Berlin/Rüsselsheim - Nach einer monatelangen Hängepartie können die 25 000 deutschen Opel-Mitarbeiter endlich auf eine Entscheidung zum Verkauf des Autobauers hoffen. Der Ex-Mutterkonzern General Motors (GM) will an diesem Freitag voraussichtlich verkünden, welchen der beiden Kaufinteressenten er bevorzugt. Im Rennen sind noch der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna und der Finanzinvestor RHJ. Das letzte Wort hat dann die Opel Treuhand, in der Bund, Länder und GM sitzen.

In der GM-Zentrale in Detroit gab es am Donnerstag offenbar ein Spitzentreffen zwischen Magna und GM. Daran sollte neben Magna-Co-Chef Siegfried Wolf und GM-Chef Fritz Henderson auch der Chef des russischen Magna-Partners Sberbank, German Gref, teilnehmen, sagte eine mit der Situation vertraute Person.

Die Bundesregierung fordert unterdessen von GM, mehr Auflagen zu erfüllen. GM soll sich stärker an künftigen Risiken des neuen Opel-Konzerns beteiligen und sich keine Hintertüren für einen späteren Zugriff auf "New Opel" offenhalten können. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bekräftigte zudem erneut ihre Präferenz für Magna. Das Unternehmen habe Erfahrungen im Automobilbau und das "bessere Konzept", sagte sie der FAZ. Die Chancen von RHJ sehe sie dagegen "sehr kritisch". Bereits Tags zuvor hatte die Regierung Magna mehr Unterstützung zugesagt. Bund und Länder seien bereit, den staatlich garantierten Kredit für Magna von 4,5 Milliarden Euro vorerst alleine zu stemmen – ohne Beteiligung der anderen europäischen Opel-Länder. Die Regierung habe dies GM angeboten, teilte das Wirtschaftsministerium mit.dpa

Frankfurt am Main - Der neue Bahn-Chef Rüdiger Grube will sein erstes Jahr an der Spitze des Konzerns trotz Wirtschaftskrise auf jeden Fall mit einem Gewinn abschließen. Eine konkrete Prognose wagte der seit 112 Tagen amtierende Nachfolger von Hartmut Mehdorn bei der Vorlage der Halbjahreszahlen am Donnerstag in Frankfurt am Main allerdings nicht. In den ersten sechs Monaten brach der Betriebsgewinn der Bahn vor allem wegen drastischer Einbußen im Güterverkehr um 53 Prozent auf 671 Millionen Euro ein, der Nettogewinn verringerte sich um 40 Prozent auf 547 Millionen Euro, der Umsatz um 14 Prozent auf 14,3 Milliarden Euro.

Grube will sich mit einem Sparkurs gegen die Krise stemmen. Bis 2013 soll das Betriebsergebnis um zwei Milliarden Euro verbessert werden. Dazu sollen auch Preissteigerungen beitragen, offenbar auch wieder zum Fahrplanwechsel im Dezember. Wie hoch der Aufschlag diesmal ausfällt, wollte Grube nicht sagen. "Es gibt noch keine Entscheidung." Im Dezember 2008 waren die Bahn-Preise im Schnitt um 3,9 Prozent gestiegen.

Grube ließ ebenfalls offen, ob sich sein Sparkurs auch in einem Abbau von Arbeitsplätzen oder gar in Entlassungen niederschlägt. Ende Juni beschäftigte die Bahn konzernweit 236 800 Mitarbeiter, rund 3200 weniger als ein Jahr zuvor. 200 Millionen Euro sollen durch die Verschlankung der Zentrale in Berlin gespart werden, unter anderem fällt die Ebene der Generalbevollmächtigten komplett weg.

Nach Ansicht des Bahn-Chefs wird die Bahn die Umsätze von 2007 und 2008 frühestens wieder in vier Jahren erreichen. Extrem sind die Probleme in den Güterverkehrssparten Schenker Rail und Schenker Logistics. Rail musste mit minus 121 Millionen Euro im ersten Halbjahr als einzige Sparte sogar einen Verlust verkraften. 35 000 Güterwaggons stehen derzeit nach Angaben von Grube auf dem Abstellgleis. Der Umsatz im Güterverkehr sackte um rund 25 Prozent auf gut 7,2 Milliarden Euro zusammen.