Schweinegrippe "Bitte Meldung im Amt!"

Seit Wochen herrscht Hysterie wegen der sogenannten Schweinegrippe. Doch was passiert, wenn es einen selbst trifft? Verblüffend wenig, musste unsere Autorin feststellen

Der beste Rat bei Grippesymptomen wie Fieber: Zu Hause bleiben und auskurieren

Der beste Rat bei Grippesymptomen wie Fieber: Zu Hause bleiben und auskurieren

Auf dem Rückflug Sonntagabend haben wir noch geflachst. Schließlich sind wir aus Ibiza gekommen, Spanien also, wo die sogenannte

derzeit Wellen schlägt. Wir allerdings haben nichts davon gemerkt. Zwei Wochen Cluburlaub am Meer, Sonne pur. Doch kaum zwei Tage später ist uns das Lachen vergangen. "Mama, mir geht es total schlecht."

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Bibbernd steht am Mittwochmorgen um halb sieben mein 13-jähriger Sohn im Schlafzimmer. 39 Grad Fieber hat er und keine drei Minuten später einen leeren Magen. Jetzt hat es uns doch tatsächlich erwischt, so der erste Gedanke. Hilfe! Und nun? Meldepflicht, schießt es mir durch den Kopf. Quarantäne! Was hat man nicht alles gehört und gelesen in den letzten Wochen. Ganze Schulen wurden in München kurz vor Ferienbeginn geschlossen.

Gleich um acht Uhr also der erste Anruf beim Hausarzt. Der reagiert erstaunlich gelassen. Fiebersaft, Wadenwickel, Schüssel ans Bett. Und das Kind solle halt erst mal zu Hause bleiben. "Was, kein Test?" Das verblüfft mich dann doch, zumal noch ein Freund des jüngeren Bruders bei uns übernachtet hat. Na ja, wenn ich unbedingt möchte. Dann komme er halt vorbei, obwohl auch die Schweinegrippe letztlich nichts anderes sei als eine normale Grippe. "In ein paar Tagen ist alles vorbei." Und bis dahin? Was soll ich den Eltern des Freundes sagen? Ich bin nervös, das Kind spuckt ohne Unterlass, er beruhigt: Erst mal abwarten!

Immerhin, knapp eine Stunde später ist er da, verkleidet sich vor der Tür mit Mundschutz und Handschuhen und macht einen Abstrich. Gleichzeitig aber lässt er uns wissen, dass es wohl zwei Tage dauern werde, bis das Ergebnis da sei. Und bis dahin? Irgendwo habe ich gelesen, dass Infizierte bereits einen Tag vor Ausbruch der Krankheit ansteckend sind. Heißt das nicht, dass wir uns auch testen lassen müssten? Dürfen wir überhaupt einkaufen gehen? Na ja, so die sibyllinische Antwort, der Verdacht "Schweinegrippe" stehe ja nun im Raum. Also vorsichtig sein. Ansonsten: Abwarten.

Eine Antwort, die die Eltern des Freundes allerdings genauso wenig zufriedenstellt wie besorgte Freunde und Nachbarn. "Bleibt bloß alle zu Hause!", fordert eine Bekannte, die drei Tage später in Urlaub fliegen möchte. Es sei mit drastischen Strafen zu rechnen, wenn man mit Verdacht auf Schweinegrippe in der Gegend herumrenne, warnt ein Nachbar. Stimmt das? Bevor ich einkaufen gehe, will ich das nun doch genauer wissen und recherchiere erst mal selbst. Über fünf Millionen Fundstellen spuckt die Suchmaschine beim Stichwort Schweinegrippe aus, die meisten davon jedoch reine Zahlen oder Sensationsmeldungen. Auch Hygienehinweise und Schutzmaßnahmen zur Vermeidung von Ansteckung lassen sich finden. Hinweise für den Ernstfall: Fehlanzeige. Aber die Familie hat Hunger. Ich gehe einkaufen.

Dennoch, die rechtliche Frage lässt mich nicht los. Also greife ich nach der Rückkehr zum Hörer. Naheliegende Infostelle: das Bundesgesundheitsministerium in Berlin. Dort, so teilt man uns mit, sei man aber nicht zuständig, sondern das Robert-Koch-Institut. Da wiederum verweist man immerhin auf den nationalen Pandemieplan, dessen Durchführung bei den Ländern liege. Also: Anruf bei den bayerischen Behörden, die jedoch leiten weiter an das örtliche Gesundheitsamt, wo man sich erst kundig machen muss. Drei Stunden später der Rückruf. Zuständig ist das Kreisverwaltungsreferat. Die Nummer hat man, teilt aber gleich mit, dass man um diese Zeit, inzwischen ist es nach 16 Uhr, wohl niemanden mehr erreichen werde. Ich gebe auf! Und warte ab!

Der erste Anruf vom Arzt kommt gut 36 Stunden später, Donnerstag gegen halb vier. Das Kind hustet zwar noch, aber ist inzwischen fieberfrei. Doch das Testergebnis ist positiv – für Influenza. Ob es allerdings das gefürchtete A/H1N1-Virus ist? "Da müssen Sie noch etwas warten." Sicherheit gibt es dann nach zwei weiteren Stunden – zumindest, was das Testergebnis betrifft. Was das für uns heißt? "Quarantäne ist angeordnet", liest der Arzt aus dem Merkblatt vor. Für wen? Genaueres wird uns das Gesundheitsamt mitteilen. Wann? Vermutlich morgen. Na klar, nach 16 Uhr fallen auch dort die Schotten. Den Einkauf jedenfalls delegieren wir jetzt lieber an eine Nachbarin. Die stellt die Sachen vor die Tür – vorsichtshalber.

Leser-Kommentare
  1. Diese Hysterie ist für mich völlig unverständlich. Auf der einen Seite hört man täglich News von dieser Grippe - auf der anderen Seite wird nichts unternommen um die Bevölkerung zu schützen.

    Daher sollten die Medien dieses Thema einfach mal ruhen lassen, bis es eine Möglichkeit gibt, etwas gegen die Grippe zu unternehmen (Impfung).

    Wer sich mit Viren auskennt weiß doch, dass nun sowieso kein Schutz mehr möglich ist, weil bereits täglich zehntausende mit dem Virus durch die Gegend laufen.

  2. was ist bisher passiert? 13.740 infiziert, 0 tot. Bin beeindruckt von dieser üblen Todesschweinegrippe. Alte und junge Menschen impfen, sowie medizinisches Personal und gut ist.

    Wofür die Hysterie?

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    • jaypee
    • 21.08.2009 um 21:25 Uhr

    einen zusammenhang zwischen alter und schwere der erkrankung gibt es nicht, also bleibt maximal das medizinische personal zu impfen. denn die nebenwirkungen einer impfung sind vielfach höher (mathematisch korrekt sogar unendlich) als 0/13740.

    ach ja, und wie viele der 13740 sind eigentlich schon wieder gesund, werden aber weiterhin kumulativ gezählt?

    da lassen sich die medien mal wieder vor den karren spannen, damit die pharmakonzerne weiter geld drucken können.

    • jaypee
    • 21.08.2009 um 21:25 Uhr

    einen zusammenhang zwischen alter und schwere der erkrankung gibt es nicht, also bleibt maximal das medizinische personal zu impfen. denn die nebenwirkungen einer impfung sind vielfach höher (mathematisch korrekt sogar unendlich) als 0/13740.

    ach ja, und wie viele der 13740 sind eigentlich schon wieder gesund, werden aber weiterhin kumulativ gezählt?

    da lassen sich die medien mal wieder vor den karren spannen, damit die pharmakonzerne weiter geld drucken können.

  3. In Niedersachsen dürfen die Landkreise festlegen, wer die Schweinegrippe behandelt, entweder der Hausarzt oder das Gesundheitsamt.
    Im Landkreis P hat man sich für Hausarzt entschieden und im benachbarten Landkreis S für Gesundheitsamt.

    Ein mit Schweinegrippe Infizierter wohnt nun in Landkreis P an der Grenze zu Landkreis S und hat seinen Hausarzt in Landkreis S.
    Das Gesundheitsamt im Landkreis P ist nicht zuständig, weil dort der Hausarzt zuständig ist.
    Der Hausarzt des Infizierten ist nicht zuständig, weil in seinem Landkreis S das Gesundheitsamt zuständig ist.
    Das Gesundheitsamt im Landkreis S ist nicht zuständig, weil der Infizierte im Landkreis P lebt.

    Das ist kein Scherz und die Lösung des Problems hat mehrere Tage gedauert. Das Gesundheitsamt im Landkreis P bat schließlich das Gesundheitsamt im Landkreis S den Infizierten zu behandeln. So geschah es dann schließlich auch.

  4. Eine Freundin von mir brachte die Grippe aus ihrem Mittelmeerurlaub mit. Sie musste darauf hin einige Tage das Haus hüten. Auf die Frage, ob ihre Mitreisenden (geteilte Zimmer!) denn nicht auch vorsorglich zum Arzt sollte, hieß es sinngemäß: sie würden die Symptome schon irgendwann bemerken, wären sie infiziert. Supi! Ist das dasselbe beherzte Durchgreifen wie beim Projekt Vollbeschäftigung zu erwarten ist? ;-)

    lG

  5. Langsam wirds immer luschtiga. In den Schulen sollten Hygienehinweise gegeben werden. Breit angekündigt vom Kultusministerium Niedersachsen. Die Hinweise gab es auch... "Wascht euch regelmäßig die Hände" und haltet euch von Kranken fern"
    Dazu muss man sagen, dass es in den Schulen weder Seifenspender noch Einweghandtücher gibt. Klopapier muss vor dem Geschäft beim Hausmeister abgeholt werden. Ach ja, letztens kam der Hinweis dass Seifenspender installiert werden falls es zu einer Epedemie kommt *ichlachmichweg...*

  6. Jeder wissentlich mit Grippe Infizierte, der Andere einer möglichen Ansteckung aussetzt, kann Leben gefährden. Diese Sorglosigkeit tötet schon während der normale Grippesaision Tausende. Verantwortung heisst das Stichwort und nicht etwa Hysterie. Diese Gesellschaft hat die Fähigkeit verloren, Informationen nach Wichtigkeit zu gewichten und die Medien gehen damit sorglos und fahrlässig um. Die Wirtschaft bejubelt tiefe Krankenstände, die Bevölkerung bezahlt mit dem Leben dafür. Nicht einmal in wirtschaftlich "besseren" Verhältnissen wird einem die Möglichkeit geboten, eine Grippe zuhause durchzustehen, geschweige denn bei hartem Wettbewerb. So ziehen die Grippe"leichen" durch den öffentlichen Raum und infizieren ihre Mitmenschen. Kann diese Rechnung aufgehen, aber wer kann (darf) heute noch rechnen.

    Je weiter sich diese Pandemie ausbreitet, desto höher die Wahrscheinlichkeit einer Mutation. Bei H5N1 hatte das Virus Mühe den Menschen zu infizieren, daher bot diese Schranke noch genügend Schutz. A/H1N1 ist hoch ansteckend, die Bevölkerung erkrankt bei bester Gesundheit. Wer sich also krank fühlt, sollte aus Rücksicht sich und seinen Mitmenschen gegenüber zuhause bleiben. Die Autorin hat grobfahrlässig und töricht gehandelt ihr Kind dieser Gefahr auszusetzen. Gut, das war ihre persönliche Entscheidung. Sie kann froh sein, dass es kein schwerer Verlauf war. Unverantwortlich ist aber die Art, wie das Geschehene dargestellt wird: "Doch was passiert, wenn es einen selbst trifft? Verblüffend wenig!". Diese Gleichsetzung ist gefährlich, sie verführt zur Gleichgültigkeit. Die Regierungen haben bisher versagt. Die globalen Verkehrsknotenpunkte - als Hauptfaktor der Luftverkehr - spielen bei der Verbreitung die wichtigste Rolle. Die Regulierung hätte bereits hier erfolgen müssen. Es ist reines Glück, dass wir bisher einen milden Verlauf erleben. Was aber, wenn alle Kammern des Revolvers bestückt sind und man doch die russische Variante spielt?

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    Was aber, wenn alle Kammern des Revolvers bestückt sind und man doch die russische Variante spielt?

    UUUUAAAAHHH! Dann sterben wir alle!

    • Yadgar
    • 22.08.2009 um 0:08 Uhr

    Millionen und Abermillionen Tote allein in Deutschland, die Leichenberge türmen sich in den Straßen, [ZENSIERT] war nichts dagegen... lechz, hechel, onanier!

    @ A/ sonstwas, Sie gehören wohl zu den bezahlten Schreiberlingen der Pharmaindustrie.
    ------
    "Die Bevölkerung bezahlt mit dem Leben dafür"
    ------
    Die Wahrscheinlichkeit vom Blitz getroffen zu werden ist größer als an diesem harmlosen Grippevirus ernsthaft seine Gesundheit zu gefährden.
    In Deutschland sterben mehr Menschen, wenn sie einen Zebrastreifen überqueren.
    Schließen Sie Fenster und Rolläden in Ihrer Behausung, legen Sie sich ins Bett und schalten das Licht aus, aber belästigen Sie mit Ihrem Unsinn nicht die Bevölkerung in diesem Lande.

    Was aber, wenn alle Kammern des Revolvers bestückt sind und man doch die russische Variante spielt?

    UUUUAAAAHHH! Dann sterben wir alle!

    • Yadgar
    • 22.08.2009 um 0:08 Uhr

    Millionen und Abermillionen Tote allein in Deutschland, die Leichenberge türmen sich in den Straßen, [ZENSIERT] war nichts dagegen... lechz, hechel, onanier!

    @ A/ sonstwas, Sie gehören wohl zu den bezahlten Schreiberlingen der Pharmaindustrie.
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    "Die Bevölkerung bezahlt mit dem Leben dafür"
    ------
    Die Wahrscheinlichkeit vom Blitz getroffen zu werden ist größer als an diesem harmlosen Grippevirus ernsthaft seine Gesundheit zu gefährden.
    In Deutschland sterben mehr Menschen, wenn sie einen Zebrastreifen überqueren.
    Schließen Sie Fenster und Rolläden in Ihrer Behausung, legen Sie sich ins Bett und schalten das Licht aus, aber belästigen Sie mit Ihrem Unsinn nicht die Bevölkerung in diesem Lande.

  7. Was aber, wenn alle Kammern des Revolvers bestückt sind und man doch die russische Variante spielt?

    UUUUAAAAHHH! Dann sterben wir alle!

    Antwort auf "A/H -a was ?"
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    Diese [...] Art der Reaktion ist genau das, was wir uns noch wünschen sollten. [...] um einfache Zusammehänge nicht zu begreifen? Angesichts der globalen Vernetzung wären die Folgen einer durch eine gefährlichere Variante ausgelösten Pandemie dramatisch. Wer in geistiger Abwesenheit "wuha" ruft, dem sollte man mit entsprechender Effektivität begegnen. Sie sind genau der Prototyp für Variationen die unnötig sind.

    [Gekürzt, bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe und diskutieren Sie sachlich. Danke. /Die Redaktion pt.]

    Diese [...] Art der Reaktion ist genau das, was wir uns noch wünschen sollten. [...] um einfache Zusammehänge nicht zu begreifen? Angesichts der globalen Vernetzung wären die Folgen einer durch eine gefährlichere Variante ausgelösten Pandemie dramatisch. Wer in geistiger Abwesenheit "wuha" ruft, dem sollte man mit entsprechender Effektivität begegnen. Sie sind genau der Prototyp für Variationen die unnötig sind.

    [Gekürzt, bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe und diskutieren Sie sachlich. Danke. /Die Redaktion pt.]

    • jaypee
    • 21.08.2009 um 21:25 Uhr

    einen zusammenhang zwischen alter und schwere der erkrankung gibt es nicht, also bleibt maximal das medizinische personal zu impfen. denn die nebenwirkungen einer impfung sind vielfach höher (mathematisch korrekt sogar unendlich) als 0/13740.

    ach ja, und wie viele der 13740 sind eigentlich schon wieder gesund, werden aber weiterhin kumulativ gezählt?

    da lassen sich die medien mal wieder vor den karren spannen, damit die pharmakonzerne weiter geld drucken können.

    Antwort auf "Na und,"

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