Landtagswahlen Die Linkspartei feiert ihren Sieg
In der Berliner Bundeszentrale jubeln die Linken angesichts ihrer Ergebnisse in Thüringen, Sachsen und dem Saarland. Die Partei will nun Koalitionen mit SPD und Grünen
Jubel füllt den kleinen Innenhof des Karl-Liebknecht-Hauses in Berlin. Die Anhänger der Linken reagieren auf die erste Hochrechnung aus Thüringen: Siebenundzwanzig Prozent! Gut hundert Menschen haben sich in der Parteizentrale der Linken versammelt, um von der Hauptstadt aus zu verfolgen, wie ihre Partei bei den Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und dem Saarland abschneidet.
Der große Erfolg überrascht die Partei-Anhänger. Befreites Lachen mischt sich in den Applaus, als nach dem Thüringer Ergebnis auch das sächsische gut ausfällt und die Linke schließlich im Saarland mehr als zwanzig Prozent erreicht. "Das ist toll, gerade im Saarland", sagt Irene Gebauer. Die Berlinerin ist Mitglied der Linken und kann sich rot-rot-grüne Koalitionen in Thüringen und im Saarland gut vorstellen. "Aber das hängt nicht nur von uns ab", sagt sie. "Man ist ja nicht bei wünsch dir was."
Dabei dürfte die Wahl einige Wünsche der Linken erfüllt haben. "Wir sind heute eine der drei großen Parteien", sagt Dietmar Bartsch stolz. Der Bundesgeschäftsführer der Linken freut sich über die "Riesenerfolge" seiner Partei: "Dieser Wahltag ist Rückenwind. Die Menschen haben die soziale Politik der Linken honoriert."
Auch Gregor Gysi, Fraktionsvorsitzender im Bundestag, ist optimistisch. "Die Linke etabliert sich", verkündet er seinen Anhängern. Das Saarland ist das fünfte westdeutsche Bundesland, in dem die Linkspartei in den Landtag einzieht. Dieses "grandiose Ergebnis" habe Oskar Lafontaine zu verantworten.
In das Glück über den eigenen Erfolg mischt sich Schadenfreude. Die Nachricht der ARD, dass 16.000 ehemalige CDU-Wähler in Thüringen für die Linke gestimmt haben, löst Gejohle aus. Die CDU sei die "Verliererin des Tages", sagt Bartsch. Während die Große Koalition in allen drei Ländern verloren habe, sei die Linke in Thüringen und Sachsen "zweite Kraft".
In beiden Ländern gebe es nun die Möglichkeit für einen Politikwechsel, sagt Gysi. "An uns wird es nicht scheitern." Auf dem Fernsehbild allerdings, das ein Beamer in den Innenhof strahlt, kündigt die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth an, ihre Partei werde Bodo Ramelow, den Linken-Kandidat in Thüringen, nicht zum Ministerpräsidenten wählen. "Zicke", zischt eine ältere Frau verächtlich.
- Datum 31.08.2009 - 08:26 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE 30.8.2009
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Dass nun auch für die nicht wirklich linke "Zeit" die Linkspartei die einzige linke Partei in der Bundesrepublik zu sein scheint, freut mich für "Die Linke". Die Zeit, zu der es noch weitere linke Parteien gab, gefiel mir trotz allem besser.
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