Atombombentests in Russland Der Tag der tödlichen Strahlen

Vor 60 Jahren testete die Sowjetunion in Kasachstan ihre erste Atombombe. Noch heute leiden die Menschen unter der Radioaktivität, die Nuklearforscher dabei freisetzten

Eine Mitarbeierin eines russischen Museums reinigt ein Modell der ersten sowjetischen Atombombe, die 1949 in Kasachstan gezündet wurde. (Archivbild)

Eine Mitarbeierin eines russischen Museums reinigt ein Modell der ersten sowjetischen Atombombe, die 1949 in Kasachstan gezündet wurde. (Archivbild)

Der Stolz der sowjetischen Kernphysiker ruht auf einem 30 Meter hohen Turm. Wenn die Nuklearexperten ihre Mission erfüllen, dann wird dort in wenigen Minuten nur noch ein Loch sein.

Die Wissenschaftler sind aufgeregt und genauso unruhig wie die 1538 Tiere, die rund um das Experimentierfeld unter und über der Erde in ihren Käfigen sitzen. Um sie herum stehen Attrappen von Häusern, Panzern und Flugzeugen. Die Menschen ziehen sich in Schutzräume zurück, die Versuchstiere bleiben in der Gefahrenzone. Dann zündet das sowjetische Atomteam in Semipalatinsk-21 die Bombe. 

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 Am 29. August 1949 explodiert auf dem Testgelände in der Steppe Kasachstans, fast 3000 Kilometer östlich von Moskau, die erste sowjetische Atombombe. Sie hinterlässt eine tellerförmige Mulde. Das Stahlgerüst verschwindet, ist ebenso wie die Attrappen pulverisiert, verdampft und mit der Explosionswolke verweht. Die Tiere in den Käfigen sind tot. Die Wissenschaftler haben ihren Auftrag erfüllt. Stalin ist begeistert.

Der Diktator hat die Forschung an der neuen Waffe noch während des Zweiten Weltkrieges befohlen. Der sowjetische Geheimdienst hatte zuvor herausgefunden, dass Physiker in Nazideutschland und den USA um die Wette an der Strahlenwaffe forschten. Josef Stalin will nicht zurückstehen.

Am 6. und am 9. August 1945 bewiesen die USA mit zwei schrecklichen Machtdemonstrationen, dass ihre Forscher erfolgreich gewesen waren. Amerikanische Flugzeuge warfen eine Uranbombe auf Hiroshima und eine Plutoniumbombe auf Nagasaki ab. Mehr als 210.000 Japaner starben sofort durch die Flammenwolken, Druckwellen oder die Strahlen. Hunderttausende weitere Menschen wurden schwer verstrahlt.

Das Sicherheitsinteresse der Sowjetunion wird durch den amerikanischen Rüstungsvorsprung massiv bedroht. Stalin will dieses Massentötungsinstrument ebenfalls unbedingt haben. Er befiehlt seinen Wissenschaftlern so schnell wie möglich zu liefern. Kernphysiker, Rüstungsexperten und Ingenieure werden in "geschlossene Städte" gesperrt, dort arbeiten sie im Auftrag des "Ministeriums für mittleren Maschinenbau" mit unbegrenzten Mitteln an der Plutoniumbombe. Das Ministerium dient als Tarnung für das sowjetische Atomprogramm und untersteht indirekt Stalins Geheimdienstchef Lawrentij Berija.

Leser-Kommentare
  1. Atombombentests in Russland heißt die Überschrift.
    Das heutige Russland hat nur bedingt was mit dem Thema zu tun. Deshalb verstehe ich nicht warum es überhaupt erwähnt wird.

    P.S. Die Stadt hieß nicht Aramaz-16, sondern Arzamas-16.

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    Guten Abend, die Überschrift lautet:
    "Der Tag, an dem die tödlichen Strahlen nach Kasachstan kamen
    (VON HAUKE FRIEDERICHS | © ZEIT ONLINE 2.9.2009 - 17:10 Uhr)
    Vor 60 Jahren testete die Sowjetunion in Kasachstan ihre erste Atombombe. Noch heute leiden die Menschen unter der Radioaktivität, die Nuklearforscher dabei freisetzten"
    Mich würde interessieren auf welchen Artikel Sie sich beziehen.

    ist Rechtsnachfolger der Sowjetunion!

    Guten Abend, die Überschrift lautet:
    "Der Tag, an dem die tödlichen Strahlen nach Kasachstan kamen
    (VON HAUKE FRIEDERICHS | © ZEIT ONLINE 2.9.2009 - 17:10 Uhr)
    Vor 60 Jahren testete die Sowjetunion in Kasachstan ihre erste Atombombe. Noch heute leiden die Menschen unter der Radioaktivität, die Nuklearforscher dabei freisetzten"
    Mich würde interessieren auf welchen Artikel Sie sich beziehen.

    ist Rechtsnachfolger der Sowjetunion!

  2. Noch ein kleiner Fehler ;-)

    Bzgl. der Wasserstoffbombe: "Die Sowjets ziehen ein Dreivierteljahr später im August 1943 nach."
    _____________
    Tu fui, ego eris.

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    Guten Abend,
    wie hoch schätzen Sie den Nutzen eines Kommentars mit Hinweis auf einen Fehler ohne eine Korrektur ein?

    "Latein für Angeber - das Phrasenbuch" eignet sich aufgrund seiner Allgemeingültigkeit nicht für die Beantwortung konkreter Fragen.

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  3. Guten Abend, die Überschrift lautet:
    "Der Tag, an dem die tödlichen Strahlen nach Kasachstan kamen
    (VON HAUKE FRIEDERICHS | © ZEIT ONLINE 2.9.2009 - 17:10 Uhr)
    Vor 60 Jahren testete die Sowjetunion in Kasachstan ihre erste Atombombe. Noch heute leiden die Menschen unter der Radioaktivität, die Nuklearforscher dabei freisetzten"
    Mich würde interessieren auf welchen Artikel Sie sich beziehen.

    Antwort auf "hmmm..."
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    Von der Zeit-Hauptseite aus gesehen, steht folgendes - "Atombombentests in Russland
    Der Tag, an dem die tödlichen Strahlen nach Kasachstan kamen"

    Von der Zeit-Hauptseite aus gesehen, steht folgendes - "Atombombentests in Russland
    Der Tag, an dem die tödlichen Strahlen nach Kasachstan kamen"

  4. Guten Abend,
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    "Latein für Angeber - das Phrasenbuch" eignet sich aufgrund seiner Allgemeingültigkeit nicht für die Beantwortung konkreter Fragen.

    Antwort auf "Hmmm...."
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    Sehr verehrter Herr Kommentator,

    den Nutzen meines Kommentars schätze ich als sehr hoch ein. Dem Autor dieses Artikels ist ein kleiner Lapsus unterlaufen - kein Problem. Ich denke, er ist sich durchaus bewusst, dass die Sovietunion sowohl die Atombombe als auch die Wasserstoffbombe erst nach den Amerikanern entwickelte, die sie (die Atombombe) bekanntlich erst 1945 zündeten, ergo kann die russiche Wasserstoffbombe nicht 1943 gezündet worden sein.

    Vielleicht sollten Sie sich jedoch eine Ausgabe von "Latein für Angeber" kaufen, dann müssen Sie auch nicht mehr vorher bei Google oder Wikipedia nachgucken was das eigentlich heißt bevor Sie diesen Kommentar schreiben.

    Mit den allerfreundlichsten Grüßen

    Tiwalodika

    _____________
    Tu fui, ego eris.

    Sehr verehrter Herr Kommentator,

    den Nutzen meines Kommentars schätze ich als sehr hoch ein. Dem Autor dieses Artikels ist ein kleiner Lapsus unterlaufen - kein Problem. Ich denke, er ist sich durchaus bewusst, dass die Sovietunion sowohl die Atombombe als auch die Wasserstoffbombe erst nach den Amerikanern entwickelte, die sie (die Atombombe) bekanntlich erst 1945 zündeten, ergo kann die russiche Wasserstoffbombe nicht 1943 gezündet worden sein.

    Vielleicht sollten Sie sich jedoch eine Ausgabe von "Latein für Angeber" kaufen, dann müssen Sie auch nicht mehr vorher bei Google oder Wikipedia nachgucken was das eigentlich heißt bevor Sie diesen Kommentar schreiben.

    Mit den allerfreundlichsten Grüßen

    Tiwalodika

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  5. Von der Zeit-Hauptseite aus gesehen, steht folgendes - "Atombombentests in Russland
    Der Tag, an dem die tödlichen Strahlen nach Kasachstan kamen"

    Antwort auf "Wo steht da Russland?"
  6. Sehr verehrter Herr Kommentator,

    den Nutzen meines Kommentars schätze ich als sehr hoch ein. Dem Autor dieses Artikels ist ein kleiner Lapsus unterlaufen - kein Problem. Ich denke, er ist sich durchaus bewusst, dass die Sovietunion sowohl die Atombombe als auch die Wasserstoffbombe erst nach den Amerikanern entwickelte, die sie (die Atombombe) bekanntlich erst 1945 zündeten, ergo kann die russiche Wasserstoffbombe nicht 1943 gezündet worden sein.

    Vielleicht sollten Sie sich jedoch eine Ausgabe von "Latein für Angeber" kaufen, dann müssen Sie auch nicht mehr vorher bei Google oder Wikipedia nachgucken was das eigentlich heißt bevor Sie diesen Kommentar schreiben.

    Mit den allerfreundlichsten Grüßen

    Tiwalodika

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    Antwort auf "Guten Abend, wie hoch"
  7. Sie schreiben "Tatjana, wie die erste A-Bombe der Sowjetunion genannt wird, liegt technisch noch weit hinter dem amerikanischen Vorbild Fat Man zurück." Die Absicht ist offensichtlich, die Sowjetunion muß technisch den USA hinterhinken. Diese Arroganz führte 1957 zum Sputnik-Schock. Was die erste sowjetische Atombombe betrifft, so liegt die Sache anders: Sie war ein exakter Nachbau von "Fat Man", die Unterlagen hatte der deutschstämmige Physiker und Kommunist Klaus Fuchs, in späteren Jahren hochrangiger Wissenschaftsfunktionär in der DDR, an die Sowjetunion geliefert. Werbung in eigener Sache: All das ist in meiner Klaus-Fuchs-Biographie nachzulesen: "Der Mann, der kein Spion war".
    Und noch ein PS: Die erste sowjetische Atombombe trug die Bezeichnung RDS-1, "Reakwtny Dwigatel Stalina", etwa "Stalins Reaktives Geschoß". In den USA, wo man diese Bezeichnung nicht kannte, machte man ebenfalls eine Referenz an (Josef) Stalin und sprach von "Joe-1".

  8. ist Rechtsnachfolger der Sowjetunion!

    Antwort auf "hmmm..."
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    Russland ist rechtsnachfolger der UdSSR nur in 4 Punkten.

    1. Russland behält das Recht über alle finanziellen Aspekte. Sprich, alle Aussenschulden trägt Russland, alle anderen gehen schuldenfrei. Russland bleibt Eigentümer des Auslandsvermögens.

    2. Russland ist UNO-Mitglied geblieben.

    3. Abkommen über die Atomsicherheit.

    4. Sämtliche abgeschlossene Zwischenstaatliche Abkommen bleiben in Kraft. Sprich Jaltakonferenz, Teheran Konferenz etc.

    Russland ist rechtsnachfolger der UdSSR nur in 4 Punkten.

    1. Russland behält das Recht über alle finanziellen Aspekte. Sprich, alle Aussenschulden trägt Russland, alle anderen gehen schuldenfrei. Russland bleibt Eigentümer des Auslandsvermögens.

    2. Russland ist UNO-Mitglied geblieben.

    3. Abkommen über die Atomsicherheit.

    4. Sämtliche abgeschlossene Zwischenstaatliche Abkommen bleiben in Kraft. Sprich Jaltakonferenz, Teheran Konferenz etc.

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