Rechtsstreit mit Blogger Baade Jako gibt sich geschlagenSeite 2/2

Der Versuch, die Verbreitung einer Information mit aller Kraft zu unterdrücken, führt zu einer deutlich stärkeren Verbreitung. "Natürlich muss ein Unternehmen seine Marke und seinen Ruf schützen", sagt Klaus Eck, Experte für Public Relations und Online-Reputation und Autor des Buches Karrierefalle Internet, doch wer im Netz vorschnell die juristische Keule schwinge, der riskiere eine dicke Beule am eigenen Schädel. So geschehen im Falle Jako und Baade: Der kleine Blogger erfährt die Solidarität der Netzgemeinschaft, bekommt gar Spenden von Sympathisanten angeboten, das große Unternehmen hingegen gerät ins Kreuzfeuer der Kritik. "Im Kampf David gegen Goliath verliert Goliath im Internet fast immer", sagt Eck.

Dass ein Unternehmen, das in Medienberichten inzwischen als Turnbeutelausstatter und schwäbischen Schwitzhemdchen-Mogul bezeichnet wird, Anfragen von Journalisten konsequent abwimmelt, hält Eck für verfehlte Krisen-PR: "Das Unternehmen muss jetzt den Dialog suchen und seinen Kritikern auf den selben Kanälen antworten." Noch immer ist das Internet Neuland für viele PR-Abteilungen. Ohnehin, Jako hätte die Konfrontation vermeiden können: mit einem einfachen Anruf. "Ich hätte den Eintrag sofort gelöscht", bestätigt Baade im Gespräch mit ZEIT ONLINE.

Um den Ruf des Unternehmens zu retten, hat der Sportartikelhersteller nun eingelenkt: "Rückblickend betrachtet, wäre es viel besser gewesen, wir hätten mit Herrn Baade persönlich Kontakt aufgenommen und die Sache mit ihm direkt geklärt", wird der Vorstandsvorsitzende der Jako AG, Rudi Sprüngel, in einer Pressemitteilung des Unternehmens zitiert. Sprügel bedauert, dass sich die "Auseinandersetzung unnötigerweise so aufgeschaukelt hat" und will dafür einsetzen, dass Baade aus dieser Auseinandersetzung "keine finanziellen Nachteile erwachsen".

Sprüngel kündigte weiterhin an, er werde den Logo-Kritiker in die Firmenzentrale nach Mulfingen-Hollenbach einladen. Dabei werde man sehr gerne mit ihm über das neue Logo diskutieren. Ob Baade in dieser Diskussion seine Meinung zum neuen Jako-Logo revidieren wird? Zumindest den Kommentatoren des Designtagebuchs hatte Baade aus dem Herzen gesprochen. Die fanden: "Der neue Markenauftritt bringt den Spirit genau auf den Punkt. Gutmütiges Spießertum, kosteneffizient umgesetzt."

 
Leser-Kommentare
    • sane
    • 04.09.2009 um 16:52 Uhr
    1. Chance

    Dumm gelaufen, aber wie so häufig bietet sich auch eine Chance. Angenommen der Blogger hat auch sinnvolle Kritik vorzubringen und Jako geht drauf ein, können sie es noch zu einem win/win drehen. Man sollte sich aber vorher beraten lassen von jemanden, der Ahnung von "Netzmarketing" hat.

  1. Sind wir jetzt in China oder in einer Neu-Auflage der DDR angelangt?!

    Wenn jemand nicht sagen, wen oder was er beschissen findet, dann ist das ,,Recht auf freie Meinungsäußerung" doch bloße Farce und de facto nicht vorhanden / blosse Illusion?!

    Wenn MIR etwas nicht gefällt, dann sage ich das. Punkt.

    Und dieses demokratische Grundrecht sollten wir uns nicht von irgendwelchen dubiosen Sportartikelherstellern vernichten lassen!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ihr Recht auf freie Meinungsæusserung hørt da auf, wo andere durch ihre Wortwahl unverhæltnissmæssig verletzt werden; und das ist auch gut so.

    Mein Nachbar mag mich womøglich fuer eine "faule Sau" halten, deshalb darf er das so aber noch lange nicht ins Netz schreiben. Wohlgemerkt, es geht dabei nicht um den Inhalt seiner Meinung, nur um die Form.

    An diesem Punkt gibt es ja auch zwischen Jako und Baade keinen Streit. Der entzuendete sich ja erst, als der Sportartikelhersteller anfing "nachzutreten".

    Dabei sollte man allerdings bei Zeiten auch mal die beteiligte Anwæltin fragen, wie man denn auf die Idee kommen kann, eine Strafzahlung damit zu begruenden, Herr Baade hætte das Internet nicht genuegend kontrolliert? Darauf muss man erst mal kommen.

    Wie es richtig und schmerzfrei geht, steht ja schon im Artikel: Anrufen, um Løschung bitten, fertig. Wenn das nicht funktioniert kann man immer noch zum Anwalt gehen.

    Ihr Recht auf freie Meinungsæusserung hørt da auf, wo andere durch ihre Wortwahl unverhæltnissmæssig verletzt werden; und das ist auch gut so.

    Mein Nachbar mag mich womøglich fuer eine "faule Sau" halten, deshalb darf er das so aber noch lange nicht ins Netz schreiben. Wohlgemerkt, es geht dabei nicht um den Inhalt seiner Meinung, nur um die Form.

    An diesem Punkt gibt es ja auch zwischen Jako und Baade keinen Streit. Der entzuendete sich ja erst, als der Sportartikelhersteller anfing "nachzutreten".

    Dabei sollte man allerdings bei Zeiten auch mal die beteiligte Anwæltin fragen, wie man denn auf die Idee kommen kann, eine Strafzahlung damit zu begruenden, Herr Baade hætte das Internet nicht genuegend kontrolliert? Darauf muss man erst mal kommen.

    Wie es richtig und schmerzfrei geht, steht ja schon im Artikel: Anrufen, um Løschung bitten, fertig. Wenn das nicht funktioniert kann man immer noch zum Anwalt gehen.

  2. Ihr Recht auf freie Meinungsæusserung hørt da auf, wo andere durch ihre Wortwahl unverhæltnissmæssig verletzt werden; und das ist auch gut so.

    Mein Nachbar mag mich womøglich fuer eine "faule Sau" halten, deshalb darf er das so aber noch lange nicht ins Netz schreiben. Wohlgemerkt, es geht dabei nicht um den Inhalt seiner Meinung, nur um die Form.

    An diesem Punkt gibt es ja auch zwischen Jako und Baade keinen Streit. Der entzuendete sich ja erst, als der Sportartikelhersteller anfing "nachzutreten".

    Dabei sollte man allerdings bei Zeiten auch mal die beteiligte Anwæltin fragen, wie man denn auf die Idee kommen kann, eine Strafzahlung damit zu begruenden, Herr Baade hætte das Internet nicht genuegend kontrolliert? Darauf muss man erst mal kommen.

    Wie es richtig und schmerzfrei geht, steht ja schon im Artikel: Anrufen, um Løschung bitten, fertig. Wenn das nicht funktioniert kann man immer noch zum Anwalt gehen.

  3. Entegegen vieler Medienberichte konnte ich das Wort "entschuldigen" o.ä. nicht finden. Am ehesten noch etwas wie: „Wir haben ganz offensichtlich überreagiert“, was keine Entschuldigung ist.

    Ich lese stattdessen:

    Zitat aus der Pressemitteilung:
    „Wir haben uns rein rechtlich überhaupt nichts vorzuwerfen“, betont Rudi Sprügel, „aber rückblickend betrachtet, wäre es viel besser gewesen, wir hätten mit Herrn Baade persönlich Kontakt aufgenommen und die Sache mit ihm direkt geklärt.“
    Quelle: http://jako.de/jako_site_...

    Rein rechtlich hätte Jako grosse Probleme den Trainer Baader für einen News-Aggregator haftbar zu machen. Diese Klage wäre mit einem Dreizeler vom Tisch. Inhalt: "Ich betreibe newstin nicht und habe keine Erlaubnis zur Übernahme meines Textes erteilt". Damit wäre der wirkliche Bekalgte in Tschechien zu suchen gewesen. Die Forderung nach einer Tilgung der Aussage von anderen Sites ist wiederum eine Idee der Anwältin gewesen.

    Es gibt eben auch im Jahre 2009 noch Internetausdrucker.

    Nach langem Schweigen ist der Groschen im Schwabenländle gefallen. Trainer Baader hatte leider nicht die finanziellen Mittel, um weitere rechtliche Auseinandersetzungen zu bestreiten. Der Ausgang dieses Verfahrens wäre wichtig für andere Betroffene gewesen.

  4. JAKO = Mangelhaft = Gifte

    http://www.test.de/themen...
    http://www.testberichte.d...

    die Links machen gerade die Runde im Web (Foren, Blogs...).

    #k.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service