ZDF-Unternehmenssprecher Alexander Stock bestätigte am Dienstag entsprechende Medienberichte. "Das ZDF wird seinen Online-Bestand deutlich reduzieren. Das betrifft vor allem Textseiten. Die Videoangebote werden dafür stärker in den Vordergrund treten", sagte Stock.

Hintergrund für die starken Einschnitte sei der am 1. Juni in Kraft tretende 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag. Dieser grenzt die Internet-Auftritte der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten deutlich ein.

Nach ZDF-Angaben sollen die Inhalte von zdf.de nach der bisherigen Planung um 46.800 Dokumente verringert werden, bei heute.de um 28.000 Texte. Aus dem Portal sport.zdf.de sollen 18.700 Texte verschwinden. Reduziert werde ebenfalls die ZDF-Mediathek – dort können komplette Fernsehsendungen heruntergeladen werden: Hier geht es nach den Angaben unter anderem um etwa 4000 Videos und 6500 Bilderserien. Aus dem Netz genommen werden sollen darüber hinaus Eigenproduktionen, die älter als ein Jahr sind.

Laut neuem Rundfunkstaatsvertrag dürfen Abrufinhalte in aller Regel nicht länger als sieben Tage im Internet angeboten werden. Über das Konzept zur einschneidenden Reduzierung des Internetangebots werde der ZDF-Fernsehrat in Kürze beraten, hieß es weiter.

Probleme beim NDR mit Mediathek


Ebenfalls Probleme mit seinem Online-Auftritt hat der NDR. Die erst vor kurzem gestartete Mediathek steht laut Bericht der Süddeutschen Zeitung möglicherweise schon wieder vor dem Aus. Die EU-Kommission stelle die Zulässigkeit des Genehmigungsverfahrens der Mediathek durch die Rundfunkräte in Frage, berichtet die Zeitung.

Grund seien Zweifel an der Unabhängigkeit der Rundfunkräte. Dem Duktus der Entscheidung sei eine "Nähe des Gremiums zum Sender" zu entnehmen, zitiert die Süddeutsche aus der Generaldirektion Wettbewerb der Kommission.

Die Rundfunkräte hatten nach einem langwierigen Drei-Stufen-Test den Internetauftritt des NDR Ende März bewilligt.