Im Irak hat ein Selbstmordattentäter am Freitag mindestens 30 Menschen im Haus eines Stammesführers bei einem Festessen mit in den Tod gerissen. 110 weitere Menschen seien zum Teil schwer verletzt worden, als sich der Attentäter im Hause des lokalen Stammesführers Scheich Mohammed Abdullah Saleh al-Karghuli in der Ortschaft Jussifija südlich von Bagdad in die Luft gesprengt habe, sagte ein Sprecher der Sicherheitskräfte. Das Treffen sollte nach den Worten des Sprechers der "nationalen Versöhnung" dienen.

Am Vortag, Neujahr, hatten die USA mit der Übergabe der streng bewachten Grünen Zone in Bagdad die Sicherheit des Landes wieder vollständig in die Kontrolle der irakischen Truppen übergeben. Auch dies ein Schritt, der eigentlich dem Übergang in die Normalität dienen soll.

Trotz Aussöhnung und verstärkter Truppenpräsenz bleibt das Leben außerhalb der Sicherheitszone Bagdads gefährlich. An einer Straßensperre südlich von Bagdad erschossen Unbekannte am Freitag zwei Angehörige einer lokalen Bürgerwehr. Vier weitere Bürgerwehr-Kämpfer wurden bei der Attacke in Dscharf al-Sachr nach Informationen von Aswat al-Irak verletzt. Die Angreifer konnten fliehen.

Derweil wurde bekannt, dass viele Kandidaten vor den Provinzratswahlen am 31. Januar versuchen, potenzielle Wähler mit Geld und Geschenken zu bestechen. Ein hochrangiger Vertreter des schiitischen Klerus sagte am Freitag in einer Predigt vor Hunderten von Gläubigen in der Stadt Kerbela: "Der Stimmenkauf mit Geld und anderen Mitteln ist eine Sünde."

Deshalb dürfe kein Wähler seine Stimme einem Kandidaten geben, der zuvor versucht habe, ihn zu bestechen. Der Vertraute des geistlichen Oberhauptes der Schiiten im Irak, Großajatollah Ali al-Sistani, sagte, Kandidaten hätten Lebensmittel, Kleidung und Decken an arme Wähler verteilt und ihnen gleichzeitig das Versprechen abgenommen, dass sie für sie stimmten. Gewählt wird in 14 der insgesamt 18 Provinzen. (dpa/Reuters/sr)