Nahost-Politik
Westerwelles heikle Reise nach Israel
Antrittsbesuch in Tel Aviv: Deutsche Außenpolitik hat in Nahost einen guten Ruf, doch bei seinem letzten Besuch in Israel stand Westerwelle noch unter starkem Druck.
© Georges Gobet/AFP/Getty Images

Möllemanns anti-israelische Kampagne hängt ihm noch nach: Außenminister Westerwelle fährt zum Antrittsbesuch nach Israel
Warschau, Paris, Washington, Kabul, Moskau und nun Tel Aviv. Beinahe im Zweitagesrhythmus reist Guido Westerwelle seit seinem Amtsantritt durch die Welt. Antrittsbesuche gehören zum normalen Programm eines neuen Außenministers. Fernab der deutschen Heimat erwartet man gespannt das zumeist noch unbekannte Gesicht und sucht bei den ersten Kontakten nach Hinweisen des neuen Chefdiplomaten darauf, wie sich die Beziehungen zu Deutschland in den kommenden Jahren entwickeln werden.
Der zweitägige Besuch des neuen Außenministers von der FDP in Tel Aviv und Ramallah nimmt dabei eine besondere Stellung ein. Antrittsbesuche deutscher Außenminister in Israel und den palästinensischen Gebieten haben seit jeher einen hohen Stellenwert in den besonderen Beziehungen der Deutschen und Israelis. Zudem sind die Friedensverhandlungen im Nahen Osten derzeit ins Stocken geraten, stehen komplizierte Verhandlungen um das iranische Atomprogramm an, von dem sich Tel Aviv bedroht fühlt, und sind nicht zuletzt die israelischen Beziehungen zur Europäischen Union nicht gerade auf einem Höhepunkt. In all diesen Punkten wird es spannend sein zu beobachten, wie sich Westerwelle positioniert.
Und dann reist an diesem Montag ein Politiker in den Nahen Osten, der vor einigen Jahren noch unter dem Verdacht stand, die deutsch-israelischen Beziehungen bewusst aus wahlkampftaktischen Gründen belastet zu haben: Über Monate hinweg hatte er als FDP-Vorsitzender hingenommen, dass sein Landeschef in Nordrhein-Westfalen, Jürgen Möllemann, den Israelis vorwarf, mit "Nazi-Methoden" gegen die Menschen in den palästinensischen Gebieten vorzugehen. Anstatt dem eigenen Parteimitglied die Grenzen aufzuzeigen, stellte sich Westerwelle sogar zu dessen Verteidigung bereit – indem er die Welt wissen ließ, dass man ja wohl die israelische Siedlungspolitik in Deutschland noch werde kritisieren dürfen, ohne in die "braune Ecke" abgeschoben zu werden.
Dass die Israelis dies nicht vergessen haben, war bereits an den Zeitungskommentaren nach der Bundestagswahl zu spüren, als sich Westerwelle anschickte, Außenminister zu werden. Und obwohl Israels Außenminister Avigdor Liebermann zu den ersten Gratulanten gehörte: Westerwelle darf sicher sein, dass jeder Schritt und jedes Wort während seines Antrittsbesuches unter verschärfter Kontrolle steht. Etwa wenn der liberale Politiker auf israelischem Boden die Gedenkstätte Jad Vashem besucht. Aber auch, wenn er mit dem Premier der palästinensischen Autonomiebehörde, Salam Fayyad, in Ramallah spricht.
Das Thema Siedlungsbau ist ebenfalls ein Minenfeld. Die Ausweisung neuer jüdischer Bauflächen im Osten Jerusalems und die gleichzeitige Abweisung arabischer Bauanträge in der Region der Stadt haben gerade erst zu neuem Konfliktstoff zwischen Israelis und Palästinensern geführt. Dies und der gescheiterte Versuch der US-Amerikaner, einen kompletten Siedlungsstopp der Israelis zur Vorbedingung für die Neuauflage von Verhandlungen mit den Palästinensern zu machen, belastet heute die Lage in der Region. Derzeit weiß niemand, auf welchem Weg man zu einer langfristigen Lösung im Nahostkonflikt kommen könnte.
Die Erwartungen an den Besuch Westerwelles sind vom Außenamt bewusst niedrig gehängt worden. Zuhören und die Positionen verstehen – das will der neue Außenminister offenbar zur Überschrift seines ersten Besuches machen. Für die Menschen vor Ort und die politischen Partner wird der Besuch vor allem deshalb wichtig sein, weil Deutschland im Verhältnis zwischen Israel und der EU eine besondere Maklerfunktion einnimmt, aber auch zu den palästinensischen Behörden belastbare Beziehungen unterhält, die vielleicht gerade durch einen FDP-Politiker, dessen Partei langjährige Kontakte in die arabische Welt hat, gestärkt werden können.
Galt die Ernennung von Westerwelle wegen seiner Vergangenheit zunächst als kein gutes Signal in die Region hinein, könnte sich das auf längere Sicht sogar zu einem Vorteil für alle die entwickeln, die Israelis und Palästinenser an den Verhandlungstisch bringen wollen, um eine dauerhafte Lösung zu schaffen. Schon wenige Tage nach Westerwelles Besuch im Nahen Osten werden Ende November israelische und deutsche Regierungsmitglieder zu gemeinsamen Konsultationen in Berlin zusammentreffen.
- Datum 23.11.2009 - 11:47 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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Ein jeder Politiker wäre gut beraten, läge er seiner Zunge Zaumzeug der Weisheit an .. Weisheit wird solchen gegeben, die .. darum bitten .. und das Zaumzeug dazu ..
heißt nicht Aid el-Fitr, sondern Aid Kabir. Aid el-Fitr ist das "Kleine Fest" direkt nach dem Ramadan - hier in Deutschland meist als "Zuckerfest" bezeichnet.
(Das ist übrigens so, als wenn ein arabischer Journalist Weihnachten und Ostern verwechseln würde.)
das wir das jetzt wissen - ich habe es sogar schon wieder vergessen! Müssen wir wirklich alle arabisch lernen? Nebenbei ist das Opferfest gar kein rein muslemisches sondern geht auf Abrahamzurück .....
sind soviel Wert wie ein Israeli? Dann braucht auch ein Israeli soviel Land wie 450 Palestinaenser - oder ? Dann können die sich ja in Ruhe weiter vermehren im Gazastreifen .....
Ernsthaft: dieses Problem wird sich früher oder spaeter von allein lösen weil die Palestinaenser einfach gar nicht mehr alle in den Gaza und ins Westjordanland hineinpassen. Araber in Israel werden auch demnaechst zahlenmaessig überlegen sein also müsste in Israel die Demokratie abgeschafft werden...
Herr Westerwelle darf ruhig sachte auf die Pauke hauen. Die Siedlungspolitik der Israelis ist total falsch. Auch nimmt man den Palästinenser mir nichts, dir nichts das Land in Jerusalem weg, um Grabungen nach den Altjuden zu veranstalten.
Dieses Land war bis 1967 jordanisch.
Auch das unsägliche Leid der Juden unter den Nazis ist keine Rechfertigung um Palästinenserhäuser, Plattzumachen, denn was unter der Erde ist ist zum Leben nicht mehr zu erwecken
Das ist eine Schande!
Die völkerrechtswidrige Besetzung Ostjerusalems und des Westjordanlandes 1949 ist meines Wissens nur von Pakistan und Jordaniens Geburtshelfer Großbritannien anerkannt worden.
Nach dem Völkerbundsmandat sollte GB dort eine jüdische Heimstätte schaffen. GB hat aber vertragswidrig die geforderte jüdsiche Ansiedlung dort verboten!
Die völkerrechtswidrige Besetzung Ostjerusalems und des Westjordanlandes 1949 ist meines Wissens nur von Pakistan und Jordaniens Geburtshelfer Großbritannien anerkannt worden.
Nach dem Völkerbundsmandat sollte GB dort eine jüdische Heimstätte schaffen. GB hat aber vertragswidrig die geforderte jüdsiche Ansiedlung dort verboten!
"Nach dem Völkerbundsmandat sollte GB dort eine jüdische Heimstätte schaffen. GB hat aber vertragswidrig die geforderte jüdsiche Ansiedlung dort verboten!"
Das ist natürlich Unsinn - und ein wirklich grober Versuch der Geschichtsfälschung. Ich verstehe nicht, warum das immer wieder versucht wird. Im grunde laufen derartige Lügen darauf hinaus, das Existenzrecht der Palästinenser zu leugnen bis hin zur Akzeptanz von Vertreibung und Ermordnung.
In Wirklichkeit hatte sich Grossbritannien während des Ersten Weltkrieges verpflichtet, Palästina nach ende des Krieges der alleinigen unabhängigen Selbstkontrolle der Araber zu übergeben. Wortbruch beging Grossbritannien, als es dieses nicht tat.
Alle nachfolgenden Verträge zur Frage der jüdischen Siedler sind also entsprechend zu bewerten. Die unter dem Völkerbundsmandat getroffenen Vereinbarungen sahen zudem keineswegs die Gründung eines jüdischen Staates vor. Vielmehr sollte lediglich eine Heimstatt für die jüdischen Siedler geschaffen werden - UNTER ARABISCHER VERWALTUNG und in Koexistenz beider Seiten. Es darf nicht vergessen werden, das Palästina bereits viele Jahrthunderte die Heimat der Araber war, bevor die ersten jüdischen Siedler in das Gebiet einwanderten. Entsprechend sollte seitens des Völkerbundes die jüdische Heimstatt eben Teil eines arabischen Staates sein. Erst 1947 wurde dieser Plan - nun von der UNO - zugunsten einer Zweistaatenlösung aufgegeben, welche die jüdischen Siedler mit Gewalt verhindert haben.
das wir das jetzt wissen - ich habe es sogar schon wieder vergessen! Müssen wir wirklich alle arabisch lernen? Nebenbei ist das Opferfest gar kein rein muslemisches sondern geht auf Abrahamzurück .....
sind soviel Wert wie ein Israeli? Dann braucht auch ein Israeli soviel Land wie 450 Palestinaenser - oder ? Dann können die sich ja in Ruhe weiter vermehren im Gazastreifen .....
Ernsthaft: dieses Problem wird sich früher oder spaeter von allein lösen weil die Palestinaenser einfach gar nicht mehr alle in den Gaza und ins Westjordanland hineinpassen. Araber in Israel werden auch demnaechst zahlenmaessig überlegen sein also müsste in Israel die Demokratie abgeschafft werden...
"Nach dem Völkerbundsmandat sollte GB dort eine jüdische Heimstätte schaffen. GB hat aber vertragswidrig die geforderte jüdsiche Ansiedlung dort verboten!"
Das ist natürlich Unsinn - und ein wirklich grober Versuch der Geschichtsfälschung. Ich verstehe nicht, warum das immer wieder versucht wird. Im grunde laufen derartige Lügen darauf hinaus, das Existenzrecht der Palästinenser zu leugnen bis hin zur Akzeptanz von Vertreibung und Ermordnung.
In Wirklichkeit hatte sich Grossbritannien während des Ersten Weltkrieges verpflichtet, Palästina nach ende des Krieges der alleinigen unabhängigen Selbstkontrolle der Araber zu übergeben. Wortbruch beging Grossbritannien, als es dieses nicht tat.
Alle nachfolgenden Verträge zur Frage der jüdischen Siedler sind also entsprechend zu bewerten. Die unter dem Völkerbundsmandat getroffenen Vereinbarungen sahen zudem keineswegs die Gründung eines jüdischen Staates vor. Vielmehr sollte lediglich eine Heimstatt für die jüdischen Siedler geschaffen werden - UNTER ARABISCHER VERWALTUNG und in Koexistenz beider Seiten. Es darf nicht vergessen werden, das Palästina bereits viele Jahrthunderte die Heimat der Araber war, bevor die ersten jüdischen Siedler in das Gebiet einwanderten. Entsprechend sollte seitens des Völkerbundes die jüdische Heimstatt eben Teil eines arabischen Staates sein. Erst 1947 wurde dieser Plan - nun von der UNO - zugunsten einer Zweistaatenlösung aufgegeben, welche die jüdischen Siedler mit Gewalt verhindert haben.
Im Völkerbundsmandat von 1922--und das ist die einzige rechtliche Grundlage steht wirklich nichts von
"arabisch"...
Palästina bezieht sich auf das gesamte Mandatsgebiet, also auch auf das heutige Jordanien....
Hier steht der Mandatsvertrag
http://avalon.law.yale.ed...
und kein Hinnehmen von Ungerechtigkeiten ist hier dringend gefragt.
(Kurz zurück zu Herrn Möllemann (obgleich ich es ziemlich überflüssig finde, 7 Jahre zurückzugreifen): wenn er den Israelis Nazimethoden unterstellte, so ist er von der Wahrheit nicht allzu weit weg: was ehemals die Juden an Ausgrenzung ab '33 in Deutschland erleiden mußten, wird auf die Palästinenser übertragen: Ausgrenzung, Vertreibung.)
Zur Siedlungspolitik: wenn sogar Präsident Obama die rechtliche Grundlage der Siedlungen infrage stellt, dann sollte auch ein deutscher Außenminister zumindest für einen Stopp eintreten, ansonsten bleibt kein Platz mehr für die Palästinenser - und es ist auch fraglich, inwieweit die israelische Besatzung aufgehoben werden kann, solange die Siedlungen bestehen. Jedenfalls ein palästinensischer Staat ist ein Staat ohne Besatzung.
Und am Ende sollte man auch klären, wer für wen die Bedrohung ist: die Iraner für Israel oder die Israelis für den Iran. Reden hilft.
Israel macht sicher eine Menge Fehler. Trotzdem ist der Vergleich mit der Politik des nationalsozialistischen Deutschland, wie er in diesem Posting ausdrücklich getan wird, ganz unanständig und unzutreffend. Es sollte möglich sein, über Israel zu berichten, ohne als erstes die Nazis als Vergleich heranzuziehen. Daran, wie einfach dieser Vergleich heute gebracht wird, kann man erkennen, wie sehr sich die Koordinaten schon verschoben haben.
Zudem: die israelischen Araber haben in Israel viel mehr Rechte als ihre Genossen in den arabischen Staaten, die allesamt in Diktaturen leben.
auch wenn es im selektiven gedächtnis vieler deutscher keine rolle mehr spielt, dass möllemann neben diversen aggressiv israelfeindlichen und antisemitisch-antiitellektuellen ausfälligkeiten auch verständnis für selbstmordattentate geäußert hat (nach seiner haltung zu suicide bombings befragt: "ich würde mich auch wehren, und zwar mit gewalt... und ich würde das nicht nur im eigenen land tun, sondern auch im land des aggressors"), ist man sich dessen und der tatsache, dass sich der jetzige deutsche außenminister seinerzeit hinter diesen mann stellte, in israel noch sehr bewusst. man kann nur hoffen, dass westerwelle sein damaliges verhalten inzw. kritisch überdacht hat. denn es war nicht zuletzt möllemanns zweifelhaftes verdienst, dass antisemitische gemeinplätze wie die umkehrideologische gleichsetzung der israelischen politik mit "nazi-methoden" heute weithin als diskursfähig gelten.
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