Die Kosten lägen mindestens zwei bis drei Mal so hoch, sagten die Autoren einer Untersuchung des Internationalen Instituts für Umwelt und Entwicklung (IIED) in London. Das UN-Klimasekretariat habe zu schnell gearbeitet und überdies die untersuchten Sektoren nicht ausführlich genug unter die Lupe genommen, kritisierte Camilla Toulmin vom IIED.

Ihr Institut und das Grantham-Institut für Klimawandel am Imperial College in der britischen Hauptstadt hatten die UN-Schätzung überarbeitet und kommen nun zu dem Schluss, dass die vom Klimasekretariat bis 2030 genannten jährlichen Kosten von 40 bis 170 Milliarden Dollar zu niedrig gegriffen seien. Zum Vergleich: Die Summe von 170 Milliarden Dollar würde die Kosten für die Ausrichtung von etwa drei Olympischen Spielen pro Jahr decken.

Wenn man die vom UN-Klimasekretariat ausgesparten Bereiche hinzurechne, würden die Kosten sogar noch steigen, sagte einer der Autoren der Studie, Martin Parry. Die UN haben der Studie zufolge die Kosten des Klimawandels für Energiesektor, den Tourismus, die Ökosysteme, die Industrie, den Handel und den Bergbau nicht untersucht.

Der Großteil der Kosten des Klimawandels werde auf Entwicklungsländer entfallen, die ohnehin am stärksten von der Erderwärmung betroffen seien, warnte Parry. Die armen Länder müssten damit rechnen, dass zwei Drittel der Lasten auf sie entfallen würden.

Die afrikanischen Staaten wollen sich von den Industriestaaten für die Klimaschäden auf dem Kontinent mit einer Milliardensumme entschädigen lassen. Nach einem am Dienstag bekannt gewordenen Resolutionsentwurf, über den im äthiopischen Addis Abeba Umwelt- und Agrarminister aus zehn afrikanischen Ländern beraten hatten, ist von 67 Milliarden Dollar (knapp 47 Milliarden Euro) die Rede.

Außerdem wollen die Afrikaner auf dem Klimagipfel Ende des Jahres in Kopenhagen voraussichtlich eine Senkung der Schadstoffemissionen um 40 Prozent bis zum Jahr 2020 fordern. Über den Entwurf soll am Wochenende auf einem Treffen der Afrikanischen Union in Libyen entschieden werden.