergleichbarkeit von Leistungen ein großes Problem, und es gibt wohl allein in den leichtathletischen Disziplinen diverse Klassen, in die die Sportler entsprechend ihres Handicaps eingeteilt werden. Dies führt natürlich zu einer gewissen Unübersichtlichkeit, ist aber eine anerkannte Lösung für die Problematik. In vielen Sportarten gibt es ebenfalls solche Einteilungen, nur erfolgen sie nach dem Kriterium "Gewicht". Selbst im Rudern sind die "Leichtgewichte" inzwischen olympisch. Auch in den Kampfsportarten ist die Einteilung nach Gewichtsklassen selbstverständlich.
    Wir leben inzwischen in einer Welt, in der das binäre Denken in Geschlechtern nicht mehr selbstverständlich ist. Es ist deshalb auch wünschenswert, dass dies in einem gesellschaftlich wichtigen Bereich, dem Sport, einen Niederschlag findet. Mein Vorschlag: Im Prinzip bleibt alles wie es ist. Der olympische Fahrplan wird aber noch um ca 10 Sportarten ergänzt, in denen Menschen antreten können, die sich nicht eindeutig einem Geschlecht zugehörig fühlen.

    darf ich sie kurz daran erinnern dass das unterteilen der menschheit in rassen ebenfalls ein veraltetes denkmodell ist?

    sie werden auch seriösere quellen finden aber ich habs mir einfach gemacht und zitiere wikipedia:
    In der Biologie wird der Mensch heute weder in Rassen, noch in Unterarten unterteilt. Molekularbiologische und genetische Forschungen haben gezeigt, dass eine systematische Unterteilung der Menschen in Unterarten ihrer enormen Vielfalt und der fließenden Übergänge geographischer Populationen nicht gerecht würde. Zudem wurde herausgefunden, dass der Großteil genetischer Unterschiede beim Menschen innerhalb einer geographischen Population zu finden ist.

    mfg

    Nein, die Unisex-Lösung ist eine Scheinlösung, da sie in mindestens 90 % aller Sportarten Frauen keine Chance im Hochleistungssport geben würde. Vielleicht hilft der Vergleich mit dem Behindertensport? Dort ist die Vergleichbarkeit von Leistungen ein großes Problem, und es gibt wohl allein in den leichtathletischen Disziplinen diverse Klassen, in die die Sportler entsprechend ihres Handicaps eingeteilt werden. Dies führt natürlich zu einer gewissen Unübersichtlichkeit, ist aber eine anerkannte Lösung für die Problematik. In vielen Sportarten gibt es ebenfalls solche Einteilungen, nur erfolgen sie nach dem Kriterium "Gewicht". Selbst im Rudern sind die "Leichtgewichte" inzwischen olympisch. Auch in den Kampfsportarten ist die Einteilung nach Gewichtsklassen selbstverständlich.
    Wir leben inzwischen in einer Welt, in der das binäre Denken in Geschlechtern nicht mehr selbstverständlich ist. Es ist deshalb auch wünschenswert, dass dies in einem gesellschaftlich wichtigen Bereich, dem Sport, einen Niederschlag findet. Mein Vorschlag: Im Prinzip bleibt alles wie es ist. Der olympische Fahrplan wird aber noch um ca 10 Sportarten ergänzt, in denen Menschen antreten können, die sich nicht eindeutig einem Geschlecht zugehörig fühlen.

    darf ich sie kurz daran erinnern dass das unterteilen der menschheit in rassen ebenfalls ein veraltetes denkmodell ist?

    sie werden auch seriösere quellen finden aber ich habs mir einfach gemacht und zitiere wikipedia:
    In der Biologie wird der Mensch heute weder in Rassen, noch in Unterarten unterteilt. Molekularbiologische und genetische Forschungen haben gezeigt, dass eine systematische Unterteilung der Menschen in Unterarten ihrer enormen Vielfalt und der fließenden Übergänge geographischer Populationen nicht gerecht würde. Zudem wurde herausgefunden, dass der Großteil genetischer Unterschiede beim Menschen innerhalb einer geographischen Population zu finden ist.

    mfg

  6. Ein Blick in die Vergangenheit: press

    • diona
    • 25.08.2009 um 17:54 Uhr

    David Beckham und Seal sich ihre Fingernägel lackieren, ist Intersexualität doch chic.

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    manche Leute persönliche Marotten wie lackierte Fingernägel schon für ein sexuelles Phänomen halten, ist sie auch ein "Problem".

    manche Leute persönliche Marotten wie lackierte Fingernägel schon für ein sexuelles Phänomen halten, ist sie auch ein "Problem".

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