Debatte um Parteispenden Die Verlockung des GeldesSeite 2/2

Das eigentlich Problematische an der deutschen Praxis sei aber gar nicht der Verdacht der Käuflichkeit, dem sich Parteien durch an sie gezahlte Spenden aussetzen. Vielmehr gebe es eine Verzerrung im politischen Wettbewerb. „Parteien, deren Wähler eher aus wohlhabenderen Milieus kommen, erhalten höhere Spenden und können sich deshalb finanziell mehr leisten als Parteien, deren Wähler eher aus ärmeren Milieus kommen“, sagt Höpner. Verbieten sollte man Spenden von Unternehmern oder reichen Personen allerdings nicht. „Sonst müsste der Staat komplett die Finanzierung der Parteien übernehmen“, sagt Höpner. Eine Obergrenze der Spenden sei aber sinnvoll.

Schon jetzt erhalten Parteien Unterstützung vom Staat. Doch da nahezu alle Parteien auch mit Rückgängen der Mitgliederzahlen zu kämpfen haben, womit auch finanzielle Einbußen einhergehen, bliebe der Staat als einzige Geldquelle für Parteien. „Das ist auf Dauer auch nicht sinnvoll“, sagt Höppner.

Wie sieht die Spendenpraxis in Deutschland aus?

Für Unternehmen sind Parteispenden wichtig. Sie verfolgen ein bestimmtes Interesse und sind – anders als die Parteien – nicht dem Allgemeinwohl verpflichtet. Dabei hat sich die Spendenpraxis der Unternehmen in den vergangenen Jahren etwas verändert. Spendeten einige Unternehmen früher oft nur einem bestimmten politischen Lager Geld, gehen größere Unternehmen dazu über, nahezu allen politischen Gruppierungen zu spenden. „Politische Landschaftspflege“ nennt man das. Höpner sieht darin das Bedürfnis von Unternehmen, eine Art „Umweltstabilisierung in unsicheren Zeiten“ herzustellen. Dieser Trend verstärke sich von Wahl zu Wahl. Allerdings trifft dies nicht für Verbände und Einzelpersonen zu. Die spenden nach wie vor gezielt einem politischen Lager.

 
Leser-Kommentare
    • habe8
    • 19.01.2010 um 13:36 Uhr

    Da Herr Kuhn - bleiben Sie sachlich !!! - die Einhaltung der Communintiy-Nettikette verlangt, verzichte ich auf die nächsten 1313 Buchstaben, die mir für den Kommentar bleiben !!!!!!!!!!

    • etiam
    • 19.01.2010 um 13:39 Uhr

    dass die Hotels ja im internationalen Wettbewerb stehen und deswegen konkurrenzfähig sein müssen. Aber eines haben die Spenden doch ünberdeutlich gezeigt: Es gab nur einen Grund!
    Ein Parteispendenverbot wäre segensreich aber in anderer Hinsicht. Zwar müssten wir die dadurch finanzierte Selbstbeweihräucherung nicht mehr ertragen, aber Vorteilsgewährung an Dritte ist damit noch lange nicht beendet - und sei es nur, dass nach der politischen Karriere dann ein netter Job verfügbar ist - so wie bei allen.
    Politik ist ein dreckiges Geschäft!

  1. Es ist ein Skandal, dass man über Deckelung von Spenden redet, womit natürlich v.a. der Geldhahn für kleine Parteien zugedreht wird, die wenig Mitgliedsbeiträge haben.

    Schlimmer noch, der unhaltbare Zustand, dass manche Parteien unternehmerisch tätig sind, problematischerweise auch noch im Mediensektor, wird mal wieder unter den Teppich gekehrt (FDP und CDU gehören nicht dazu!). Das wäre eine weitere Verdienstmöglichkeit, die Kleinparteien in der Regel nicht haben, was sie also schlechterstellt.

    Hauptprofiteur wird somit die SPD sein, die mit ihrer Medienholding Deutschen Druck- und Verlagsgesellschaft ein eigenes Beteiligungsimperium aufgebaut hat, zu dem regionale (z.B. Hannoversche Allgemeine) und überregionale Zeitungen (z.B. Frankfurter Rundschau), Radiosender (z.B. FFN), Kinderbuchverlage (tivola) und Druckereien gehören, und die auch im Handel und Tourismus aktiv ist.

    Gut, sie dürfen also weiter im Dunkeln wirtschaften - als Unternehmerin wird die SPD natürlich nicht permanent in Interessenkonflikte kommen... na klar!
    Und natürlich findet keine Beeinflussung der Leser/Hörer/Kinder statt... sicher! Ein erster Schritt zur Transparenz wäre, das Wörtchen "unabhängig" unter dem Titel der Frankfurter Rundschau zu nehmen!

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    • habe8
    • 19.01.2010 um 14:14 Uhr

    Fein, dass die Beiträge zu diesem ZEIT-Artikel (auch @7) etwas Licht ins Dunkel der breiten allgemeinen aktuellen politischen Aktivitäten bringen.

    ", womit natürlich v.a. der Geldhahn für kleine Parteien zugedreht wird, die wenig Mitgliedsbeiträge haben. "

    Stimmt nicht, gerade die großen parteien bekommens ehr viele Spenden aus der Wirtschaft, während FDP schon einw enig weniger bekommt, viel weiter hinten dann die Grünen und NICHTS bekommt die Linke. Hällt sich dafür aber gut

    Also reden sie mal keinen lödsinn ;)

    • habe8
    • 19.01.2010 um 14:14 Uhr

    Fein, dass die Beiträge zu diesem ZEIT-Artikel (auch @7) etwas Licht ins Dunkel der breiten allgemeinen aktuellen politischen Aktivitäten bringen.

    ", womit natürlich v.a. der Geldhahn für kleine Parteien zugedreht wird, die wenig Mitgliedsbeiträge haben. "

    Stimmt nicht, gerade die großen parteien bekommens ehr viele Spenden aus der Wirtschaft, während FDP schon einw enig weniger bekommt, viel weiter hinten dann die Grünen und NICHTS bekommt die Linke. Hällt sich dafür aber gut

    Also reden sie mal keinen lödsinn ;)

  2. "Die FDP war nicht allein Triebkraft für die Senkung des Mehrwertsteuersatzes für Hotels. Auch die CSU hat sich dafür stark gemacht. "
    Aber hätten CSU und FDP die Spende erhalten, wenn sie sich nicht für die Steuererleichterung für Hoteliers eingesetzt hätten? - Und der Steuerzahler erstattet dem Spender auch noch die Hälfte

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