Leserdebatte Hat die Krise unsere Werte verändert?

Noch ist unklar, ob die Wirtschaftsflaute beendet ist. Ebenso rätselhaft bleibt, welche Lehren die Menschheit aus der Krise gezogen hat. Hat sich etwas verändert? Diskutieren Sie mit anderen Lesern von ZEIT ONLINE!

Wird der Konsum auch nach der Krise unsere große Liebe bleiben?

Wird der Konsum auch nach der Krise unsere große Liebe bleiben?

Experten streiten über die richtige Krisenpolitik, deutsche Beobachter befürchten, dass der Kahlschlag erst nach der Bundestagswahl kommt. Doch die Bürger bleiben weiterhin erstaunlich gelassen: Alles weiter wie bisher?

Die Systemdebatten, zu Beginn der Finanzkrise oft gefordert, finden weiterhin statt, doch die Töne werden sanfter, die Forderungen leiser.

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Alles also weiter wie bisher? Oder hat die Wirtschaftskrise unsere Werte vielleicht doch verändert? Werden wir eine Bewegung sehen, die dem ewigen Hamsterrennen des Kapitalismus abschwört und das Glück auf anderen Wegen sucht? Oder drehen wir alle das Rad weiterhin so schnell wie möglich, bis zum nächsten Unfall?

Wie hat die Krise unsere Werte verändert? Was haben die Menschen in Europa, den USA, Asien oder Afrika gelernt? Ist es zu spät, die Konsequenzen zu ziehen?

Schreiben Sie Ihre Meinung auf und diskutieren Sie mit!

 
Leser-Kommentare
  1. Ja, es hat sich was verändert: Das Verhalten der Menschen angesichts der ungeheuren zu schulternden Schuldenlast, deren finanzielle Auswirkungen zwar kognitiv bekannt aber keineswegs zugleich schon realisiert sind, hat eine Dimension der Ohnmacht hinterlassen, die beispiellos sein dürfte. Zugleich bezeugen vor laufender Kamera die Broker, dass die Geschäfte prima anziehen, alles beim alten ist und man schon wiederum satte Gewinne einfährt. Schamlos wie selbstverständlich. Verändert hat sich der Fatalismus, die Gleichgültigkeit, die mangelde Kampfbereitschaft, für die eigenen Rechte einzutreten und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Unglaublich, wie die Regierungen mit Volkes Wille (oder auch gelähmtem Unwillen) agieren dürfen, ohne abgestraft zu werden. Das ist eine wahre neue Dimension, aus der sich viel über den Bewusstseinszustand der Massen herauslesen lässt.

    Der Durchschnittsbürger ist trotz bürgerlicher Demonstrationsrechte in einer historisch bemerkenswerten Lethargie, für die er nochmals drauflegen wird.

  2. Sie schaufeln langsam unser Grab und was tun die Menschen dagegen, nichts. Die Politik hat uns versprochen etwas zu ändern, doch was ist geschehen, nichts. Da haben sich Politiker beim Volk für die Fehler bei der Bayern LB entschuldigt, doch welche Wirkung hat das, keine. Halt, da ist etwas geschehen, Herr Seehofer will das Informationsfreiheitsgesetz ändern, damit Anwälten, die Opfer der Bankenpleite vertreten, die Akteneinsicht bei der Bafin verwehrt werden kann.
    Es scheint so, siehe Bericht der Zeit "Heiße Spur ins Paradies", daß sich die Deutsche Bank in großem Stil an der Hinterziehung von Steuern beteiligt, doch was geschieht, nichts. Nein Halt, da geschieht schon etwas. Herr Ackermann bekommt als Belohnung dafür einen bunten Abend im Kanzleramt. Er hat alle eingeladen die ihn in seinen Tun nicht ins Handwerk pfuschen werden. An vorderster Front die Springerpresse.
    Die nächsten Wahlen werden jene Parteien gewinnen, von denen die ganze Meute an gierigen Geldhaien am Wenigsten zu befürchten haben.
    Wir haben es nicht anders verdient, wir sind ein Volk voller Gleichgültikeit, ohne jeglichen Willen zur Gestaltung einer besseren Welt. Die wenigen mutigen Menschen, die gegen diese Mißstände ankämpfen, werden als Aussenseiter abgestempelt und resignieren, weil sie keine Unterstützung bekommen.
    Der Durchschnittsbürger wir in Zukunft drauflegen, doch er wird es nicht einmal richtig merken oder vielleicht doch, wenn es wirklich zu spät ist.

  3. Irgendwann hatten Sie genug Drehtüren durchlitten, irgendwann wurde die Einsicht geboren, das die meisten Menschen, Heuchler, Lügner und Mörder geblieben sind. Abgesehen von dieser "weder heiss noch kalt - Lethargie", die einer "Lau-Lethargie" gleicht! Alles wartet ab, in der Hoffnung das irgendetwas, schönes in der Politik, der Wirtschaft oder in der Religion geschehen würde...!Viele waren den "Rattenfängern" der Welt, ob nun Politik oder Entertainment, auf den Leim gegangen und dem" Bla,bla, bli, "blind gefolgt, waren zu seinen „willigen Vollstreckern“ geworden. Doch Gottes Mühlen mahlten – langsam, aber sicher. Wie heißt es doch schon im 73. Psalm des alten Buches der Juden und Christen, das unsere europäische Kultur so wesentlich prägte?: „...ihr Herz quillt über von bösen Plänen, ihre Reden sind voll Spott und Verleumdung, sie machen große Worte, um die Leute einzuschüchtern, ihr aufgerissenes Maul/Ihre Stimmen, lullt Sie ein, Sie reicht an den Himmel, ihre böse Zunge schleift über die Erde. Darum laufen ihnen die Leute nach und können nicht genug bekommen von ihrem Geschwätz... Über Gottes Gebote setzen sie sich hinweg. Sie häufen Macht und Reichtum, und keiner hindert sie... Ich mühte mich ab, das alles zu verstehen, aber es war mir zu schwer... Da erkannte ich, wie es mit ihnen ausgeht: Du stellst sie auf schlüpfrigen Boden; Du verblendest sie, damit sie stürzen. Ganz plötzlich ist es mit ihnen aus. Sie nehmen ein Ende mit Schrecken.“

  4. So sieht also die von der neuen ZEIT-Online gelenkte Leser-Debatte -
    groß herausgestellt -aus:
    "Experten"artikel (Datum 20.8.2009 - 14:16 Uhr) mit dem Fazit: "... zu einem liberalen Marktsystem gibt es am Ende keine Alternative." (Wohin sind übrigens die dazu gehörigen Kommentare entschwunden?)
    Ein anderes (Datum 9.8.2009 - 13:06 Uhr):
    "Eine Kultur der Werte ist die Conditio sine qua non für die Wiederherstellung des Vertrauens in den Markt – und damit das Wohlergehen der Gesellschaft."

    Seit dem 06.09. - also seit 3 Tagen prominent herausgestellt. Bisher DREI!!! Kommentare ...
    Warum lenkt die Redaktion das Augenmerk nicht auf die Debatten, an denen sich die Leser tatsächlich rege beteiligen?

  5. Wenn schon die Marktwirtschaft als conditio sine qua non gepriesen wird müssen auch ihre negativen Auswirkungen korrigiert werden - vor allem die Produktion von Armut durch Konzentration des Reichtums in den Händen der Marktgewinner. Da gelten dann die üblichen Forderungen nach Reichensteuer, Anhebung der Mindestlöhne, Verkürzung der täglichen Arbeitszeit um Vollbeschäftigung zu erzeugen.

  6. Noch grandioser der nebenanstehende Arikel:
    Wahlkampf
    "Wie hoch muss die Mehrwertsteuer sein?"
    zur Leserdebatte auserkoren - nur kann man ihn nicht kommentieren ...
    Aber was soll's, ich führe hier eh nur ein Selbstgespräch.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Damit Sie kein Selbstgespräch führen müssen...

    Die Mehrwertsteuer muss so hoch sein dass sie zum Abbau der Staatsverschuldung beiträgt. Man kann sie aber nur schrittweise erhöhen. Wichtiger finde ich die Einführung der Reichensteuer und die Wiedereinführung eines Spitzensteuersatzes wie er etwa in Schweden üblich ist. Die Senkung des Spitzensteuersatzes war eine der Ursachen der gegenwärtigen Wirtschaftskrise und der Erhöhung der Staatsverschuldung.

    Ich hoffe mit Ihnen auf eine gute Diskussion dieses Themas - warten wir's ab bis der Relaunch wirkt und die Teilnehmer ihn verdaut haben.

    Viele Grüsse

    Damit Sie kein Selbstgespräch führen müssen...

    Die Mehrwertsteuer muss so hoch sein dass sie zum Abbau der Staatsverschuldung beiträgt. Man kann sie aber nur schrittweise erhöhen. Wichtiger finde ich die Einführung der Reichensteuer und die Wiedereinführung eines Spitzensteuersatzes wie er etwa in Schweden üblich ist. Die Senkung des Spitzensteuersatzes war eine der Ursachen der gegenwärtigen Wirtschaftskrise und der Erhöhung der Staatsverschuldung.

    Ich hoffe mit Ihnen auf eine gute Diskussion dieses Themas - warten wir's ab bis der Relaunch wirkt und die Teilnehmer ihn verdaut haben.

    Viele Grüsse

  7. Was ich mir selber dazu in den letzten Tagen notiert habe:

    Wir leben in einer Welt, in der die Werte verfallen.
    Das Mindeshaltbarkeitsdatum ist abgelaufen.

    Welchen Wert hat Geschichte?
    - Den Wert, daß sie zur Vermarktung hervorgeholt wird.
    Welchen Wert hat Bildung?
    - Den Wert, daß sie zum höheren Bruttoeinkommen beiträgt.
    Welchen Wert hat die Familie?
    - Den Wert, daß sie hübsch zur Schau getragen wird.
    Welchen Wert haben Kinder?
    - Den Wert, daß sie Bildung verabreicht bekommen, um auch
    in Zukunft für unser Wohlergehen zu arbeiten.
    Welchen Wert hat der Mensch?
    - Den Wert, den das Geld im gelassen hat.

    Alles, was darüber ist, wird abgezogen.
    Ordnung, Zerstreuung um zu sortieren, Aussortieren, Kategorisieren, Ordnung scheint nicht mehr nicht nur das halbe "Leben" zu sein. Wirtschaftsordnung, Gesellschaftsordnung, ... der Sand der Zeituhr rieselt nach unten ....

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Hallo WorldWideWeb

    Ihr Kommentar ist mir zu negativ. Wer Verfall predigt wird Verfall ernten. Dazu einige aufmunternde Worte und positive Werte zu Ihren Beispielen:

    - Lebensmittel sollte man möglichst frisch verzehren und nicht bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum warten.
    - Geschichte hat den Wert dass man über sie nachdenkt, über sie liest, über sie spricht und Lehren für die Zukunft zieht.
    - Bildung hat den Wert dass man sich ein Leben lang mit ihr beschäftigen kann.
    - Die Familie hat den Wert dass sie gemeinsam durch die Höhen und Tiefen des Lebens geht.
    - Kinder haben einen Eigenwert und einen Selbstwert. Ausserdem dienen sie später der Gesellschaft und damit sich selbst.
    - Jeder Mensch kann sich seine Werte selbst wählen aus dem grossen Angebot das ihm die Gesellschaft macht.
    - Ordnen, Sortieren und Kategorisieren sind für manche schöne Beschäftigungen die ihnen das Leben erleichtern und ihnen Überblick verschaffen.

    Viele Grüsse

    Ihr Beitrag trifft den Kern der gesellschaftliche Lethargie!

    Was können wir tun?
    Das Geld abschaffen?
    Die Kinder abschaffen?
    Den Wert abschaffen?
    Das Mindesthalbarkeits-Datum abschaffen?

    Wo man ein neues Haus hinbauen möchte, steht noch das alte...! Was tut ein kluger Bauherr?

    Abreissen?!

    Gruss Thutmosis

    Hallo WorldWideWeb

    Ihr Kommentar ist mir zu negativ. Wer Verfall predigt wird Verfall ernten. Dazu einige aufmunternde Worte und positive Werte zu Ihren Beispielen:

    - Lebensmittel sollte man möglichst frisch verzehren und nicht bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum warten.
    - Geschichte hat den Wert dass man über sie nachdenkt, über sie liest, über sie spricht und Lehren für die Zukunft zieht.
    - Bildung hat den Wert dass man sich ein Leben lang mit ihr beschäftigen kann.
    - Die Familie hat den Wert dass sie gemeinsam durch die Höhen und Tiefen des Lebens geht.
    - Kinder haben einen Eigenwert und einen Selbstwert. Ausserdem dienen sie später der Gesellschaft und damit sich selbst.
    - Jeder Mensch kann sich seine Werte selbst wählen aus dem grossen Angebot das ihm die Gesellschaft macht.
    - Ordnen, Sortieren und Kategorisieren sind für manche schöne Beschäftigungen die ihnen das Leben erleichtern und ihnen Überblick verschaffen.

    Viele Grüsse

    Ihr Beitrag trifft den Kern der gesellschaftliche Lethargie!

    Was können wir tun?
    Das Geld abschaffen?
    Die Kinder abschaffen?
    Den Wert abschaffen?
    Das Mindesthalbarkeits-Datum abschaffen?

    Wo man ein neues Haus hinbauen möchte, steht noch das alte...! Was tut ein kluger Bauherr?

    Abreissen?!

    Gruss Thutmosis

  8. Damit Sie kein Selbstgespräch führen müssen...

    Die Mehrwertsteuer muss so hoch sein dass sie zum Abbau der Staatsverschuldung beiträgt. Man kann sie aber nur schrittweise erhöhen. Wichtiger finde ich die Einführung der Reichensteuer und die Wiedereinführung eines Spitzensteuersatzes wie er etwa in Schweden üblich ist. Die Senkung des Spitzensteuersatzes war eine der Ursachen der gegenwärtigen Wirtschaftskrise und der Erhöhung der Staatsverschuldung.

    Ich hoffe mit Ihnen auf eine gute Diskussion dieses Themas - warten wir's ab bis der Relaunch wirkt und die Teilnehmer ihn verdaut haben.

    Viele Grüsse

    Antwort auf "@#4 - Leser-Debatte"

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