Wirtschaftskrise Merkels geschönter Aufschwung

Die Arbeitslosigkeit sinkt zum vierten Mal in Folge, die Entlassungswelle bleibt vorerst aus. Doch die Lage ist von der Politik geschönt, der Aufschwung weiter brüchig.

Wir stehen vor einem Wunder. Während die deutsche Wirtschaft so stark schrumpft wie noch nie und die Krise noch immer weite Teile der Welt fest im Griff hat, sinkt bei uns die Arbeitslosigkeit, zum vierten Mal in Folge. Es scheint, als koppelte sich eine der führenden Exportnationen einfach von der globalen ökonomischen Katastrophe ab. Die Entlassungswelle nach der Bundestagswahl, von vielen befürchtet, hat es nicht gegeben.

Für ein Land, das sich auf Schlimmes eingestellt hatte, in dem Unheilspropheten gar soziale Unruhen kommen sahen, ist das eine ermutigende Nachricht. Die neue Regierung kann sich freuen. Zumal die USA, die wichtigste Volkswirtschaft der Welt, ebenfalls aus dem Tal der Tränen aufsteigen. Trotzdem ist längst nicht alles überstanden – die tiefste Rezession seit 80 Jahren war nicht bloß ein böser Traum. Dass es vor allem auf dem Arbeitsmarkt bisher so glimpflich abgeht, ist der beherzten Stabilisierungspolitik der alten Koalition zu danken: Der Staat übernimmt, was der Markt nicht mehr zu leisten vermag.

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Doch die Unternehmen und die Arbeitnehmer gewinnen mit dieser Strategie jeden Monat Zeit, mehr nicht. Denn der leichte Aufschwung, den man kaum so nennen mag, ist auf Pump finanziert. Mehr als eine Million Menschen arbeiten kurz, beziehen also einen großen Teil ihres Lohns aus der Sozialkasse. Zudem schießt der Staat per Investitionsprogramm immense Summen in die Wirtschaft. Obendrein können sich die Banken Kapital fast gratis bei der Zentralbank besorgen und fahren deshalb wieder fette Gewinne ein. Und der Arbeitsmarkt zieht jedes Jahr im Herbst an, so auch 2009 – ob nun Boom ist oder Krise.

Dennoch haben die Betriebe mangels Aufträgen ein Drittel ihrer Maschinen eingemottet, entsprechend ist das Personal, das sie bedient, im Prinzip überflüssig. Und ein genauer Blick in die Statistiken der Arbeitsagenturen zeigt, dass die Nürnberger Zahlen von der Politik geschönt sind – dass in Wahrheit derzeit mindestens fünf Millionen Menschen ohne Beschäftigung sind, nicht 3,2 Millionen. Und obendrein zittert die Wirtschaft vor einer Kreditklemme. Denn die Banken horten in ihren Kellern noch immer giftige Papiere, die die Bilanzen belasten. Bekommen aber die Firmen kein Kapital für Investitionen mehr, sind alle Aufschwungträume rasch ausgeträumt.

Es spricht also vieles dagegen, dass Angela Merkel unversehens ein Aufschwung in den Schoß fällt. Das Wachstum im kommenden Jahr wird aus heutiger Sicht angesichts der Rahmenbedingungen bestenfalls mau ausfallen. Zu einem echten Aufschwung, wie zuletzt 2007, fehlt die Kraft der Weltwirtschaft. Es sei denn, die neue Regierung setzte eine klare Priorität – und ordnete dem Ziel, mehr Wirtschaftswachstum zu erreichen, alles andere unter. Wachstum ist das Lebenselixier unseres Staats- und Gemeinwesens – auch wenn die Vorbehalte gegen eine Strategie des ,Immer mehr’ im Zuge der Finanzkrise gewachsen sind.

Im Koalitionsvertrag von Union und FDP ist indes der Vorrang für Wachstum bisher nur eine hohle Phrase. Den neuen Partnern erscheint es wichtiger, ihre Klientel zu bedienen – Familien und Rentnern mehr Geld zukommen zu lassen, Subventionen an Hoteliers und Bauern zu verteilen, die Energiebranche, Apotheker und Ärzte vor Konkurrenz zu schützen. Das ist das Gegenteil von Wachstumspolitik. Beinahe jeder Euro für soziale Wohltaten oder die Bewahrung überkommener Strukturen dürfte besser investiert sein, wenn er in Forschung und Bildung flösse, in die Qualifikation der hunderttausenden Langzeitarbeitslosen.

Leser-Kommentare
  1. Immer wieder wird Aufschwung durch Wachstum als Allheilmittel beschworen. Unbegrenztes Wachstum ist bei begrenzten Resourcen (dazu zählen auch die Menschen) nicht möglich. Wer soll den all das Produzierte bezahlen ? Insbesondere wenn die Wirtschaft versucht Kosten zu sparen durch immer geringere Lohnanteile bei den Produktionskosten (entweder durch billigere Arbeitskräfte oder durch optimierte Herstellungsprozesse).

    Es ist richtig, dass die Betriebe (z.B. für Moderniesierungen oder Expansionen) Geld vom Kapitalmarkt benötigen, was von den Banken aus Risikoerwägungen aber teilweise nicht gewährt wird. Es ist aber falsch, wenn Betriebe nur noch mit (kurzfristigen) Krediten operieren. Eine gesunde Eigenkapitalbasis und ausreichend liquide sein ist unerlässlich.

    Was fehlt ist die Idee der Nachhaltigkeit und der Betrachtung von Grenzen im Wachstum in ein vernünftiges Wirtschaftssystem umzusetzen.
    Wo bleiben da die goßen Köpfe aus der Forschung mit neuen Ideen?

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    Selbstverständlich ist unbegrenztes Wachstum möglich. Man darf sich darunter nur nicht ein statisches Mengenwachstum vorstellen, das geht sicherlich nicht und hat mit echtem Wirtschaftswachstum zur teilweise etwas zu tun, eher mit Bedarfsdeckung und Überbedarfsdeckung, die nur bei neuen Produkten zu einem echtem Wachstum führen.
    Im Wirtschaftswachstum drückt sich primär Fortschritt und Innovationfähigkeit aus, der Rest ist Bedarfsdeckung in der Breite, welches man ebenfalls ankurbeln kann (Drittwagen, Vierthandy etc.) aber kaum nachhaltiges Wachstum darstellt, sondern diesem ab einem gewissen Punkt sogar im Wege steht, weil es sich nur um Grenznutzenerweiterungen handelt, die auch Ressourcen fressen und die Innovationsgeschwindigkeit verlangsamen.
    Gerade staatliche Wirtschaftspolitik erschöpft sich meist in Letzterem, weil nur damit vorhersagbare messbare Ergebnisse erzielt werdne können. Echte Innovation dagegen ist wie ein Pokerspiel und damit nicht vorhersagbar.

    H.

    Der Artikel kritisiert die aktuelle Wirtschaftspolitik und schlägt Alternativen vor.
    Doch geht beides am Ziel vorbei.

    Sicher wäre ein mehr an Bildung, Ausbildung besonders in prekären Bereichen zu begrüssen, doch ignoriert der Artikel vollständig, das dies mit Geld entweder nur teilweise oder sogar gar nicht wirksam zu bewerkstelligen ist.
    Wer Kinder auf der Hauptschule hat, weis wovon ich spreche, denn für eine entsprechende Bildung ist erst mal die Bereitschaft und Fähigkeit zur Ausbildung erforderlich und ein entsprechendes soziales Umfeld.
    Im Gegensatz zu früheren Zeiten kann Bildungswilligkeit nicht mehr vorausgesetzt werden. Die Ursachen hierfür werden gerne verdrängt, weil sie nicht in die Ideologie passen oder mit anderen Zielen in Konkurrenz stehen(links) oder die eigene Bequemlichkeit bedrohen(rechts).
    Mehr Geld, egal wozu, außer in den Händen der Verbraucher, bringt erst mal gar nichts.
    Denn das Hauptproblem in Deutschland ist der geringe Effizienzgrad staatlicher Investitionen, wenn man den Unterhalt der Infrastruktur mal aussen vor lässt.
    Viele der Sozial- und zusätzlichen Bildungsinvestionen sind im Grunde verkappte Arbeitsplatzbeschaffungsmassnahmen, die kaum nennenswerte (zahlenmäßig) Verbesserungen bringen und damit nicht einen sozialen Ausgleich darstellen, sondern schlicht eine Finanzierung von ineffizienten Kostgängern.

    H.

    Letztlich bemisst sich das Wachstum an der Produktivität. Steigende Produktivität führt zu mehr Wohlstand, mehr Wohlstand führt zu mehr Nachfrage, die - wenn sie befriedigt wird - zu mehr Wachstum führt usw.

    Das System funktioniert allerdings nicht bedingungslos.

    Zuerst muss das produziert werden, was die Leute auch nachfragen. Negativbeispiel Milch. Zu viel Milch führt zu Preisverfall. Die investierte Arbeit und der Produktivitätszuwachs führt nicht zu mehr Wohlstand, sondern bis zu einem gewissen Punkt zu mehr Konsum.

    Auf der anderen Seite müssen die Leute mit Nachfragepotential mit Kapital versorgt. Sie halten die wohlstandsfördernde Produktion aufrecht. Negativbeispiel amerikanische Immo-Kredite. Man hat die Leute zwar mit Kapital versorgt, gab ihnen aber keine oder zu schlecht bezahlte Arbeit, so dass sie ihren Kreditverpflichtungen nicht nachkommen konnten. Kein Kreislauf, kein funktionierendes System.

    Wachstum ist möglich. Ab einem gewissen Niveau müssen allerdings einige Randbedingungen erfüllt sein. In erster Linie müssen die Kapazitäten vernünftig ausgelastet werden. Das heißt auf die Menschen angewandt: Jeder zählt. Jeder muss teilnehmen. Jeder muss konsumieren. Jeder muss teilhaben.

    Das System funktioniert nur, wenn jeder für seine Arbeit so gut bezahlt wird, dass er die Nachfrage stützen kann. Wenn die Arbeit und das investierende Kapital dann in Produkte fließen, die auch wirklich nachgefragt werden, dann findet Wachstum statt.

    Selbstverständlich ist unbegrenztes Wachstum möglich. Man darf sich darunter nur nicht ein statisches Mengenwachstum vorstellen, das geht sicherlich nicht und hat mit echtem Wirtschaftswachstum zur teilweise etwas zu tun, eher mit Bedarfsdeckung und Überbedarfsdeckung, die nur bei neuen Produkten zu einem echtem Wachstum führen.
    Im Wirtschaftswachstum drückt sich primär Fortschritt und Innovationfähigkeit aus, der Rest ist Bedarfsdeckung in der Breite, welches man ebenfalls ankurbeln kann (Drittwagen, Vierthandy etc.) aber kaum nachhaltiges Wachstum darstellt, sondern diesem ab einem gewissen Punkt sogar im Wege steht, weil es sich nur um Grenznutzenerweiterungen handelt, die auch Ressourcen fressen und die Innovationsgeschwindigkeit verlangsamen.
    Gerade staatliche Wirtschaftspolitik erschöpft sich meist in Letzterem, weil nur damit vorhersagbare messbare Ergebnisse erzielt werdne können. Echte Innovation dagegen ist wie ein Pokerspiel und damit nicht vorhersagbar.

    H.

    Der Artikel kritisiert die aktuelle Wirtschaftspolitik und schlägt Alternativen vor.
    Doch geht beides am Ziel vorbei.

    Sicher wäre ein mehr an Bildung, Ausbildung besonders in prekären Bereichen zu begrüssen, doch ignoriert der Artikel vollständig, das dies mit Geld entweder nur teilweise oder sogar gar nicht wirksam zu bewerkstelligen ist.
    Wer Kinder auf der Hauptschule hat, weis wovon ich spreche, denn für eine entsprechende Bildung ist erst mal die Bereitschaft und Fähigkeit zur Ausbildung erforderlich und ein entsprechendes soziales Umfeld.
    Im Gegensatz zu früheren Zeiten kann Bildungswilligkeit nicht mehr vorausgesetzt werden. Die Ursachen hierfür werden gerne verdrängt, weil sie nicht in die Ideologie passen oder mit anderen Zielen in Konkurrenz stehen(links) oder die eigene Bequemlichkeit bedrohen(rechts).
    Mehr Geld, egal wozu, außer in den Händen der Verbraucher, bringt erst mal gar nichts.
    Denn das Hauptproblem in Deutschland ist der geringe Effizienzgrad staatlicher Investitionen, wenn man den Unterhalt der Infrastruktur mal aussen vor lässt.
    Viele der Sozial- und zusätzlichen Bildungsinvestionen sind im Grunde verkappte Arbeitsplatzbeschaffungsmassnahmen, die kaum nennenswerte (zahlenmäßig) Verbesserungen bringen und damit nicht einen sozialen Ausgleich darstellen, sondern schlicht eine Finanzierung von ineffizienten Kostgängern.

    H.

    Letztlich bemisst sich das Wachstum an der Produktivität. Steigende Produktivität führt zu mehr Wohlstand, mehr Wohlstand führt zu mehr Nachfrage, die - wenn sie befriedigt wird - zu mehr Wachstum führt usw.

    Das System funktioniert allerdings nicht bedingungslos.

    Zuerst muss das produziert werden, was die Leute auch nachfragen. Negativbeispiel Milch. Zu viel Milch führt zu Preisverfall. Die investierte Arbeit und der Produktivitätszuwachs führt nicht zu mehr Wohlstand, sondern bis zu einem gewissen Punkt zu mehr Konsum.

    Auf der anderen Seite müssen die Leute mit Nachfragepotential mit Kapital versorgt. Sie halten die wohlstandsfördernde Produktion aufrecht. Negativbeispiel amerikanische Immo-Kredite. Man hat die Leute zwar mit Kapital versorgt, gab ihnen aber keine oder zu schlecht bezahlte Arbeit, so dass sie ihren Kreditverpflichtungen nicht nachkommen konnten. Kein Kreislauf, kein funktionierendes System.

    Wachstum ist möglich. Ab einem gewissen Niveau müssen allerdings einige Randbedingungen erfüllt sein. In erster Linie müssen die Kapazitäten vernünftig ausgelastet werden. Das heißt auf die Menschen angewandt: Jeder zählt. Jeder muss teilnehmen. Jeder muss konsumieren. Jeder muss teilhaben.

    Das System funktioniert nur, wenn jeder für seine Arbeit so gut bezahlt wird, dass er die Nachfrage stützen kann. Wenn die Arbeit und das investierende Kapital dann in Produkte fließen, die auch wirklich nachgefragt werden, dann findet Wachstum statt.

  2. Das übertrieben vorsichtige Agieren jenseits aller Wahlkampfparolen lässt den Schluss zu, dass beide Kontrahenten um die Gefahr wissen, dass die Scheinblüte Deutschlands über kurz oder lang wie ein Souffle zusammenfällt.

    Dann will niemand der in der öffentlichen Wahrnehmung Schuldige sein.

    Also wird weiter auf leisen Sohlen gelaufen.

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    • joG
    • 30.10.2009 um 8:54 Uhr

    ...das meinte Deutschland sein "abgekoppelt" und daher viele Monate abwartete, bis die Regierung aktiv wurde?

    • joG
    • 30.10.2009 um 8:54 Uhr

    ...das meinte Deutschland sein "abgekoppelt" und daher viele Monate abwartete, bis die Regierung aktiv wurde?

    • joG
    • 30.10.2009 um 8:54 Uhr

    ...das meinte Deutschland sein "abgekoppelt" und daher viele Monate abwartete, bis die Regierung aktiv wurde?

  3. Liebe User, liebe Redaktion,

    wie schreiben Sie doch so schön im Artikel: Die Arbeitslosenzahlen sind geschönt, was nichts anderes heissen soll als SIE SIND GEFÄLSCHT um den Bürgern Sand in die Augen zu streuen.

    Hilft nur nichts, da man sich ja im Internet schlau machen kann.

    Aber wo bleiben da unsere Medien ??
    Wo bleibt hier der Aufschrei und eine ehrliche Darstellung ??
    Ist es wichtiger Interviewtermine zu erhalten als die Öffentlichkeit zu informieren ??

    Lt. DGB-Studie hat binnen Jahresfrist jeder 9.( Neunte ) von knapp 28 Milionen seinen Job verloren( Quelle Nachdenkseiten.de ), das sind ca. 2,5 Millionen

    Frage:
    Konnten die alle weitervermittelt werden wenn wir nur 3,2 Millionen öffentlich ausweisen ?
    Übrigens, die AL die an einen privaten Vermittler weiterggeben werden, obwohl sie noch keine Job haben und AL-Geld beziehen , fallen aus der Statistik raus, obwohl Sie arbeitslos sind.

    Ein Hohn was hier in D abgeht.

    Nur noch Lügen und Tricksen ist angesagt, kein Wunder dass dies der Bürger dann auch so macht.

    Die Regierung macht es doch vor.

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    Was Sie schreiben ist langsam so bekannt, dass eigentlich keine Zeitung noch darüber berichten muss, weil schon 100x durchgekaut und noch mal 1000x von allen möglichen Kommentatoren extra durchgekaut, so auch hier.

    Was Ihre DGB Studie betrifft, haben Studien des DGB leider oft einen Nachteil. Sie bilden nur die halbe Wahrheit ab, was aus Sicht des DGB nachvollziehbar ist. Eine brummende Wirtschaft mit lauter glücklichen Arbeitnehmern wäre des DGB`s Tod, weil niemand die Notwendigkeit sähe, Gewerkschaftsmitglied zu bleiben. Wobei ich nicht damit sagen will, dass wir diesen Zustand haben.

    Aber wo jeder 9. seinen Job verloren hat, hat sicher auch ein Teil davon wieder einen Job gefunden. Unsere Firma hat sich in diesem Jahr von knapp 5 Leuten trennen müssen, hat aber in anderen Bereichen 2 neue Leute eingestellt und 3 weitere werden eingestellt. Hier wäre es also ein Nullsummenspiel, was auf Deutschland übertragen sicher nicht der Fall sein wird. Es macht aber deutlich, dass es einseitig ist, nur von Leuten zu berichten, die ihren Job verlieren. Es würde auch Sinn machen darüber zu berichten, wo neue Jobs entsehen. Das macht nämlich Mut und diesen brauchen wir, anstatt einseitig Katastrophenszenarien an die Wand zu malen.

    Ach, und bevor ich es vergesse. Die beiden neuen Jobs, die bei uns entstanden sind und die, die noch kommen, sind keine Niedriglohnjobs, sondern teilweise sogar besser bezahlt als die, die entfallen sind.

    Was Sie schreiben ist langsam so bekannt, dass eigentlich keine Zeitung noch darüber berichten muss, weil schon 100x durchgekaut und noch mal 1000x von allen möglichen Kommentatoren extra durchgekaut, so auch hier.

    Was Ihre DGB Studie betrifft, haben Studien des DGB leider oft einen Nachteil. Sie bilden nur die halbe Wahrheit ab, was aus Sicht des DGB nachvollziehbar ist. Eine brummende Wirtschaft mit lauter glücklichen Arbeitnehmern wäre des DGB`s Tod, weil niemand die Notwendigkeit sähe, Gewerkschaftsmitglied zu bleiben. Wobei ich nicht damit sagen will, dass wir diesen Zustand haben.

    Aber wo jeder 9. seinen Job verloren hat, hat sicher auch ein Teil davon wieder einen Job gefunden. Unsere Firma hat sich in diesem Jahr von knapp 5 Leuten trennen müssen, hat aber in anderen Bereichen 2 neue Leute eingestellt und 3 weitere werden eingestellt. Hier wäre es also ein Nullsummenspiel, was auf Deutschland übertragen sicher nicht der Fall sein wird. Es macht aber deutlich, dass es einseitig ist, nur von Leuten zu berichten, die ihren Job verlieren. Es würde auch Sinn machen darüber zu berichten, wo neue Jobs entsehen. Das macht nämlich Mut und diesen brauchen wir, anstatt einseitig Katastrophenszenarien an die Wand zu malen.

    Ach, und bevor ich es vergesse. Die beiden neuen Jobs, die bei uns entstanden sind und die, die noch kommen, sind keine Niedriglohnjobs, sondern teilweise sogar besser bezahlt als die, die entfallen sind.

  4. Also wenn der Aufschwung genau so wird wie der 2007, können wir auch in der Krise bleiben. Das macht für die normale Bevölkerung keinen Unterschied. Mal ganz davon abgesehen das es keine Aufschwung geben wird.
    Warum muss es denn immer Wachstum und Expansion sein? Wie wäre es mal mit gleichbleibend solidem wirtschaften?
    Wir haben doch gesehen wohin uns diese hetze nach Gewinnmaximierung gebracht hat.
    Die Regierung benötigt doch nur Steuermehreinahme, weil sie das Geld für Lobbyisten und anderes Gesocks verschleudert.
    Wenn diese ganzen "schwarzen" Löcher gestopft würden, wäre mehr als genug Geld da für Bildung und Soziales.

    • Piepe
    • 30.10.2009 um 10:00 Uhr

    Kondratieff

    Da ist uns geholfen.

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  5. Die Arbeitslosenzahlen sind geschönt! Das wissen alle!

    Man macht sich selbst froh! Und betrügt den Bürger in dem man ihm eine halbwegs heile Welt vorspielt...

    Mein Gott - wo bleibt die Ehrlichkeit?
    Lasst uns doch das Problem der Arbeitslosigkeit endlich mal richtig anpacken. Arbeit gibt es doch genug... es muss nur besser verteilt werden. Niemand sollte sich in dieser Gesellschaft unnütz vorkommen.

    Entscheiden wird das Jahr 2010 sein, viele Unternehmen die jetzt ihr Personal mit Kurzarbeit halten, werden (wenn es im nächsten Jahr nicht deutlich aufhellt in der Wirtschaft) diese Leute freisetzen!!!

    Die Leute die dann ihre Arbeit los sind, tun mir leid. Weil doch hinter diesen "Arbeitslosenzahlen" Menschen mit Familien und Schicksalen stehen.

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    Natürlich kann man Arbeit für alle finden, die Frage dahinter ist nur wer diese in welcher Höhe bezahlt.

    Die meisten Unternehmen wollen die Arbeit so gering wie möglich bezahlen, das führt dann ggf. zu Verlagerung in Billiglohnländer oder Ersatz "normaler" Arbeitnehmer durch 400€ Kräfte.

    Sehr viele Arbeitnehmer werden dann das Problem haben entweder keine oder zu geringe Einkünfte zu haben. Damit fehlt dann unserer Wirtschaft ein nicht zu unterschätzender Konsumfaktor. Nur vom Export kann unsere Wirtschaft auch nicht leben und dort wird die Konkurenz immer größer.

    Natürlich kann man Arbeit für alle finden, die Frage dahinter ist nur wer diese in welcher Höhe bezahlt.

    Die meisten Unternehmen wollen die Arbeit so gering wie möglich bezahlen, das führt dann ggf. zu Verlagerung in Billiglohnländer oder Ersatz "normaler" Arbeitnehmer durch 400€ Kräfte.

    Sehr viele Arbeitnehmer werden dann das Problem haben entweder keine oder zu geringe Einkünfte zu haben. Damit fehlt dann unserer Wirtschaft ein nicht zu unterschätzender Konsumfaktor. Nur vom Export kann unsere Wirtschaft auch nicht leben und dort wird die Konkurenz immer größer.

  6. 8.

    Was Sie schreiben ist langsam so bekannt, dass eigentlich keine Zeitung noch darüber berichten muss, weil schon 100x durchgekaut und noch mal 1000x von allen möglichen Kommentatoren extra durchgekaut, so auch hier.

    Was Ihre DGB Studie betrifft, haben Studien des DGB leider oft einen Nachteil. Sie bilden nur die halbe Wahrheit ab, was aus Sicht des DGB nachvollziehbar ist. Eine brummende Wirtschaft mit lauter glücklichen Arbeitnehmern wäre des DGB`s Tod, weil niemand die Notwendigkeit sähe, Gewerkschaftsmitglied zu bleiben. Wobei ich nicht damit sagen will, dass wir diesen Zustand haben.

    Aber wo jeder 9. seinen Job verloren hat, hat sicher auch ein Teil davon wieder einen Job gefunden. Unsere Firma hat sich in diesem Jahr von knapp 5 Leuten trennen müssen, hat aber in anderen Bereichen 2 neue Leute eingestellt und 3 weitere werden eingestellt. Hier wäre es also ein Nullsummenspiel, was auf Deutschland übertragen sicher nicht der Fall sein wird. Es macht aber deutlich, dass es einseitig ist, nur von Leuten zu berichten, die ihren Job verlieren. Es würde auch Sinn machen darüber zu berichten, wo neue Jobs entsehen. Das macht nämlich Mut und diesen brauchen wir, anstatt einseitig Katastrophenszenarien an die Wand zu malen.

    Ach, und bevor ich es vergesse. Die beiden neuen Jobs, die bei uns entstanden sind und die, die noch kommen, sind keine Niedriglohnjobs, sondern teilweise sogar besser bezahlt als die, die entfallen sind.

    Antwort auf "Aufschwund"

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