Microsoft Word Microsofts XML-Feldzug
Ein Patentstreit stoppt den Verkauf von "Word". Der Konzern nennt das "Justizirrtum". Doch geht es auch darum, dass mal wieder die eigene Marktmacht genutzt werden soll
© Spencer Platt/Getty Images

Ein Bild aus besseren Tagen: Bill Gates, Gründer und damals noch Chef von Microsoft, stellt ein neues Office vor. Das Foto entstand 2003. Bis heute ist das Programmpaket eine wichtige Einnahmequelle des Konzerns
Der Streit ist alt, doch für Microsoft könnte er jetzt bedrohlich werden: Eine kanadische Firma behauptet, der amerikanische Softwarekonzern nutze in seiner Textverarbeitung "Word" ein fremdes Patent. Beide Unternehmen streiten schon lange darum, inzwischen jedoch hat ein Richter in Texas ein Verkaufsverbot für das Programm verhängt, das – gibt es nicht ein neues Urteil – am 10. Oktober wirksam wird. Außerdem soll der Konzern 290 Millionen US-Dollar Schadenersatz an die Firma aus Kanada zahlen.
Beides will man bei Microsoft unbedingt verhindern, ist das Office-Programmpaket doch noch immer eine der wichtigsten Einnahmequellen. Deshalb sind Anwälte des Konzerns in die nächste Instanz gegangen und haben beim US-Bundesberufungsgericht in Washington Widerspruch gegen die einstweilige Verfügung eingereicht.
Der darin angeschlagene Ton klingt dramatisch: Der Richter in Texas hätte erkennen müssen, dass sich der gesamte Prozess in einen "Amoklauf" verwandelt habe, schreiben sie. Das Berufungsgericht müsse einen "Justizirrtum" verhindern. Der Fall sei ein Beispiel dafür, was geschehen könne, wenn ein Richter in einem Patentstreit seine Funktion als Abwägender und Ausbalancierer von Interessen missbrauche. Dem Unternehmen selbst drohe ein "irreparabler Schaden", sollte Word für Monate vom Markt verschwinden.
Es geht um die Art und Weise, wie Formatierungen von Texten übertragen werden. Eine Firma namens i4i hat eine Technik entwickelt, bei der die Informationen darüber, welcher Text wie dargestellt werden soll, nicht mehr in dem Textdokument selbst gespeichert und verarbeitet werden, sondern in einer gesonderten Datenbank. Gespeichert werden die Formatierungsinformationen in der Sprache XML, weswegen i4i sein System "Customized XML" nennt. Dadurch kann der Text leichter von anderen Programmen gelesen und auch formatiert werden, so sie XML verstehen.
Microsoft habe, so klagt die Firma, diese Idee kopiert und in seinen Word-Versionen 2003 und 2007 und in der des kommenden Office 2010 verwendet. Der Richter untersagte daher den Verkauf von jeglichen Word-Versionen, die XML-, DOCX- oder DOCM-Dateien öffnen und XML verstehen können. Er verschärfte damit einen Schuldspruch, der bei einer Geschworenenverhandlung im Mai gefällt worden war.
Microsoft dagegen bestreitet die Gültigkeit des Patents insgesamt. Außerdem warf man dem texanischen Gericht Rechtsbeugung vor.
"Unser Patent ist gültig. Das ist bei der Verhandlung bestätigt worden", sagte i4i-Aufsichtsratschef Loudon Owen. "Wir glauben, dass es weiterhin als ein gültiges Patent bestätigt werden wird."
- Datum 02.09.2009 - 14:58 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE 28.8.2009
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da sollten Sie noch einen technisch versierten Redakteur ranlassen. Das scheint auch div. freie Software zu betreffen. Das Ganze ist zu mager dargestellt. XML wird in der Regel sowieso ausgelagert. Womit wird der Anspruch dieser Firma exakt begründet.
verlangen, wenn Sie selbst nicht mal in der Lage sind, das verlinkte Patent einzusehen, erschließt sich mir im Moment gerade nicht. Sei's drum, hier nur für Sie eine kurze Nachhilfe auf deutsch.
> http://www.heise.de/newst...
Recht haben Sie damit, dass i4i, "Auge für (um) Auge" :D, nicht nur MS verklagt hat. Der direkte Konkurrent, Sun's OpenOffice, benutzt aber eine nicht vom Patent betroffene Technik. Wer noch irgendwelche Argumente gegen Softwarepatente gesucht hat, wird hier fündig. Insofern erwischt es mit MS genau die Richtigen.
verlangen, wenn Sie selbst nicht mal in der Lage sind, das verlinkte Patent einzusehen, erschließt sich mir im Moment gerade nicht. Sei's drum, hier nur für Sie eine kurze Nachhilfe auf deutsch.
> http://www.heise.de/newst...
Recht haben Sie damit, dass i4i, "Auge für (um) Auge" :D, nicht nur MS verklagt hat. Der direkte Konkurrent, Sun's OpenOffice, benutzt aber eine nicht vom Patent betroffene Technik. Wer noch irgendwelche Argumente gegen Softwarepatente gesucht hat, wird hier fündig. Insofern erwischt es mit MS genau die Richtigen.
Scheint mir ein Bilderbuchfall von Trivialpatent zu sein. Allerdings sind die Informationen im Artikel wirklich spärlich.
Es ist ein Streit unter ehemaligen gemeinsamen Entwicklungspartnern. Warum sollte MS nicht einen Funktionsaufruf des Ex-Partners verwenden? Weil es MS ist? Die ganze Art, wie MS hier auch vor Gericht agiert hat, stinkt.
Es ist ein Streit unter ehemaligen gemeinsamen Entwicklungspartnern. Warum sollte MS nicht einen Funktionsaufruf des Ex-Partners verwenden? Weil es MS ist? Die ganze Art, wie MS hier auch vor Gericht agiert hat, stinkt.
http://milan.kupcevic.net...
Die Informationen im Zeit-Artikel sind nicht nur spärlich, sondern auch falsch. Nicht i4i nennt sein System "Customized XML", sondern Microsoft: "Custom XML"
Und eigentlich geht es gar nicht um XML.
verlangen, wenn Sie selbst nicht mal in der Lage sind, das verlinkte Patent einzusehen, erschließt sich mir im Moment gerade nicht. Sei's drum, hier nur für Sie eine kurze Nachhilfe auf deutsch.
> http://www.heise.de/newst...
Recht haben Sie damit, dass i4i, "Auge für (um) Auge" :D, nicht nur MS verklagt hat. Der direkte Konkurrent, Sun's OpenOffice, benutzt aber eine nicht vom Patent betroffene Technik. Wer noch irgendwelche Argumente gegen Softwarepatente gesucht hat, wird hier fündig. Insofern erwischt es mit MS genau die Richtigen.
aber ich der Meinung, das auführlichere Angaben in den Artikel gehören und nicht erst nachrecherchiert werden müssen. Da dieser Themenbereich zurzeit nicht meinen Hauptinteressen entspricht, hatte ich mich gefreut beim saugen von Informationen gleich umfassender informiert zu werdenl.
aber ich der Meinung, das auführlichere Angaben in den Artikel gehören und nicht erst nachrecherchiert werden müssen. Da dieser Themenbereich zurzeit nicht meinen Hauptinteressen entspricht, hatte ich mich gefreut beim saugen von Informationen gleich umfassender informiert zu werdenl.
Es ist ein Streit unter ehemaligen gemeinsamen Entwicklungspartnern. Warum sollte MS nicht einen Funktionsaufruf des Ex-Partners verwenden? Weil es MS ist? Die ganze Art, wie MS hier auch vor Gericht agiert hat, stinkt.
Die 08/15 Webseite, speichert heutzutage den Inhalt getrennt von der Formatierung, nur das die Komponenten hier HTML und CSS heissen.
Der Windows Desktop speichert sein Aussehen und sein Inhalt in völlig verschiedenen Dateien, Linux ist da kein bisschen anders und MacOS auch nicht wirklich.
Nahezu jede PDF-Datei hat ein Teil, der sich mit dem Inhalt und einen, der sich mit der Formatierung beschäftigt. Der einfachheit halber wurden diese Teile hintereinander gehängt, damit sich eine zusammenhängende Datei ergibt.
So könnte ich jetzt fortfahren, wo noch überall eine Trennung von Inhalt und Format vorherrscht. Dieses Patent hat sich erledigt als es eingereicht wurde, denn es beinhaltet sogenannte "Prior art" also eine Technik, die bereits bekannt ist. Alter Wein in neuen Schläuchen halt. Patente die Prior art in diesem Ausmass enthalten, bestehen eigentlich eine genauere Prüfung selten.
Das sich die Microsoft-Anwälte mit soeiner lausigen Strategie vors Gericht wagen erscheint mir daher ziemlich dünn bis sehr dumm.
Microsoft hat die Leute von i4i als "Patent-Trolle" bezeichnet worauf dieser spezielle texanische "Fachrichter" nochmals 50 Millionen Dollar als Strafe draufgelegt hat.
Keine Frage, hier trifft es den Patent-Troll Nr. 1, der sich seit 30 Jahren jede Code-Zeile und jede noch so schwachsinnige Idee patentieren lässt. Trotzdem hat MS hier recht: sich eine Meta-Tag Tabelle (oder Datei) mit Zeigern auf einen unformatierten Text patentieren zu lassen ist schon ein starkes Stück und so originell wie achteckige Löcher aus einer Lochkarte zu stanzen.
Microsoft hat die Leute von i4i als "Patent-Trolle" bezeichnet worauf dieser spezielle texanische "Fachrichter" nochmals 50 Millionen Dollar als Strafe draufgelegt hat.
Keine Frage, hier trifft es den Patent-Troll Nr. 1, der sich seit 30 Jahren jede Code-Zeile und jede noch so schwachsinnige Idee patentieren lässt. Trotzdem hat MS hier recht: sich eine Meta-Tag Tabelle (oder Datei) mit Zeigern auf einen unformatierten Text patentieren zu lassen ist schon ein starkes Stück und so originell wie achteckige Löcher aus einer Lochkarte zu stanzen.
aber ich der Meinung, das auführlichere Angaben in den Artikel gehören und nicht erst nachrecherchiert werden müssen. Da dieser Themenbereich zurzeit nicht meinen Hauptinteressen entspricht, hatte ich mich gefreut beim saugen von Informationen gleich umfassender informiert zu werdenl.
Für jemanden, bei dem dieser Themenbereich zurzeit nicht dessen Hauptinteressen entsprechen soll, nehmen Sie sich mit der folgenden Aussage doch eine Frechheit heraus:
huch, da sollten Sie noch einen technisch versierten Redakteur ranlassen.
Dass Sie daraufhin wild herum fabulieren diskreditiert Sie dann auch vollkommen, Sie schreiben:
Das scheint auch div. freie Software zu betreffen.
In seiner allgemeinen Formulierung wird sich im Ozean freier Software sicherlich ein Tropfen Code finden lassen, auf den Ihre Hypothese zutreffen wird. Explizit auf den MS-Office Wettbewerber OpenOffice trifft diese Spekulation laut I4i (dem Kläger gegen Microsoft) nicht zu. in einem Heise-Artikel sind folgende Zeilen zu lesen (letzter Absatz):
I4i hat nach Angaben des US-Magazins Government Computer News auch OpenOffice begutachtet und ist demnach zu dem Schluss gekommen, dass die Software das Patent nicht verletze.
Im übrigen dürften sich bei freier Software noch andere Probleme für I4i ergeben:
1. Wird der Nachweis, mit welchem freien Software-Paket in welchem kommerziellen Projekt gegen dieses Patent verstoßen wurde und wie hoch dann die zu erwartenden Strafen sein sollen, höchst aufwendig sein und der Aufwand die zu erwartenden Erträge i.d.R. nicht rechtfertigen.
2. Kommt mir das Patent technisch nicht so komplex zu sein, dass man ggf. darum herum programmieren können soll. Freie Software ist aber wesentlich flexibler als proprietäre Systeme und kann im Zweifelsfall zeitnah Patent-Umgehungs-Strategien entwickeln. D.h., I4i wir hier garantiert keine langfristigen Einnahmen generieren können.
3. Die Code-Versionierungs-Systeme freier Software könnten auch durchaus den Beweis bringen, dass es "prior art" gibt. Da in der freien Entwickler-Gemeinde sehr viel experimentiert wurde und wird (und dies über CVS, SVN, tar-Archive seit Jahrzehnten dokumentiert ist!), ist es IMO sogar ziemlich wahrscheinlich, dass sich irgendwo in den Archiven der ultimative I4i-Patent-Killer steckt. Sollte I4i tatsächlich gegen freie Software mobil machen wollen, dann aktivieren sie damit sehr sicher auch die tausenden Augen, Ohren und Münder aus der Community, die die silberne Kugel finden und auf ihr Patent abfeuern könnten.
I4i wäre schon ziemlich bescheuert, wenn sie sich nicht zuerst mal auf die proprietäre/kommerzielle Anbieter konzentrieren würden, wo die SWOT-Analyse bedeutend einfacher ist und vor allem das Chance/Risiko-Verhältnis das Engagement rechtfertigt.
F. Mayer
Für jemanden, bei dem dieser Themenbereich zurzeit nicht dessen Hauptinteressen entsprechen soll, nehmen Sie sich mit der folgenden Aussage doch eine Frechheit heraus:
huch, da sollten Sie noch einen technisch versierten Redakteur ranlassen.
Dass Sie daraufhin wild herum fabulieren diskreditiert Sie dann auch vollkommen, Sie schreiben:
Das scheint auch div. freie Software zu betreffen.
In seiner allgemeinen Formulierung wird sich im Ozean freier Software sicherlich ein Tropfen Code finden lassen, auf den Ihre Hypothese zutreffen wird. Explizit auf den MS-Office Wettbewerber OpenOffice trifft diese Spekulation laut I4i (dem Kläger gegen Microsoft) nicht zu. in einem Heise-Artikel sind folgende Zeilen zu lesen (letzter Absatz):
I4i hat nach Angaben des US-Magazins Government Computer News auch OpenOffice begutachtet und ist demnach zu dem Schluss gekommen, dass die Software das Patent nicht verletze.
Im übrigen dürften sich bei freier Software noch andere Probleme für I4i ergeben:
1. Wird der Nachweis, mit welchem freien Software-Paket in welchem kommerziellen Projekt gegen dieses Patent verstoßen wurde und wie hoch dann die zu erwartenden Strafen sein sollen, höchst aufwendig sein und der Aufwand die zu erwartenden Erträge i.d.R. nicht rechtfertigen.
2. Kommt mir das Patent technisch nicht so komplex zu sein, dass man ggf. darum herum programmieren können soll. Freie Software ist aber wesentlich flexibler als proprietäre Systeme und kann im Zweifelsfall zeitnah Patent-Umgehungs-Strategien entwickeln. D.h., I4i wir hier garantiert keine langfristigen Einnahmen generieren können.
3. Die Code-Versionierungs-Systeme freier Software könnten auch durchaus den Beweis bringen, dass es "prior art" gibt. Da in der freien Entwickler-Gemeinde sehr viel experimentiert wurde und wird (und dies über CVS, SVN, tar-Archive seit Jahrzehnten dokumentiert ist!), ist es IMO sogar ziemlich wahrscheinlich, dass sich irgendwo in den Archiven der ultimative I4i-Patent-Killer steckt. Sollte I4i tatsächlich gegen freie Software mobil machen wollen, dann aktivieren sie damit sehr sicher auch die tausenden Augen, Ohren und Münder aus der Community, die die silberne Kugel finden und auf ihr Patent abfeuern könnten.
I4i wäre schon ziemlich bescheuert, wenn sie sich nicht zuerst mal auf die proprietäre/kommerzielle Anbieter konzentrieren würden, wo die SWOT-Analyse bedeutend einfacher ist und vor allem das Chance/Risiko-Verhältnis das Engagement rechtfertigt.
F. Mayer
Microsoft hat die Leute von i4i als "Patent-Trolle" bezeichnet worauf dieser spezielle texanische "Fachrichter" nochmals 50 Millionen Dollar als Strafe draufgelegt hat.
Keine Frage, hier trifft es den Patent-Troll Nr. 1, der sich seit 30 Jahren jede Code-Zeile und jede noch so schwachsinnige Idee patentieren lässt. Trotzdem hat MS hier recht: sich eine Meta-Tag Tabelle (oder Datei) mit Zeigern auf einen unformatierten Text patentieren zu lassen ist schon ein starkes Stück und so originell wie achteckige Löcher aus einer Lochkarte zu stanzen.
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