Londoner Studie Kosten des Klimawandels deutlich unterschätzt

Die Anpassung an den Klimawandel wird laut einer Studie deutlich teurer als von der UN veranschlagt. 170 Milliarden Dollar jährlich sind demnach "völlig untertrieben"

Die Südwand des Perito Moreno Gletschers in Patagonien, Argentinien

Die Südwand des Perito Moreno Gletschers in Patagonien, Argentinien

Die Kosten lägen mindestens zwei bis drei Mal so hoch, sagten die Autoren einer Untersuchung des Internationalen Instituts für Umwelt und Entwicklung (IIED) in London. Das UN-Klimasekretariat habe zu schnell gearbeitet und überdies die untersuchten Sektoren nicht ausführlich genug unter die Lupe genommen, kritisierte Camilla Toulmin vom IIED.

Ihr Institut und das Grantham-Institut für Klimawandel am Imperial College in der britischen Hauptstadt hatten die UN-Schätzung überarbeitet und kommen nun zu dem Schluss, dass die vom Klimasekretariat bis 2030 genannten jährlichen Kosten von 40 bis 170 Milliarden Dollar zu niedrig gegriffen seien. Zum Vergleich: Die Summe von 170 Milliarden Dollar würde die Kosten für die Ausrichtung von etwa drei Olympischen Spielen pro Jahr decken.

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Wenn man die vom UN-Klimasekretariat ausgesparten Bereiche hinzurechne, würden die Kosten sogar noch steigen, sagte einer der Autoren der Studie, Martin Parry. Die UN haben der Studie zufolge die Kosten des Klimawandels für Energiesektor, den Tourismus, die Ökosysteme, die Industrie, den Handel und den Bergbau nicht untersucht.

Der Großteil der Kosten des Klimawandels werde auf Entwicklungsländer entfallen, die ohnehin am stärksten von der Erderwärmung betroffen seien, warnte Parry. Die armen Länder müssten damit rechnen, dass zwei Drittel der Lasten auf sie entfallen würden.

Die afrikanischen Staaten wollen sich von den Industriestaaten für die Klimaschäden auf dem Kontinent mit einer Milliardensumme entschädigen lassen. Nach einem am Dienstag bekannt gewordenen Resolutionsentwurf, über den im äthiopischen Addis Abeba Umwelt- und Agrarminister aus zehn afrikanischen Ländern beraten hatten, ist von 67 Milliarden Dollar (knapp 47 Milliarden Euro) die Rede.

Außerdem wollen die Afrikaner auf dem Klimagipfel Ende des Jahres in Kopenhagen voraussichtlich eine Senkung der Schadstoffemissionen um 40 Prozent bis zum Jahr 2020 fordern. Über den Entwurf soll am Wochenende auf einem Treffen der Afrikanischen Union in Libyen entschieden werden.

 
Leser-Kommentare
  1. Aber - was soll der Beitrag? Morgen wird die nächste Sau (ComputerModellStatistik) durchs Dorf getrieben.

  2. Alles rein hypothetisch. Hypothesen die auf Hypothesen beruhen, natürlich immer auf Extremszenarien, von daher relativ wertlos.

  3. 3. hah!

    dann soll die usa mal fleißig dollar drucken, vielleicht wird's dann für uns billiger.

    • lef
    • 27.08.2009 um 21:52 Uhr

    Jede Verschärfung der Vorschriften bei der Herstellung von Waren erhöht den Energieaufwand und natürlich auch den Preis der Waren.

    Letztes Jahr drohte Afrika eine große Hungersnot wegen gestiegener Preise für Lebensmittel, Textilien usw. Die wurde dank des Crashs gerade so eben noch abgewendet.
    In den Industrieländern drohte keine Hungersnot, aber wenn die Preise nicht gefallen wären, wäre dann doch eine wesentliche Einschneidung im Konsum der Meisten eruiert, Zusammenbruch der Produktion usw.

    Die ganze Welt - auch die ärmeren Teile, auch Afrika! - leben zur Zeit ganz gut oder knapp am Rande der Existenz eben dank billiger Produktion.

    Das wird dann wohl bald zu Ende sein, und mehr Luft zum Leben nach unten haben die jetzt Reicheren.
    Aber:
    Wem sollen Ausgleichszahlungen nutzen? Die erhöhen wiederum auch die Produktionsendpreise.

    Afrika liefert nur Rohstoffe, aber einige Staaten bzw. deren Vampirregierungen verdienen ganz gut daran. Besonders am Öl (Nigeria, Angola ff)
    Wäre es so abwegig, die Hersteller bzw. Lieferanten von Rohstoffen ebenso heran zu ziehen, wie die Verbraucher?

  4. Die im Artikel genannten Kosten von 170 Mia USD entsprechen 0.32 Prozent der derzeitigen globalen Wirtschaftsleistung von 53400 USD/a.

    Das Bevölkerungswachstum - auf das sich die kommende globale Wirtschaftsleistung jährlich verteilen muß liegt derzeit bei 1,18 %.

    Kurzum -
    1,18/0,32 ( für mathematisch Bruchrechnungsinteressierte .. )

    das Bevölkerungswachstum ist das 3.7 fache real erwiesene Risiko gegenüber der Hypothese eines Klimawandels.

    Leider ist das Bevölkerungswachstum ein statistischer Fakt, der Klimawandel nur eine Prognose.

    Ich sehe aber niemanden, der das globale Bevölkerungsentwicklung hier thematisiert.

    Nächstes Thema:
    Kosten von Religionen noch deutlicher unterschätzt.
    ..

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    • joG
    • 28.08.2009 um 8:38 Uhr

    Seit den 70ern ist jedem Interessierten doch klar, dass Bevölkerungswachstum mittelfristig die Triebfeder unserer Öko-Probleme ist. Ihr stünde ein technischer Fortschritt und die Lebensweise der Bevölkerungen gegenüber. Eine der Engpässe, die die Modelle erwarten ließen war der Müll, der unter gewissen Annahmen zu einem signifikanten Externen Kostenfaktor werden würde, wenn wir uns weiter fortpflanzten wie die Karnickel. Wir haben uns entschieden nichts hierhinsichtlich zu tun. Wir subventionieren sogar den "Kindersegen" mit riesigen Summen. Da hängen ganze Bürokratien dran.

    Nun ist es so weit und eine der Abfallprodukte soll nun jene Externen Kosten nach sich ziehen, von denen hier die Rede ist. Sollte das CO2 Problem so gross sein, wie ökologische Aktivisten sagen, so werden die verbundenen Kosten recht grosse Folgen haben und letztlich in den schlimmsten Szenarien eine Begrenzung der Weltbevölkerung auf ca eine Milliarde nach sich ziehen innert dieses Jahrhunderts. Vielleicht wird es aber nicht so schlimm. Viele von uns leben noch genügend lange, um im Logenplatz es mitzuerleben.

    • joG
    • 28.08.2009 um 8:38 Uhr

    Seit den 70ern ist jedem Interessierten doch klar, dass Bevölkerungswachstum mittelfristig die Triebfeder unserer Öko-Probleme ist. Ihr stünde ein technischer Fortschritt und die Lebensweise der Bevölkerungen gegenüber. Eine der Engpässe, die die Modelle erwarten ließen war der Müll, der unter gewissen Annahmen zu einem signifikanten Externen Kostenfaktor werden würde, wenn wir uns weiter fortpflanzten wie die Karnickel. Wir haben uns entschieden nichts hierhinsichtlich zu tun. Wir subventionieren sogar den "Kindersegen" mit riesigen Summen. Da hängen ganze Bürokratien dran.

    Nun ist es so weit und eine der Abfallprodukte soll nun jene Externen Kosten nach sich ziehen, von denen hier die Rede ist. Sollte das CO2 Problem so gross sein, wie ökologische Aktivisten sagen, so werden die verbundenen Kosten recht grosse Folgen haben und letztlich in den schlimmsten Szenarien eine Begrenzung der Weltbevölkerung auf ca eine Milliarde nach sich ziehen innert dieses Jahrhunderts. Vielleicht wird es aber nicht so schlimm. Viele von uns leben noch genügend lange, um im Logenplatz es mitzuerleben.

  5. hupps: die Kennzahl des GBIP sollte 53400 Mia USD/a sein.

    • joG
    • 28.08.2009 um 8:38 Uhr

    Seit den 70ern ist jedem Interessierten doch klar, dass Bevölkerungswachstum mittelfristig die Triebfeder unserer Öko-Probleme ist. Ihr stünde ein technischer Fortschritt und die Lebensweise der Bevölkerungen gegenüber. Eine der Engpässe, die die Modelle erwarten ließen war der Müll, der unter gewissen Annahmen zu einem signifikanten Externen Kostenfaktor werden würde, wenn wir uns weiter fortpflanzten wie die Karnickel. Wir haben uns entschieden nichts hierhinsichtlich zu tun. Wir subventionieren sogar den "Kindersegen" mit riesigen Summen. Da hängen ganze Bürokratien dran.

    Nun ist es so weit und eine der Abfallprodukte soll nun jene Externen Kosten nach sich ziehen, von denen hier die Rede ist. Sollte das CO2 Problem so gross sein, wie ökologische Aktivisten sagen, so werden die verbundenen Kosten recht grosse Folgen haben und letztlich in den schlimmsten Szenarien eine Begrenzung der Weltbevölkerung auf ca eine Milliarde nach sich ziehen innert dieses Jahrhunderts. Vielleicht wird es aber nicht so schlimm. Viele von uns leben noch genügend lange, um im Logenplatz es mitzuerleben.

    • zetti
    • 28.08.2009 um 10:33 Uhr

    Eins der größten Übel ist meines erachtens die fröhliche Vermehrung der Gattung Mensch. Die grundlegende Frage ist doch, wie viel Konsumenten und gleichzeitig Umweltverschmutzer die Erde tatsächlich verträgt und wie lange die Ressourcen reichen den Moloch Menschheit zu versorgen.

    Die weltweite Bevölkerungszahl steigt rapide ( über 9 Milliarden Bewohner bis 2050) und der Politik in den Industrienationen fällt nichts besseres als das große jammern darüber ein, daß zumindest hier die Bevölkerungszahl rückläufig ist. Einfach nur Pervers!

    Tatsächlich dürfte eine vernünftige und stabile Population sich bereits Heute im Bereich von 1 - 1,5 Milliarden bewegen.

    Hier wird die Mehrzahl der Leser aufheulen und mich mit einem Sternchen abstrafen. Ändert aber nichts an den Tatsachen.

    9 Milliarden Menschen treiben zwangsläufig Raubbau an unserem Planeten. Er wird es überleben- aber wir?

    Sauberes Trinkwasser ist bereits Heute in vielen Ländern Mangelware. Bereits jetzt verdursten JEDE MINUTE knapp 10 Menschen.
    Unwiederbringliche Rohstoffe neigen sich bereits jetzt Ihrem Ende zu und werden den nächsten Generationen fehlen.
    Die Erde wird sich in einigen Millionen Jahren erholen, sie hat schon schlimmeres als die Menschheit weggesteckt und die Episode "Mensch" ist historisch gesehen noch nicht mal ein Wimpernschlag- in geologischen Zeitaltern gemessen.

    Der beste Umwelt und Artenschutz für uns selbst ist also eine sozialverträgliche Reduzierung innerhalb weniger Generationen auf einen Bevölkerungsstand von ca. 2 Milliarden Menschen.

    Wenn nämlich im Jahre 2100 schlagartig 10-15 Milliarden Menschen vergleichsweise schlagartig vor dem Nichts stehen, ist die Umweltverschmutzung wohl das kleinste Problem.

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    findet ausschließlich in den wenig entwickelten Ländern statt, Bangladesh z.B.
    +2,2%/a. Die einzig (friedliche) Lösung, dies zu reduzieren heißt Wohlstand.
    Der Zusammenhang zwischen Wohlstand und Energiebedarf dürfte bekannt sein.
    Insofern sind alle Maßnahmen, die Energie verteuern bzw. künstlich verknappen,
    kontraproduktiv. Eine andere Möglichkeit der "Reduzierung" der Bevölkerung
    wurde allerdings bereits 1977 vom jetzigen wissenschaftlichen Berater der
    US-Regierung John Holdren als Mitautor veröffentlicht:
    http://infokrieg.tv/2009_...

    findet ausschließlich in den wenig entwickelten Ländern statt, Bangladesh z.B.
    +2,2%/a. Die einzig (friedliche) Lösung, dies zu reduzieren heißt Wohlstand.
    Der Zusammenhang zwischen Wohlstand und Energiebedarf dürfte bekannt sein.
    Insofern sind alle Maßnahmen, die Energie verteuern bzw. künstlich verknappen,
    kontraproduktiv. Eine andere Möglichkeit der "Reduzierung" der Bevölkerung
    wurde allerdings bereits 1977 vom jetzigen wissenschaftlichen Berater der
    US-Regierung John Holdren als Mitautor veröffentlicht:
    http://infokrieg.tv/2009_...

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