Afghanistan-Konferenz FDP will Abzug von Tornados prüfen
Statt mehr Soldaten nach Afghanistan zu schicken, will die FDP die deutschen Tornados samt Personal aus Afghanistan abziehen und durch andere Soldaten ersetzen.
© Paula Bronstein/Getty Images

Startender Tornado der Bundeswehr in Afghanistan
Wenige Tage vor der Londoner Afghanistan-Konferenz am kommenden Donnerstag ist weiter offen, ob die Bundesregierung für ein verändertes Afghanistan-Mandat mit der Zustimmung der SPD rechnen kann. Allerdings gibt es auch Zeichen der Annäherung zwischen Regierung und größter Oppositionspartei. So plädieren inzwischen auch Außen- und Sicherheitspolitiker der Union und der FDP offen dafür, das Bundestagsmandat von bislang maximal 4500 Soldaten nicht aufzustocken, sondern durch eine Umorganisation der Bundeswehrkontingente die Ausbildungsleistung der deutschen Soldaten zu verbessern. Außenminister Guido Westerwelle erklärte, er wolle, "dass wir die Möglichkeiten der klugen Umschichtung innerhalb des bestehenden Bundeswehrkontingents für die Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte auch nutzen". Die verteidigungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Elke Hoff, sagte dem Tagesspiegel, in diesem Zusammenhang müsse auch der Einsatz der deutschen Aufklärungs-Tornados auf den Prüfstand gestellt werden.
Die SPD hatte die Differenz zur Regierung allerdings noch vergrößert, indem sie am Freitag einen Abzug der Bundeswehr bis Ende 2015 verlangte. Ähnlich wie zuvor auch Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wandte sich Westerwelle scharf gegen den Vorschlag. Die Bundesregierung lehnt ein konkretes Abzugsdatum ab. Stattdessen will sie gemeinsam mit der afghanischen Regierung und den Partnern Kriterien dafür erarbeiten, unter denen ein Abzug möglich wird.
Fünf Tage vor der Londoner Konferenz bestand am Sonnabend immer noch Unklarheit darüber, ob und in welcher Höhe die Regierung das bislang auf 4500 Soldaten beschränkte Mandat für die Bundeswehr ausweiten will. Eine Entscheidung soll am Montag fallen. Verteidigungsminister Guttenberg kündigte in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung an, noch vor der Londoner Konferenz "eine konkrete Zahl für eine mögliche Aufstockung des deutschen Truppenanteils" vorzustellen. Klar sei aber bereits, dass sich die Strategie der Bundeswehr in Afghanistan verändern werde, sagte der Minister. Demnach sollen die Soldaten beim Ausbilden afghanischer Sicherheitskräfte mehr Präsenz in der Fläche des Landes zeigen.
Bundesregierung und Bundeswehr müssten die Prioritäten beim Einsatz der derzeit 4500 deutschen Isaf-Soldaten neu überdenken, sagte die verteidigungspolitische Sprecherin der Liberalen, Hoff. Der neue Isaf-Oberkommandierende, der Amerikaner Stanley McChrystal, wolle in den nächsten zwei Jahren den Schwerpunkt der Operationen massiv auf die Ausbildung der afghanischen Armee lenken. "Da stellt sich die Frage, ob man die Tornados wirklich braucht oder ob wir 300 Soldaten nicht an anderer Stelle wirksamer einsetzen könnten", sagte Hoff. Auch in der Logistik und der Verwaltung könnten Kräfte für eine Ausbildungsinitiative freigesetzt werden, wenn man diese Aufgaben verstärkt an Zivile übertrage.
Geprüft werden müsse zudem, ob nicht in einigen Gebieten des Regionalkommandos Nord die Bundeswehr die Sicherheitsverantwortung bereits jetzt an die afghanischen Kräfte übergeben könne. Das gelte etwa für das Feldlager Feisabad im äußersten Nordosten des Landes. Dort sind derzeit etwa 500 Bundeswehrsoldaten im Einsatz, die Region gilt aber seit längerer Zeit als praktisch befriedet. "Wenn die Sicherheitslage dort so ist, dass die Bundeswehr sich zurückziehen kann, sollten wir das tun", sagte Hoff. Eine umfangreiche Aufstockung des deutschen Kontingents lehnte die FDP-Politikerin hingegen ab.
Der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rolf Mützenich, verteidigte die SPD-Forderung nach einem vollständigen Abzug innerhalb von fünf Jahren. "Die Afghanen wollen bis dahin alle wichtigen Zuständigkeiten übernehmen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Dann müssten auch die Staaten in der Region endlich größere Verantwortung übernehmen.
(Erschienen im Tagesspiegel)
- Datum 24.01.2010 - 17:41 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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Ich kann mir vorstellen in was eine Umschichtung, von Politikern erdacht, geplant und in die wege geleitet, enden wird. Dem totalen Chaos! Damit wird man es den Soldaten sicher nicht einfacher machen. Ich frage mich ob der vorschlag den kommandierenden vor ort bereits mitgeteilt wurde oder ob diese überhaupt ein wort mitzureden haben. Anstatt einfach zu akzeptieren das eine truppenaufstockung nunmal notwendig ist um effektiv zu arbeiten und den auftrag erfüllen zu können, versucht man krampfhaft dem aus dem weg zu gehen und spart lieber an anderer stelle. Als ob die 300 soldaten die den tornados zugeteilt sind so viel ausmachen würden, dass man bei deren abzug plötzlich unglaublich viele möglichkeiten hätte.
..., wo man die Tornados angeblich nie so recht einsetzte. Sie kann aber auch nicht verbergen, dass die Amerikaner 100.000 Mann am Boden haben und vielleicht um die 100 Milliarden Kosten schultern für eine Aufgabe, die die deutschen Politiker als genügend wichtig einstufen, um deutsche Soldaten zu opfern.
Deutschland hat 80 Millionen Einwohner, die USA 300. Angemessen ist also knappe 4:1. Das sind nicht 4.500 Soldaten, sondern mehr als 20.000. Da nutzt keine "Umverteilung". Sie vorzugaukeln ist ein Hütchenspieler Trick vom Feinsten.
..., wo man die Tornados angeblich nie so recht einsetzte. Sie kann aber auch nicht verbergen, dass die Amerikaner 100.000 Mann am Boden haben und vielleicht um die 100 Milliarden Kosten schultern für eine Aufgabe, die die deutschen Politiker als genügend wichtig einstufen, um deutsche Soldaten zu opfern.
Deutschland hat 80 Millionen Einwohner, die USA 300. Angemessen ist also knappe 4:1. Das sind nicht 4.500 Soldaten, sondern mehr als 20.000. Da nutzt keine "Umverteilung". Sie vorzugaukeln ist ein Hütchenspieler Trick vom Feinsten.
Blödsinn!
Mehr fällt mir dazu nicht ein.
Vielleicht kann man das Guidomobil nach Kabul schicken, samz Guido und seiner FDP!!!
Dann wird es bestimmt besser dort unten.....
Es ist wirklich sehr die Frage, ob die FDP da gut beraten ist, wenn sie ausgerechnet die deutschen Tornados abziehen möchte. Immerhin handelt es sich nicht um Bomber, sondern um Aufklärungs-Maschinen. Und Aufklärung ist für einen vermehrten Einsatz von Bodentruppen doch wohl von allergrörter Bedeutung!
Gar nicht so sehr überspitzt könnte man sagen, wenn man den Soldaten die Augen (Aufklärung) nimmt, was sollen sie denn da noch?
Ich kann Ihren Einwand nachvollziehen, Jokus.
Hier hätte der Autor ruhig mal noch recherchieren können, ob die Aufklärungsleistung der deutschen Tornados benötigt oder womöglich durch z.B. US-Drohnen gut ersetzt werden könne. Dann könnten in der Tat 300 Soldaten anderer Teilstreitkräfte mehr nützen.
Ich kann Ihren Einwand nachvollziehen, Jokus.
Hier hätte der Autor ruhig mal noch recherchieren können, ob die Aufklärungsleistung der deutschen Tornados benötigt oder womöglich durch z.B. US-Drohnen gut ersetzt werden könne. Dann könnten in der Tat 300 Soldaten anderer Teilstreitkräfte mehr nützen.
Ich kann Ihren Einwand nachvollziehen, Jokus.
Hier hätte der Autor ruhig mal noch recherchieren können, ob die Aufklärungsleistung der deutschen Tornados benötigt oder womöglich durch z.B. US-Drohnen gut ersetzt werden könne. Dann könnten in der Tat 300 Soldaten anderer Teilstreitkräfte mehr nützen.
Wenn die US-Drohnen ausreichen sollten, @freestyle, hätten Sie möglicherweise recht.
Doch da würde ich zuvor noch mal beim Aufklärungsgeschwader
in SH nachfragen, ob Drohnen wirklich reichen.
Mit dem Abzug der Tornados samt Besatzungen und technischem Begleitpersonal kann das Einsatzkontingent um Kampftruppen aufgestockt werden, ohne das die Mandatsobergrenze hinsichtlich der Gesamtzahl an eingesetzten Kräfte aufgestockt werden muss.
Ob der Abzug von Aufklärungskomponenten sinnvoll ist, steht möglicherweise nicht zur Debatte.
Für die Politiker dürfte es der einfachere Weg sei, als die Mandatsobergrenze anzuheben!
..., wo man die Tornados angeblich nie so recht einsetzte. Sie kann aber auch nicht verbergen, dass die Amerikaner 100.000 Mann am Boden haben und vielleicht um die 100 Milliarden Kosten schultern für eine Aufgabe, die die deutschen Politiker als genügend wichtig einstufen, um deutsche Soldaten zu opfern.
Deutschland hat 80 Millionen Einwohner, die USA 300. Angemessen ist also knappe 4:1. Das sind nicht 4.500 Soldaten, sondern mehr als 20.000. Da nutzt keine "Umverteilung". Sie vorzugaukeln ist ein Hütchenspieler Trick vom Feinsten.
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