Netdoktor et al. Wie Gesundheitsportale krank machen

Gesundheitsportale bieten aktuelle Informationen. Sind aber auch eine Fundgrube für jene, die am "Morbus Internet" leiden und glauben, alle gefundenen Symptome zu haben

Bennie überlegt, ob er Schweinefleisch vom Speiseplan streichen soll und vor die Tür zu gehen, traut er sich auch kaum noch – aus Angst vor der Schweinegrippe. Doch statt sich bei seinem Hausarzt über mögliche Ansteckungswege zu informieren, fragt er lieber den "Netdoktor" – eine Art virtueller Gott in Weiß. Dahinter steckt jedoch kein einzelner Mediziner, sondern ein Gesundheitsportal im Netz. Auf den Seiten wird von A wie Achillessehnenriss bis Z wie Zysten über rund 400 Krankheitsbilder informiert und Symptome beschrieben, in Foren tauschen sich Kranke und Gesunde wie Bennie aus – nur eines gibt es hier nicht: eine Diagnose mit anschließender Therapie.

Trotzdem nutzt bereits etwa jeder dritte Deutsche mindestens einmal pro Monat Gesundheitsportale wie Netdoktor.de, Gesundheitpro.de oder Vitanet.de – Tendenz steigend, heißt es bei Stiftung Warentest, die kürzlich zwölf Portale bewertete. Monatlich finden sich auf diesen Seiten knapp sechs Millionen Nutzer ein, allein bei Netdoktor.de täglich 45.000 Nutzer laut Google-Trends. Auch der Tagesspiegel wird im Herbst ein Gesundheitsportal starten.

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Dass Cyber-Docs so großen Zuspruch erfahren, sieht Netdoktor.de-Chefredakteurin Ingrid Müller auch in der Entwicklung des Gesundheitssystems begründet: "Die Wartezimmer sind oft überfüllt, Ärzte haben immer weniger Zeit für lange Gespräche und die Patienten werden mehr als früher zur Kasse gebeten. Viele Menschen kümmern sich deshalb mehr um ihre eigene Gesundheit und informieren sich besser." Insbesondere Frauen gehören zu den Nutzern, da sie gesundheitsbewusster als Männer seien, sagt Harald Mandl, Chefredakteur von Gesundheitpro.de, das zum Verlag Wort und Bild (Apotheken-Umschau) gehört.

Hier wie auch in der Redaktion von Netdoktor.de, das wie ZEIT ONLINE zur Holtzbrinck-Verlagsgruppe gehört, arbeiten Mediziner und Naturwissenschaftler, die zusätzlich ausgebildete Journalisten sind. Die Texte sollen fachlich korrekt, vor allem aber für Laien verständlich sein. "Allerdings vergleichen wir keine Therapien miteinander, sondern informieren ganz sachlich, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt", sagt Netdoktor.de-Chefredakteurin Müller. Das Portal finanziert sich über Dienstleistungen für Dritte wie Apotheker und Ärzte, und über Werbung. Anzeigen von Pharmafirmen seien immer deutlich gekennzeichnet und für Nutzer gut erkennbar, sagt Müller. Beim Verweis auf Medikamente würden mehrere Artikel genannt. Stiftung Warentest hatte kritisiert, dass inhaltliche Informationen und Werbung bei einigen Portalen nicht immer klar getrennt seien.

Da es in der Medizin ständig neue Forschungsergebnisse gibt, müssen die Portale die Texte permanent aktualisieren. Wenn jetzt wie bei der Schweinegrippe neue Krankheiten auftreten, erstellen viele der Portale dazu gleich ganze Dossiers – so aktuell Informationen abrufen zu können, ist für die Nutzer einer der Vorteile im Vergleich mit den oft verstaubt wirkenden Gesundheitsmagazinen von ARD und ZDF.

Ärzte sind jedoch nicht immer glücklich über gut informierte Patienten. "Manchmal kommen die Patienten rein und meinen, dem Arzt schon die fertige Diagnose für ihre Krankheit präsentieren zu können", sagt Roland Stahl von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Kein neues Phänomen, schon früher mussten Ärzte oft "Morbus Mohl" diagnostizieren – so hieß es, wenn ein Patient in die Praxis kam, der zuvor die von Hans Mohl moderierte Sendung "Gesundheitsmagazin Praxis" im ZDF gesehen hatte und nun überzeugt war, unter der dort beschriebenen Krankheit zu leiden.

Heute werden Hypochonder auf den Gesundheitsportalen fündig, wo sie im Suchfenster Symptome wie beispielsweise Kopfschmerzen eingeben können und bei der Beschreibung der möglichen Ursache schnell beim Gehirntumor landen. "Aber wir haben den Anspruch, vollständige Informationen zu Krankheiten und ihren Symptomen zu bieten, deshalb müssen wir auch bei harmlosen Symptomen darauf hinweisen, dass dahinter eine ernsthafte Krankheit stecken könnte", sagt Mandl. Er glaubt, dass die Ärzte von gut informierten Patienten profitieren: "Je mehr sich der Patient mit seiner Situation beschäftigt, desto engagierter wird er auch bei der ihm verschriebenen Therapie mitarbeiten."

Nutzer sollten sich jedoch bewusst sein, dass Symptome nicht schablonenhaft auf alle Menschen zutreffen, sondern Krankheiten individuell verlaufen und die Vorgeschichte des Patienten berücksichtigt werden müsse, sagt Stahl. Deshalb wird bei den Gesundheitsportalen auch keine Diagnose mit Behandlungsempfehlung für die Nutzer gegeben. "Die Gesundheitsportale können den Arztbesuch immer nur ergänzen", sagt Stahl.

 
Leser-Kommentare
    • Zapp54
    • 20.08.2009 um 16:36 Uhr

    Weder der Niedergelassene noch the Cyber-Doc.

    Beide meiden und Sie werden geholfen.

    Zapp54

    "Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen." (Karl Valentin)

  1. Die erste Wahl bei Krankheiten sollte das Internet sein, da das Gesundheitssystem diese Informationsfunktion nicht leisten kann. Zumindest nicht für Kassenpatienten. Für einen Arztbesuch kann man sich schon mal einen halben Urlaubstag einplanen, auch wenn der Termin vier Monate im Voraus ausgemacht wurde. Und nach vier Stunden Wartezeit wird man in wenigen Minuten abgefertigt von einem Mediziner, der den Patienten in der Regel kaum kennt und einschätzen kann. Notwendige Behandlungen werden ungerne durchgeführt, dafür werden kostenpflichtige Leistungen beworben.

    Und Selbstdiagnosen mögen die Herren und Damen Ärzte gar nicht gerne. Sie fühlen sich wohl in ihrer Berufsehre gekränkt, wenn der Patient selbst schon einen Vorschlag bringt. Eine gewisse Überheblichkeit gehört wohl zum Berufsbild dazu.

    Die Zahl ärztlicher Fehldiagnosen ist beträchtlich. Es wäre interessant ob der Arzt in seiner Einschätzung wirklich besser liegt als der Patient, der seinen Körper nun schon sein ganzes Leben lang kennt. Wäre die Bevormundung des Patienten durch die Verschreibungspflichtigkeit von wirksamen Medikamenten nicht gegeben, könnten viele unnötige Arztbesuche eingespart werden. Wer eine bakterielle Blasenentzündung hat und das Phänomen bei sich kennt, dem wäre mit einem kurzen Gang zur Apotheke und Antibiotikakauf mehr gedient als mit einem halben Tag in der Arztpraxis, wo die Ärztin warme Bäder empfiehlt und nur auf mehrfaches Nachfragen ein Antibiotikum verschreibt.

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    Aufgrund Ihrer schlechten Erfahrungen schlage ich vor, sich einen Hausarzt zu suchen, der Sie mit der Zeit immer besser kennen lernen wird. Bitte bedenken Sie, dass der anonyme Schreiber im Internet Sie überhaupt nicht kennt. Vier Stunden Wartezeit sind allerdings eine völlige Katastrophe. Mich interessiert brennend was das für eine Praxis sein soll, in der Patienten erst nach 4 Monaten einen Termin bekommen und dann geduldig 4 Stunden im Wartezimmer verbringen, obwohl sich doch längst herumgesprochen haben müsste, wie schlecht sie nach Ihrer Schilderung dort behandelt werden. Sie werden diese Praxis ja in Zukunft bestimmt auch meiden.

    Ausgefallene Selbstdiagnosen mögen Ärzte nur dann nicht gern, wenn sie den Ausgangspunkt für das Gespräch bilden. Mit der Berufsehre hat das wenig zu tun. Vielmehr aber damit, dass das Pferd von hinten aufgezäumt, die Kommunikation erschwert und nicht erleichtert wird. Die Aussage "ich habe eine Blasenentzündung" lässt vermuten, dass der Patient unter Beschwerden beim Wasserlassen leidet. Genauer erfragt werden muss es trotzdem. Das es sich um einen bakteriellen Harnwegsinfekt handelt, kann die Eigenbeobachtung allenfalls vermutet werden. Spätestens wenn Harnwegsinfekte häufiger auftreten, sollte keine Eigenmedikation durchgeführt werden, sondern eine erweiterte Diagnostik.

    Antibiotika bei Blasenentzündung? So was habe ich noch nie gehört. Normalerweise trinkt man viel (v.a. Tee) bei Blasenentzündung - dann gehts von alleine wieder weg. Medikamente und Arztbesuch sind eigentlich gar nicht nötig. Wenn die Beschwerden bei Ihnen aber langanhaltend sind und auch durch viel trinken nicht verschwinden, dann sollten Sie sich auf jeden Fall von Ihrem Arzt gründlich untersuchen lassen - da würde es auch nicht nützen, wenn Sie einfach eigenmächtig mal ein bisschen Antibiotika nehmen würden (was glücklicherweise in vielen Ländern verschreibungspflichtig ist).
    Na dann, gute Besserung!

    "Und nach vier Stunden Wartezeit wird man in wenigen Minuten abgefertigt..." Schon mal daran gedacht, dass Sie da mit Ihrer Einstellung selbst ein wenig dazu beitragen? Wenn Sie nämlich mit einer fest vorgefertigten Eigendiagnose in der Praxis erscheinen und partout nicht davon abrücken wollen, dann löscht es jedem Mediziner ab. Der Arzt denkt sich in Fällen wie dem Ihren, was er überhaupt noch gross nachfragen soll, der ändert seine Meinung ja eh nicht mehr. Kein Wunder, werden Sie ungeduldig abgefertigt. Kein Arzt lässt sich nämlich gerne als einfacher "Rezeptaussteller auf Wunsch" missbrauchen. Ausserdem trägt er ja auch eine Verantwortung darüber, dass er Ihnen die richtigen Medikamente gibt.

    Aufgrund Ihrer schlechten Erfahrungen schlage ich vor, sich einen Hausarzt zu suchen, der Sie mit der Zeit immer besser kennen lernen wird. Bitte bedenken Sie, dass der anonyme Schreiber im Internet Sie überhaupt nicht kennt. Vier Stunden Wartezeit sind allerdings eine völlige Katastrophe. Mich interessiert brennend was das für eine Praxis sein soll, in der Patienten erst nach 4 Monaten einen Termin bekommen und dann geduldig 4 Stunden im Wartezimmer verbringen, obwohl sich doch längst herumgesprochen haben müsste, wie schlecht sie nach Ihrer Schilderung dort behandelt werden. Sie werden diese Praxis ja in Zukunft bestimmt auch meiden.

    Ausgefallene Selbstdiagnosen mögen Ärzte nur dann nicht gern, wenn sie den Ausgangspunkt für das Gespräch bilden. Mit der Berufsehre hat das wenig zu tun. Vielmehr aber damit, dass das Pferd von hinten aufgezäumt, die Kommunikation erschwert und nicht erleichtert wird. Die Aussage "ich habe eine Blasenentzündung" lässt vermuten, dass der Patient unter Beschwerden beim Wasserlassen leidet. Genauer erfragt werden muss es trotzdem. Das es sich um einen bakteriellen Harnwegsinfekt handelt, kann die Eigenbeobachtung allenfalls vermutet werden. Spätestens wenn Harnwegsinfekte häufiger auftreten, sollte keine Eigenmedikation durchgeführt werden, sondern eine erweiterte Diagnostik.

    Antibiotika bei Blasenentzündung? So was habe ich noch nie gehört. Normalerweise trinkt man viel (v.a. Tee) bei Blasenentzündung - dann gehts von alleine wieder weg. Medikamente und Arztbesuch sind eigentlich gar nicht nötig. Wenn die Beschwerden bei Ihnen aber langanhaltend sind und auch durch viel trinken nicht verschwinden, dann sollten Sie sich auf jeden Fall von Ihrem Arzt gründlich untersuchen lassen - da würde es auch nicht nützen, wenn Sie einfach eigenmächtig mal ein bisschen Antibiotika nehmen würden (was glücklicherweise in vielen Ländern verschreibungspflichtig ist).
    Na dann, gute Besserung!

    "Und nach vier Stunden Wartezeit wird man in wenigen Minuten abgefertigt..." Schon mal daran gedacht, dass Sie da mit Ihrer Einstellung selbst ein wenig dazu beitragen? Wenn Sie nämlich mit einer fest vorgefertigten Eigendiagnose in der Praxis erscheinen und partout nicht davon abrücken wollen, dann löscht es jedem Mediziner ab. Der Arzt denkt sich in Fällen wie dem Ihren, was er überhaupt noch gross nachfragen soll, der ändert seine Meinung ja eh nicht mehr. Kein Wunder, werden Sie ungeduldig abgefertigt. Kein Arzt lässt sich nämlich gerne als einfacher "Rezeptaussteller auf Wunsch" missbrauchen. Ausserdem trägt er ja auch eine Verantwortung darüber, dass er Ihnen die richtigen Medikamente gibt.

  2. Aufgrund Ihrer schlechten Erfahrungen schlage ich vor, sich einen Hausarzt zu suchen, der Sie mit der Zeit immer besser kennen lernen wird. Bitte bedenken Sie, dass der anonyme Schreiber im Internet Sie überhaupt nicht kennt. Vier Stunden Wartezeit sind allerdings eine völlige Katastrophe. Mich interessiert brennend was das für eine Praxis sein soll, in der Patienten erst nach 4 Monaten einen Termin bekommen und dann geduldig 4 Stunden im Wartezimmer verbringen, obwohl sich doch längst herumgesprochen haben müsste, wie schlecht sie nach Ihrer Schilderung dort behandelt werden. Sie werden diese Praxis ja in Zukunft bestimmt auch meiden.

    Ausgefallene Selbstdiagnosen mögen Ärzte nur dann nicht gern, wenn sie den Ausgangspunkt für das Gespräch bilden. Mit der Berufsehre hat das wenig zu tun. Vielmehr aber damit, dass das Pferd von hinten aufgezäumt, die Kommunikation erschwert und nicht erleichtert wird. Die Aussage "ich habe eine Blasenentzündung" lässt vermuten, dass der Patient unter Beschwerden beim Wasserlassen leidet. Genauer erfragt werden muss es trotzdem. Das es sich um einen bakteriellen Harnwegsinfekt handelt, kann die Eigenbeobachtung allenfalls vermutet werden. Spätestens wenn Harnwegsinfekte häufiger auftreten, sollte keine Eigenmedikation durchgeführt werden, sondern eine erweiterte Diagnostik.

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    Gut, ich habe etwas übertrieben ;-)

    Vier Stunden Wartezeit sind normal bei Allgemeinmedizinern, wenn man keinen Termin hat. Und monatelange Wartezeiten sind bei Fachärzten üblich. Zumindest bei Gelegenheitspatienten, die nicht wöchentliche Termine haben, sondern nur ab und zu mal irgendwas haben - und genau um die geht es ja auch bei Selbstdiagnosen über das Internet.

    Die Erfahrung war auch nicht meine, sondern die meiner Frau. Wir haben schon mehrere Ärzte ausprobiert, es ist allerdings schwer gute Ärzte zu finden, die auch noch eine so gute Praxisorganisation haben, dass man auch nach angemessener Zeit dran kommt. Das ist kein Einzelfall, sondern so üblich. Und auf dem Lande ist es noch schlimmer. Es kann natürlich sein, dass man in manchen Regionen auch besser versorgt ist.

    Das mit dem Harnwegsinfekt war nur ein Beispiel. Alle paar Jahre tritt es auf und nach Einnahme von Ciprofloxacin ist es genau so schnell vorbei vergangen. Wir haben uns aus dem Ausland Medikamente besorgt, um das im Notfall schnell behandeln zu können, ist schließlich auch schmerzhaft. Und Ärzte mögen natürlich auch nicht, wenn man sich selbst mit Antibiotika behandelt. Allerdings ist das ein deutsches Spezifikum. In anderen Ländern werden den Patienten Antibiotika nicht so restriktiv vorenthalten. Die Resistenzdiskussion ist mir bekannt, aber wer Schmerzen hat, will nicht eine Woche warten, bis das Laborergebnis da ist.

    Gut, ich habe etwas übertrieben ;-)

    Vier Stunden Wartezeit sind normal bei Allgemeinmedizinern, wenn man keinen Termin hat. Und monatelange Wartezeiten sind bei Fachärzten üblich. Zumindest bei Gelegenheitspatienten, die nicht wöchentliche Termine haben, sondern nur ab und zu mal irgendwas haben - und genau um die geht es ja auch bei Selbstdiagnosen über das Internet.

    Die Erfahrung war auch nicht meine, sondern die meiner Frau. Wir haben schon mehrere Ärzte ausprobiert, es ist allerdings schwer gute Ärzte zu finden, die auch noch eine so gute Praxisorganisation haben, dass man auch nach angemessener Zeit dran kommt. Das ist kein Einzelfall, sondern so üblich. Und auf dem Lande ist es noch schlimmer. Es kann natürlich sein, dass man in manchen Regionen auch besser versorgt ist.

    Das mit dem Harnwegsinfekt war nur ein Beispiel. Alle paar Jahre tritt es auf und nach Einnahme von Ciprofloxacin ist es genau so schnell vorbei vergangen. Wir haben uns aus dem Ausland Medikamente besorgt, um das im Notfall schnell behandeln zu können, ist schließlich auch schmerzhaft. Und Ärzte mögen natürlich auch nicht, wenn man sich selbst mit Antibiotika behandelt. Allerdings ist das ein deutsches Spezifikum. In anderen Ländern werden den Patienten Antibiotika nicht so restriktiv vorenthalten. Die Resistenzdiskussion ist mir bekannt, aber wer Schmerzen hat, will nicht eine Woche warten, bis das Laborergebnis da ist.

  3. Antibiotika bei Blasenentzündung? So was habe ich noch nie gehört. Normalerweise trinkt man viel (v.a. Tee) bei Blasenentzündung - dann gehts von alleine wieder weg. Medikamente und Arztbesuch sind eigentlich gar nicht nötig. Wenn die Beschwerden bei Ihnen aber langanhaltend sind und auch durch viel trinken nicht verschwinden, dann sollten Sie sich auf jeden Fall von Ihrem Arzt gründlich untersuchen lassen - da würde es auch nicht nützen, wenn Sie einfach eigenmächtig mal ein bisschen Antibiotika nehmen würden (was glücklicherweise in vielen Ländern verschreibungspflichtig ist).
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    Ich weiß nicht, welche Krankheit Sie meinen, aber bei der klassischen Blasenentzündung werden nach einem Urin-Schnelltest auf Bakterien üblicherweise Antibiotika verschrieben. Das ist angesichts der damit meist verbundenen Schmerzen auch das Mittel der Wahl.

    Ich weiß nicht, welche Krankheit Sie meinen, aber bei der klassischen Blasenentzündung werden nach einem Urin-Schnelltest auf Bakterien üblicherweise Antibiotika verschrieben. Das ist angesichts der damit meist verbundenen Schmerzen auch das Mittel der Wahl.

  4. "Und nach vier Stunden Wartezeit wird man in wenigen Minuten abgefertigt..." Schon mal daran gedacht, dass Sie da mit Ihrer Einstellung selbst ein wenig dazu beitragen? Wenn Sie nämlich mit einer fest vorgefertigten Eigendiagnose in der Praxis erscheinen und partout nicht davon abrücken wollen, dann löscht es jedem Mediziner ab. Der Arzt denkt sich in Fällen wie dem Ihren, was er überhaupt noch gross nachfragen soll, der ändert seine Meinung ja eh nicht mehr. Kein Wunder, werden Sie ungeduldig abgefertigt. Kein Arzt lässt sich nämlich gerne als einfacher "Rezeptaussteller auf Wunsch" missbrauchen. Ausserdem trägt er ja auch eine Verantwortung darüber, dass er Ihnen die richtigen Medikamente gibt.

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    Ich wende da die Methode an, dass ich dem Mediziner keine eigene Diagnose vorstelle, sondern so tue als sei ich planlos und schildere eben die Symptome. Das erspart persönliche Eitelkeiten. Es ist leider so, dass Ärzte ihre Patienten nicht als mündige Persönlichkeiten wahrnehmen, sondern selbst immer gerne Chef in ihrer Praxis sein wollen.

    Normalerweise sind Ärzte übrigens sehr gerne bloße Rezepteaussteller. Macht kaum Arbeit und die Pauschale kann einkassiert werden. Das betrifft aber die Dauerpatienten, die regelmäßig bei bereits gestellter Diagnose Medikamente benötigen.

    Ich wende da die Methode an, dass ich dem Mediziner keine eigene Diagnose vorstelle, sondern so tue als sei ich planlos und schildere eben die Symptome. Das erspart persönliche Eitelkeiten. Es ist leider so, dass Ärzte ihre Patienten nicht als mündige Persönlichkeiten wahrnehmen, sondern selbst immer gerne Chef in ihrer Praxis sein wollen.

    Normalerweise sind Ärzte übrigens sehr gerne bloße Rezepteaussteller. Macht kaum Arbeit und die Pauschale kann einkassiert werden. Das betrifft aber die Dauerpatienten, die regelmäßig bei bereits gestellter Diagnose Medikamente benötigen.

  5. Gut, ich habe etwas übertrieben ;-)

    Vier Stunden Wartezeit sind normal bei Allgemeinmedizinern, wenn man keinen Termin hat. Und monatelange Wartezeiten sind bei Fachärzten üblich. Zumindest bei Gelegenheitspatienten, die nicht wöchentliche Termine haben, sondern nur ab und zu mal irgendwas haben - und genau um die geht es ja auch bei Selbstdiagnosen über das Internet.

    Die Erfahrung war auch nicht meine, sondern die meiner Frau. Wir haben schon mehrere Ärzte ausprobiert, es ist allerdings schwer gute Ärzte zu finden, die auch noch eine so gute Praxisorganisation haben, dass man auch nach angemessener Zeit dran kommt. Das ist kein Einzelfall, sondern so üblich. Und auf dem Lande ist es noch schlimmer. Es kann natürlich sein, dass man in manchen Regionen auch besser versorgt ist.

    Das mit dem Harnwegsinfekt war nur ein Beispiel. Alle paar Jahre tritt es auf und nach Einnahme von Ciprofloxacin ist es genau so schnell vorbei vergangen. Wir haben uns aus dem Ausland Medikamente besorgt, um das im Notfall schnell behandeln zu können, ist schließlich auch schmerzhaft. Und Ärzte mögen natürlich auch nicht, wenn man sich selbst mit Antibiotika behandelt. Allerdings ist das ein deutsches Spezifikum. In anderen Ländern werden den Patienten Antibiotika nicht so restriktiv vorenthalten. Die Resistenzdiskussion ist mir bekannt, aber wer Schmerzen hat, will nicht eine Woche warten, bis das Laborergebnis da ist.

    Antwort auf "Vorschlag"
  6. Ich wende da die Methode an, dass ich dem Mediziner keine eigene Diagnose vorstelle, sondern so tue als sei ich planlos und schildere eben die Symptome. Das erspart persönliche Eitelkeiten. Es ist leider so, dass Ärzte ihre Patienten nicht als mündige Persönlichkeiten wahrnehmen, sondern selbst immer gerne Chef in ihrer Praxis sein wollen.

    Normalerweise sind Ärzte übrigens sehr gerne bloße Rezepteaussteller. Macht kaum Arbeit und die Pauschale kann einkassiert werden. Das betrifft aber die Dauerpatienten, die regelmäßig bei bereits gestellter Diagnose Medikamente benötigen.

  7. Ich weiß nicht, welche Krankheit Sie meinen, aber bei der klassischen Blasenentzündung werden nach einem Urin-Schnelltest auf Bakterien üblicherweise Antibiotika verschrieben. Das ist angesichts der damit meist verbundenen Schmerzen auch das Mittel der Wahl.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
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