Wikileaks Verrat auf Nummer sicherSeite 4/4

Gelöst wäre damit auch ein weiteres Problem. Viele Dokumente blieben trotz Veröffentlichung bei Wikileaks völlig unbeachtet, weil keine Redaktion die mühsame Auswertungsarbeit in einen Stoff investiert, der ihr nicht exklusiv zur Verfügung steht – ein Paradox der modernen Medienwelt, das Vordenker Assange mit der Abo-Gebühr überwinden will.

Gelingt außerdem auch noch das Island-Projekt mit dem "Freihafen" für unzensierte Onlinemedien – und immerhin haben Abgeordnete aller fünf Fraktionen im Parlament bereits ihre Unterstützung signalisiert – dann könnte Wikileaks dereinst dort auch eine feste Adresse und regelmäßige Einnahmen haben, ohne millionenschwere Schadensersatzklagen fürchten zu müssen.

"Wenn wir es uns dann leisten können", verspricht Assange den Kritikern der bisherigen Geheimhaltung, "dann schreiben wir auch brav Jahresberichte und Abrechnungen."

(Der Artikel erschien zuerst im gedruckten Tagesspiegel vom 16.02.2010)

 
Leser-Kommentare
  1. erreichen mit ihren Veröffentlichungen meist hohe Skandal- aber meist nur geringe Aufmerksamkeitswerte, denn medial und vor allem im Werbeumsatz ausgeschlachtet werden die Fakten, welche dort einzusehen sind, meist von den Medien.

    Leider ist Wikileaks immer noch quasi offline und hofft auf Spenden und Artikel wie diese - so gut sie auch sein mögen - werden ohne Initiative der Nutznießer von Schlagzeilen kaum dafür sorgen, dass sich dieser Zustand schnell ändert.

    Derweil sei auch eine andere Größe in der Beschaffung von Wahrheiten genannt: http://cryptome.org/
    Länger im Geschäft und - wie's scheint - zumindest wirtschaftlich stabiler als Wikileaks.

    Aber noch mal:
    Diese Seiten wären nicht notwendig, wenn Transparenz auf pol. Ebene wirklich gelebt werden und z. B. Vertragswerke mit Milliardenbeträgen dem Bürger nicht vorenthalten würden.

    Gut aber, dass es in diesen Zeiten solche Plattformen gibt und schlecht, dass der Kapitalismus sich wieder mal daran beweist, wie stark Wahrheitsanspruch und wirtschaftlicher Erfolg doch auseinander liegen können.

    Nutzende Medien dieser Quellen vereint euch gefälligst, um nicht nur freudig und klickzahlenträchtig zu berichten, sondern im Zweifel auch zu spenden.

  2. "(Der Artikel erschien zuerst im gedruckten Tagesspiegel vom 16.02.2020)"

    Beeindruckend!

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    Redaktion

    Ja, wir tun so einiges um unsere Leser zu beeindrucken!

    War mein Fehler, habs grad korrigiert.

    Besten Dank für den Hinweis,

    schöne Grüße,

    TK.

    Redaktion

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    TK.

  3. Redaktion
    3. 2020

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