Bürgschaft Länder ebnen Weg für Opel-Rettung Seite 3/3

Vizelkanzler Fran-Walter Steinmeier, dessen Partei als Gewinner aus dem Verfahren hervorgeht, lobte in der Bams die Lösung für Opel. "Alle Konzepte sahen Abbau vor. Mit dem Magna-Konzept erhalten wir nicht nur die vier deutschen Standorte, sondern auch die größtmögliche Zahl an Arbeitsplätzen." Auch die US-Regierung lobte, die Übereinkunft sei ein positiver Schritt für die Autobranche, wie ein hochrangiger Regierungsvertreter sagte. Auch Bundeskanzlerin Merkel (CDU) hatte eine Insolvenz für zu riskant gehalten. 

Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg erneuerte dagegen seine Kritik an dem Rettungspaket. "Der Staat läuft Gefahr, sich erpressbar zu machen, wenn er einmal großzügig hilft", sagte der CSU-Politiker der Welt am Sonntag. Guttenberg hätte eine Insolvenz dem Einstieg von Investoren vorgezogen, wie er am Samstag klar machte. "Bei der Bewertung der Risiken des vorliegenden Konzepts kam ich zu einer anderen Einschätzung als meine Kollegen", sagte Guttenberg. Ähnlich sah es der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Hans-Heinrich Driftmann, in einem Gespräch mit dem Deutschlandfunk.

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Kritik kam auch dem Wirtschaftsflügel der Union: "Mit diesem Konzept steht noch nicht fest, dass es Opel in drei Jahren noch geben wird", kritisierte der Unions-Finanzexperte Otto Bernhardt. Die CSU-Mittelstands-Union äußerte die Befürchtung, Magna werde künftig den bisherigen Opel-Zulieferern Aufträge wegschnappen. CSU-Chef Horst Seehofer stellte sich dagegen demonstrativ hinter Guttenberg. Dieser habe "mit seiner skeptischen Haltung zu dem, was bei Opel in den letzten Tagen gelaufen ist, die volle Unterstützung der CSU".

Am Samstag hatten im Zusammenhang mit Guttenberg Rücktrittsgerüchte die Runde gemacht, weil die vom Minister erwogene Insolvenz von Opel, auch auf Drängen der SPD, abgewendet worden war. Kanzlerin Merkel imd CSU-Chef Horst Seehofer stärkten ihm aber den Rücken.

"Blitz"-Insolvenz für GM

Die Führung von GM trifft im Gegensatz zu Opel nun letzte Vorbereitungen für den als unvermeidlich geltenden Weg in die Insolvenz. Der Konzernchef des einst weltgrößte Automobilbauers, Fritz Henderson, will sich am Montag in New York öffentlich äußern. Es wird erwartet, dass dann auch US- Präsident Barack Obama den Gang des Unternehmens in die Insolvenz offiziell bekanntgeben wird.

Laut Medienberichten ist eine "Blitz-Insolvenz" von 60 bis 90 Tagen vorgesehen. Das gut 100 Jahre alte Unternehmen soll zunächst praktisch verstaatlicht werden und sich - geschützt vor dem Zugriff der Gläubiger - gesundschrumpfen. Die Staatshilfen werden auf insgesamt 50 Milliarden Dollar veranschlagt. Die Einigung mit Opel sowie die jüngste Zustimmung der mächtigen Autogewerkschaft UAW zu drastischen Einschnitten gelten als wichtige Voraussetzung, um die Insolvenz zu erleichtern. Zudem stimmten bisher insgesamt 35 Prozent der Gläubiger zu, auf ihre Gelder zu verzichten und sich stattdessen mit Anteilen am "neuen GM" zufriedenzugeben.

 
Leser-Kommentare
  1. Rettung mit der goldenen Hand. Hoffen wir es hilft, ändern können wir jetzt auch nichts mehr.

  2. Anhand des Artikels (Danke an Die Zeit) lässt sich die hochgelobte Rettungsaktion jetzt leider doch wesentlich nüchterner betrachten.

    Was hiervon in der Realität umgesetzt wird, bleibt offen - man sollte auch nicht vergessen, dass (Kapitän) Schröder wieder mit an Bord ist, der der ganzen Aktion einen abenteuerlichen Rahmen verleiht.

    • iGude
    • 31.05.2009 um 19:31 Uhr

    Guttenberg war der einzige der überhaupt verstand, auf was sich da alle ahnungslosen Steuergeldstümper überhaupt einlassen. Doch, auch er hatte keinerlei Möglichkeit einfach "Nein" zu sagen. Selbst ein komplettes Aus von Opel würde uns (Steuerzahler) deutlich billiger kommen. Wenn man sich das komplette Finanzengangement von Bund und Ländern anschaut, hätte man zu den 50000 Opelarbeitern, die ohne Arbeit währen noch weitere 300000 in Lohn und Arbeit bringen können, und die wären alle mit dem Geld hochqualifiziert.

    Egal, macht doch in Berlin was ihr wollt, lasst mir nur meine Ruhe.

    Ich gehe zu keiner Wahlurne mehr, nur noch auf die Strasse. Protest statt diese Dummheit alla Münte und co..... ach egal, eigentlich nervt ganz Berlin egal welches Namensschild.

    • gayorg
    • 31.05.2009 um 19:56 Uhr

    wo ist die parlamentrische Konrolle wo ist die 4, Gewalt , ZEIT , FAZ, SÜDDEUTSCHE, WELt ETC.haben sich ja schon lange aus dem Kreis verabschiedet:

    • Seckel
    • 31.05.2009 um 20:50 Uhr

    Auf Gedeih und Verderb hat Opel ein neues Benchmark: Verlangte in der Mitte der 1990er Jahre das Management von den westdeutschen Werken der Volkswagen AG eine Steigerung der Produktivität von 20% markiert der gegenwärtige Deal rund fünfzehn Jahre später einen Anstieg bei sonst gleichen Parametern von 40%. Diese damit gewählte so genannte Low-Road-Variante setzt auch ein Präjudiz für die nahende Entscheidung des us-amerikanischen Finanzministeriums gegenüber der General Motors Corp., die keinesfalls hinter diesem Benchmark zurückfallen darf.

  3. §1 Opelgesetz

    Jedes 5. neu verkaufte Auto muss ein Opel sein.

    §2

    Auf alle neu vrekaufte Autos muss eine Sondersteuer entrichtet werden. Mit dieser Sondersteuer werden Opel subventioniert, bis § 1 erfüllt ist.

    §3

    Die Sondersteuer wird solange erhöht, bis mindestens 1/5 aller Neuwagen in Europa von Opel produziert werden

    §4

    Die Gewinne der Firma Opel werden privatisiert und direkt an die russische Speerbank und den Besitzer von Magna überwiesen, etwaige Verluste werden durch eine Reduktion der Sozialleistungen und eine Erhöhung der MWST. ausgeglichen.

    §5

    Ausgenommen von den obigen Regelungen sind selbstverständlich die Fahrzeugflotten der dt. Staatsbediensteten.

  4. Ich weiß nicht, ob die Beteiligten sich die Bilanz des 1. Quartals 2009 von MAGNA International angesehen haben - da hilft ein Kranker einem Sterbenden.
    MAGNA wird sich an dem verheben, was es sich aufgeladen hat, und die Russen sind eh von Väterchen Putin abnhängig, was ihre Rekapitalisierung anbelangt.

    Bei der Opel-"Rettung" handelt es sich um ein Wahlkampfgeschenk der SPD, das obendrein die Gefahr birgt, daß die Dämme gegen andere Begierlichkeiten auf schwankenden Füßen stehender Unternehmen brechen und die Regierenden sich ihnen letztendlichb nicht entziehen können oder werden. Nach dem Motto: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich gänzlich ungeniert.

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    Hallo Peter,

    wären Sie bitte so nett Ihre Quelle bzw. den link zu posten, die Quartalszahlen (MAGNA) würden mich auch interessieren.

    Gruß, Martin

    Hallo Peter,

    wären Sie bitte so nett Ihre Quelle bzw. den link zu posten, die Quartalszahlen (MAGNA) würden mich auch interessieren.

    Gruß, Martin

  5. 8. Quelle

    Hallo Peter,

    wären Sie bitte so nett Ihre Quelle bzw. den link zu posten, die Quartalszahlen (MAGNA) würden mich auch interessieren.

    Gruß, Martin

    Antwort auf "Wahlkampfgeschenk"

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