18 Jahre nach Heike Henkels Triumph in Tokio verpasste Friedrich zwar den Titel, freute sich aber über Bronze. In der endlich fast vollen Arena zeigte Friedrich im mit Spannung erwarteten Hochspringen zunächst demonstratives Selbstbewusstsein. Allerdings bewältigte sie die 2,02 Meter erst im dritten Versuch und scheiterte dann an 2,04. Die Russin Anna Tschitscherowa machte aus dem erwarteten Duell einen Dreikampf, als sie die 2,02 auf Anhieb übertraf.

67 Tage nachdem Publikumsliebling Friedrich beim ISTAF an gleicher Stelle mit 2,06 Meter Heike Henkels deutschen Rekord gebrochen hatte, versuchte sich Friedrich erneut über diese Höhe – diesmal vergebens. So musste sich die Hallen-Europameisterin hinter Vlasic und Tschitscherowa mit dem dritten Platz zufriedengeben. Es war die sechste Medaille für das deutsche Team.

Einen anderen Kandidaten fürs Treppchen musste der DLV streichen: Im Februar war Sebastian Bayer in Turin zur Verblüffung der Fachwelt 8,71 Meter gesprungen, dieses Mal schied der 23 Jahre alte Hallen-Europarekordler und -Europameister im Vorkampf mit 7,98 Meter ebenso aus wie der Leverkusener Nils Winter mit 7,69. Allerdings leidet der Bremer unter einer Kapselverletzung im Sprunggelenk und muss nächste Woche operiert werden. "Ich hatte viele Schmerztabletten drin und auch eine Spritze bekommen. Ich hab's trotzdem gemerkt", sagte Bayer.