Interview "Das ist Krieg, und unsere Soldaten töten"
EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann distanziert sich scharf vom deutschen Afghanistan-Einsatz. Im Interview mahnt sie: "Krieg zieht immer Unrecht und Gewalt nach sich."
© Jochen Lübke/dpa

Margot Käßmann predigt in der Marktkirche in Hannover während des Weihnachtsgottesdienstes. Sie ruft zu mehr Frieden und Miteinander auf
Frage:Frau Käßmann, seit Oktober stehen Sie an der Spitze der Evangelischen Kirche in Deutschland. Welche Schwerpunkte wollen Sie in den nächsten sechs Jahren setzen?
Margot Käßmann: Zum einen den innerkirchlichen Reformprozess stärker in den Gemeinden verankern und die Pfarrerschaft mehr dafür gewinnen. Auch halte ich die Ökumene in der säkularisierten Gesellschaft für ein wichtiges Thema, trotz der Spannungen der letzten Zeit. Außerdem müssen wir uns mit den sozialen Fragen beschäftigen.
Frage: Wo muss dringend gehandelt werden?
Margot Käßmann wurde als jüngste von drei Töchtern eines Kraftfahrzeugschlossers und einer Krankenschwester in Marburg geboren. Mit 41 Jahren und vier Töchtern wurde sie Bischöfin in Hannover, mit 51 Jahren vor kurzem Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland.
Käßmann spricht die Menschen mit ihrer offenen Art an wie kein anderer deutscher Bischof. Zu ihren Gottesdiensten kommen Tausende, auch bei den Katholikentagen füllt sie Hallen. Selbst ihre Scheidung 2007 hat ihrer Beliebtheit keinen Abbruch getan.
Käßmann: Am bedrückendsten ist die wachsende Kinderarmut und dass viele Kinder und Jugendliche selbst nicht mehr daran glauben, aus der Armut herauszukommen. Daher ist die Ganztagsschule wichtig, viel wichtiger als ein Betreuungsgeld. Das könnte eher ein Anreiz für manche Eltern sein, Kinder gerade nicht einer Bildungseinrichtung anzuvertrauen. In Deutschland ist immer noch die Fehleinschätzung verbreitet: Erst mit der Schule beginnt der Ernst des Leben. Das ist falsch, gerade für die Drei- bis Sechsjährigen ist Bildung enorm wichtig.
Frage: Was sind die Gründe für diese Fehleinschätzung?
Käßmann: Immer noch ist unser Betreuungs- und Bildungssystem darauf eingestellt, dass ein Kind um 13.30 Uhr nach Hause kommt, dass jemand gekocht hat und mit ihm Hausaufgaben macht. Dieses Familienbild entspricht nicht mehr der Realität.
Frage:Was kann die Kirche tun?
Käßmann: Die Kirchen als größter privater Träger von Kitas und Krippen werden in ihren Einrichtungen noch mehr Wert auf die Bildung legen. Aber wir erleben jetzt zum ersten Mal, dass uns Kommunen die Verträge kündigen, weil andere Anbieter uns bei der Bezahlung des Personals unterbieten. Ich finde es schwierig, wenn in einem so wichtigen Bereich der billigste Anbieter zum Maßstab wird.
Frage:In der Pflege ist das schon Realität.
Käßmann: Ja, leider. Ich wünsche mir, dass die abgeschlossenen Tarifverträge gezahlt werden. Aber immer mehr Heime sagen, dass sie das nicht können. Das ist dramatisch. Deshalb sollte es einen bundeseinheitlichen Tarif geben. Pflegekräfte müssen so bezahlt werden, dass sie ihre Arbeit mit Lust und Liebe machen können.
Frage: Wie weit wollen Sie den Unterbietungswettbewerb als Kirche mitgehen?
Käßmann: Wir sollten da nicht grenzenlos mitmachen und die Mitarbeiter dort so gut bezahlen, dass erfahrbar ist: In einem evangelischen Heim ist eine andere Zuwendung zu den Menschen spürbar. Zum Beispiel müssen für die „große Morgenwäsche mit Toilettengang“ mehr als die jetzt von der Pflegekasse vorgesehenen 23 Minuten zur Verfügung stehen.
Frage: Was kann die Kirche noch tun?
Käßmann: Wir sollten die Diakonie mehr an die Kirchengemeinden andocken. Wenn die Diakonieschwester einem Patienten nicht genügend Zeit widmen kann, kann das vielleicht ein Ehrenamtlicher in der Gemeinde übernehmen. Das heißt aber nicht, dass sich der Staat aus dem Pflegebereich herausziehen darf.
Frage: Aber dem wird das Geld immer knapper.
Käßmann: Deshalb verstehe ich nicht, warum jetzt Steuern gesenkt werden sollen. Hierzulande ist das Verhältnis zum Steuerzahlen extrem negativ, jeder Euro scheint zu viel. In den nordischen Ländern sind die Menschen eher stolz, so viel zu verdienen, dass sie das Gemeinwesen mitfinanzieren können.
Frage: Sind wir zu egoistisch?
- Datum 27.12.2009 - 16:09 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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mal sagt ein EKD Vorstand, um was es geht. Ohne Schnörkel und ohne politische Überkorrektheit. Super, Frau Käßmann!
Christoph Hörstel - langjähriger Afghanistan-, bzw. Asienkorrespondent, Sprecher des Friedenskreises Deutschland e.V. und Kenner des Pressealltags - hat diesen Dezember in Leipzig für die Position der deutschen Kirchen zum Einsatz der Bundeswehr harte Worte gefunden.
Margot Käßmann bricht nun mit dem Schweigen.
Christoph Hörstel - langjähriger Afghanistan-, bzw. Asienkorrespondent, Sprecher des Friedenskreises Deutschland e.V. und Kenner des Pressealltags - hat diesen Dezember in Leipzig für die Position der deutschen Kirchen zum Einsatz der Bundeswehr harte Worte gefunden.
Margot Käßmann bricht nun mit dem Schweigen.
Ich würde gerne wissen, ob die Dame den Krieg der Alliierten
im 2. WK gegen Hitler-Deutrschland für legitim hält, oder sie hätten's sein lassen ???
bzw. die Gesundheitskasse, hätten wir einen erneuten Ansturm auf des Bürgers Geldbeutel. Entweder es werden Milliarden beim Geldverschenken und -verplempern eingespart und die Menschen leben lebenswürdig oder wir müssen mit Missständen leben, denn noch mehr Kohle vom Bürger geht nicht! Schöne Worte und Appelle ändern auch nichts. Es gibt schon unzählige Frauen, die sich im privaten Kreis engagieren und wirken, selten mal für ein buntes Bändchen, darauf zu bauen ist jedoch äußerst materialistisch. http://viereggtext.blogsp...
Hat Afghanistan denn Polen und den Rest der Welt angegriffen
und Menschen in's KZ geschickt zum millionenfachen morden ?
Oh, da habe ich wohl was nicht mitbekommen.
Eigentlich will ich zu Redaktionsartikeln nicht mehr kommen-
tieren. Ich habe den Eindruck, sie sind oft deshalb so ge-
wöhnlich, damit viel kommentiert wird ( berichtigend ) was dann beim " klicken " aber nicht zählt. Vielleicht sollte es unter " Meistkommentiert " eher " meistkorregiert " heißen ?
Käßman kommt erstmal auf die knappen Kassen der Kirchen.
Buchstabenmangel nennt das ein Nutzer, wenn die Kommentar- funktion klemmt.
Käßman beklagt also erst die fehlenden Gelder für die Kirchen in Deutschland und kommt dann auch auf Afghanistan und die ewig einzige Wahrheit des Krieges. Krieg ist, wenn
Menschen Menschen töten ... ohne Notwehr und geziehlt nennt
der Staatsanwalt das zu gesunden, zivilen Zeiten MORD.
Nur im Verlauf der Massenpsychose KRIEG wird dann daraus Kolateralschaden, Tod auf dem Feld der Ehre, Helden-
tum. Na, wir haben eben wieder so einen Anfall und sollten eigentlich alle zum Doktor gehen.
Frau Käßmann spricht wie eine Politikerin der SPD, oder gar der der Grünen. Ob das der Körperschaft, die sie zu vertreten vorgibt, auch hilft, bleibt abzuwarten.
Kirche ist ein Geselligkeitsverein für mehr oder minder mittelständische Kreise. Kein Wort von "Gemeinde" und "Familie" bei ihr. Wenn man diese Netze nach innen stabilisiert, ist schon viel gewonnen.
Das Verhältnis zu den Kreisen, die in Plattenbauten wohnen, und für die von Harald Schmidt das unschöne U-Wort eingeführt wurde, wird vom Kirchenpersonal an der Basis (hinter vorgehaltener Hand) als "problematisch" bezeichnet. Die Gesellschaft ist gespalten, die Millieus haben miteinander im Grunde garnichts zu tun. Das Evangelium wird dort von Pro7 und RTL verbreitet. Und auf der urbanen Beziehungslosigkeit gedeiht eine ausufernde Sozialindustrie. Und ob für deren Buisness die Statements von Frau Käßmann wirklich notwendig sind, wag ich zu bezweifeln.
Das was man früher mal als familienbezogene Gemendearbeit bezeichnete, ist also offensichtlich Schnee von gestern? Dem Herrgott im Himmel wäre es gedankt, wenn die von Frau Käßmann beschworene Pfarrerschaft diesen Kurs nicht kritiklos mitmachte. Und Gemendevertretungen gibt es ja auch noch.
Ganztagsschule, vorgebliche Armut, Krieg in Afghanistan.
Als Vorsitzende eines mit staatlichen Zwangsgeldern gefütterten Vereins, dem trotzdem (oder gearde deswegen) die Mitglieder in Scharen davonlaufen, sollte sich Frau Käßmann fragen, ob die Kirche nicht mal wieder das Heil verkünden sollte, anstatt irgendwo zwischen der SPD und de Linken herumzuschwadronieren.
Danke für diesen Kommentar!
Ergänzend kommt hinzu, dass solche Leute manchmal dazu neigen, unter dem Deckmantel der Religion sich auch noch ihr eigenes Rechtsverständnis zu stricken.
Siehe "Kirchenasyl."
Danke für diesen Kommentar!
Ergänzend kommt hinzu, dass solche Leute manchmal dazu neigen, unter dem Deckmantel der Religion sich auch noch ihr eigenes Rechtsverständnis zu stricken.
Siehe "Kirchenasyl."
Warum interessiert es mich nicht, was Großayatollah Käßmann zu sagen hat?
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