Erwerbslosigkeit Finanzkrise erreicht Arbeitsmarkt noch nicht
Die Kurzarbeit in vielen Unternehmen hat Schlimmeres bislang verhindert: Die Zahl der Arbeitslosen stieg im August auf rund 3,5 Millionen – nur 9000 mehr als noch im Vormonat
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im August nur geringfügig gestiegen. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mitteilte, gab es 3,472 Millionen Erwerbslose. Dies seien 9000 mehr gewesen als im Juli und 276.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg im Monatsvergleich um 0,1 Punkte auf 8,3 Prozent.
Üblich war in den vergangenen Jahren ein leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit im August. Vor allem die weit verbreitete Kurzarbeit der Beschäftigten hat bisher eine drastische Zunahme der Arbeitslosenzahl verhindert. Ende Juni gab es nach BA-Angaben gut 1,4 Millionen Kurzarbeiter aus konjunkturellen Gründen. Das waren gut 300.000 mehr als bei den zuletzt veröffentlichten Zahlen Ende März.
Laut BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise hätten sich die Auswirkungen der Wirtschaftskrise zwar "auf dem Arbeitsmarkt gezeigt". Insgesamt seien die Auswirkungen des Abschwungs vor allem durch die Kurzarbeit "bisher aber moderat".
Entgegen den Erwartungen von Experten blieb auch die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl im August fast unverändert. Die BA errechnete einen saisonbereinigten Rückgang von Juli auf August um 1000 Erwerbslose. Von Reuters befragte Banken-Volkswirte hatten im Schnitt eine Zunahme um 30.000 erwartet.
Die BA wies aber darauf hin, dass die saisonbereinigte Zahl ohne statistische Sondereffekte nach ihren Schätzungen um 25.000 Erwerbslose zugelegt hätte. Hinzu komme, dass die Schulferien in einigen Bundesländern früher zu Ende gegangen seien als im Vorjahr und somit die übliche Herbstbelebung früher eingesetzt habe.
Experten glauben, dass der positive Effekt der Kurzarbeiterregelung bald auslaufen dürfte. "Wir gehen davon aus, dass viele Unternehmen sich das nicht mehr lange leisten können", sagte Peter Meister von der BHF Bank. Sein Kollege Ralph Solven von der Commerzbank sekundierte: "Das ist eine positive Überraschung. Doch der befürchtete Einbruch kommt sicherlich im Herbst". Das seien verhältnismäßig günstige Zahlen. "Nun wird es darauf ankommen, wie schnell sich die Konjunktur jetzt bessert."
- Datum 08.09.2009 - 15:37 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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Durch Kurzarbeit wird die Arbeitslosenzahl bis zu den Wahlen niedrig gehalten, erst danach werden wir sehen wie es um den Arbeitsmarkt wirklich steht.
Die Theorie hört man ja immer wieder. Aber ich verstehe nicht, warum ein Unternehmer auf Wahltermine schauen würde anstatt auf das Wohl seiner Firma. (Die Unternehmer, die ich kenne, tun das auch nicht.) Bei Firmen wie Opel wo halb Deutschland den Betriebsrat kennt, kann ich mir das ja noch irgendwie vorstellen, dass der auch an seinen SPD-Kanzlerkandidaten denkt, aber die meisten Kurzarbeiter sind doch bei irgendwelchen mittleren Betrieben (aka "Klitschen") mit 10-500 Mitarbeitern z.B. im Maschinenbau, die keiner kennt. Dass es da Chefs gibt, die Leute wegen einer Bundestagswahl halten, glaub ich nicht bevor ich nicht einen sehe.
Die Theorie hört man ja immer wieder. Aber ich verstehe nicht, warum ein Unternehmer auf Wahltermine schauen würde anstatt auf das Wohl seiner Firma. (Die Unternehmer, die ich kenne, tun das auch nicht.) Bei Firmen wie Opel wo halb Deutschland den Betriebsrat kennt, kann ich mir das ja noch irgendwie vorstellen, dass der auch an seinen SPD-Kanzlerkandidaten denkt, aber die meisten Kurzarbeiter sind doch bei irgendwelchen mittleren Betrieben (aka "Klitschen") mit 10-500 Mitarbeitern z.B. im Maschinenbau, die keiner kennt. Dass es da Chefs gibt, die Leute wegen einer Bundestagswahl halten, glaub ich nicht bevor ich nicht einen sehe.
Die Theorie hört man ja immer wieder. Aber ich verstehe nicht, warum ein Unternehmer auf Wahltermine schauen würde anstatt auf das Wohl seiner Firma. (Die Unternehmer, die ich kenne, tun das auch nicht.) Bei Firmen wie Opel wo halb Deutschland den Betriebsrat kennt, kann ich mir das ja noch irgendwie vorstellen, dass der auch an seinen SPD-Kanzlerkandidaten denkt, aber die meisten Kurzarbeiter sind doch bei irgendwelchen mittleren Betrieben (aka "Klitschen") mit 10-500 Mitarbeitern z.B. im Maschinenbau, die keiner kennt. Dass es da Chefs gibt, die Leute wegen einer Bundestagswahl halten, glaub ich nicht bevor ich nicht einen sehe.
Es gab einen Artikel in der Financial Times, wonach es Absprachen zwischen grossen Firmen und der Bundesregierung geben soll, vor der Wahl nicht zu entlassen.
Auch bei uns, einem mittelgrossen Unternehmen, sind momentan wieder Unternehmensberater am Werk und für Oktober sind Entlassungen geplant.
Mir wäre es allerdings auch lieber, wenn ich mit den Vermutungen falsch liegen würde.
Es gab einen Artikel in der Financial Times, wonach es Absprachen zwischen grossen Firmen und der Bundesregierung geben soll, vor der Wahl nicht zu entlassen.
Auch bei uns, einem mittelgrossen Unternehmen, sind momentan wieder Unternehmensberater am Werk und für Oktober sind Entlassungen geplant.
Mir wäre es allerdings auch lieber, wenn ich mit den Vermutungen falsch liegen würde.
"Finanzkrise erreicht Arbeitsmarkt noch nicht"
wird eher dem anspruch einer kostenlosen einwurf-zeitung gerecht.
Es gab einen Artikel in der Financial Times, wonach es Absprachen zwischen grossen Firmen und der Bundesregierung geben soll, vor der Wahl nicht zu entlassen.
Auch bei uns, einem mittelgrossen Unternehmen, sind momentan wieder Unternehmensberater am Werk und für Oktober sind Entlassungen geplant.
Mir wäre es allerdings auch lieber, wenn ich mit den Vermutungen falsch liegen würde.
Wie schon gesagt, bei großen Firmen kann ich's mir noch irgendwie vorstellen. Aber wirklich glauben kann ich's auch nicht: Die Chefs von Deutscher Bank, Siemens&Co lassen sich sonst herzlich wenig von Politikern dreinreden, warum sollte das ausgerechnet hier funktionieren? Klingt für mich mehr nach Verschwörungstheorie.
Wenn bei euch in der Firma Entlassungen geplant sind, tut mir das leid, aber hat das wirklich mit der Bundestagswahl zu tun? Falls ja gehört der Unternehmensberater auf den Mond geschossen. Der wird dafür bezahlt, dass er das Wohl des Unternehmens im Auge hat, nicht das von irgendeiner Partei. Alles andere grenzt schon fast an Untreue.
Wie schon gesagt, bei großen Firmen kann ich's mir noch irgendwie vorstellen. Aber wirklich glauben kann ich's auch nicht: Die Chefs von Deutscher Bank, Siemens&Co lassen sich sonst herzlich wenig von Politikern dreinreden, warum sollte das ausgerechnet hier funktionieren? Klingt für mich mehr nach Verschwörungstheorie.
Wenn bei euch in der Firma Entlassungen geplant sind, tut mir das leid, aber hat das wirklich mit der Bundestagswahl zu tun? Falls ja gehört der Unternehmensberater auf den Mond geschossen. Der wird dafür bezahlt, dass er das Wohl des Unternehmens im Auge hat, nicht das von irgendeiner Partei. Alles andere grenzt schon fast an Untreue.
Wie schon gesagt, bei großen Firmen kann ich's mir noch irgendwie vorstellen. Aber wirklich glauben kann ich's auch nicht: Die Chefs von Deutscher Bank, Siemens&Co lassen sich sonst herzlich wenig von Politikern dreinreden, warum sollte das ausgerechnet hier funktionieren? Klingt für mich mehr nach Verschwörungstheorie.
Wenn bei euch in der Firma Entlassungen geplant sind, tut mir das leid, aber hat das wirklich mit der Bundestagswahl zu tun? Falls ja gehört der Unternehmensberater auf den Mond geschossen. Der wird dafür bezahlt, dass er das Wohl des Unternehmens im Auge hat, nicht das von irgendeiner Partei. Alles andere grenzt schon fast an Untreue.
Dann gibt es wieder Steuererleichterungen (oder mit Sicherheit keine Erhöhungen), keine Mindestlöhne, weiter Lohndumping, keinen Binnenaufschwung sondern weiter Exportorientierung, und, und.
Auch sind die wirklich großen Firmen so arm nicht dran, zumal inzwischen die Regierung auch noch den Sozialkostenanteil bei den Kurzarbeitern übernimmt.
Da viel mehr in Kurzarbeit sind, als nötig, bezahlt sich das sozusagen von selbst. Manche Firmen ziehen gar echte Gewinne daraus, wenn die Leute offiziell in Kurzarbeit sind und trotzdem Teil- oder Vollzeit arbeiten.
Wobei noch nicht sicher ist, dass es eine Entlassungswelle gibt, wenn die "richtige" Partei ans Ruder kommt.
Das ist wohl eher angesagt als Druckmittel, wenn nach Meinung der neoliberalen die "falsche" Gruppierung an die Macht kommt.
Auf jeden Fall bereiten sich die großen Firmen auf beides vor. Das ist korrekt.
Für Handwerksbetriebe und den kleineren Mittelstand ist das allerdings alles keine Alternative. Da geht es echt nach dem Geldbeutel und der Auftragslage.
Dann gibt es wieder Steuererleichterungen (oder mit Sicherheit keine Erhöhungen), keine Mindestlöhne, weiter Lohndumping, keinen Binnenaufschwung sondern weiter Exportorientierung, und, und.
Auch sind die wirklich großen Firmen so arm nicht dran, zumal inzwischen die Regierung auch noch den Sozialkostenanteil bei den Kurzarbeitern übernimmt.
Da viel mehr in Kurzarbeit sind, als nötig, bezahlt sich das sozusagen von selbst. Manche Firmen ziehen gar echte Gewinne daraus, wenn die Leute offiziell in Kurzarbeit sind und trotzdem Teil- oder Vollzeit arbeiten.
Wobei noch nicht sicher ist, dass es eine Entlassungswelle gibt, wenn die "richtige" Partei ans Ruder kommt.
Das ist wohl eher angesagt als Druckmittel, wenn nach Meinung der neoliberalen die "falsche" Gruppierung an die Macht kommt.
Auf jeden Fall bereiten sich die großen Firmen auf beides vor. Das ist korrekt.
Für Handwerksbetriebe und den kleineren Mittelstand ist das allerdings alles keine Alternative. Da geht es echt nach dem Geldbeutel und der Auftragslage.
m"Finanzkrise erreicht Arbeitsmarkt noch nicht". Hmh, würde sagen Tippfehler oder Schreibfehler. Oder vom letzten Mal kopiert - oder so ähnlich. Die Aussage ist so wahr wie "Die ZEIT erzählt immer die Wahrheit". Erstens: Der Arbeitsmarkt ist kein Begriff, der nur im Zusammenhang mit den neuesten Daten zur offiziellen Arbeitslosenzahl gebraucht wird. Der Arbeitsmarkt ist auch betroffen, wenn lediglich die Nachfrage nach Arbeitsstunden zurückgeht, ob durch Stellenabbau oder Kurzarbeit. Wenn die Kurzarbeit massiv ausgeweitet wird, hat die Finanzkrise selbstverständlich den Arbeitsmarkt erreicht.
Zweitens: Es ist immer wieder das gleiche. Die um die Verfälschung der Statistik seit Mai bereinigte Zahl wird selten erwähnt oder nur in einer Randnotiz. Selbst die BA gibt zu, dass wenn man nur diese eine Verfälschung herausrechnet, die offizielle Arbeitslosenzahl im August um 25.000 gewachsen ist. Eine ausgezeichnete Entwicklung, finden Sie nicht? 25.000 * 12 = 300.000 im Jahr. Darüber können wir uns als anständige Bürger doch nur freuen. Übrigens, mit der Krise hat das alles nichts zu tun, denn die "Finanzkrise erreicht Arbeitsmarkt noch nicht", wie wir uns an die Überschrift erinnern.
Es sind wohl irgendwelche exogenen Effekte wie mangelnder Arbeitswille oder so. Und bevor wirs vergessen: jeder, der durch die Krise für Jahre in eine sogenannte "Zweckgesellschaft" ausgelagert wurde, ist natürlich nicht wirklich arbeitslos, denn er erhält ja noch ein bisschen Geld vom privaten Arbeitgeber. Und wenn man so kurz arbeitet, dass es kürzer nicht mehr sein kann, nämlich 0 Stunden, dann bezieht man natürlich Kurzarbeitergeld und nicht Arbeitslosengeld und ist selbstredend nicht arbeitslos.
Denn die Begriffe werden nicht durch klaren Menschenverstand definiert, sondern durch Gesetzestexte. Warum sollte man daran auch etwas ändern? Es würde einige Illusionen zerstören, und das ist bekanntlich unangenehm.
Denn das wäre das Ergebnis bei 1,5 Mio Kurzarbeitern zzgl. 3,47 Mio, die offiziell gezählt werden, aber nur 49% der wirklich Arbeitslosen darstellen. Die reale Zahl ist mindestens doppelt so hoch - ohne die "stillen" Reserven, die nirgends auftauchen aber auch 0,5 bis 1 Mio ausmachen. Hinzu kommen noch die 1,9 Mio echten Sozialhilfeempfänger, deren Verhaltensmuster gerne den Hartz IV geschädigten zugeordnet wird (und für den Anstieg auf 5 Mio Arbeitslose Anfang 2005 sorgten, weil die Städte- und Kommunen, die schnell von ihrer Sozialhilfe nach Hartz IV abgespielt hatten aus Kostengründen). Aber auch der Fall vieler aus der halbwegs gerechten Arbeitslosenhilfe in die grausamen Hartz IV Bedingungen hat die Zahlen angehoben (da haben damals die Statistiker wohl gepennt).
Wer noch genauer hin schaut, der wird merken, daß von den rund 40 Mio Erwerbsfähigen also gut 25% keinen Job haben und weitere 7 Mio sich in verdammt prekären Arbeitsverhältnissen bewegen müssen.
Das sind die Hintergründe für Steuerausfälle (neben den selbst gemachten von Schröder und GroKo), das Rentendesaster (Raffelhüschens und Miegels Demografielügen im Allianzauftrag) und auch für die Probleme im Gesundheitsweisen (neben echten Fehlentwicklungen - auch selbst gemacht). Denn die Steuern und Beiträge (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil) von rund 15 Millionen Menschen fehlen einfach, bzw. sind die Beiträge aus Hartz IV an RV und KV einfach lächerlich niedrig (aber der Staat will sich nicht mehr leisten an dieser Stelle).
Nur leider ist von diesen Hintergründen bei Diskussionen um den verpfuschten Arbeitsmarkt, einen Aufschwung, bei Reformen zu RV, KV und AV nie etwas zu lesen oder zu hören - jedenfalls nie im Kontext.
Denn das wäre das Ergebnis bei 1,5 Mio Kurzarbeitern zzgl. 3,47 Mio, die offiziell gezählt werden, aber nur 49% der wirklich Arbeitslosen darstellen. Die reale Zahl ist mindestens doppelt so hoch - ohne die "stillen" Reserven, die nirgends auftauchen aber auch 0,5 bis 1 Mio ausmachen. Hinzu kommen noch die 1,9 Mio echten Sozialhilfeempfänger, deren Verhaltensmuster gerne den Hartz IV geschädigten zugeordnet wird (und für den Anstieg auf 5 Mio Arbeitslose Anfang 2005 sorgten, weil die Städte- und Kommunen, die schnell von ihrer Sozialhilfe nach Hartz IV abgespielt hatten aus Kostengründen). Aber auch der Fall vieler aus der halbwegs gerechten Arbeitslosenhilfe in die grausamen Hartz IV Bedingungen hat die Zahlen angehoben (da haben damals die Statistiker wohl gepennt).
Wer noch genauer hin schaut, der wird merken, daß von den rund 40 Mio Erwerbsfähigen also gut 25% keinen Job haben und weitere 7 Mio sich in verdammt prekären Arbeitsverhältnissen bewegen müssen.
Das sind die Hintergründe für Steuerausfälle (neben den selbst gemachten von Schröder und GroKo), das Rentendesaster (Raffelhüschens und Miegels Demografielügen im Allianzauftrag) und auch für die Probleme im Gesundheitsweisen (neben echten Fehlentwicklungen - auch selbst gemacht). Denn die Steuern und Beiträge (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil) von rund 15 Millionen Menschen fehlen einfach, bzw. sind die Beiträge aus Hartz IV an RV und KV einfach lächerlich niedrig (aber der Staat will sich nicht mehr leisten an dieser Stelle).
Nur leider ist von diesen Hintergründen bei Diskussionen um den verpfuschten Arbeitsmarkt, einen Aufschwung, bei Reformen zu RV, KV und AV nie etwas zu lesen oder zu hören - jedenfalls nie im Kontext.
Dann gibt es wieder Steuererleichterungen (oder mit Sicherheit keine Erhöhungen), keine Mindestlöhne, weiter Lohndumping, keinen Binnenaufschwung sondern weiter Exportorientierung, und, und.
Auch sind die wirklich großen Firmen so arm nicht dran, zumal inzwischen die Regierung auch noch den Sozialkostenanteil bei den Kurzarbeitern übernimmt.
Da viel mehr in Kurzarbeit sind, als nötig, bezahlt sich das sozusagen von selbst. Manche Firmen ziehen gar echte Gewinne daraus, wenn die Leute offiziell in Kurzarbeit sind und trotzdem Teil- oder Vollzeit arbeiten.
Wobei noch nicht sicher ist, dass es eine Entlassungswelle gibt, wenn die "richtige" Partei ans Ruder kommt.
Das ist wohl eher angesagt als Druckmittel, wenn nach Meinung der neoliberalen die "falsche" Gruppierung an die Macht kommt.
Auf jeden Fall bereiten sich die großen Firmen auf beides vor. Das ist korrekt.
Für Handwerksbetriebe und den kleineren Mittelstand ist das allerdings alles keine Alternative. Da geht es echt nach dem Geldbeutel und der Auftragslage.
Denn das wäre das Ergebnis bei 1,5 Mio Kurzarbeitern zzgl. 3,47 Mio, die offiziell gezählt werden, aber nur 49% der wirklich Arbeitslosen darstellen. Die reale Zahl ist mindestens doppelt so hoch - ohne die "stillen" Reserven, die nirgends auftauchen aber auch 0,5 bis 1 Mio ausmachen. Hinzu kommen noch die 1,9 Mio echten Sozialhilfeempfänger, deren Verhaltensmuster gerne den Hartz IV geschädigten zugeordnet wird (und für den Anstieg auf 5 Mio Arbeitslose Anfang 2005 sorgten, weil die Städte- und Kommunen, die schnell von ihrer Sozialhilfe nach Hartz IV abgespielt hatten aus Kostengründen). Aber auch der Fall vieler aus der halbwegs gerechten Arbeitslosenhilfe in die grausamen Hartz IV Bedingungen hat die Zahlen angehoben (da haben damals die Statistiker wohl gepennt).
Wer noch genauer hin schaut, der wird merken, daß von den rund 40 Mio Erwerbsfähigen also gut 25% keinen Job haben und weitere 7 Mio sich in verdammt prekären Arbeitsverhältnissen bewegen müssen.
Das sind die Hintergründe für Steuerausfälle (neben den selbst gemachten von Schröder und GroKo), das Rentendesaster (Raffelhüschens und Miegels Demografielügen im Allianzauftrag) und auch für die Probleme im Gesundheitsweisen (neben echten Fehlentwicklungen - auch selbst gemacht). Denn die Steuern und Beiträge (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil) von rund 15 Millionen Menschen fehlen einfach, bzw. sind die Beiträge aus Hartz IV an RV und KV einfach lächerlich niedrig (aber der Staat will sich nicht mehr leisten an dieser Stelle).
Nur leider ist von diesen Hintergründen bei Diskussionen um den verpfuschten Arbeitsmarkt, einen Aufschwung, bei Reformen zu RV, KV und AV nie etwas zu lesen oder zu hören - jedenfalls nie im Kontext.
Sie haben völlig recht mit ihrer Auflistung. Die Kurzarbeit generell ist wohl eine Art Zwischenstufe zwischen Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit. Ich würde nicht so weit gehen, sie pauschal zur Arbeitslosigkeit zu zählen, weil die Menschen ja immer noch einen festen Arbeitsplatz haben. Worauf es ankommt, sind ja letztlich die humanen Auswirkungen. Kurzarbeit sorgt für teils deutliche Einkommenseinbußen, was viele nicht so leicht wegstecken können - besonders solche, die einen hohen Kredit aufgenommen haben.
Hinzu kommt natürlich die steigende Angst vor der baldigen Entlassung und das Gefühl, unfreiwillig in die zusätzliche "Freizeit" hineingetrieben worden zu sein. Insgesamt gibt es ähnliche Wirkungen wie bei der Arbeitslosigkeit, aber nur halb so schlimm. Mit einer generellen Arbeitszeitverkürzung auf 35 oder 30 Wochenstunden, die man begrüßen könnte, kann man Kurzarbeit natürlich nicht vergleichen.
In den Fällen, wo die Kurzarbeit aber auf Null oder unter 10 Wochenstunden Arbeit heruntergefahren wird, ist wirklich von einer Äquivalenz zur Arbeitslosigkeit zu sprechen. Es besteht ja der dringende Bedarf nach einem vollwertigen Arbeitsplatz, der aber nicht befriedigt wird. Trotzdem werden diese Menschen nicht in der Statistik mitgezählt, und es handelt sich seit der Wirtschaftskrise um Hunderttausende.
Bei den entlassenen Leiharbeitern könnte man ja so zynisch sein, dass nur ein Leid durch ein neues entsetzt wurde. Faktisch ist auch diese Form der Arbeit, sofern sie prekär zu nennen ist, als eine Form der verdeckten Arbeitslosigkeit anzusehen. Denn um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, hat man sich ja dazu gezwungen gesehen, zu solchen Notmaßnahmen zu greifen, die lediglich das Sympton Arbeitslosigkeit bekämpfen helfen.
Sie haben völlig recht mit ihrer Auflistung. Die Kurzarbeit generell ist wohl eine Art Zwischenstufe zwischen Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit. Ich würde nicht so weit gehen, sie pauschal zur Arbeitslosigkeit zu zählen, weil die Menschen ja immer noch einen festen Arbeitsplatz haben. Worauf es ankommt, sind ja letztlich die humanen Auswirkungen. Kurzarbeit sorgt für teils deutliche Einkommenseinbußen, was viele nicht so leicht wegstecken können - besonders solche, die einen hohen Kredit aufgenommen haben.
Hinzu kommt natürlich die steigende Angst vor der baldigen Entlassung und das Gefühl, unfreiwillig in die zusätzliche "Freizeit" hineingetrieben worden zu sein. Insgesamt gibt es ähnliche Wirkungen wie bei der Arbeitslosigkeit, aber nur halb so schlimm. Mit einer generellen Arbeitszeitverkürzung auf 35 oder 30 Wochenstunden, die man begrüßen könnte, kann man Kurzarbeit natürlich nicht vergleichen.
In den Fällen, wo die Kurzarbeit aber auf Null oder unter 10 Wochenstunden Arbeit heruntergefahren wird, ist wirklich von einer Äquivalenz zur Arbeitslosigkeit zu sprechen. Es besteht ja der dringende Bedarf nach einem vollwertigen Arbeitsplatz, der aber nicht befriedigt wird. Trotzdem werden diese Menschen nicht in der Statistik mitgezählt, und es handelt sich seit der Wirtschaftskrise um Hunderttausende.
Bei den entlassenen Leiharbeitern könnte man ja so zynisch sein, dass nur ein Leid durch ein neues entsetzt wurde. Faktisch ist auch diese Form der Arbeit, sofern sie prekär zu nennen ist, als eine Form der verdeckten Arbeitslosigkeit anzusehen. Denn um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, hat man sich ja dazu gezwungen gesehen, zu solchen Notmaßnahmen zu greifen, die lediglich das Sympton Arbeitslosigkeit bekämpfen helfen.
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