Arbeitnehmerdatenschutz Elena - eine gute Idee mutiert zum DatenmonsterSeite 2/2

Da hilft es wenig, dass das Arbeitsministerium nun ein wenig einlenken und zumindest die direkte Zuordnung von Streiktagen auf die Beschäftigten verhindern will. Und es ändert auch nichts, dass der Chef des "Elena"-Bereichs bei der Rentenversicherung, Robert Kronthaler, auf aufwendige Verschlüsselungsprozeduren verweist und garantiert, dass die Daten "vollständig sicher" seien. Für Experten wie den Frankfurter Arbeitsrechtler Peter Wedde handelt es sich bei "Elena" um die Auswüchse einer neuen Daten-Sammelleidenschaft – und um unerlaubte Vorratsdatenspeicherung. Gebe es die Datenbank erst mal, so warnt er, könnten auch andere Lust bekommen, sie zu nutzen.

Ähnlich argumentieren auch regierende Politiker wie Baden-Württembergs Justizminister Ulrich Goll (FDP). Bei jeder staatlich organisierten Datensammlung müsse "damit gerechnet werden, dass ihre Nutzungsmöglichkeiten nachträglich erweitert werden", sagte er dem "Südkurier". Eine Vorratsspeicherung wie bei "Elena" stehe in keinem Verhältnis zum Nutzen des Verfahrens. Es reiche, wenn die Arbeitgeber die Daten erst dann weiterleiteten, wenn sie gebraucht würden.

(Der Artikel erschien zuerst im gedruckten Tagesspiegel vom 4. Januar 2009.)

 
Leser-Kommentare
    • Chali
    • 04.01.2010 um 13:17 Uhr

    ... das sind doch auch Arbeitnehmer, oder?

    Wie ist denn das mit deren Boni? Sind die hier auch verzeichnet. Ist doch wichtig - so für Zeugengeld?

    • 2eco
    • 04.01.2010 um 14:12 Uhr

    Keine Woche vergeht ohne einen neuen Datenschutzskandal. Computerdurchsuchungen, Speicherung von Telekommunikationsdaten, SWIFT, Nacktscanner und jetzt Elena.

    So langsam frage ich mich was aus Deutschland geworden ist. Ich bin einfach nur entsetzt und frage mich ob es überhaupt noch Wert ist in so einem Land zu leben.

    Es ist kaum mehr als 20 Jahre her da gab es noch die Stasi. Jetzt 20 Jahre später ist alles vergessen und wir tun alles um uns eine Stasi 2.0 aufzubauen.

    Was bringt uns Demokratie ohne Freiheit? Armes Deutschland

  1. Ich finde leider nirgends den vollständigen Fragebogen. Ich möchte mich einfach einformieren.

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    http://www.das-elena-verf...

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  3. Frei nach Aschenputtel: "Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten auf die Aussonderungs- und Abwrackliste!"

    Dann ist es wohl wahr, dass ELENA so eine Art virtueller Nackt-Scanner ist, um die Arbeitnehmer auf mögliche brisante oder toxische Eigenschaften/Gewohnheiten zu durchleuchten, damit diese ggf. noch rechtzeitig gekennzeichnet, schubladisiert und falls politisch opportun, frühzeitig aussortiert werden können?!

    Unglaublich aber offensichtlich wahr: Die StaSi lebt!

  4. Hier ist auch noch ein Link:
    http://www.das-elena-verf...

    Wer sich das ansieht wundert sich nicht, daß das von "denen da oben" nicht an die Große Glocke gehängt wurde.

  5. Die Hollerithmaschine war zuerst auch nicht dafür gedacht !

    http://de.wikipedia.org/wiki/Volkszählung#Zensus_unter_dem_Hakenkreuz

    ...nicht das unsre Regierung so etwas vor hat, aber wer weiß schon, wer uns übermorgen regiert !!!

    Chapeau, Frau Bundeskanzlerin - Geschichte wiederholt sich wirklich nicht! (Hoffentlich)

  6. "Weniger Bürokratie - mehr Effizienz" heißt es so schön werblich-claimig auf der Elena-Website.

    Das kann man sich lebhaft vorstellen, wenn schon die Arbeitgeberseite für Ihr Formular eine 56-seitige Ausfüllanleitung benötigt.

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