Bringen Rabattverträge den Patienten sogar Verbesserungen?
Eigenartigerweise kam eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zu einem ganz anderen Ergebnis. 60 Prozent der Versicherten begrüßten die Regelung, heißt es darin. Und drei Viertel gaben an, es habe keine Probleme bei der Umstellung gegeben. In den seltenen anderen Fällen hätten sie, wie vorgesehen, eben andere Arznei erhalten.
Für die WIdO-Studie wurden 2025 AOK-Versicherte befragt. Bei dem Fresenius-Gutachten waren es 135 Patienten. Aus Sicht von AOK-Sprecher Udo Barske ist sie daher "nicht repräsentativ". Und inhaltlich behauptet Barske glatt das Gegenteil: Nachdem gesetzlich vorgeschrieben sei, dass Apotheker immer eines der drei preiswertesten Generika abzugeben haben, brächten die Rabattverträge den Patienten sogar Verbesserungen. Sie erhielten so zumindest während der Laufzeit der Verträge immer das gleiche Mittel.
Der Generikaverband dagegen sieht die Patienten "zu Versuchskaninchen in einem gesundheitsökonomischen Feldversuch degradiert". Dumm nur, dass er sich auf eine Studienleiterin berufen muss, die bei der Pharmabranche unter Vertrag steht. Gudrun Neises ist mit einer Stiftungsprofessur der Stada Arzneimittel AG für Gesundheitsmanagement betraut. Und neben Biomo-Corax war es laut AOK vor allem diese Firma, die juristisch am heftigsten gegen Rabattverträge agierte.
Mit politischem Druck arbeitet dagegen die oberbayerische Hexal AG, die bei den Auftragsvergaben nicht zum Zuge kam. Und von Patientengefährdung keine Rede. Es gehe um 3300 Jobs, sagt Betriebsratschefin Birgit Braito klipp und klar. "Das haben wir auch einigen CSU-Politikern gesagt. Die verstehen das und wollen nicht, dass Industriearbeitsplätze in Deutschland verloren gehen."
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 23.11.2009)
- Datum 23.11.2009 - 12:58 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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Vorteilsnahme und Bestechung das sind die Mittel der Pharmaindustrie um ans große Geld zu kommen,dazu wird jeder benutzt der bestechlich ist,auch einige Politiker.
die Originatorarznei käme nicht aus irgendwelchen billigen südostasiatischen Klitschen, sollte der Betreffende sich ganz dringend wg. Halluzinationen behandeln lassen.
Naiv, wer glaubt, dass das "Gutachten", mit der lächerlich geringen Teilnehmerzahl von 135 Personen, der privaten Hochschule Fresenius nicht von der Pharmalobby beeinflusst worden ist. Da ist mir die WIdO-Studie, in der 2025 AOK-Versicherte befragt wurden, doch wesentlich seriöser!
Jedenfalls habe ich keine Lust, mit meinen Versicherungsbeiträgen überteuerte Generika zu bezahlen und somit Hexal oder andere Firmen zu sponsern, wenn es die gleichen Medikamente mit dem gleichen (!!!) Wirkstoff billiger gibt.
fragen sie ihren ihren Buchhalter oder Patentrechtexperten. Also wollen 58% der Befragten auch gerne mehr für Medikamente ausgeben die sie kennen. Das nenn ich auf der sicheren Seite, wenn man es bezahlen kann.
Ich persönlich glaube der Studie eines privaten Institutes, welches ausschließlich Studiengänge im medizinisch-pharmakologischen Bereich anbietet, nicht weiter als ich sie werfen kann.
Ist die Fresenius Hochschule eigentlich mehr als nur dem Namen nach mit dem Unternehmen Fresenius verbandelt?
Wie wärs stattdessen mit einer Abwrackprämie für angebrochene Pillenschachteln? Dann sichern wir heimische Arbeitsplätze gegenüber indischen Hinterzimmer-Alchiemisten die mit unwirksamen Panschereien unsere Gesundheit ruinieren.
Oder wir gewöhnen uns an den Gedanken, dass wirklich keiner Interesse an günstigen Medikamenten hat. Bis auf Patienten natürlich.
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