Palästinenserführung Sex, Grundstücke und ein Video

Der Bürochef von Palästinenserpräsident Abbas soll von Frauen Sex für einen Job in seinem Büro verlangt haben. Ein Beweisvideo lief im israelischen Fernsehen.

In Erklärungsnot: Rafik al Husseini, Bürochef von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas

In Erklärungsnot: Rafik al Husseini, Bürochef von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas

Eine Sex- und Korruptionsaffäre erschüttert die Palästinenserführung unter Präsident Mahmud Abbas, der nun eine Untersuchungskommission eingesetzt hat. Der israelische Fernsehsender Channel 10 hatte berichtet, Abbas’ Bürochef Rafik al Husseini habe von Frauen sexuelle Dienste im Gegenzug für eine Anstellung in seinem Büro gefordert.

Ein Video zeigte einen Mann, der als al Husseini identifiziert wurde, wie er nackt im Bett einer Frau auf sie wartet, dann aber von dem ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter Fahmi Schabaneh überrascht wird. Die Frau habe sich bei Schabaneh zuvor über sexuelle Avancen al Husseinis beschwert. Schabaneh hatte dem israelischen Sender das Video übermittelt.

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Der Streifen, der letzte Woche im israelischen TV-Kanal 10 lief, löste ein regelrechtes Erdbeben bei den Palästinensern aus. Fahmi Schabaneh, früher zuständig für Korruptionsbekämpfung beim palästinensischen Geheimdienst, spielte die Videoaufnahmen zunächst Abbas vor. Der unternahm aber nichts gegen seinen direkten Untergebenen. Auch arabische Fernsehender verweigerten zunächst die Ausstrahlung. Schabaneh wandte sich an die Israelis, denen er auch bündelweise angebliches Beweismaterial für Korruption und andere Verbrechen auf höchster Ebene vorlegte. Ironischer Gag: Schabaneh steht nächste Woche vor einem israelischen Gericht, weil er in Ostjerusalem Agenten für seinen Geheimdienst rekrutiert haben soll.

Plötzlich strahlten unzählige arabische TV-Sender das Video aus. Die Palästinenser im Westjordanland, wo Abbas und seine Fatah-Bewegung herrschen, murren lautstark, während im Gazastreifen die radikalislamistische Hamas sich in Schadenfreude ergötzt. Schließlich ernannte der Palästinenserpräsident eine Untersuchungskommission. Al Husseini wurde bis zum Abschluss der Untersuchungen in drei Wochen beurlaubt.

Doch Schabaneh gab sich damit nicht zufrieden, sondern ritt eine Attacke gegen die Untersuchungskommission. Eines ihrer Mitglieder, der führende Fatah-Aktivist Asam al Ahmed, steht nämlich zusammen mit seinem Bruder auf der Liste der Hauptverdächtigen, die Millionen öffentlicher Gelder gestohlen haben sollen.

Laut Schabanehs Dokumenten sollen hochgestellte Funktionäre zu Zeiten der Arafat-Herrschaft riesige Geldsummen erhalten haben, um Grundstücke und Gebäude zu kaufen, damit diese nicht in jüdische Hände fallen. Arafat wurden dann überhöhte Preise präsentiert; die Restsumme wanderte auf geheime Privatkonten. Falls die Palästinenserbehörde und Abbas al Husseini nicht entlassen und die über Jahre gestohlenen Gelder zurückfordern, so droht Schabaneh, werde er weitere Finanzskandale aufdecken.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 16.02.2010)

 
Leser-Kommentare
  1. Der Konflikt mit dem Zionismus und später mit Israel überdeckt seit hundert Jahren die eigentlichen Probleme der palästinensischen Gesellschaft: Zwietracht, Clan-Wirtschaft und Korruption.

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    • zd
    • 16.02.2010 um 19:12 Uhr

    man kann doch nicht alles dem israel in die schuhe schieben. die palaestinenser sind genau so korrupt wie alle anderen laender von nordafrika bis pakistan. die ganzen despoten dort nutzen probleme mit dem westen um die inneren konflikte zu verdecken.

    • zd
    • 16.02.2010 um 19:12 Uhr

    man kann doch nicht alles dem israel in die schuhe schieben. die palaestinenser sind genau so korrupt wie alle anderen laender von nordafrika bis pakistan. die ganzen despoten dort nutzen probleme mit dem westen um die inneren konflikte zu verdecken.

    • zd
    • 16.02.2010 um 19:12 Uhr

    man kann doch nicht alles dem israel in die schuhe schieben. die palaestinenser sind genau so korrupt wie alle anderen laender von nordafrika bis pakistan. die ganzen despoten dort nutzen probleme mit dem westen um die inneren konflikte zu verdecken.

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