Edward M. Kennedy Das Ende der Kennedy-Dynastie

Er war der Lieblingsfeind der Republikaner und diente seinem Land, ohne ins Rampenlicht zu drängen: Ein Nachruf auf "Ted" Kennedy, den großen amerikanischen Senator.

Edward "Ted" Kennedy wäre nach seinen Brüdern John, ermordet 1963, und Robert, ermordet 1968, der natürliche Anwärter auf die Präsidentschaft gewesen. Er hat es nie geschafft, nicht einmal im Ansatz. Doch als Senator von Massachusetts, der er fast ein halbes Jahrhundert lang war, ist er in die amerikanische Geschichte eingegangen - zusammen mit einer Handvoll anderer, die so glanzvolle Namen tragen wie Daniel Webster oder James Fulbright. Nur zwei Senatoren haben je länger gedient.

Politisch war er, was man in Amerika "liberal" und für hiesige Verhältnisse "links" nennt - der Mann, der gegen den Vietnam- und Irakkrieg opponierte und in der Innenpolitik als leidenschaftlicher Verfechter der Bürgerrechte und des Für- und Vorsorgestaates gekämpft hat - mit nachhaltigem Erfolg.

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Und dennoch war er, der Lieblingsfeind der Republikaner, eine Säule der "Bipartisanship", der Zusammenarbeit mit den Konservativen. Mit John McCain, dem Präsidentschaftskandidaten der Republikaner, hat er die Reform der Einwanderungsgesetze betrieben, mit George W. Bush die Bildungsreform. Der Erzkonservative Strom Thurmond war sein Partner bei der Verbrechensbekämpfung.

"Ted" und "Senat" wurden in der langen Karriere des jüngsten Sohnes des Kennedy-Clans praktisch zu Synonymen. Mit der Obama-Präsidentschaft geriet Kennedy wieder ins Zentrum der politischen Bühne, einmal aus symbolischen Gründen, weil Obama bewusst Stil und Rhetorik von JFK übernahm, zum zweiten aus höchst aktuellen. Kennedy hat seit Beginn seiner Senatskarriere für eine nationale Gesundheitsversicherung gekämpft - just, was Obama zur ersten Priorität seiner Präsidentschaft gemacht hat.

Die Gesundheitsvorsorge, verkündete Kennedy in einer Senatsdebatte 1994, sei das "zentrale Problem unserer Gesellschaft". Und die zentrale Frage dabei sei: "Wollen wir uns wirklich um unsere Mitbürger kümmern?" Die Tragik war, dass sein Triumph in diesem Jahr zu spät kam. Da litt er bereits an einem Gehirntumor, an dem er jetzt im Alter von 77 gestorben ist.

"Tragik" ist überhaupt das "Markenzeichen" der Familie und seines eigenen Lebens. Joseph, der älteste Bruder, den der Patriarch des Clans, ebenfalls mit dem Vornamen Joseph, für die Präsidentschaft vorgesehen hatte, fiel im Zweiten Weltkrieg. Die beiden nächsten Brüder wurden ermordet. Edward selber verkörperte den klassischen tragischen Helden der Antike: den Mann von höchsten Gaben, der Gutes will, aber an einem Charaktermakel (oder Fluch) scheitert.

Leser-Kommentare
  1. ... lautet: "Integrity is the Lifeblood of Democracy."

    Ein Wahlspruch, den unsere Politiker sich merken sollten.

  2. Gesoffen, gehurt, betrogen, getötet und sich dann in die Büsche geschlagen. Der hat doch nur vom Ruf seiner Brüder gelebt. Wo sind die Verdienste?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • eciv
    • 26.08.2009 um 22:38 Uhr

    lesen sie die Artikel die Heute über ihn auf Zeitonline erschienen sind und sie können ihre Frage selber beantworten

    "Erst nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit, alles zu tun…"

    • eciv
    • 26.08.2009 um 22:38 Uhr

    lesen sie die Artikel die Heute über ihn auf Zeitonline erschienen sind und sie können ihre Frage selber beantworten

    "Erst nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit, alles zu tun…"

    • eciv
    • 26.08.2009 um 22:38 Uhr

    lesen sie die Artikel die Heute über ihn auf Zeitonline erschienen sind und sie können ihre Frage selber beantworten

    "Erst nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit, alles zu tun…"

    • diona
    • 26.08.2009 um 22:48 Uhr
    4. Ein...

    würdiger Nachruf, der alles beinhaltet.

    • keox
    • 27.08.2009 um 0:07 Uhr

    wie die Bevölkerung die Herrschaft verehrt, die sich - möglicherweise, angeblich, gerüchteweise - so verhält, wie man es es von einem guten Nachbarn auch erwarten könnte, so lange ist keine Besserung in Sicht.

    Wenn - angebliche erfüllte - Selbstverständlichkeiten zur Verklärung reichen, dann weiß man, daß man in der Fäkaliengrube sitzt.

  3. Hmm...vielleicht hören die Kennedys jetzt endlich damit auf mit ihrer verrückten Familiengeschichte in der amerikanischen Geschichte herumzuspuken wie der Geist aus einem vergangenen Jahrhundert.
    _____________
    Tu fui, ego eris.

    • Gözde
    • 30.08.2009 um 12:31 Uhr
    7. Ende

    Mit Ted Kennedy ist die Welle der guten Politiker, die wirklich etwas bewegt haben zu Ende. Verloren sind die Revolutionäre und Veränderer, die für die Rechte aller Mensche kämpfen und alles geben. Geblieben sind diese laschen Politiker, die sich auf den Verdiensten anderer Ausruhen... Vorbei sind die Zeiten, als die Menschen auf den Straßen für Freiheit und Rechte demonstrierten und angekommen sind wir in der Zeit, in der es nichts wichtigeres gibt als die unangebrachte Nutzung der Geschäftswagen der Politiker. Wo sind Elan und Engagement geblieben???

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