Afghanistan SPD-Spitze drängt auf eine Abzugsperspektive
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 Noch lässt die SPD offen, ob sie eine moderate Aufstockung des Mandats mittragen würde

Tatsächlich hatten beide SPD-Politiker offen gelassen, ob die Sozialdemokraten eine moderate Aufstockung des Mandats dann mittragen, wenn die Regierung sie mit dem Wunsch begründet, mehr afghanische Sicherheitskräfte auszubilden. Nach Angaben aus Regierungskreisen ist keine Entsendung von weiteren Kampftruppen, sondern eine Verstärkung der Ausbildungskräfte geplant. Dadurch soll die afghanische Regierung schneller in die Lage versetzt werden, selbst für die Sicherheit im Land zu sorgen und so einen Abzug der Internationalen Schutztruppe (Isaf) ermöglichen.

Gabriel und Steinmeier würdigten in dem Brief mehrfach die Leistung der Bundeswehrangehörigen. "Sie, die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, leisten unter schwierigsten Bedingungen fernab der Heimat einen wichtigen, oft genug lebensgefährlichen Dienst", schreiben sie; "Dafür danken wir Ihnen!" Zudem erinneren sie daran, dass die SPD im Bundestag der Verlängerung des Mandats für die Isaf-Mission zugestimmt hatte. Beide versprachen zudem, die SPD werde auch in Zukunft dazu beitragen, dass die Soldaten ihre Aufgabe für die Sicherheit Deutschlands wahrnehmen könnten.

Bundeswehrsoldaten in Afghanistan und in anderen Auslandseinsätzen erhalten in diesem Jahr neben der Weihnachts-Feldpost auch Videobotschaften aus der Heimat. Auf der Internetseite der Initiative "Angriff auf die Seele" könnten Bürger ihre Grüße hochladen und den Soldaten damit eine Freude machen, sagte Organisator und Hauptfeldwebel Frank Eggen. Auch Wehrbeauftragter Robbe wünschte den rund 7200 Frauen und Männern in Auslandseinsätzen auf diesem Wege frohe Weihnachten. "Ich bin in diesen Tagen mit meinen Gedanken bei Ihnen. Ich hoffe, dass die Feiertage ohne größere Ereignisse von statten gehen, dass sie keine Zwischenfälle zu beklagen haben", sagte er.

Neben Videos könne man nach einer Registrierung aber auch Audiodateien, Fotos und Texte hochladen, betonte Eggen. Diese würden vor dem Freischalten von Mitgliedern der Initiative gesichtet. "Aus Sicherheitsgründen dürfen nicht alle Namen und Wohnorte bekannt gegeben werden", erklärte er. Neben den Weihnachtsgrüßen sind auch kurze Videos zu sehen, in denen beispielsweise die Feldpoststelle in Darmstadt vorgestellt wird. Sie beliefert alle Soldaten mit Briefen und Päckchen und leitet die Post aus dem Auslandseinsatz an die Angehörigen in Deutschland weiter.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 24.12.2009)

 
Leser-Kommentare
  1. Diejenigen Offiziere, die sich nach Afghanistan melden und dort ihre Haut zu Markte tragen, müssen wahre Masochisten sein. Die eigenen Politiker und Abgeordneten fallen ihnen in den Rücken und halten große Reden von ihren bequemen Sesseln im Bundestag aus.
    Wäre ich Offizier, würde ich sofort alles hinwerfen.

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    • N128
    • 24.12.2009 um 9:41 Uhr

    "Diejenigen Offiziere, die sich nach Afghanistan melden und dort ihre Haut zu Markte tragen,"

    machen das freiwillig und nicht gezwungen.

    Ihnen ist das Risiko bekannt. Sie wissen, welchen Preis sie dafür zu bezahlen haben.
    Jedenfalls sollte man sie nicht bedauern, genauso wenig, wie man die andere Seite der Bürgerkriegsparteie bedauern sollte.
    Unser Mitleid und Solidarität sollte den Zivilisten gelten, die durch die mutmaßlichen Kriegsverbrechen zu schaden kommen und nicht den Tätern der Kriegsparteien.

    • joG
    • 24.12.2009 um 12:28 Uhr

    ..."Wäre ich Offizier, würde ich sofort alles hinwerfen", sagen Sie Sie würden Vertragsbruch begehen, nachdem Sie über die ganzen Jahre Ihren Sold bezogen haben? Habe ich das richtig verstanden?
    Sie würden also den Blüm machen?

    • N128
    • 24.12.2009 um 9:41 Uhr

    "Diejenigen Offiziere, die sich nach Afghanistan melden und dort ihre Haut zu Markte tragen,"

    machen das freiwillig und nicht gezwungen.

    Ihnen ist das Risiko bekannt. Sie wissen, welchen Preis sie dafür zu bezahlen haben.
    Jedenfalls sollte man sie nicht bedauern, genauso wenig, wie man die andere Seite der Bürgerkriegsparteie bedauern sollte.
    Unser Mitleid und Solidarität sollte den Zivilisten gelten, die durch die mutmaßlichen Kriegsverbrechen zu schaden kommen und nicht den Tätern der Kriegsparteien.

    • joG
    • 24.12.2009 um 12:28 Uhr

    ..."Wäre ich Offizier, würde ich sofort alles hinwerfen", sagen Sie Sie würden Vertragsbruch begehen, nachdem Sie über die ganzen Jahre Ihren Sold bezogen haben? Habe ich das richtig verstanden?
    Sie würden also den Blüm machen?

    • N128
    • 24.12.2009 um 9:41 Uhr

    "Diejenigen Offiziere, die sich nach Afghanistan melden und dort ihre Haut zu Markte tragen,"

    machen das freiwillig und nicht gezwungen.

    Ihnen ist das Risiko bekannt. Sie wissen, welchen Preis sie dafür zu bezahlen haben.
    Jedenfalls sollte man sie nicht bedauern, genauso wenig, wie man die andere Seite der Bürgerkriegsparteie bedauern sollte.
    Unser Mitleid und Solidarität sollte den Zivilisten gelten, die durch die mutmaßlichen Kriegsverbrechen zu schaden kommen und nicht den Tätern der Kriegsparteien.

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    Jetzt müssen unsere Soldaten sich schon als "Täter" bezeichnen lassen.
    Wenn ein Polizist im Dienst von Kriminellen erschossen wird, muss er sich dann auch solchen zynischen Sprüche anhören wie: "Ihnen ist das Risiko bekannt. Sie wissen, welchen Preis sie dafür zu bezahlen haben."?

    • ribera
    • 28.12.2009 um 23:37 Uhr

    Unabhängig von Ihren doch abstrusen Gedankengängen sind Ihre Mutmaßungen zur Motivation der in Af eingesetzten Offiziere schlichtweg falsch.
    Vielleicht hätte ein Gespräch mit Soldaten, die bereits im Einsatz waren, geholfen. Fahren Sie doch mal zu einem Tag der offenen Tür oder einem öffentlichen Gelöbnis eines Fallschirmjägerbataillons. Oder eines anderen Infanteriebataillons!
    Ihr Beitrag outet Sie als Nichtwissender!

    Jetzt müssen unsere Soldaten sich schon als "Täter" bezeichnen lassen.
    Wenn ein Polizist im Dienst von Kriminellen erschossen wird, muss er sich dann auch solchen zynischen Sprüche anhören wie: "Ihnen ist das Risiko bekannt. Sie wissen, welchen Preis sie dafür zu bezahlen haben."?

    • ribera
    • 28.12.2009 um 23:37 Uhr

    Unabhängig von Ihren doch abstrusen Gedankengängen sind Ihre Mutmaßungen zur Motivation der in Af eingesetzten Offiziere schlichtweg falsch.
    Vielleicht hätte ein Gespräch mit Soldaten, die bereits im Einsatz waren, geholfen. Fahren Sie doch mal zu einem Tag der offenen Tür oder einem öffentlichen Gelöbnis eines Fallschirmjägerbataillons. Oder eines anderen Infanteriebataillons!
    Ihr Beitrag outet Sie als Nichtwissender!

  2. 3. Täter

    Jetzt müssen unsere Soldaten sich schon als "Täter" bezeichnen lassen.
    Wenn ein Polizist im Dienst von Kriminellen erschossen wird, muss er sich dann auch solchen zynischen Sprüche anhören wie: "Ihnen ist das Risiko bekannt. Sie wissen, welchen Preis sie dafür zu bezahlen haben."?

    Antwort auf "Selbstverantwortung"
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    Ja natürlich können "unsere" wie alle anderen Soldaten (hier allerdings eher die Vorgesetzten) und natürlich auch die Taliban Täter werden: nämlich z.B. dann, wenn Sie sich über Einsatzbefehle hinwegsetzen, NATO-Regeln missachten, Gefechtspartner täuschen und Nicht-Kombattanten ohne unmittelbare Bedrohung töten oder verletzen.

    Ihr Polizisten-Beispiel hinkt leider gewaltig: richtiger wäre es in etwa so: ein Polizist wird im Dienst von Kriminellen erschossen. Seine Kollegen wissen zwar nicht genau, wer es war, ziehen aber voller Wut in die Stadt und erschiessen einige Leute, die Stunden später in der Nähe des Tatortes angetroffen werden und verdächtig aussehen. Vielleicht bemerken Sie, das das so nicht geht, selbst wenn wir in Afghanistan von einem kriegähnlichen Zustand sprechen müssen.

    Das Wort Krieg sollte dann aber von der Regierung auch klar so er-klärt werden. Und sich dann am Besten noch mal zur Wahl stellen. Denn hätten Sie den Krieg vor der Wahl erklärt, wären sie wahrscheinlich heute nicht am Ruder.

    Auch Bundeskanzler und Verteidigungsminister werden dann zu Tätern, wenn Sie dem Volk und den Soldaten andere als die wirklichen Einsatzziele weissmachen wollen.

    Also die Krokodilstränen lohnen hier wirklich nicht.

    • N128
    • 24.12.2009 um 12:29 Uhr

    zwischen denjenigen BW Angehörigen, die sich mutmaßlichen Kriegsverbrechen schuldig gemacht haben, und Polizisten.
    Dieser Vergleich ist unverschämt.
    Mir ist nicht bekannt, dass Polizisten die mutmaßliche Ermordung von Zivilisten in Kauf nehmen, um Talibanverdächtige ohne Gerichtsverfahren zu liquidieren.

    Ja natürlich können "unsere" wie alle anderen Soldaten (hier allerdings eher die Vorgesetzten) und natürlich auch die Taliban Täter werden: nämlich z.B. dann, wenn Sie sich über Einsatzbefehle hinwegsetzen, NATO-Regeln missachten, Gefechtspartner täuschen und Nicht-Kombattanten ohne unmittelbare Bedrohung töten oder verletzen.

    Ihr Polizisten-Beispiel hinkt leider gewaltig: richtiger wäre es in etwa so: ein Polizist wird im Dienst von Kriminellen erschossen. Seine Kollegen wissen zwar nicht genau, wer es war, ziehen aber voller Wut in die Stadt und erschiessen einige Leute, die Stunden später in der Nähe des Tatortes angetroffen werden und verdächtig aussehen. Vielleicht bemerken Sie, das das so nicht geht, selbst wenn wir in Afghanistan von einem kriegähnlichen Zustand sprechen müssen.

    Das Wort Krieg sollte dann aber von der Regierung auch klar so er-klärt werden. Und sich dann am Besten noch mal zur Wahl stellen. Denn hätten Sie den Krieg vor der Wahl erklärt, wären sie wahrscheinlich heute nicht am Ruder.

    Auch Bundeskanzler und Verteidigungsminister werden dann zu Tätern, wenn Sie dem Volk und den Soldaten andere als die wirklichen Einsatzziele weissmachen wollen.

    Also die Krokodilstränen lohnen hier wirklich nicht.

    • N128
    • 24.12.2009 um 12:29 Uhr

    zwischen denjenigen BW Angehörigen, die sich mutmaßlichen Kriegsverbrechen schuldig gemacht haben, und Polizisten.
    Dieser Vergleich ist unverschämt.
    Mir ist nicht bekannt, dass Polizisten die mutmaßliche Ermordung von Zivilisten in Kauf nehmen, um Talibanverdächtige ohne Gerichtsverfahren zu liquidieren.

    • xpol
    • 24.12.2009 um 10:07 Uhr

    Zitiert:
    "Für uns steht fest, dass die Präsenz der Bundeswehr in Afghanistan zeitlich begrenzt sein muss. Deshalb haben wir bereits im Sommer einen Plan entwickelt, der den schrittweisen Abzug der internationalen Isaf-Truppen zum Ziel hat."

    Dass die BW nicht bis zum "Jüngsten Tag" in Afghanistan bleiben soll, ist sicher allgemeiner Konsens.

    Staunenswert finde ich, dass es noch aus Steinmeiers Ministerzeit einen Abzugsplan geben soll - hat schon mal irgendwer was davon gehört???

    • aram62
    • 24.12.2009 um 10:20 Uhr

    Zum Glück gewinnt die Erkenntnis zunehmend mehr Anhänger, dass unsere Freiheit vielleicht doch nicht am Hindukusch verteidigt wird. Bedauerlich für alle SoldatInnen, die Gesundheit und Leben für eine von Anfang an falsche Politik riskierten oder verloren.
    Eine Illusion aber gilt es noch aufzugeben: Man könne die Afghanen in den Stand versetzen, selber für ihre Sicherheit zu sorgen, dann könne man abziehen. Die Anwesenheit fremder Truppen in Afghanistan ist gerade einer der Gründe für die Unsicherheit im Land. So brutal es klingt: Afghanistan kann nur sich selbst überlassen werden, jegliche Intervention von aussen macht die Situation nur noch schlimmer. Darum Exit now!

    • joG
    • 24.12.2009 um 10:26 Uhr

    ...was man will, welches Ziel man hat. Will man eine feste Diktatur, eine korrupte aber stabile Autokratie, eine unregierte Region, eine labile Protodemokratie oder eine stabile Demokratie zurücklassen? All diese Ergebnisse sind erreichbar aber unterschiedlich appetitlich. Leider sind auch die Preise unterschiedlich, die wir oder in der Hauptsache, wie es scheint, die Amis dafür zu zahlen haben.

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    Lieber joG,

    da haben Sie vollkommen recht. Gerade die SPD hat sich nie um einen zielführenden Ansatz bemüht. Das Exit-Papier vom letzten Frühjahr dürfte ebenfalls nicht anderes als ein Beruhigungsmittelchen sein, um die paar wohlgesonnenen Wähler nicht auch noch zu verschrecken. Die SPD läuft auch hier Gefahr vor lauter Kompromissfindung Selbstverleugnung zu betreiben. -traurig-
    Die Frage nach dem Ziel des Einsatzes ist mehr als gerechtfertigt. Der generelle SPD-Gutmenschen-Kurs ist jedenfalls, spätestens nach Kundus, Geschichte.
    Raus ad hoc, das geht nicht! Wat nu, Herr Gabriel ?

    Lieber joG,

    da haben Sie vollkommen recht. Gerade die SPD hat sich nie um einen zielführenden Ansatz bemüht. Das Exit-Papier vom letzten Frühjahr dürfte ebenfalls nicht anderes als ein Beruhigungsmittelchen sein, um die paar wohlgesonnenen Wähler nicht auch noch zu verschrecken. Die SPD läuft auch hier Gefahr vor lauter Kompromissfindung Selbstverleugnung zu betreiben. -traurig-
    Die Frage nach dem Ziel des Einsatzes ist mehr als gerechtfertigt. Der generelle SPD-Gutmenschen-Kurs ist jedenfalls, spätestens nach Kundus, Geschichte.
    Raus ad hoc, das geht nicht! Wat nu, Herr Gabriel ?

  3. ... ist es das Privileg der Opposition, das fordern zu können, was auch das Volk will.

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    • ribera
    • 28.12.2009 um 23:42 Uhr

    das unzusetzen was das Volk will. Und da noch vor kurzer zeit diejenigen mit am machtpolitischen Drücker, die sich heute in der opposition einen Dreck um ihr gewäsch von gestern kümmern.
    Das finde ich schäbig!

    • ribera
    • 28.12.2009 um 23:42 Uhr

    das unzusetzen was das Volk will. Und da noch vor kurzer zeit diejenigen mit am machtpolitischen Drücker, die sich heute in der opposition einen Dreck um ihr gewäsch von gestern kümmern.
    Das finde ich schäbig!

  4. 8.

    Ja natürlich können "unsere" wie alle anderen Soldaten (hier allerdings eher die Vorgesetzten) und natürlich auch die Taliban Täter werden: nämlich z.B. dann, wenn Sie sich über Einsatzbefehle hinwegsetzen, NATO-Regeln missachten, Gefechtspartner täuschen und Nicht-Kombattanten ohne unmittelbare Bedrohung töten oder verletzen.

    Ihr Polizisten-Beispiel hinkt leider gewaltig: richtiger wäre es in etwa so: ein Polizist wird im Dienst von Kriminellen erschossen. Seine Kollegen wissen zwar nicht genau, wer es war, ziehen aber voller Wut in die Stadt und erschiessen einige Leute, die Stunden später in der Nähe des Tatortes angetroffen werden und verdächtig aussehen. Vielleicht bemerken Sie, das das so nicht geht, selbst wenn wir in Afghanistan von einem kriegähnlichen Zustand sprechen müssen.

    Das Wort Krieg sollte dann aber von der Regierung auch klar so er-klärt werden. Und sich dann am Besten noch mal zur Wahl stellen. Denn hätten Sie den Krieg vor der Wahl erklärt, wären sie wahrscheinlich heute nicht am Ruder.

    Auch Bundeskanzler und Verteidigungsminister werden dann zu Tätern, wenn Sie dem Volk und den Soldaten andere als die wirklichen Einsatzziele weissmachen wollen.

    Also die Krokodilstränen lohnen hier wirklich nicht.

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