Ein bisschen sieht es aus, als wäre ein Ufo im Garten des "Hauses am Waldsee" in Berlin gelandet. Werner Aisslingers "Loftcube" ist ein weißer Wohnquader auf Stelzen mit abgerundeten Kanten. Innen ist auf 36 Quadratmetern eine ganze Wohnung untergebracht – mit Küche, Bad, Wohn- und Schlafzimmer. Wenn es nach seinem Erfinder geht, reist der "Loftcube" als mobiles Zuhause oder Büro mit seinen Bewohnern an Strände, auf Dächer oder eben in Gärten. Um den raren Platz perfekt auszunutzen, kann man sich zum Beispiel einen durch ein Panel schwenkbaren Wasserhahn einbauen lassen, der Bad und Küche bedient.

Auf wenig Platz viel unterzubringen scheint eine Lieblingsherausforderung für Architekten zu sein. Doch die wenigsten Menschen haben das Glück, die eigene Wohnfläche so frei zu gestalten wie Industriedesigner Aisslinger den "Loftcube". Im Alltag schlagen sie sich mit schlauchartigen Bädern und Küchen, schmalen Gängen, scheinbar unnützen Nischen und winzigen Gäste-WCs herum.

"Gerade in einem kleinen Bad ist weniger mehr", sagt der Diplom-Ingenieur für Innenarchitektur Ralph van Gemert vom "stilwerk room service²" in Hamburg. Da Badewanne, Waschbecken und Toilette ihren festen Platz haben, kann man nur bedingt eingreifen. Statt einem All-In- One-Spiegelschrank mit Beleuchtung rät van Gemert zu individuellen Konstruktionen. So könne der Spiegel von hinten illuminiert oder – wie in einer Filmstar-Garderobe – links und rechts eine Linestra- Röhre montiert werden. Stauraum kann ein Board mit Schublade schaffen.

"Spiegel- und Deckenbeleuchtung sollten voneinander getrennt sein", sagt van Gemert. Eine dimmbare Lampe kann die Grundfarbe des Raums von einem klinischen OP-Weiß in einen eleganten Champagner-Ton verwandeln und so für eine ganz andere Stimmung sorgen. In einem kleinen Gäste-WC gibt eine Spiegelleuchte meist genug Licht für den ganzen Raum.

Ambitionierte Heimwerker können einen Unterschrank für den Waschtisch optisch aufrüsten, indem sie ein Muster in die Tür fräsen oder sie in einer anderen Farbe streichen. So ein Hingucker zieht die Aufmerksamkeit auf sich und lenkt von den Schwächen des kleinen Raumes ab. Für ein Ablenkungsmanöver ebenfalls gut geeignet sind Orchideen auf einem Eckboard oder ein großer Parfumflacon.

Für den Berliner Interiordesigner Stefan Schad gehören ins Bad Wandschränke, deren Türen nach innen öffnen, und Spiegel. "Sie können gar nicht groß genug sein", sagt der Einrichtungsexperte. Tolle Effekte erreicht man zum Beispiel, wenn vor einem türhohen Spiegel Regalbretter angebracht werden. "Das wirkt, als ob sich noch ein Raum anschließt", sagt er. Eine Idee, die nicht nur im Bad funktioniert.

In kleinen Küchen rät Stefan Schad zu klappbaren Tischen und Stühlen. Auch für Mini-Balkone eignen sich die leicht verschieb- und verstaubaren Produkte, die es inzwischen auch in edler Ausführung von Designermarken gibt.