Kernenergie Kindischer Streit um Endlager Gorleben

Die Debatte um ein Atomendlager in Gorleben wird wieder heftig geführt. Ein Blick auf die Akteure zeigt: Der politische Salzstock ist nicht ganz dicht

Natürlich geht es bei dem emotional aufgeladenen Thema auch um Wahlkampf, von allen Seiten. Nun, im Wahlkampf soll über die Dinge gestritten werden, die die Menschen bewegen. Da soll Position bezogen werden. Nur: Vieles, was jetzt gesagt wird, hat offenbar wenig mit Fakten zu tun. Und da wird es dann doch schwierig.

Denn ein Endlager für Jahrtausende strahlenden Müll ist nicht irgendeine Nebensache, die zur Not eine spätere Regierung mal eben wieder ändern kann. Es geht letzten Endes um eine Entscheidung, die die Sicherheit und Gesundheit der Bürger betrifft. Nicht nur derjenigen, die heute leben, sondern vieler künftiger Generationen. Daher sollten alle ein Interesse daran haben, dass dieser Abfall an einem möglichst sicheren, also auch abgeschiedenen Ort lagert.

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Es gibt zahlreiche Gutachten zu Gorleben. Wenn aber Geologen zu dem Schluss kommen, dass die Schichten oberhalb des geplanten Lagers brüchig oder löchrig sind, sollte jeder kurz überlegen, wie sicher er sich fühlt, wenn die Zimmerdecke daheim auf ihn bröselt oder die Wasserleitung platzt. Mit ein bisschen Glück kommt man noch aus dem Raum. Was aber passiert in solch einem Fall mit stark strahlendem Atommüll, der in sogenannten Glaskokillen schlummert?

Wenn die Regierung unter CDU-Kanzler Helmut Kohl 1983 die Zweifel der Gutachter an einem Endlager Gorleben aus politischen Motiven kassiert und den Experten der weisungsgebundenen Behörde das Gegenteil diktiert hat, ist das mehr als fahrlässig. Wenn Forscher heute bezeugen, sie seien unter Druck gesetzt worden, um ihre Bedenken an der Tauglichkeit des Salzstocks in Niedersachsen zurückzunehmen, wird kaum ergebnisoffen und unabhängig gesucht. Die Erkenntnisse der vergangenen Monate über den Umgang mit der Atomkraft, sei es in Krümmel oder Asse, haben die Zweifel daran genährt, dass alle, die mit strahlender Fracht umgehen, seriös handeln.

Doch auch wenn die Debatte jetzt wieder entlang der Linien der Atomkraftbefürworter und deren Gegnern verläuft: Die Suche nach einem Endlager ist kein Thema für dieses Pro und Contra. Hier gibt es am Schluss nur ein Ja. Den Abfall haben wir längst produziert, er verschwindet nicht mehr. Er muss in ein Lager. Den Menschen Angst zu machen, führt nicht weiter; ihnen weismachen zu wollen, dass eine Erkundung in Gorleben bald unmöglich sein wird, weil Verträge mit Grundeigentümern auslaufen, genauso wenig. Da gäbe es sicher rechtliche Möglichkeiten. Zu argumentieren, es seien schon 1,5 Milliarden Euro im Gorlebener Salz investiert und deshalb müsse dort und nur dort die Eignung geprüft werden, klingt gerade in der gegenwärtigen Situation, in der Milliarden und Abermilliarden für viel unwichtigere Dinge ausgegeben werden, vorgeschoben und hilflos, aber nicht durchdacht.

Erkunden heißt, Alternativen zu prüfen. Dass der Bayer Horst Seehofer markig erklärt, die nächste Bundesregierung werde das Endlager festlegen, nach seiner Lesart also nicht die SPD (obwohl Fachleute sagen, selbst in Gorleben seien noch einmal 15 Jahre Forschung nötig), hat mit Substanz wenig zu tun. Die Empörung aus Baden-Württemberg, dort gebe es weit und breit keine geeignete Fläche (obwohl dort noch gar nicht erkundet wurde), ist durchsichtige Abwehr. Die reflexhafte Debatte erinnert an Kinder am Strand, die sich streiten und um ihre schöne Sandburg fürchten. So dumm sind die Wähler nicht. Statt der verbalen Scharmützel sollten lieber wirklich verschiedene Standorte geprüft werden.

 
Leser-Kommentare
    • Guido3
    • 28.08.2009 um 8:51 Uhr

    Wir leben in einer globalisierten Welt. Wir beziehen die meisten Rohstoffe aus dem Ausland - auch die atomaren Rohstoffe. Mir leuchtet nicht ganz ein, warum es in jedem Land und insbesondere in extrem dicht besiedelten Ländern wie Deutschland überhaupt zwingend atomare Endlager geben muss.

    Es gibt Flecken auf dieser Erde, die soweit bekannt geologisch stabil sind und wo im Umkreis von 50km kein einziger Mensch wohnt. Ist es nicht unter Kosten- und ökologischen Aspekten sinnvoller, in solchen Gegenden weltweit 3-4 große Endlager zu errichten, als wenn jedes Land da sein eigenes Süppchen kocht und wir weltweit 50, 100 oder mehr Endlager mit sehr unterschiedlichen Sicherheitsstandards bekommen?

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    Schon mal was vom Verursacherprinzip gehört?

    Die Frage geht mir auch immer durch den Kopf, das waere wahrscheinlich auch sicherer, als wenn jedes Land dazu gezwungen waere, das beste zu nehmen, was es selbst hat.

    Das Verursacherprinzip geht ausserdem dabei voellig an der Frage vorbei. Man oennte schliesslich dafuer bezahlen, dass es woanders gelagert wird.

    Ich frage mich, wieso ihr Beitrag von so vielen mit einem Stern bewertet wird.

    Schon mal was vom Verursacherprinzip gehört?

    Die Frage geht mir auch immer durch den Kopf, das waere wahrscheinlich auch sicherer, als wenn jedes Land dazu gezwungen waere, das beste zu nehmen, was es selbst hat.

    Das Verursacherprinzip geht ausserdem dabei voellig an der Frage vorbei. Man oennte schliesslich dafuer bezahlen, dass es woanders gelagert wird.

    Ich frage mich, wieso ihr Beitrag von so vielen mit einem Stern bewertet wird.

    • CM
    • 28.08.2009 um 9:08 Uhr

    1. Atomkraftwerke zu betreiben ohne ein Endlager zu haben ist so, als ob man unter Durchfall und leider auch unter Darmverschluß leidet - und dennoch weiter ißt, als hätte man nicht schon Schmerzen. Eine unangenehme Vorstellung, aber derzeit Praxis.

    2. Wie bei jedem naturwissenschaftlichen Thema werden von Wissenschaftlern akribisch ermittelte Fakten angehäuft und dann von Politikern uminterpretiert, um trotz der Fakten etwas durchzusetzen, was die Freundeskreise der jeweiligen Lobby wünschen.
    Das kennen wir von der Debatte um den Klimawandel, von vielen Debatten um Lebensmittelsicherheit und Gentechnik und besonders perfide und seit vielen Jahren bei der Atomenergie. Obwohl sich Lobbyisten mit einem Auftrag ihrer Arbeitgeber und Politiker mit einem Auftrag ihrer Wähler wie Wasser und Öl nicht vermischen lassen dürften, haben wir es bei der Atomenergie allerdings mit einer Emulsion zu tun, mit Korruption als Emulgator.

    3. Eine Physikerin an der Spitze der Regierung zu haben, hat das Problem der lobbygesteuerten Energiepolitik nicht gebessert, sondern noch verschlimmert, weil eine öffentliche Debatte kaum noch stattfindet. Madame trifft die Entscheidungen hinter verschlossenen Türen, sagt vor der Wahl nichts mehr und wirft uns allenfalls ein paar Allgemeinplätze hin. Sie hat sich in den neunziger Jahren unter Kohl als Umweltministerin ebenso über Fakten hinweggesetzt wie Kohl in den achtzigern.

    4. Jeder Politiker der lobbygetriebenen Atomsekte CDU/CSU/FDP ist uneingeschränkt gegen Atomkraft und ebenso uneingeschränkt gegen ein Endlager in seinem Wahlkreis. Ohne eine als Endlager nutzbare Fläche in Deutschland, die zu keinem Wahlkreis gehört, wird die Debatte weitergehen, es sei denn, man siedelt gläubige Jünger der Atomsekte gezielt in einem Gebiet an und läßt dort abstimmen. Dann reicht als Endlager auch eine alte Scheune, mit einem Wachtposten, der jemand kennt, der schon mal eine Flinte gesehen hat, so gefährlich ist das alles ja nicht...

    5. Atomenergie führt zu undemokratischen Zuständen. Am Ende läuft das Schwarzer-Peter-Spiel nämlich darauf hinaus, gegen den erbitterten Widerstand der Bevölkerung ganz undemokratisch einen Standort durchzupeitschen. Es wird wohl nicht auf der Basis von wissenschaftlichen Fakten entschieden, sondern nur durch Seilschaften, Freundeskreise und Durchsetzungsfähigkeit unter Ausklammerung oder Mißbrauch des Rechtsstaats. Das wird ein Wettstreit darum, wer am skrupellosesten agiert.

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    hat gestern ebenfalls einen Bericht über dieses Thema gebracht.

    • otto_B
    • 28.08.2009 um 11:39 Uhr

    Wie wird das mit den CO2-Lagern?
    Tschuldigung daß ich penetrant bin und immerwieder das eine mit dem anderen verknüpfe. Daß austretendes Kohlendioxid tausende Menschen töten kann, kann man seit dem geologischen Ereignis am Nyos-See "vor kurzem" (1986) als praktisch belegt ansehen.
    Ich behaupte mal ganz schlicht, es handelt sich um vergleichbare Risiken. Und stelle dann fest, daß die demokratische Öffentlichkeit hier mit zweierlei Maß mißt.
    Die zu deponierenden Mengen an Kohlendioxid sind ja nicht gering. Da man liest, (populärwissenschaftliche Literatur vergangener Jahrzehnte....) daß bei Kernreaktionen pro Masseeinheit 1000000 mal mehr Energie frei wird als bei chemischen Reaktionen, würd ich ein fach mal sagen, daß die zur Diskussion stehende Menge an CO2 um den gleichen Faktor größer ist als die "vermiedene" Menge an Atommüll. Also xx-Milliarden Tonnen, im Laufe der Jahre.
    Und während man sich bei der Atommüllagerung den Kopf heiß redet über das Risiko des Überganges in fluide Phasen (der Müll selbst ist ja erstmal fest), da sind beim CO2 fluide Phasen die Standardform der Lagerung. (Oder?)
    Daß die Lager dicht sind, die Behauptung kennen wir - aber deren Anzweifelung ist -im Falle des Atoms- Mehrheitsmeinung in D.
    Hätte die BI Lüchow-Dannenberg hier Erfahrungen in der Kampagnenführung anzubieten - oder ist die Lage bei der CO2-Lagerung eine völlig andere, und die Energie-Branche hätte von ihrem blütenweißen Immage sogar die üblichen Bedenkenträger überzeugt.......

    Oder sind die genannten Millieus mit der Bedienung eines Gegners ausreichend beschäftigt? Hermann Scheer (der von Ypsilanti aus Hessen) ist immerhin konsequent. Aber seine Aussagen scheinen bisher nicht so recht die Massen erfaßt zu haben.......

    hat gestern ebenfalls einen Bericht über dieses Thema gebracht.

    • otto_B
    • 28.08.2009 um 11:39 Uhr

    Wie wird das mit den CO2-Lagern?
    Tschuldigung daß ich penetrant bin und immerwieder das eine mit dem anderen verknüpfe. Daß austretendes Kohlendioxid tausende Menschen töten kann, kann man seit dem geologischen Ereignis am Nyos-See "vor kurzem" (1986) als praktisch belegt ansehen.
    Ich behaupte mal ganz schlicht, es handelt sich um vergleichbare Risiken. Und stelle dann fest, daß die demokratische Öffentlichkeit hier mit zweierlei Maß mißt.
    Die zu deponierenden Mengen an Kohlendioxid sind ja nicht gering. Da man liest, (populärwissenschaftliche Literatur vergangener Jahrzehnte....) daß bei Kernreaktionen pro Masseeinheit 1000000 mal mehr Energie frei wird als bei chemischen Reaktionen, würd ich ein fach mal sagen, daß die zur Diskussion stehende Menge an CO2 um den gleichen Faktor größer ist als die "vermiedene" Menge an Atommüll. Also xx-Milliarden Tonnen, im Laufe der Jahre.
    Und während man sich bei der Atommüllagerung den Kopf heiß redet über das Risiko des Überganges in fluide Phasen (der Müll selbst ist ja erstmal fest), da sind beim CO2 fluide Phasen die Standardform der Lagerung. (Oder?)
    Daß die Lager dicht sind, die Behauptung kennen wir - aber deren Anzweifelung ist -im Falle des Atoms- Mehrheitsmeinung in D.
    Hätte die BI Lüchow-Dannenberg hier Erfahrungen in der Kampagnenführung anzubieten - oder ist die Lage bei der CO2-Lagerung eine völlig andere, und die Energie-Branche hätte von ihrem blütenweißen Immage sogar die üblichen Bedenkenträger überzeugt.......

    Oder sind die genannten Millieus mit der Bedienung eines Gegners ausreichend beschäftigt? Hermann Scheer (der von Ypsilanti aus Hessen) ist immerhin konsequent. Aber seine Aussagen scheinen bisher nicht so recht die Massen erfaßt zu haben.......

  1. versucht die Politik nun wieder den halbwegs öffenlich gewordenen Sachstand zu begraben.

    Glücklicherweise wird das nicht mehr gelingen.

    Karl Müller

    • joG
    • 28.08.2009 um 9:14 Uhr

    Bedenklich scheint die Veränderung eines wissenschaftlichen Gutachtens mutmaßlich auf politischen Druck hin. Es entsteht der Eindruck, man dürfe keiner Verlautbarung trauen. Kann aber der Wähler den "wissenschaftlichen" Aussagen systemisch nicht bewerten, so findet er keinen rationalen Zugang zu den Themen.

  2. Schon mal was vom Verursacherprinzip gehört?

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    • Guido3
    • 28.08.2009 um 9:55 Uhr

    Vielleicht informieren Sie sich erst einmal selbst über das Verursacherprinzip? Wenn vom Verursacherprinzip gesprochen wird, dann soll der Verursacher die Kosten für die Folgen seines Handels tragen. Das wäre bei einer ausländischen Endlagerung genauso gegeben, wie bei einer inländischen Endlagerung.
    http://de.wikipedia.org/w...

    Ansonsten wird bei so einem Thema vor allem auf Prinzipien und Ideologien herumgeritten. Ich wäre mehr an einer pragmatischen, globalen Lösung für ein globales Problem interessiert. Atommüll ist kein rein deutsches Problem und insofern brauchen wir auch keine rein deutsche Lösung.

    • Guido3
    • 28.08.2009 um 9:55 Uhr

    Vielleicht informieren Sie sich erst einmal selbst über das Verursacherprinzip? Wenn vom Verursacherprinzip gesprochen wird, dann soll der Verursacher die Kosten für die Folgen seines Handels tragen. Das wäre bei einer ausländischen Endlagerung genauso gegeben, wie bei einer inländischen Endlagerung.
    http://de.wikipedia.org/w...

    Ansonsten wird bei so einem Thema vor allem auf Prinzipien und Ideologien herumgeritten. Ich wäre mehr an einer pragmatischen, globalen Lösung für ein globales Problem interessiert. Atommüll ist kein rein deutsches Problem und insofern brauchen wir auch keine rein deutsche Lösung.

    • sudek
    • 28.08.2009 um 9:40 Uhr

    Allein die Überschrift zeugt von der absoluten Inkompetenz und Ignoranz der Autorin und ist dem Thema abolut unangemessen. Prof.Dr.Rudolf Mößbauer hatte diesen Unwissenheits-Zustand unter Journalistinnen und Journalisten schon 1985 in einer Telefonumfrage unter allen großen deutschen Zeitungen festgestellt.

    Es hat sich nichts geändert!

    • tsss
    • 28.08.2009 um 9:44 Uhr

    Sobald "Atommüll" untertage verklappt wird, Fässer bersten, rosten, Schächte mit Beton vergossen werden, wird Zugang, effektive Überwachung und eventuelle spätere Nutzung des hochenergetischen Werkstoffes verhindert.
    Politiker die diese giftig strahlende Hypothek, mit über 100.000 Jahren Laufzeit, zu verantworten hätten - Fehlanzeige; weder gestrige, heutige noch zukünftige.
    Wie sollte auch jemand zur Rechenschaft gezogen werden, womit sollte er "vergelten" was viele nachwachsende Generationen schädigt? Vielleicht sollten wir die Erbsünde wieder einführen.
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    Through our ears and though our eyes the Universe becomes aware of its beauty.

    • Guido3
    • 28.08.2009 um 9:55 Uhr

    Vielleicht informieren Sie sich erst einmal selbst über das Verursacherprinzip? Wenn vom Verursacherprinzip gesprochen wird, dann soll der Verursacher die Kosten für die Folgen seines Handels tragen. Das wäre bei einer ausländischen Endlagerung genauso gegeben, wie bei einer inländischen Endlagerung.
    http://de.wikipedia.org/w...

    Ansonsten wird bei so einem Thema vor allem auf Prinzipien und Ideologien herumgeritten. Ich wäre mehr an einer pragmatischen, globalen Lösung für ein globales Problem interessiert. Atommüll ist kein rein deutsches Problem und insofern brauchen wir auch keine rein deutsche Lösung.

    Antwort auf "Schon mal was vom"
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    • wll
    • 28.08.2009 um 10:12 Uhr

    ... bei dieser Lösung ist nicht zuletzt, dass man mit diesem strahlenden Müll ziemlich fiese Sachen anstellen kann.

    Dazu bedarf es noch nicht einmal grossartiger Technik (z. B. zur Anreicherung plutoniumhaltigen Mülls). Es reicht schon, ein paar Stangen Dynamit an ein Fass mit hochradioaktivem Müll zu kleben und ein Handy als Zünder beizupacken. Fertig ist die "schmutzige Bombe"...

    Ein entscheidendes Kriterium wäre also neben der geologischen Eignung der Region auch noch politische Stabilität - man will Terroristen ja wohl kaum noch das Material quasi frei Haus liefern. Dummerweise ist politische Stabilität in den bei Atommüll relevanten Zeiträumen nur sehr schwer kalkulierbar. Vor 250 Jahren beispielsweise gab es die USA noch nicht einmal; ihre Gründungsstaaten waren britische Kolonien. Von den Wirrungen der deutschen Geschichte in diesem Zeitraum ganz zu schweigen...

    Eine Lagerung des Atommülls im Ausland dürfte also unter diesen Gesichtspunkten eine ganz schwierige Angelegenheit werden.

    • wll
    • 28.08.2009 um 10:12 Uhr

    ... bei dieser Lösung ist nicht zuletzt, dass man mit diesem strahlenden Müll ziemlich fiese Sachen anstellen kann.

    Dazu bedarf es noch nicht einmal grossartiger Technik (z. B. zur Anreicherung plutoniumhaltigen Mülls). Es reicht schon, ein paar Stangen Dynamit an ein Fass mit hochradioaktivem Müll zu kleben und ein Handy als Zünder beizupacken. Fertig ist die "schmutzige Bombe"...

    Ein entscheidendes Kriterium wäre also neben der geologischen Eignung der Region auch noch politische Stabilität - man will Terroristen ja wohl kaum noch das Material quasi frei Haus liefern. Dummerweise ist politische Stabilität in den bei Atommüll relevanten Zeiträumen nur sehr schwer kalkulierbar. Vor 250 Jahren beispielsweise gab es die USA noch nicht einmal; ihre Gründungsstaaten waren britische Kolonien. Von den Wirrungen der deutschen Geschichte in diesem Zeitraum ganz zu schweigen...

    Eine Lagerung des Atommülls im Ausland dürfte also unter diesen Gesichtspunkten eine ganz schwierige Angelegenheit werden.

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