Diese Forderung sieht eine Entwurfs-Resolution zum Klima-Gipfel von zehn afrikanischen Staaten vor, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Die Staats- und Regierungschefs der Länder, die zurzeit in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba tagen, beraten über eine gemeinsame Verhandlungsposition für die im Dezember in Kopenhagen anstehenden Gespräche über ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll.

Afrika hat in den vergangenen Jahrzehnten kaum zum weltweiten Klimawandel beigetragen, wird aber nach Einschätzung von Experten in Zukunft am stärksten mit Dürren, Hungersnöten, Überschwemmungen sowie Völkerwanderungen zu kämpfen haben. Die Kompensationszahlungen sollten laut dem Papier ab 2020 fließen.

Bei den vergangenen Klimaschutzverhandlungen hätten unterschiedliche Standpunkte der afrikanischen Länder stets die Einflussmöglichkeiten auf das Ergebnis begrenzt, beklagten die afrikanischen Staats- und Regierungschefs laut Entwurf in ihrer Abschlusserklärung. Das Verhandlungsteam für Kopenhagen müsste deshalb "mit dem politischen Gewicht von oberster Stelle" gestärkt werden, damit Afrikas Stimme ernster genommen werde.

Entwicklungsländer haben nach einer im Mai veröffentlichten Studie mehr als 90 Prozent der Lasten in Folge des Klimawandels zu tragen. Gleichwohl sind die 50 ärmsten Staaten für weniger als ein Prozent der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen verantwortlich. Dabei ist Afrika die am stärksten gefährdete Weltregion.

"Afrikas Hoffnungen auf Fortschritt werden zerstört werden, wenn die Weltgemeinschaft nicht bald gegengesteuert", warnte der Vorsitzende der AU-Kommission, Jean Ping. Afrika müsse seinen Standpunkt auf der internationalen Bühne aggressiv vertreten, damit sich die Folgen der Erderwärmung für den Kontinent in Grenzen hielten.

Während den Kopenhagener Klimaschutzverhandlungen im Dezember soll ein Nachfolgeabkommen für das auslaufende Kyoto-Protokoll verabschiedet werden. Nach den jüngsten Vorbereitungsgesprächen in Bonn warnte der Chef des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer, allerdings vor einem Scheitern. Wenn die Staatengemeinschaft ihr Tempo nicht deutlich erhöhe, werde es kein neues Klimaschutzabkommen geben.