Die Kanzlerin in Washington Merkel auf Adenauers Spuren
An diesem Dienstag hält Angela Merkel eine Rede vor dem US-Kongress. Erst ein Mal hat dort ein deutscher Kanzler sprechen dürfen: Konrad Adenauer. Gibt es Parallelen zwischen den beiden Auftritten?
Sie darf stolz sein auf die historische Premiere. An diesem Dienstag spricht erstmals eine deutsche Regierungschefin vor den versammelten Abgeordneten und Senatoren des US-Kongresses. Nur einem Kanzler vor Angela Merkel widerfuhr eine ähnliche Ehre: Konrad Adenauer am 28. Mai 1957. Sowie vier Bundespräsidenten: Theodor Heuss 1958, Walter Scheel 1975, Karl Carstens 1983 und Richard von Weizsäcker 1992. Staatsoberhäuptern öffnet der Kongress eher die Türen als Regierungschefs.
Vieles war 1957 ganz anders. Adenauer sprach nur zu den Abgeordneten, Amerikas Senatoren waren nicht dabei. Das ist im schriftlichen Protokoll des US-Abgeordnetenhauses nachzulesen. Überhaupt finden sich mehr Unterschiede als Parallelen zwischen den beiden Kanzler- Auftritten. Merkel absolviert nur einen Kurzbesuch. Montagabend Ankunft in den USA, Termine waren aber noch keine geplant. Sie wolle sich ganz auf die Rede konzentrieren, hieß es. Am Dienstag besucht sie von neun bis zehn Uhr Präsident Barack Obama im Weißen Haus. Um 10.30 Uhr beginnt ihre Ansprache im Kongress, in Deutschland ist es dann 16.30 Uhr. Sie wird deutsch sprechen, was amerikanische Deutschland- Experten für falsch halten. Sie vergebe die Chancen, den Amerikanern direkt in die Herzen zu reden. Für die deutschen Fernsehkanäle, die ihren Auftritt übertragen, ist es dagegen ein Segen. Schon am Nachmittag fliegt sie zurück, Mittwoch früh ist Kabinettssitzung in Berlin.
Adenauers fünfte USA-Reise im Mai 1957 dauerte eine gute Woche. Begonnen hatte das Programm in New York bei den Vereinten Nationen, gefolgt von einem Wochenende auf der privaten Farm Präsident Eisenhowers in Gettysburg. Der versuchte ihn dort für die Vorzüge seiner Zuchtbullen zu begeistern, die den Stadtmenschen Adenauer jedoch wenig interessierten. Es schlossen sich drei Tage politischer Beratungen in Washington an. Deren Inhalt wirkt heute wie ein Stück mit vertauschten Rollen: Die Amerikaner warben für Abrüstung, ihnen waren die Verteidigungsausgaben zu hoch. Adenauer pochte dagegen auf ein starkes Militär und drängte den Präsidenten und seinen Außenminister John Foster Dulles, keine Abrüstung mit der Sowjetunion auszuhandeln, ehe die Wiedervereinigung Deutschlands erreicht sei. Doch Adenauer erreichte lediglich das Zugeständnis, die USA würden vor der Bundestagswahl nicht öffentlich über Abrüstung in Europa verhandeln. Mitten in diese Gespräche fiel Adenauers Rede im Kongress.
Die hochrangigen Termine sollten Adenauer bei der Wiederwahl helfen. Auch das ist ein Gegensatz zu heute: Obama blieb der Auftritt vor dem Brandenburger Tor versagt, weil Merkel den Eindruck der Parteinahme im Wahlkampf vermeiden wollte. Adenauer hatte die Westbindung zum obersten Ziel erhoben; die USA hätten sich damals auf eine CDU- Bindung festgelegt, sagt der amerikanische Historiker William Richard Smyser. Er hatte 1953/54 seinen amerikanischen Wehrdienst in Bayern abgeleistet, um die Bundesrepublik, die noch keine Armee hatte, vor den Sowjets zu schützen. 1955 wurde er Diplomat, von 1960 bis 1964 war er in Berlin auf Posten. Gerade hat der 76-Jährige ein viel beachtetes Buch vorgelegt: Kennedy and the Berlin Wall.
Die Sozialdemokraten galten als unsichere Kantonisten, die womöglich bereit waren, die Zugehörigkeit zum Westen für die nationale Einheit zu opfern, erklärt Smyser. In Frankreich und Italien gab es starke eurokommunistische Strömungen. Adenauer und die CDU galten in Amerika als einzig verlässliche Bundesgenossen. Smyser teilt nicht die Sicht, die zügige Westintegration der jungen Bundesrepublik nur wenige Jahre nach Holocaust und Weltkrieg sei ein gnädiger Vertrauensvorschuss gewesen. "Es war eine simple Rechnung. Die Sowjets hatten zwei Millionen Mann unter Waffen, die USA nur wenige Divisionen in Europa. Moskau hatte 1953 in Ost-Berlin und 1956 in Ungarn gezeigt, dass es bereit war, Gewalt einzusetzen, um seine Herrschaft durchzusetzen. Ein neuer Krieg in Deutschland war für uns damals ein sehr realer Gedanke." Und da galt: Ohne die Vorneverteidigung in Europa war die Sicherheit der USA bedroht, und ohne West-Deutschland war Europa nicht zu halten.
- Datum 02.11.2009 - 20:13 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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Es ist seit einigen Monaten eine deutlich überhöhte Repräsenation der Bundeskanzlerin in den "Leitartikeln" von zeitonline zu erkennen. Ich habe keine Zählung vorgenommen, doch gehe davon aus, dass weit mehr als 50 Prozent der großen Bilder auf der Startseite die Kanzlerin wiedergeben. Wo sind die anderen Aufhänger geblieben? Ist das "journalistische Sommerloch" noch nicht vorbei? Sind die Leistungen unserer "ersten Dame im Land" von so herausragender Bedeutung? Oder gerät zeitonline gar zum Tagesblatt der Kanzlerin?
Wir die Deutschen, sind Europa und wenn wir nicht Europa sind, dann sind wir Amerika - und Merkel spricht für sich selbst - so wie einst Adenauer!
...kein Englisch oder will sie den Amerikanern nationale Polarität zu den USA und ihrem Volk hin signalisieren. Es können zwar sehr viele Amerikaner Deutsch, aber höfflich ist es nicht und wo man Sympathie oder überhaupt etwas Gutes erreichen will spricht man, wenn man es kann, die Sprache der Eingeborenen. Westerwelle sagte dem englischen Reporter ja auch in Deutschland spricht man Deutsch!
Oder ist ihre Intention lediglich dem eigenen Publikum nationale Unabhängigkeit zu demonstrieren ohne Rücksicht auf Etiket? Das wäre bedenklich, versäumt sie da doch die Möglichkeit sehr viel zu erreichen.
Gebe dir Recht bis auf das kleine Detail, dass meiner MEinung nach nicht behauptet werden kann "sehr viele Amerikaner " spraechen Deutsch. DAs haelt sich doch in Grenzen.
ICh frage mich auch, warum sie dort auf Deutsch sprechen muss. Sie kann doch Englisch sicher sehr gut. DA inhaltlich wahrscheinlich eh nicht sehr viel Neues/Interessantes dabei herauskommt, ist es noch viel wichtiger, dass man symbolische Signale sendet. Die Kanzlerin verpasst das. In Amerika ist es wichtig, dass die Kanzlerin Englisch spricht. Die Deutschen duerfte das nicht so sehr interessieren und die Demonstration nationaler Unabhaengigkeit ist doch dabei zu vernachlaessigen. Schade. Moechte wissen, wer sie dabei beraten hat.
Naja, wenn bei uns Regierungschefs zu Besuch sind, spricht auch niemand deutsch...
Gebe dir Recht bis auf das kleine Detail, dass meiner MEinung nach nicht behauptet werden kann "sehr viele Amerikaner " spraechen Deutsch. DAs haelt sich doch in Grenzen.
ICh frage mich auch, warum sie dort auf Deutsch sprechen muss. Sie kann doch Englisch sicher sehr gut. DA inhaltlich wahrscheinlich eh nicht sehr viel Neues/Interessantes dabei herauskommt, ist es noch viel wichtiger, dass man symbolische Signale sendet. Die Kanzlerin verpasst das. In Amerika ist es wichtig, dass die Kanzlerin Englisch spricht. Die Deutschen duerfte das nicht so sehr interessieren und die Demonstration nationaler Unabhaengigkeit ist doch dabei zu vernachlaessigen. Schade. Moechte wissen, wer sie dabei beraten hat.
Naja, wenn bei uns Regierungschefs zu Besuch sind, spricht auch niemand deutsch...
Gebe dir Recht bis auf das kleine Detail, dass meiner MEinung nach nicht behauptet werden kann "sehr viele Amerikaner " spraechen Deutsch. DAs haelt sich doch in Grenzen.
ICh frage mich auch, warum sie dort auf Deutsch sprechen muss. Sie kann doch Englisch sicher sehr gut. DA inhaltlich wahrscheinlich eh nicht sehr viel Neues/Interessantes dabei herauskommt, ist es noch viel wichtiger, dass man symbolische Signale sendet. Die Kanzlerin verpasst das. In Amerika ist es wichtig, dass die Kanzlerin Englisch spricht. Die Deutschen duerfte das nicht so sehr interessieren und die Demonstration nationaler Unabhaengigkeit ist doch dabei zu vernachlaessigen. Schade. Moechte wissen, wer sie dabei beraten hat.
dass sie auch dann noch hinter einem amerikanischen Präsidenten steht, wenn er mit einer Lüge in den Irak-Krieg gezogen ist und Folter wie in Guantanamo als legal erklärt.
Ob Deutschland sich darüber freuen sollte?
...wieso die Amerikaner einem Land so freundlich begegnen, dessen damaliger Kanzler Saddam dazu verführen half zu glauben, dass er seinen Job behalten könnte ohne nachweisen müssen, dass er keine WMD habe, hatte er sie doch gegen seine eigene Bevölkerung eingesetzt.
...wieso die Amerikaner einem Land so freundlich begegnen, dessen damaliger Kanzler Saddam dazu verführen half zu glauben, dass er seinen Job behalten könnte ohne nachweisen müssen, dass er keine WMD habe, hatte er sie doch gegen seine eigene Bevölkerung eingesetzt.
...wieso die Amerikaner einem Land so freundlich begegnen, dessen damaliger Kanzler Saddam dazu verführen half zu glauben, dass er seinen Job behalten könnte ohne nachweisen müssen, dass er keine WMD habe, hatte er sie doch gegen seine eigene Bevölkerung eingesetzt.
es wird sich bald niemand mehr daran erinnern. Merkel wird eine Wischi-Waschi-Rede halten über Wischi-Waschi-Themen wie Terrorismus und Klimawandel.
Naja, wenn bei uns Regierungschefs zu Besuch sind, spricht auch niemand deutsch...
Siehe Putin 2001
Ansonsten liegt es wohl daran, dass keiner so gut Deutsch kann um eine Rede zu halten.
Siehe Putin 2001
Ansonsten liegt es wohl daran, dass keiner so gut Deutsch kann um eine Rede zu halten.
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