Militärtransporter Staaten einigen sich im Milliardenpoker um den A400M

Die Finanzierung des Militärtransporters A400M steht. Der Streit über die Mehrkosten und technische Probleme haben den Bau des Fliegers um drei Jahre verzögert.

Ein A400M in einer Montagehalle im spanischen Sevilla (Januar 2010)

Ein A400M in einer Montagehalle im spanischen Sevilla (Januar 2010)

Der jahrelange Zwist um Kostensteigerungen bei Entwicklung und Bau des Militärfliegers ist beseitigt: Der Airbus-Mutterkonzern EADS teilte mit, dass die Abnehmerländer sich mit 3,5 Milliarden Euro an den Zusatzkosten beteiligen. Die Staaten sind bereit, zwei Milliarden Euro mehr für die Flugzeuge zu bezahlen. Weitere 1,5 Milliarden Euro entfallen auf Exportkredite. Die Abnehmer werden dafür an künftigen A400M-Verkaufserlösen beteiligt.

Der Rüstungskonzern EADS ist demnach auf die Offerte der Staaten eingegangen, die sie im Februar unterbreitet hatten. Die Einigung mit der Industrie stehe noch unter dem Vorbehalt, dass die zuständigen Regierungen und Parlamente zustimmen, hieß es.

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Die Staatssekretäre der Abnehmerländer hatten zuvor erneut in Berlin verhandelt. Schon Ende Februar war die spanische Verteidigungsministerin Carme Chacon vorgeprescht, indem sie eine Einigung zwischen EADS und den sieben Käuferstaaten verkündete. Die zuständigen Staatssekretäre sollten danach die weiteren technischen Details klären, was sie nun mit Erfolg taten.

Der A400M

Die A400M ist als Mehrzweck-Militärtransporter mit extrem vielseitigen Fähigkeiten konzipiert. Das 45 Meter lange Flugzeug soll 37 Tonnen Nutzlast bis hin zu gepanzerten Fahrzeugen, Hubschraubern oder schwerem Räumgerät über 8700 Kilometer transportieren können. Gleichzeitig soll es in der Lage sein, sowohl schnell fliegende Kampfjets als auch langsame Hubschrauber in der Luft zu betanken. Es soll gut gegen Beschuss geschützt und extrem wendig sein und auch auf Gras und Sand landen können.

Technik und Leistung

Die vier völlig neu entwickelten Turboprop-Triebwerke sollen die A400M bis auf 11.000 Meter Höhe tragen und mit einer Geschwindigkeit von 556 Kilometern pro Stunde vorantreiben. Der Airbus- Militärtransporter ist rund 15 Meter hoch und hat eine Spannweite von 42 Metern. Er liegt mit seiner Traglast zwischen der C130 Hercules (21 Tonnen) von Lockheed-Martin und Boeings düsengetriebener C17 Globemaster (75 Tonnen).

Dabei soll die A400M für die Nutzung der Flugkorridore auch als Zivilflugzeug zertifiziert werden, was besondere Anforderungen an Kabine und Elektronik stellt. Die Triebwerkelektronik ist um ein Vielfaches komplizierter als beim Super-Airbus A380.

Geschichte

Erste Pläne für den Transall-Nachfolger wurden in Frankreich schon 1984 entworfen; einen ersten europäischen Projektstartversuch gab es 1991 mit Euroflag. Doch erst im Mai 2003 wurde das Projekt A400M mit dem Vertrag der sieben Erstkundenstaaten mit Airbus konkret angeschoben. Die erste Maschine soll um die Jahreswende 2012/13 ausgeliefert werden, das erste Flugzeug mit allen geforderten Eigenschaften erst 2015. Am 11. Dezember absolvierte die Maschine ihren Jungfernflug in Sevilla.

Um für Transporte von Truppen und Militärgerät nicht mehr auf die veraltetenTransall-Maschinen angewiesen zu sein, hatten Deutschland und sechs weitere Partner insgesamt 180 der Propellermaschinen zum Gesamtwert von ursprünglich 20 Milliarden Euro bestellt. Doch Hersteller Airbus, eine Tochterfirma des französisch-deutschen Konzerns EADS, musste die Auslieferung des Transporters verschieben. Inzwischen verzögert sie sich um mindestens drei Jahre. Die Käufernationen stritten seitdem mit EADS über die Verteilung der Mehrkosten, die sich dadurch ergaben.

Deutschland und Frankreich sind mit 60 beziehungsweise 50 Maschinen die größten Abnehmer von Militärtransportern. Daneben haben auch Belgien, Großbritannien, Luxemburg, Spanien und die Türkei das Flugzeug bestellt.

 
Leser-Kommentare
  1. nicht alles um im Fall der Fälle schnell Panzer von A nach B zu fliegen...

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    • DI77
    • 05.03.2010 um 20:30 Uhr

    wenn ich auf den Link G.B.hindert (?geistig- oder geh-)klicke,
    fallen mir Kommentare auf... ZZZ!
    Das die Zeit so etwas zuläßt! Daumen unten! Werden solche K. in der Zukunft nicht gelöscht, ist das mein "Letzter"!

    Welche Panzer, den Leopard wiegt doppelt soviel wie A400M transportieren kann. Selbst ein Schützenpanzer PumaC kann das Ding transportieren.

    • DI77
    • 05.03.2010 um 20:30 Uhr

    wenn ich auf den Link G.B.hindert (?geistig- oder geh-)klicke,
    fallen mir Kommentare auf... ZZZ!
    Das die Zeit so etwas zuläßt! Daumen unten! Werden solche K. in der Zukunft nicht gelöscht, ist das mein "Letzter"!

    Welche Panzer, den Leopard wiegt doppelt soviel wie A400M transportieren kann. Selbst ein Schützenpanzer PumaC kann das Ding transportieren.

    • DI77
    • 05.03.2010 um 20:30 Uhr

    wenn ich auf den Link G.B.hindert (?geistig- oder geh-)klicke,
    fallen mir Kommentare auf... ZZZ!
    Das die Zeit so etwas zuläßt! Daumen unten! Werden solche K. in der Zukunft nicht gelöscht, ist das mein "Letzter"!

    Antwort auf "Was tut man"
  2. und nicht um einen Flieger; sie verwechseln doch auch nicht Fahrer und Fahrzeug, oder?

  3. lebt und funktioniert. Wozu schließt man bei Rüstungsprojekten eigentlich überhaupt noch Verträge ab? Bei ausreichendem Drohpotential der Industrie zahlt der Abnehmer (Steuerzahler) sowieso jeden Preis, wenn dann noch eine "europäische" Dimension dazukommt, ist sowieso alles vorbei.

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    • palbo
    • 05.03.2010 um 23:02 Uhr

    Die Geschichte lehrt uns, dass die Rüstung fast so alt ist wie die Menschheit. Bei den ganzen Fragen nach dem warum und wieso wird vergessen, dass nicht EADS der Böse ist, weil sie das Wunderding bauen können, sondern die, die das Teil bestellt haben. Bei den Deutschen war das die damalige Regierung, und diese kam zustande durch uns Wähler. Somit darf sich jeder an die Nase fassen...am meisten die Nichtwähler.
    Der Grund der Verspätungen des A400M ist nicht nur bei EADS zu suchen, sondern auch bei den Kunden. Durch ständige Änderungen und neue Optionen wird das Produkt irgendwann nicht mehr so aussehen und kosten wie ursprünglich gedacht. Das ist ja kein Produkt von der Stange, sondern eine Rennhummel mit Turbo und Extratank.

    • palbo
    • 05.03.2010 um 23:02 Uhr

    Die Geschichte lehrt uns, dass die Rüstung fast so alt ist wie die Menschheit. Bei den ganzen Fragen nach dem warum und wieso wird vergessen, dass nicht EADS der Böse ist, weil sie das Wunderding bauen können, sondern die, die das Teil bestellt haben. Bei den Deutschen war das die damalige Regierung, und diese kam zustande durch uns Wähler. Somit darf sich jeder an die Nase fassen...am meisten die Nichtwähler.
    Der Grund der Verspätungen des A400M ist nicht nur bei EADS zu suchen, sondern auch bei den Kunden. Durch ständige Änderungen und neue Optionen wird das Produkt irgendwann nicht mehr so aussehen und kosten wie ursprünglich gedacht. Das ist ja kein Produkt von der Stange, sondern eine Rennhummel mit Turbo und Extratank.

  4. Nichts braucht Deutschland und Europa heute dringender.
    Kinderbetreuueng, Ausbildung, Gesundheitswesen, Pflege Bedürftiger - alles unwichtig.
    Wir brauchen Militärtransporter, die in kurzer zeit ganz viel Militärtechnik und ganz viele Soldaten ganz weit transportieren können.
    Wozu eigentlich?

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    • Leotse
    • 05.03.2010 um 21:18 Uhr

    Na damit unsere Soldaten in Afghanistan schneller Zivilisten !vernichten! können

    • Leotse
    • 05.03.2010 um 21:18 Uhr

    Na damit unsere Soldaten in Afghanistan schneller Zivilisten !vernichten! können

  5. 6. lol f

    Welche Panzer, den Leopard wiegt doppelt soviel wie A400M transportieren kann. Selbst ein Schützenpanzer PumaC kann das Ding transportieren.

    Antwort auf "Was tut man"
    • Leotse
    • 05.03.2010 um 21:18 Uhr

    Na damit unsere Soldaten in Afghanistan schneller Zivilisten !vernichten! können

  6. Und wie teuer GENAU wird dieses A400M-Projekt?

    Jetzt wird langsam klar, wer vom Afghanistan-Krieg und ähnlichen Einsätzen profitiert.

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