Gesundheitspolitik : Schweinerei mit der Grippe

SPD-Politiker Wolfgang Wodarg hält die Maßnahmen gegen H1N1 für "einen der größten Medizinskandale des Jahrhunderts" und macht die Schweinegrippe zum Thema im Europarat.
Nur wenige Deutsche haben sich gegen die Schweinegrippe impfen lassen – jetzt sind viele Impfstoffdosen übrig © Bulent Kilic/AFP/Getty Images)

Gesundheitsgefahr durch gefälschte Pandemien – unter diesem Motto beschäftigt sich der Europarat im Januar mit dem Einfluss der Pharmaindustrie auf die weltweiten Kampagnen gegen die Vogel- und Schweinegrippe. Vorgesehen sind eine Dringlichkeitsdebatte in der Parlamentarischen Versammlung und ein Untersuchungsausschuss.

Initiiert wurde beides von dem ehemaligen deutschen Bundestagsabgeordneten Wolfgang Wodarg (SPD), der in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates noch als Chef des Unterausschusses für Gesundheit amtiert. Wodarg ist Arzt und Epidemiologe, er hält den Umgang mit der Schweinegrippe für "einen der größten Medizinskandale des Jahrhunderts".

In seinem vom Ausschuss einstimmig beschlossenen Antrag kritisiert er die Beeinflussung von Wissenschaftlern und Behörden durch geschäftstüchtige Pharmaunternehmer. Dies habe dazu geführt, dass "unnötigerweise Millionen gesunder Menschen dem Risiko mangelhaft getesteter Impfstoffe ausgesetzt" worden seien – bei einer Infektionskrankheit, die "erheblich harmloser" sei als alle Grippewellen der Vorjahre und "nicht einmal ein Zehntel der hierbei üblichen Todesfälle" verursacht habe.

Schlimmer noch als die Tatsache, dass die Impfstoffhersteller mit ihrer Panikmache auf Kosten der Steuerzahler so prächtig verdient hätten, findet Wodarg, "dass man dafür auch Körperverletzung in Kauf genommen hat". Die in den Impfstoffen steckenden Wirkungsverstärker seien kaum erprobt worden, sagte der SPD-Politiker dem Tagesspiegel. Und auftretende Nebenwirkungen bis hin zu gefährlichen Nervenlähmungen würden nach wie vor nur lückenhaft registriert.

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Kommentare

18 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Schweine-Grippe

Es heißt ja nicht umsonst so. Es wurden von Menschen erfunden, die man im Volksmund als "Schweine" bezeichnet. Das erstaunliche daran ist, daß sich viele Menschen auch nach BSE-und Vogelgrippe - Nullnummern so leicht verhohnepiepeln lassen, traurig, dumm und sehr wenig selbstbewußt.
Der Vorteil dieser Aktion ist, daß es womöglich mehr Menschen als bisher lernen, auf ihre Instinkte zu achten und nicht den Medien zu glauben, die ja gerne jede vermeintliche Sensation aufgreifen und bisweilen auch noch aufbauschen.
Ich persönlich kenne niemanden, auch keinen Arzt, der sich hat impfen lassen... das läßt hoffen.

Das ist der eigentliche Skandal an der Schweinegrippe. So wie es aussieht, ist der Verlauf eher harmlos, man hätte es also "aussitzen" können. Ein paar Impfdosen für die Risikogruppen, objektive Berichterstattung und das Thema wäre durch. Wenn es wirklich mal zu einer echten Pandemie mit schwerwiegenden Folgen kommen sollte, besteht das Risiko, dass die Bevölkerung sagt, "Ach, die Nummer wieder!" Die Impfmüdikeit ist Schuld der Pharmalobby, der Politiker, die sich haben einlullen lassen und der Medien, die sich traditionell an Panikberichterstattung gerne beteiligt (Bad news are good news).

Das Schlimme an solchen Dingen ist ja immer, die, die die Katastrophe herauf beschwören, haben leider am Ende immer recht. Kommt die Pandemie, haben sie recht, kommt sie nicht, haben sie auch recht, weil die Imfpung, die Vorsichtsmaßnahmen ect. dazu geführt haben, dass sie nicht kommt.

Keine kritischen Berichte?

Wie bitte? Sie vermissen die "kritische" Berichterstattung? Ich habe eher den Eindruck das es auschlieslich kritische Berichte gibt in klassischer deutscher Bedenkenträger-Manier.

Man fühlt sich als Impf-Befürworter ja schon fast als verfolgte Minderheit, sosehr rauscht das Mainstream Impf-Bashing auf einem nieder.

Nüchtern betrachtet haben wir wohl einfach Glück gehabt. Und wenn es anders gekommen wäre, gebe es die gleiche Hysterie nur mit vertauschten Rollen.

Die Schweiz steht der Schweinegrippe mitnichten kritisch gegenüber. Für 7.7 Millionen Gesamtbevölkerung wurden 13 Millionen Impfdosen bestellt. Bisher hat sich nicht mal eine Million Leute impfen lassen (12% der Bevölkerung). 10-20% der Bestellmenge soll als humanitäre Hilfe an Drittweltländer gehen. Bleiben 10 Millionen bezahlte Imofdosen: wer hat noch nicht, wer will noch mal?
Novartis ist eine Schweizer Pharmafirma und hat mit Pandemrix arg abgeschöpft, die Steuereinnahmen davon dürften der Schweiz wohlbekommen. Und wer sich trotzdem die Schweinegrippe eingefangen hat - für den haben wir Tamiflu von der Basler Roche...