Krisenpolitik Der Staat ist keine Alternative
Die reiche Welt hat Banken und Unternehmen Hals über Kopf quasi-verstaatlicht - und wiederholt damit die alten Fehler Indiens. Ein Gastbeitrag
Aus der Sicht eines Entwicklungslandes wie Indien geschehen gerade sehr merkwürdige Dinge in den reichen Ländern. Man beobachtet dort im Augenblick nicht weniger als eine Quasi-Verstaatlichung von Unternehmen und Wirtschaftsbereichen und eine Rückkehr zum Protektionismus, also dem Abschotten gegenüber Wettbewerb im Welthandel. Diesen Weg wollen wir Inder aber nicht mitgehen. Ob man uns wohl dazu zwingen will?
Der viel gescholtene Washingtoner Konsens bestand nie darin, sich komplett auf die Kräfte des freien Marktes zu verlassen und auf jedwede staatliche Aufsicht zu verzichten. Auch in Indien haben wir nie eine reine, völlig losgelassene Marktordnung angestrebt. Wir haben seit 1991 Reformen in Richtung Liberalisierung durchgeführt, doch eine starke staatliche Aufsicht (auch über den Finanzsektor) und weitreichende Staatseingriffe hat es bei uns immer gegeben.
Sie haben freilich ihre Grenzen und ihre Probleme – die Steuereinnahmen sind bei uns in Indien nicht sonderlich hoch, was die Möglichkeiten des Staates einschränkt, und ich würde Staatseingriffe in Indien auch nicht als sonderlich effizient bezeichnen.

Bibek Debroy
Jetzt hat die reiche Welt also Hals über Kopf Banken und Unternehmen quasi-verstaatlicht, aber eine grundlegende Debatte über das richtige Maß und den richtigen Ansatz bei der Regulierung ist viel zu kurz gekommen. Sollten wir Geschäftsbanken von Investmentbanken wirklich trennen? Sollte es Normen dafür geben, wie stark man sich verschulden darf, wie stark man Investitionen "hebeln" darf? Sollte man neu auf die Anreizstrukturen im Finanzsektor schauen, und sollten diese von den Regierungen vorgegeben werden?
Es gibt auf der Welt im Wesentlichen zwei Modelle der wirtschaftlichen Entwicklung. Das eine ist das marktbasierte System und das andere ist die sozialistische Kommandowirtschaft. Der sogenannte Mittelweg, den Indien lange beschritten hat, ist eher ein Durcheinander. Das sozialistische Modell ist implodiert, und die übrig gebliebenen sozialistischen Länder nennen sich nur noch sozialistisch (mit Ausnahmen einiger kleiner Länder). Indien hat den Mittelweg graduell verlassen, und seine Zuneigung zu den verbliebenen sozialistischen Elementen ist geschwunden.
Trotz seiner Schönheitsfehler, die in der Finanzkrise gerade wieder erkennbar wurden, ist dagegen zur liberalen Marktordnung keine überzeugende Alternative zu erkennen. Nach dem Ausbruch der Finanzkrise im September 2008 gab es einige Zeit lang die Hoffnung auf ein solches Modell, aber es ist keins entstanden, und jetzt redet auch niemand mehr davon. Nein, jetzt sieht es eher danach aus, dass die schlimmste der globalen Krisen vorüber ist, und dass die Weltwirtschaft wieder erwacht.
Was von Indien aus betrachtet erst recht die Erkenntnis untermauert: Man muss im Detail über die Regulierung nachdenken, besonders im Finanzsektor, aber zu einem liberalen Marktsystem gibt es am Ende keine Alternative.
Aus dem Englischen von Thomas Fischermann
Bibek Debroy ist einer der angesehensten Ökonomen Indiens. Er lehrt am International Management Institute in Delhi, an der Delhi School of Economics und am Presidency College in Kalkutta.
- Datum 20.08.2009 - 14:16 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Bei uns (Westen) werden ganze Banken und Wirtschaftsbereiche "quasi-verstaatlicht"??? Habe ich da in letzter Zeit etwas nicht mitbekommen?
... wie die "Rückkehr des Protektionismus". Aber an dem Artikel ist ohnehin nichts substantielles. Stimmungsmache und Stellungnahme für den "freien Markt", weil in Indien ja ohne diesen alles nur ein Durcheinander ist.
Eine solche Stellungnahme erwarte ich vielleicht von einem 11-jährigen, der gerade anfängt sich mit Politik und Wirtschaft auseinanderzusetzen. Aber nicht von jemandem, der:
-Director of the Rajiv Gandhi Institute for Contemporary Studies at Rajiv Gandhi Foundation
-Consultant to the Department of Economic Affairs of Finance Ministry (Government of India)
-Secretary General of PHD Chamber of Commerce and Industry
-Director of the project LARGE (Legal Adjustments and Reforms for Globalising the Economy) set up by the Finance Ministry and UNDP for examining legal reforms in India
-member of the National Manufacturing Competitive Council.
-member of the Mont Pelerin Society
ist und der
...Debroy has authored several books, papers and popular articles, has been the Consulting Editor of some of the most prominent financial newspapers in the country and is now Contributing Editor with Indian Express.
(Quelle: Wikipedia)
Gut vernetzt die Neoliberalen. Das Großkapital weiß seine Jünger zu fördern. Aber die ZEIT sollte wenigstens aufpassen, dass sie nicht gar zu dünne Kost serviert, wahrscheinlich will in D momentan tatsächlich niemand in der entsprechenden Ecke stehen. So dass unser Holtzbrinksches JJ-Blatt gezwungen ist in die Ferne zu streifen um neoliberale Gallionsfiguren zu zitieren. Hoffen wir es bleibt noch eine Weile so...
Sie scheinen wohl in den letzten Wochen und Monaten einiges verschlafen zu haben. Aber freuen Sie sich: dank der Staatsinterventionitis von Steinbrück & Co. sind auch Sie jetzt Anteilshaber beispielsweise der Hypo Real Estate
... wie die "Rückkehr des Protektionismus". Aber an dem Artikel ist ohnehin nichts substantielles. Stimmungsmache und Stellungnahme für den "freien Markt", weil in Indien ja ohne diesen alles nur ein Durcheinander ist.
Eine solche Stellungnahme erwarte ich vielleicht von einem 11-jährigen, der gerade anfängt sich mit Politik und Wirtschaft auseinanderzusetzen. Aber nicht von jemandem, der:
-Director of the Rajiv Gandhi Institute for Contemporary Studies at Rajiv Gandhi Foundation
-Consultant to the Department of Economic Affairs of Finance Ministry (Government of India)
-Secretary General of PHD Chamber of Commerce and Industry
-Director of the project LARGE (Legal Adjustments and Reforms for Globalising the Economy) set up by the Finance Ministry and UNDP for examining legal reforms in India
-member of the National Manufacturing Competitive Council.
-member of the Mont Pelerin Society
ist und der
...Debroy has authored several books, papers and popular articles, has been the Consulting Editor of some of the most prominent financial newspapers in the country and is now Contributing Editor with Indian Express.
(Quelle: Wikipedia)
Gut vernetzt die Neoliberalen. Das Großkapital weiß seine Jünger zu fördern. Aber die ZEIT sollte wenigstens aufpassen, dass sie nicht gar zu dünne Kost serviert, wahrscheinlich will in D momentan tatsächlich niemand in der entsprechenden Ecke stehen. So dass unser Holtzbrinksches JJ-Blatt gezwungen ist in die Ferne zu streifen um neoliberale Gallionsfiguren zu zitieren. Hoffen wir es bleibt noch eine Weile so...
Sie scheinen wohl in den letzten Wochen und Monaten einiges verschlafen zu haben. Aber freuen Sie sich: dank der Staatsinterventionitis von Steinbrück & Co. sind auch Sie jetzt Anteilshaber beispielsweise der Hypo Real Estate
... die in der Finanzkrise gerade wieder erkennbar wurden, ist dagegen zur liberalen Marktordnung keine überzeugende Alternative zu erkennen."
Genau.
Da sich die hiesigen neoliberalen Marktkreischer (Sinn und Co.) noch nicht wieder so recht aus ihren Kellern trauen, müssen jetzt halt die Inder ran. Egal. Sind vermutlich eh auch billiger.
... wie die "Rückkehr des Protektionismus". Aber an dem Artikel ist ohnehin nichts substantielles. Stimmungsmache und Stellungnahme für den "freien Markt", weil in Indien ja ohne diesen alles nur ein Durcheinander ist.
Eine solche Stellungnahme erwarte ich vielleicht von einem 11-jährigen, der gerade anfängt sich mit Politik und Wirtschaft auseinanderzusetzen. Aber nicht von jemandem, der:
-Director of the Rajiv Gandhi Institute for Contemporary Studies at Rajiv Gandhi Foundation
-Consultant to the Department of Economic Affairs of Finance Ministry (Government of India)
-Secretary General of PHD Chamber of Commerce and Industry
-Director of the project LARGE (Legal Adjustments and Reforms for Globalising the Economy) set up by the Finance Ministry and UNDP for examining legal reforms in India
-member of the National Manufacturing Competitive Council.
-member of the Mont Pelerin Society
ist und der
...Debroy has authored several books, papers and popular articles, has been the Consulting Editor of some of the most prominent financial newspapers in the country and is now Contributing Editor with Indian Express.
(Quelle: Wikipedia)
Gut vernetzt die Neoliberalen. Das Großkapital weiß seine Jünger zu fördern. Aber die ZEIT sollte wenigstens aufpassen, dass sie nicht gar zu dünne Kost serviert, wahrscheinlich will in D momentan tatsächlich niemand in der entsprechenden Ecke stehen. So dass unser Holtzbrinksches JJ-Blatt gezwungen ist in die Ferne zu streifen um neoliberale Gallionsfiguren zu zitieren. Hoffen wir es bleibt noch eine Weile so...
Wer etwas werden will im neoliberalen Zeitalter muß so schreiben.
Es gibt auf der ganzen Welt viele Menschen die dieses System nicht ändern wollen.
Die schicken ihre Kinder in Eliteschulen, in denen diese lernen, solche oder ähnliche Artikel zu schreiben.
Wir haben 2 Klassen in Deutschland. Wer heute z.B. ein betriebswirtschaftliches oder Jura-Studium beginnt, kann entweder versuchen innerhalb des Systems nach oben zu kommen (1. Klasse) oder er bleibt in der 2. Klasse wenn er "falsche" Ansichten vertritt.
Kein Platz und keine Zeit für Überraschungen.
Wer etwas werden will im neoliberalen Zeitalter muß so schreiben.
Es gibt auf der ganzen Welt viele Menschen die dieses System nicht ändern wollen.
Die schicken ihre Kinder in Eliteschulen, in denen diese lernen, solche oder ähnliche Artikel zu schreiben.
Wir haben 2 Klassen in Deutschland. Wer heute z.B. ein betriebswirtschaftliches oder Jura-Studium beginnt, kann entweder versuchen innerhalb des Systems nach oben zu kommen (1. Klasse) oder er bleibt in der 2. Klasse wenn er "falsche" Ansichten vertritt.
Kein Platz und keine Zeit für Überraschungen.
Ich muss dem Autor schon radikalideologische Blödheit (im Sinne von Naivität) unterstellen, um nicht beleidigend zu werden...
"Das sozialistische Modell ist implodiert", haha, das ich nicht lache, was erleben wir denn grad im Kapitalismus? - überhaupt: die Staaten sind gescheitert, weil sie nicht demokratisch waren, nicht das Modell der Planwirtschaft an sich, der Kapitalismus dagegen ist wirklich implodiert und tut es mit schöner Regelmäßigkeit alle paar Jahre wieder. Dass die Krisen durch das System bedingt sind und nicht bloss die gierigen Auswüchse weniger Manager, dass thematisiert kaum jemand.
Ein staatlich gelenkter Konzern mag ja nicht so hohe Gewinne abwerfen wie ein privater (und hier auch nur der sogenannte "Idealfall" - derzeit machen gerade viele private ja keine Gewinne und pumpen den ungeliebten Staat an), aber das soll er ja auch gar nicht, eine Bahn z.B. soll schliesslich nicht maximal profitabel arbeiten, sondern die Bürger mit den Möglichkeiten des Nah- und Fernverkehrs versorgen.
Im Kapitalismus erleben wir, wie die Privatwirtschaft die Staaten in den Bankrott treiben, Gewinne fließen in die Taschen weniger, die Verluste zahlt der Staat. In einem staatlich gelenkten Konzern dagegen fließen auch die Gewinne an den Staat, der damit das öffentliche Leben finanzieren kann.
Und noch ein Beispiel darüber, wie Staaten und Privatwirtschaft verschieden erfolgreich sind: In den USA hat sich die Autoindustrie privat in die Bedeutungslosigkeit verabschiedet, der Staat griff ein und, oh Wunder, die Betriebe sind wieder mehr oder weniger profitabel - wer ist nun der bessere Manager?
_____
Barba non facit philosophum - sed auxiliarit.
"...weil sie nicht demokratisch waren, nicht das Modell der Planwirtschaft an sich..."
Da will ich dann schon widersprechen. Dass sie nicht demokratisch waren ist nur ein Teilaspekt. Heutzutage gehts ja auch nicht wirklich demokratisch zu und trotzdem halten alle den Mund, solange sie noch einigermaßen ihr Auskommen haben.
Machen wir uns nichts vor: mit den heutigen Möglichkeiten schafft eine Planwirtschaft keine zufriedenen Menschen. Ich hab es selbst erlebt und will das System nicht zurück. Der "Markt" ist nicht per se was schlechtes, ebensowenig wie der Kapitalismus. Man muss beiden nur entsprechende Grenzen ziehen und dafür sorgen, dass sie Gemeinwohl und Demokratie nicht derart aushebeln, wie sie es in den letzten Jahren geschafft haben. Wenn ich dafür den Welthandel einschränken muss und dem Kapitalverkehr enge Grenzen ziehen, sei es drum. Der Autor befürchtet aber genau das, es soll einfach weitergehen wie bisher, schliesslich gehört er heute zur "Elite" und wer weiß ob er das morgen auch noch würde.
"...weil sie nicht demokratisch waren, nicht das Modell der Planwirtschaft an sich..."
Da will ich dann schon widersprechen. Dass sie nicht demokratisch waren ist nur ein Teilaspekt. Heutzutage gehts ja auch nicht wirklich demokratisch zu und trotzdem halten alle den Mund, solange sie noch einigermaßen ihr Auskommen haben.
Machen wir uns nichts vor: mit den heutigen Möglichkeiten schafft eine Planwirtschaft keine zufriedenen Menschen. Ich hab es selbst erlebt und will das System nicht zurück. Der "Markt" ist nicht per se was schlechtes, ebensowenig wie der Kapitalismus. Man muss beiden nur entsprechende Grenzen ziehen und dafür sorgen, dass sie Gemeinwohl und Demokratie nicht derart aushebeln, wie sie es in den letzten Jahren geschafft haben. Wenn ich dafür den Welthandel einschränken muss und dem Kapitalverkehr enge Grenzen ziehen, sei es drum. Der Autor befürchtet aber genau das, es soll einfach weitergehen wie bisher, schliesslich gehört er heute zur "Elite" und wer weiß ob er das morgen auch noch würde.
Ach Gottchen, jetzt schreiben schon Inder bei Westerwelle ab.
Was Debroy als Verstaatlichung definieren möchte, war die Enteigung der Allgemeinheit durch eine Finanzoligarchie unter Beihilfe kleiner Politzirkel unter Umgehung der Parlamente.
Einzig die Definition als organisierte Kriminalität wäre hierfür angemessen.
Interessant wäre nun wenigstens, ob die ZEIT für solche PR-Beiträge auch noch Zeilenhonorar zahlt oder ob diese kostenlos abgeliefert werden.
"jetzt schreiben schon Inder bei Westerwelle ab".
Da sie Debroy inhaltlich anscheinend nichts entgegen setzen können, spielen Sie hier ganz billig die Rassisten-Karte.
**************
"Kommunisten sind in Wirklichkeit nur rotlackierte Doppelausgaben der Nationalsozialisten. Beiden ist gemeinsam der Haß gegen die Demokratie und die Vorliebe für Gewalt."
Kurt Schumacher (SPD)
"jetzt schreiben schon Inder bei Westerwelle ab".
Da sie Debroy inhaltlich anscheinend nichts entgegen setzen können, spielen Sie hier ganz billig die Rassisten-Karte.
**************
"Kommunisten sind in Wirklichkeit nur rotlackierte Doppelausgaben der Nationalsozialisten. Beiden ist gemeinsam der Haß gegen die Demokratie und die Vorliebe für Gewalt."
Kurt Schumacher (SPD)
".., zu einem liberalen Marktsystem gibt es am Ende keine Alternative."
Geld ist keine Bedingung für Leben, das zeigen die Menschen Indiens.
Ein Tauschmittel kann praktisch sein, aber Tausch ist keine Lösung.
Als HartzIVler habe ich, wenn alle Rechnungen bezahlt sind, kein Geld mehr.
Viele HartzIVler leben heute praktisch ohne Geld für Kleidung und Nahrung,
weil die Gebühren für Teilnahme an Gesellschaft bereits alles verfressen.
Das wird zum Problem, wenn die monetäre Mittellosigkeit Geldstrafen, und -in
Folge der Unbezahlbarkeit- Gefängnisaufenthalte provoziert:
Ein Drittel aller Insassen von Berlin-Plötzensee, sitzen wegen Schwarzfahrens.
Ein Tag im Gefängnis kostet soviel, wie eine Monatskarte.
Ohne Selbstversorgung gibt es Markt (ja auch im Gefängnis;-), Angebot und
Nachfrage, denn die Menschen wollen essen und leben.
Dies'provoziert den Sinn für Tauschmittel.
Heute wieder, wie vor 60 Jahren, Tabak, Kaffee, Zigaretten, Pfandflaschen..
Ich habe nicht im Geringsten den Eindruck, dass den privilegierten
EntscheiderInnen die Situation 'hier unten im Volk' klar ist.
Tausch ist keine Lösung. Um die Ansätze für Lösungen zu erahnen,
ist es sehr hilfreich, nach Indien zu schauen, verteilte Selbstorganisation zu
beobachten, von Argentinien zu Anfang des Jahrtausends zu lernen, wie von China
vor seiner Kapitalisierung. Nicht von 'denen, die meinen Oben zu sein' zu lernen,
sondern von 'der kleinen Frau', ihren Männern und deren Kindern.
Das Leben ist schön und bedarf nur, gelebt zu werden; aufmerksam und achtsam.
Es würde mich sehr freuen, wenn die, die einfaches Leben seit Jahren,
Jahrzehnten, Jahrhunderten, ja Jahrtausenden ver- und behindern, zu Hause
blieben, und die Menschen einfach mal nur in Ruhe leben ließen.
"Nicht von 'denen, die meinen Oben zu sein' zu lernen, sondern von 'der kleinen Frau', ihren Männern und deren Kindern."
Dafür sollte eigentlich die Demokratie sorgen. Leider gibt es auch im riesigen extrem heterogenen Indien nur ein weitgehend "repräsentatives" System. Die Folgen sind wie überall in solchen Situationen: politische Entscheidungen sind langsam und extrem kompromißbehaftet (und damit oft wirkungslos), es herrscht selektive Blindheit vor (gegen arme unorganisierte Wähler) und Zwangsbeglückungswahn (die Bürger werden es uns danken, wenn...) dazu kommt sicher ein gerüttelt Maß an Korruption. Paradoxerweise kann ich da den Autor schon verstehen, wenn er sich ein effektiveres und durchschaubareres System wünscht, dabei aber auf den freien Markt als Ideologie auszuweichen, halte ich für einen großen Fehler, im Sinne der Menschen.
"Das Leben ist schön und bedarf nur, gelebt zu werden; aufmerksam und achtsam. Es würde mich sehr freuen, wenn die, die einfaches Leben seit Jahren,
Jahrzehnten, Jahrhunderten, ja Jahrtausenden ver- und behindern, zu Hause
blieben, und die Menschen einfach mal nur in Ruhe leben ließen."
Dem würde ich nur teilweise zustimmen. Auf Indien bezogen etwa, gibt es sehr wohl eine Menge Probleme zu lösen. Angefangen bei der extrem ungerechten Kastengesellschaft, über mangelnde Nahrungsmittel-, Gesundheits- und Rechtsversorgung etc. In jeder Gesellschaft herrscht permanent ein gewisser Reformierungsbedarf, die Frage ist, wie schnell, radikal, mit welchen Mitteln und zu wessen Nutzen/Schaden hier was geändert wird. Der "freie Markt" würde zwar z.B. das Kastensystem relativieren und entwerten, aber gleichzeitig ein neues kapitalbasiertes schaffen. Selbst Gewinner und Verlierer wären zum großen Teil vermutlich die Selben, da sie sehr unterschiedliche Startbedingungen haben.
"Nicht von 'denen, die meinen Oben zu sein' zu lernen, sondern von 'der kleinen Frau', ihren Männern und deren Kindern."
Dafür sollte eigentlich die Demokratie sorgen. Leider gibt es auch im riesigen extrem heterogenen Indien nur ein weitgehend "repräsentatives" System. Die Folgen sind wie überall in solchen Situationen: politische Entscheidungen sind langsam und extrem kompromißbehaftet (und damit oft wirkungslos), es herrscht selektive Blindheit vor (gegen arme unorganisierte Wähler) und Zwangsbeglückungswahn (die Bürger werden es uns danken, wenn...) dazu kommt sicher ein gerüttelt Maß an Korruption. Paradoxerweise kann ich da den Autor schon verstehen, wenn er sich ein effektiveres und durchschaubareres System wünscht, dabei aber auf den freien Markt als Ideologie auszuweichen, halte ich für einen großen Fehler, im Sinne der Menschen.
"Das Leben ist schön und bedarf nur, gelebt zu werden; aufmerksam und achtsam. Es würde mich sehr freuen, wenn die, die einfaches Leben seit Jahren,
Jahrzehnten, Jahrhunderten, ja Jahrtausenden ver- und behindern, zu Hause
blieben, und die Menschen einfach mal nur in Ruhe leben ließen."
Dem würde ich nur teilweise zustimmen. Auf Indien bezogen etwa, gibt es sehr wohl eine Menge Probleme zu lösen. Angefangen bei der extrem ungerechten Kastengesellschaft, über mangelnde Nahrungsmittel-, Gesundheits- und Rechtsversorgung etc. In jeder Gesellschaft herrscht permanent ein gewisser Reformierungsbedarf, die Frage ist, wie schnell, radikal, mit welchen Mitteln und zu wessen Nutzen/Schaden hier was geändert wird. Der "freie Markt" würde zwar z.B. das Kastensystem relativieren und entwerten, aber gleichzeitig ein neues kapitalbasiertes schaffen. Selbst Gewinner und Verlierer wären zum großen Teil vermutlich die Selben, da sie sehr unterschiedliche Startbedingungen haben.
"...weil sie nicht demokratisch waren, nicht das Modell der Planwirtschaft an sich..."
Da will ich dann schon widersprechen. Dass sie nicht demokratisch waren ist nur ein Teilaspekt. Heutzutage gehts ja auch nicht wirklich demokratisch zu und trotzdem halten alle den Mund, solange sie noch einigermaßen ihr Auskommen haben.
Machen wir uns nichts vor: mit den heutigen Möglichkeiten schafft eine Planwirtschaft keine zufriedenen Menschen. Ich hab es selbst erlebt und will das System nicht zurück. Der "Markt" ist nicht per se was schlechtes, ebensowenig wie der Kapitalismus. Man muss beiden nur entsprechende Grenzen ziehen und dafür sorgen, dass sie Gemeinwohl und Demokratie nicht derart aushebeln, wie sie es in den letzten Jahren geschafft haben. Wenn ich dafür den Welthandel einschränken muss und dem Kapitalverkehr enge Grenzen ziehen, sei es drum. Der Autor befürchtet aber genau das, es soll einfach weitergehen wie bisher, schliesslich gehört er heute zur "Elite" und wer weiß ob er das morgen auch noch würde.
Ich glaube, sie missverstehen mich. Ich wollte darauf aufmerksam machen, dass sie kommunistisch-faschistoiden Systeme des Warschauer Paktes gescheitert sind, dass jenes aber keine Aussage über das Wirtschaftssystem an sich ist.
Ich bin der Meinung, dass eine Planwirtschaft durchaus auch basisdemokratisch organisiert sein kann; der Kapitalismus dagegen ist in seiner Anlage bereits oligarchisch/aristokratisch und damit antidemokratisch.
Dem Kapitalismus Grenzen zu ziehen, zeigt übrigens, dass sie von Kapitalismus eigentlich wenig Ahnung haben, denn Kapitalismus bezeichnet letztlich nur den wirklich freien Markt, oft begrifflich verbunden mit der Stadt Manchester - und der war so erfolgreich, dass die Leute sich scharenweise Kommunisten und Faschisten an den Hals geworfen haben. Der hierzulande praktizierte Kapitalismus trägt bereits planwirtschaftliche Züge, diese Grenzen, die sie fordern sind nämlich genau das: Planwirtschaftliche Methoden.
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Barba non facit philosophum - sed auxiliarit.
Ich glaube, sie missverstehen mich. Ich wollte darauf aufmerksam machen, dass sie kommunistisch-faschistoiden Systeme des Warschauer Paktes gescheitert sind, dass jenes aber keine Aussage über das Wirtschaftssystem an sich ist.
Ich bin der Meinung, dass eine Planwirtschaft durchaus auch basisdemokratisch organisiert sein kann; der Kapitalismus dagegen ist in seiner Anlage bereits oligarchisch/aristokratisch und damit antidemokratisch.
Dem Kapitalismus Grenzen zu ziehen, zeigt übrigens, dass sie von Kapitalismus eigentlich wenig Ahnung haben, denn Kapitalismus bezeichnet letztlich nur den wirklich freien Markt, oft begrifflich verbunden mit der Stadt Manchester - und der war so erfolgreich, dass die Leute sich scharenweise Kommunisten und Faschisten an den Hals geworfen haben. Der hierzulande praktizierte Kapitalismus trägt bereits planwirtschaftliche Züge, diese Grenzen, die sie fordern sind nämlich genau das: Planwirtschaftliche Methoden.
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Barba non facit philosophum - sed auxiliarit.
Die Hundertausenden die jetzt ohne Job dahstehen, die zig Milliarden verpufften Steuergelder und unzählige nachhaltig ruinierte Existenzen sind also der Schönheitsfehler der liberalen Marktordnung?
Gut zu wissen welche Lehren hier aus dem Crash gezogen wurden. Worte wie Kollateralschaden oder Kavaliersdelikt hätten dem Artikel noch den letzten Schliff gegeben!
Und wenn hier irgendwas implodiert, dann ja wohl die Überschrift von diesem Mist. Als alternativer Geldgeber wurde der Staat ja bekanntlich mit offenen Armen empfangen!
Lächerlich
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