Schnecken-Post Sparprogramm verlangsamt Briefverkehr
Die Deutsche Post ist zu langsam. Aufgrund ihres Sparkurses kommen nur 60 Prozent der Briefe am nächsten Tag an, zeigt ein Test
Die Deutsche Post kann ihr Versprechen, 95 Prozent aller Briefe innerhalb Deutschlands am nächsten Werktag zuzustellen, nicht halten. In einem Test der Schnelligkeit, den die Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) unternommen hatte, ist das Unternehmen glatt durchgefallen.
Mitarbeiter des Blattes hatten an drei verschiedenen Tagen jeweils 33 Briefe quer durch Deutschland verschickt: aus Frankfurt, Berlin, Remscheid und dem Taunus an elf verschiedene Adressen quer durch Deutschland. Insgesamt 99 Briefe. Nur 61 Prozent kamen am nächsten Werktag an. Empfänger von Briefsendungen vom Samstag müssen demnach besonders lange auf Post warten. Nur 3 der 33 am Samstag eingeworfenen Briefe erreichten am Montag den Adressaten. Böses Zitat der Zeitungstester: "Da wäre die gute alte Postkutsche schneller gewesen."
Damit schaffte das Unternehmen nicht einmal die Vorgaben, die die Bundesregierung macht. Demnach nämlich müssen am ersten Werktag nach Einwurf 80 Prozent der Briefe zugestellt sein, am zweiten dann mindestens 95 Prozent. Das steht laut FAS in einer Vorschrift mit dem umständlichen Namen "Post-Universaldienstleistungsverordnung", kurz Pudl-V genannt.
Der Bereichsvorstand Brief der Deutschen Post, Uwe Brinks, zeigte sich gegenüber der FAS bestürzt über das Ergebnis. Erklären aber könne er es sich nicht, eigene Messungen kämen zu anderen Ergebnissen. Zwar gestand er ein, dass das Unternehmen im Juli und August ein Sparprogramm durchgeführt hätte. Wie das Blatt berichtete, sind dabei in 15 Briefzentren Wochenendschichten zusammengestrichen und Zustellbezirke an Montagen zusammengelegt worden. Doch habe das laut Brinks keine Auswirkungen auf das Tempo. "Wir konnten nicht feststellen, dass in den Sommermonaten Sendungen stecken geblieben sind."
Begründung für das vorerst auf die Monate Juli und August begrenzte Sparprogramm ist die Wirtschaftskrise. Der Konzern habe im ersten Quartal 2009 einen enormen Einbruch der Sendungsmengen verzeichnet, schreibt die Zeitung. Ob der Sparkurs nach den Sommermonaten weiter gefahren wird, entscheidet sich laut Brinks erst in den nächsten drei bis vier Wochen.
Schon länger gab es Berichte, nach denen die Post Sendungen über das Wochenende sammelt und erst am Dienstag ausliefert. Verschiedene Unternehmen haben sich darüber bereits beschwert. Womöglich vergeblich. Zumindest berichtet die Zeitung, dass Teile des Sparprogramms nicht mehr zurückgenommen werden sollen: Seit Anfang Juli werden Briefe innerhalb Deutschlands nicht mehr nachts per Flugzeug transportiert. Auf Strecken von mehr als 450 Kilometern gelangen sie damit nicht mehr von einem Tag auf den anderen zum Empfänger. Das soll auch so bleiben, da es nur einen kleinen Teil der Sendungen betreffe, 0,5 bis 0,6 Prozent. Zitat Brinks: "Das nehmen wir in Kauf."
- Datum 30.08.2009 - 16:36 Uhr
- Serie News
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, sh
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...denn wirklich eine Überraschung? Ich meine, es ist gut, dass der Test gemacht wurde, aber insgeheim haben wir alle (d.h. Briefpostkunden) dieses unschöne Bauchgefühl gehabt, dass es mit der Schnelligkeit nicht weit her ist. Ich spare mir jede Form von Fundamentalkritik und verweise, mit bitterem Lächeln, auf das Stichwort "Privatisierung" und denke z.B. an Erfahrungen mit der britischen Post (ebenfalls privat).
Bestens, absolutneuromancer
Wenn man die Post nur noch einmal wöchentlich ausliefert, kann man noch mehr sparen. Sparen? Abkassieren!
Ob nun meine Rechnungen oder die Behördenpost einen Tag später bzw. montags gar nicht im Briefkasten landen, das alles kann ich ja noch verschmerzen. Wenigstens kommt alles irgendwann auch zuverlässig an.
Dass allerdings DHL-Pakete anscheinend in meiner Gegend (mitten in Hamburg) gar nicht mehr zugestellt werden, das geht mir gehörig auf den Zeiger. Wenn ich Glück habe, füllt der Zusteller noch eine rote Karte aus und ich darf mir die Sendung am Schalter abholen. Immer öfter kommt es jedoch vor, dass ich gar keine Benachrichtung erhalte. Dann geht die Sendung wieder zurück und ich muss Versandkosten doppelt zahlen - und dass ist nicht mal eben ein Briefporto, sondern leicht umgerechnete 10,- Mark oder mehr.
Als Freiberufler arbeite ich vorwiegend zu Hause. Kann also recht gut einschätzen, ob am besagten Tag überhaupt bei mir geklingelt wurde.
Bei Beschwerden blockt DHL einfach ab. Die Karte wird dann wohl jemand aus ihrem Briefkasten geklaut haben. Oder von der Haustür stibitzt, an die sie einer unser emsigen Mitarbeiter gepappt hat. Das Gegenteil kann man denen also gar nicht beweisen.
Und dann sehe ich in ruhigen Nebenstraßen gegen Abend wieder die DHL-Fahrzeuge parken und denke mir: Ach, hier schreibt ihr also eure Karten. Macht das wohl nicht nur bei mir? Mit Vorsatz? Weil man euch nicht belangen kann? Na, liebe Zusteller, böse Menschen würden das ja Betrug nennen. Und ich wäre mal neugierig, ob das bei euch in großem Stil so abläuft. Denn dann kommen wir bei der Schadenbemessung ja ganz fix in einen 6-stelligen Euro-Bereich.
Vielleicht findet sich ja jemand, der diesbezüglich mal einen Test macht.
Es mag durchaus sein, dass manche DHL - Mitarbeiter zu Weilen gar nicht mehr klingeln und eine Karte einschmeißen.
Aber, ganz ehrlich: Da können die DHL-Mitarbeiter nichts für (siehe: mein Vorkommentar); sie müssen (kenne ein Wenig das Business ;-)) teilweise wirklich unmenschliche Sendungsmengen bearbeiten, die EIGENTLICH nicht (!) zu schaffen sind!
Und wenn Sie die Menge nicht schaffen, werden die Pakete auf den nächsten Tag ,,geschoben". Nur: Am nächsten Tag steht in den Beladungshallen ja wieder eine neue, unmenschliche Sendungsmenge, dann zuzüglich Menge X.
Im Prinzip müssten Versanddienstleister wie DHL Ihr Zustellungspersonal MINDESTENS verdoppeln!
Viele Bezirke werden von Zustellbasen aus bedient, die vor vielen, vielen Jahren gebaut wurden, vor E-Commerce, vor Online-Shopping.
Die Laderampen, die Mitarbeiterzahlen, die Fahrzeuge - alles ,,unverändert" - nur eben eine 4-5 Mal höhere Sendungsmenge.
Bedenkt man nun, dass DHL im Vergleich zu UPS / DPD & Co. noch ,,gute" Arbeitsbedingungen haben ,,soll", so frage ich mich echt, wie die Arbeit bei den Konkurrenten aussieht; sie kann eigentlich nur der Quasi-Sklavenarbeit der ersten Phase der Industrialisierung gleichen.
Paketversand 16.7., ausgeliefert 22.7. auf eine Entfernung von gerundet 130 km. Selbst die Postkutschen waren schneller.
Abgesehen davon erhalte ich mein Zeitschriftenabonnement häufiger am Dienstag (!) statt wie früher am Sonnabend. Der Verlag hat nach Rückfrage erklärt, dass sich bei ihm nichts geändert hat. Die Auslieferung am Dienstag liegt wohl daran, dass am Montag keine Post mehr ausgeliefert wird, jedenfalls ist mein Briefkasten montags immer leer.
Aber: "Wir konnten nicht feststellen, dass in den Sommermonaten Sendungen stecken geblieben sind."
- - -
Póg mo thóin
- - -
Es mag durchaus sein, dass manche DHL - Mitarbeiter zu Weilen gar nicht mehr klingeln und eine Karte einschmeißen.
Aber, ganz ehrlich: Da können die DHL-Mitarbeiter nichts für (siehe: mein Vorkommentar); sie müssen (kenne ein Wenig das Business ;-)) teilweise wirklich unmenschliche Sendungsmengen bearbeiten, die EIGENTLICH nicht (!) zu schaffen sind!
Und wenn Sie die Menge nicht schaffen, werden die Pakete auf den nächsten Tag ,,geschoben". Nur: Am nächsten Tag steht in den Beladungshallen ja wieder eine neue, unmenschliche Sendungsmenge, dann zuzüglich Menge X.
Im Prinzip müssten Versanddienstleister wie DHL Ihr Zustellungspersonal MINDESTENS verdoppeln!
Viele Bezirke werden von Zustellbasen aus bedient, die vor vielen, vielen Jahren gebaut wurden, vor E-Commerce, vor Online-Shopping.
Die Laderampen, die Mitarbeiterzahlen, die Fahrzeuge - alles ,,unverändert" - nur eben eine 4-5 Mal höhere Sendungsmenge.
Bedenkt man nun, dass DHL im Vergleich zu UPS / DPD & Co. noch ,,gute" Arbeitsbedingungen haben ,,soll", so frage ich mich echt, wie die Arbeit bei den Konkurrenten aussieht; sie kann eigentlich nur der Quasi-Sklavenarbeit der ersten Phase der Industrialisierung gleichen.
Paketversand 16.7., ausgeliefert 22.7. auf eine Entfernung von gerundet 130 km. Selbst die Postkutschen waren schneller.
Abgesehen davon erhalte ich mein Zeitschriftenabonnement häufiger am Dienstag (!) statt wie früher am Sonnabend. Der Verlag hat nach Rückfrage erklärt, dass sich bei ihm nichts geändert hat. Die Auslieferung am Dienstag liegt wohl daran, dass am Montag keine Post mehr ausgeliefert wird, jedenfalls ist mein Briefkasten montags immer leer.
Aber: "Wir konnten nicht feststellen, dass in den Sommermonaten Sendungen stecken geblieben sind."
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Póg mo thóin
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Es mag sein, dass die Deutsche Post AG im Briefgeschäft minimal Rückgänge verbucht hat - dafür aber wächst das Paket-Geschäft seit JAHREN!
Ein verbeamteter Post-Paketzusteller musste in den 80ern vielleicht 40-50 Pakete / Schicht in Ruhe zustellen; ein Quelle - Paket, eine Sendung von Erbtante Frieda aus Wanne-Eickel.
Der gleiche Fahrer muss heute z.T. 175-250 Sendungen / Tag bearbeiten.
Gleicher Lohn, aber ein um den Faktor 4-5 (Tendenz: steigend) gewachsenes Sendungs-Aufkommen.
Da zu behaupten, die Zeiten seien hart, ist einfach unaufrichtig, bedenkt man, dass 1 aktueller Fahrer produktiv sein muss wie 4-5 Fahrer in den 80er - Jahren.
Die Gewinnmargen sind doch MASSIV gestiegen!
Die Verringerung des Brieaufkommens um 4-5%, die ohne Weiteres kompensiert werden könnte (1,7 Milliarden Euro Gewinn in 2008, *RÄUSPER!!!*) ist nur ein willkommenes Argument zur weiteren Personal-Minimierung und Service-Reduzierung zur Gewinn-Maximierung - den Shareholder wird's freuen!
Es mag durchaus sein, dass manche DHL - Mitarbeiter zu Weilen gar nicht mehr klingeln und eine Karte einschmeißen.
Aber, ganz ehrlich: Da können die DHL-Mitarbeiter nichts für (siehe: mein Vorkommentar); sie müssen (kenne ein Wenig das Business ;-)) teilweise wirklich unmenschliche Sendungsmengen bearbeiten, die EIGENTLICH nicht (!) zu schaffen sind!
Und wenn Sie die Menge nicht schaffen, werden die Pakete auf den nächsten Tag ,,geschoben". Nur: Am nächsten Tag steht in den Beladungshallen ja wieder eine neue, unmenschliche Sendungsmenge, dann zuzüglich Menge X.
Im Prinzip müssten Versanddienstleister wie DHL Ihr Zustellungspersonal MINDESTENS verdoppeln!
Viele Bezirke werden von Zustellbasen aus bedient, die vor vielen, vielen Jahren gebaut wurden, vor E-Commerce, vor Online-Shopping.
Die Laderampen, die Mitarbeiterzahlen, die Fahrzeuge - alles ,,unverändert" - nur eben eine 4-5 Mal höhere Sendungsmenge.
Bedenkt man nun, dass DHL im Vergleich zu UPS / DPD & Co. noch ,,gute" Arbeitsbedingungen haben ,,soll", so frage ich mich echt, wie die Arbeit bei den Konkurrenten aussieht; sie kann eigentlich nur der Quasi-Sklavenarbeit der ersten Phase der Industrialisierung gleichen.
gewiss Millionen von Briefen einfach durch emails ersetzen... Darauf kommt wohl niemand?
Endlich mal eine gute Idee, die Misere bei der Post an die Öffentlichkeit zu bringen. Das muss noch mehr werden, wir brauchen einen Aufstand, nicht einen Aufschrei. Unsere lahmen Politiker müssen zum Handeln gezwungen werden. Postkunden werden von Jahr zu Jahr mehr vergackeiert, Postmitarbeiter immer mehr ausgebeutet. Das Gebaren der Post ist mehr als eine schlechte Posse. Über die Zustände nach der Privatisierung im nachkommunistischen Rußland mokieren wir uns, aber bei uns ist es doch ähnlich mit Bahn und Post gelaufen: das Volksvermögen wurde verschwendet, verheizt und abgezweigt.
Wie in den Kommentaren hier deutlich wird, läuft auch die Zuverlässigkeit der DHL gegen Null. Wer Unternehmer ist greift im Paketbereich zwangsweise zur Konkurrenz, die nicht viel teuerer ist, aber zuverlässiger. Denn: ein Paket von München nach Zürich dauert erfahrungsgemäß 8 Tage, umgekehrt bekomme ich es in 4 Tagen. Von München nach Linz braucht es 11 Tage, umgekehrt 3. Benachrichtigungskarten fehlen zur Hälfte im Briefkasten, etc., etc. ... und natürlich haben wir Postkunden Mitleid mit den Zustellern, das entschuldigt aber nicht die KONZERNFÜHRUNG, die den Betrieb Quelle-like in den Abgrund wirtschaftet. Es ist die typische Karriere eines ehemaligen Staatsbetriebes: Bereicherung weniger auf Kosten der Mitarbeiter und Allgemeinheit. Und das ganze mit Führungskräften vom Format "deutscher Spitzenmanager", sprich selbstverliebte Vollversager vom Typ Seilschaftskarrierist. Dummerweise abgesichert von unserer Politik, die mitgeholfen hat, die Konkurrenz im Briefbereich komplett auszuschalten. Bravo, das sind Wahlkampfthemen.
Demnächst müssen wir bestimmt auch noch den Sprit für die Autos selbst bezahlen.
Wieder eine Firma zu Tode gespart. Bravo!
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Sie werden Deutschland nie regieren - Sie nicht!
(Gerhard Schröders wahre Worte)
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