Zwar gibt es jetzt schon im Bundestag eine rot-rot-grüne Mehrheit. Aber den zu erwartenden Protest aus dem Westen der Republik vor Augen, schreckte die SPD bisher vor der letzten Konsequenz zurück. Eine rot-rot-grüne Tändelei hätte die Partei wohl genauso wie die Grünen gespalten. Deren aus dem Bündnis 90 stammender Flügel hätte kaum mit der Linken paktiert. Das alles wird sich ändern, nicht sofort, doch im Laufe der kommenden Legislaturperiode wohl schon.

Damit ist die Wahlkampfvorgabe bis zum 27. September klar. Union und FDP werden ihren Anhängerkreis mit dem Menetekel einer Regierungsbeteiligung der Postkommunisten aufscheuchen. Die SPD wird dem die Warnung vor dem Erstarken eines verhängnisvollen, schwarz- gelben neoliberalen Geistes entgegensetzen. In vier Wochen wissen wir, wovor die Angst größer war.