G-20-Gipfel Die Reformpläne der Mächtigen

Pittsburgh soll neue Regeln für die Finanzmärkte bringen. Was wird dort diskutiert – und was nicht? Eine Übersicht von Harald Schumann und Christoph von Marschall

In Pittsburgh tagen die Mächtigen der Welt, um über neue Regeln für die Finanzmärkte zu beraten

In Pittsburgh tagen die Mächtigen der Welt, um über neue Regeln für die Finanzmärkte zu beraten

Anders als bei den bisherigen G-20-Gipfeltreffen wird es in Pittsburgh nicht mehr vorrangig um die Bekämpfung der Wirtschaftskrise gehen. Stattdessen wollen die Regierungschefs und ihre Finanzminister nun darüber beraten, wie die im Grundsatz beschlossenen Maßnahmen zur Stabilisierung des globalen Finanzsystems praktisch umgesetzt werden. Dabei reicht die Palette der Themen von den falschen Anreizen durch Bonuszahlungen in der Finanzbranche über den Umbau des Internationalen Währungsfonds (IWF) zur Überwachungsbehörde bis zu einem Programm gegen die Ungleichgewichte im Welthandel.

Scheitert die Reform der Finanzmärkte an nationalen Standortinteressen?

Im Kern steht die Forderung, dass Großbanken und andere systemwichtige Finanzunternehmen künftig weit mehr Eigenkapital als Sicherheitsreserve für Krisenzeiten vorhalten sollen als bisher. Vor der Krise hatten viele Geldhäuser ihr eingesetztes Kapital durch hohe Kreditaufnahme vervielfacht, um auch aus kleinen Margen hohe Gewinne herauszuholen. Als viele ihrer Investments faul wurden und drastisch an Wert verloren, vervielfachte dieser Kredithebel aber auch die Verluste und mangels Eigenkapital mussten sie mit Steuergeldern gestützt werden. Diese Sicherheitslücke soll nun geschlossen werden.

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Doch ausgerechnet dieses eigentlich längst beschlossene "Herzstück" der Finanzmarktreform, wie es in der deutschen G-20-Delegation genannt wird, stößt zusehends auf Widerstand. Denn wenn Banken mehr Eigenkapital vorhalten müssen und im Verhältnis dazu weniger Fremdmittel aufnehmen dürfen, mindert das ihre Renditechancen erheblich. Um dies abzuwehren, bedienen sich die Lobbyisten der Finanzbranche einer alten Methode: Sie beklagen regionale Wettbewerbsnachteile und versuchen, die Regierungen gegeneinander in Stellung zu bringen.

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