Klimaschutz-Maßnahmen Deutschland soll Emissionen wie geplant senken
Bundesumweltminister Röttgen will, dass Deutschland am Klimaziel festhält, bis 2020 die CO2-Emissionen um 40 Prozent zu senken - auch nach dem erfolglosen Klimagipfel.
Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) will auch nach dem gescheiterten Weltklimagipfel in Kopenhagen am deutschen Klimaschutzziel für 2020 festhalten. Bis dahin sollen die Treibhausgasemissionen um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 sinken. Das hat die schwarz-gelbe Koalition in ihrem Regierungsvertrag festgehalten, und der Bundestag hat dieses Ziel vor dem Kopenhagener Gipfel bereits gebilligt.
Schon vor dem Scheitern des Gipfels haben Vertreter des Wirtschaftsverbands BDI in Kopenhagen versucht, Röttgen abzuringen, zur alten deutschen Formel zurückzukehren; danach sollte das Klimaziel bis 2020 lediglich minus 30 Prozent im Vergleich zu 1990 betragen, wenn nicht andere Industriestaaten mitziehen. BDI-Präsident Hans-Peter Keitel hatte in Kopenhagen vor dem Verlust von Arbeitsplätzen gewarnt. Nach dem Gipfel forderte der BDI die Regierung auf, das Ziel zurückzunehmen.
Doch Röttgen sagte aber damals schon: "Ich kann den Koalitionsvertrag nicht ändern.“ Im Übrigen sagte er nun im ZDF: "Damit ist eine klare Ansage gemacht an die Unternehmen, für die es sich jetzt lohnt, in Innovationen zu investieren.“ Der BDI hatte in Kopenhagen klare Rahmenbedingungen in der Klimapolitik verlangt. Der bayerische Umweltminister Markus Söder (CSU) unterstützte Röttgens Position am Mittwoch. "Deutschland muss seine Vorreiterrolle im Klimaschutz behalten. Diesen technologischen Vorsprung zu verschenken, wäre ein falsches Signal.“
Zugleich hat die Wirtschaftskrise die Klimabilanz Deutschlands 2009 geschönt. Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen hat errechnet, dass der Energieverbrauch im Jahr 2009 mit 13.281 Petajoule um 6,5 Prozentpunkte unter dem des Vorjahres gelegen hat. Nach Aussage des Berliner Energieexperten Hans-Joachim Ziesing hat Deutschland seit Anfang der siebziger Jahre nie weniger Energie verbraucht. Er hat berechnet, dass dieser konjunkturbedingte Rückgang beim Energieverbrauch zu einer Minderung des Treibhausgasaustoßes im Jahr 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 7,7 Prozent (rund 58 Millionen Tonnen Kohlendioxid) geführt hat.
Damit läge Deutschland nun knapp 27 Prozent unter dem CO2-Ausstoß des Jahres 1990 und damit deutlich unter dem im Kyoto-Protokoll zugesagten Ziel, den Treibhausgasausstoß im Schnitt der Jahre 2008 bis 2012 um 21 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Das Umweltbundesamt (UBA), das die CO2–Statistik führt und die entsprechenden Werte dann an das UN-Klimasekretariat meldet, hatte schon für 2008 ermittelt, dass Deutschland seinen Treibhausgasausstoß um 23,3 Prozent gesenkt hatte. Die offiziellen Zahlen wird das UBA erst im ersten Quartal des kommenden Jahres vorlegen. Der Süddeutschen Zeitung bestätigte das UBA den Trend jedoch. Allerdings werde der CO2-Ausstoß wieder steigen, wenn sich die Konjunktur erholt, heißt es beim UBA.
Wie Deutschland sein Klimaziel für 2020 einhalten will, dürfte sich im kommenden Jahr entscheiden. Bis zum Oktober soll im Bundeskabinett ein Energiekonzept vorliegen, das unter anderem auch diese Frage beantwortet. Wie es mit den internationalen Klimaverhandlungen weitergehen soll, ist schwerer vorherzusagen. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) forderte von seinem chinesischen Amtskollegen am Mittwoch in einem Telefongespräch, man möge "gemeinsam konstruktiv auf weitere Fortschritte hinarbeiten“.
- Datum 24.12.2009 - 12:16 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
- Kommentare 16
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...der Kopenhagener Gipfel vor allem an ..."
Ja, es sind immer die Anderen. Ich denke, es war der etwas weltfremde Plan, den Deutschland und die EU dilettantisch versucheten den Anderen aufzuschwatzen. Das wird das deutsche Verhandlungsteam auch wissen. Aber sagen dürfen sie es nicht, wenn sie ihre Jobs behalten wollen.
geht's auch mit Inhalt?
geht's auch mit Inhalt?
soll die Welt genesen.
Das Kalkül von Schwarzgeld - pardon - Schwarzgelb: Wenn man in Deutschland alle Fabriken abschaltet, sämtliche Kfz's abwrackt, deutschen Kühen den Hintern verkorkt (wegen der Blähungen) und den deutschen Michel das atmen verbietet, verbessert sich die CO2 Bilanz der Erde um mindestens 9% !!
Den explodierten Kühen und dem erstickten deutschen Michel wird's die Welt danken - oder auch nicht.
Wenn es stimmt das Deutschland für 9% aller CO2 Emissionen weltweit verantwortlich ist. Dann ist es SEHR VIEL, wenn man bedenkt das wir Deutsche gerade mal 0,8 % der weltweiten Bevölkerung ausmachen!
Dann wird auch gerne vergessen, das viele der O2 Emissionen weltweit indirekt durch uns entstehen. Für wem werden den die ganzen Produkte in China hergestellt?
Oder was wäre Ihre Alternative, so weiter machen wie bis jetzt, nach uns die Sinnflut??? Bloß, in manchen Regionen dieser Welt ist die Sinnflut schon angekommen!
Wenn es stimmt das Deutschland für 9% aller CO2 Emissionen weltweit verantwortlich ist. Dann ist es SEHR VIEL, wenn man bedenkt das wir Deutsche gerade mal 0,8 % der weltweiten Bevölkerung ausmachen!
Dann wird auch gerne vergessen, das viele der O2 Emissionen weltweit indirekt durch uns entstehen. Für wem werden den die ganzen Produkte in China hergestellt?
Oder was wäre Ihre Alternative, so weiter machen wie bis jetzt, nach uns die Sinnflut??? Bloß, in manchen Regionen dieser Welt ist die Sinnflut schon angekommen!
Mir wird schlecht, wenn ich diesen Unsinn ständig anhören muß!
... sollte die Rechtschreibung trotzdem nicht darunter leiden.
Die Unterschrift ist falsch: Bundesumweltminister Röttgen will, dass ... Das Komplement "dass" leitet in diesem Fall einen Objektsatz ein.
Im letzten Absatz: Die Verhinderungsmacht ..., ihr ... Ein Possessivpronomen muss zum Geschlecht des Subjekts passen.
Frohe Weihnachten
Röttgen ist unglaubwürdig! Man muß nur das Kohlekraftwerk in Datteln betrachten.
http://www.bund.net/kohle...
Er sollte lieber etwas tun als Luftblasen zu erzeugen!
geht's auch mit Inhalt?
Im Fall von 3 - guhvieh - wird das wohl nichts, der ist auch im SZ-Forum so.
...ein öffentliches Gut weltweit zu organisieren. Da es zum Einen Gebiete und Bevölkerungen gibt, die ganz unterschiedlich von einer Klimaerwärmung betroffen werden und von den Beschränkungen einer Klimagasausstoßreduzierung getroffen würden, sind die Maßnahmen für manche Länder gut und für andere schlecht. Wenn ein Exporteur von Carbonenergieträger oder ein Land, das durch die Erwärmung riesige neue Gebiete Landwirtschaftlich nutzen wird können hört, dass ein anderes Land dies verhindern will, um mit dem Export der dazu notwendigen Geräte sich eine goldene Nase verdienen zu können, so überzeugt ihn das vielleicht nicht. Das war aber der deutsche Standpunkt.
Zum Anderen gibt es mehrere andere internationale öffentliche Güter, die momentan und in Zukunft hergestellt werden müssen. Die Erzeugerländer wenden grosse Summen auf, dies zu tun und haben wenig Lust nun auch noch ein weiteres Gut produzieren zu müssen, wenn die Herstellung von bspw Sicherheit nicht weiterhin gewährleistet bleibt und ihre Kosten auf mehr Schultern verteit werden. Deutschland hat diesen Aspekt völlig vernachläßigt im Verkauf seines Klimaschutzprogrammes. Auch das überzeugt nicht und es ist blauäugig zu glauben, man könne sein Konzept durchsetzen, wenn man dieses Thema ungelöst lässt.
Im Fall von 3 - guhvieh - wird das wohl nichts, der ist auch im SZ-Forum so.
...ein öffentliches Gut weltweit zu organisieren. Da es zum Einen Gebiete und Bevölkerungen gibt, die ganz unterschiedlich von einer Klimaerwärmung betroffen werden und von den Beschränkungen einer Klimagasausstoßreduzierung getroffen würden, sind die Maßnahmen für manche Länder gut und für andere schlecht. Wenn ein Exporteur von Carbonenergieträger oder ein Land, das durch die Erwärmung riesige neue Gebiete Landwirtschaftlich nutzen wird können hört, dass ein anderes Land dies verhindern will, um mit dem Export der dazu notwendigen Geräte sich eine goldene Nase verdienen zu können, so überzeugt ihn das vielleicht nicht. Das war aber der deutsche Standpunkt.
Zum Anderen gibt es mehrere andere internationale öffentliche Güter, die momentan und in Zukunft hergestellt werden müssen. Die Erzeugerländer wenden grosse Summen auf, dies zu tun und haben wenig Lust nun auch noch ein weiteres Gut produzieren zu müssen, wenn die Herstellung von bspw Sicherheit nicht weiterhin gewährleistet bleibt und ihre Kosten auf mehr Schultern verteit werden. Deutschland hat diesen Aspekt völlig vernachläßigt im Verkauf seines Klimaschutzprogrammes. Auch das überzeugt nicht und es ist blauäugig zu glauben, man könne sein Konzept durchsetzen, wenn man dieses Thema ungelöst lässt.
Liebe/r ADoria,
vielen Dank für den Hinweis, die Fehler sind behoben.
Schöne Feiertage,
Adrian Pohr
Bin ganz auf der Seite von Roettgen und Soeder - wenn man etwas als richtig erkannt hat, dann soll man das auch durchfuehren, auch wenn die anderen noch nicht mitziehen, eine Ueberzeugung wird dann im Uebrigen auch leichter.
Dass der BDI "warnt" ist ein alter Hut, und wenn man diesen Erpressern nicht das Handwerk legen kann oder will, dann muss man sie ignorieren, der Staat tanzt schon genug nach der Pfeife der Konzerne.
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