Kein Entweder-Oder
Kreditnehmer nutzen Mikrokredite häufiger als angenommen nicht für kleingewerbliche Investitionen, sondern für vielerlei Zwecke, die sich fast täglich und immer überraschend im unwägbaren Leben eines armen Haushalts ergeben, der über kein regelmäßiges Einkommen verfügt: Krankheitsfälle, Ernteausfälle, plötzliche Preissteigerungen.
Die Tatsache, dass Mikrokredite das Haushaltseinkommen stabilisieren, ist positiv zu werten. So können etwa Kinder regelmäßig zur Schule gehen. Weder steigt so aber das Einkommen dauerhaft, noch steigt das Produktivitätsniveau des Kreditnehmers, was wiederum Grundlage für Einkommenssteigerungen wäre. Aus der mit einem Mikrokredit finanzierten Nähmaschine wird in aller Regel kein Bekleidungsunternehmen; aus dem Schwein im Hinterhof wird kein wettbewerbsfähiger landwirtschaftlicher Betrieb.
Dennoch mindert dies die Auswirkungen der Armut. Es verbessert sich die Chance auf ein selbst bestimmtes Leben, gerade auch für die Frauen. So sind Mikrokredite ein wertvoller Beitrag zur Armutsbekämpfung. Aber sie ermöglichten nicht den Ausbruch aus der Armut für Millionen Menschen. Sie ermöglichten keine wirtschaftliche Transformation, wie sie etwa in Ostasien – ohne Mikrokredite – vonstatten ging.
Es gibt Kritiker, wie etwa der in Cambridge lehrende Koreaner Ha-Joon Chang, die in der Mikrofinanzierung eine falsche volkswirtschaftliche Nutzung von Kapital sehen. Es sollte besser nicht in unproduktive Kleinstbetriebe sondern vielmehr in dynamische Mittel- und Großbetriebe investiert werden, wie eben im Erfolgsmodell Korea.
Tatsächlich geht es nicht um ein Entweder-Oder. Richtig ist aber auch, dass die verändernde (transformative) Wirkung der Mikrofinanzierung weithin überschatzt wird. Eine Strategie der Armutsbekämpfung muss komplementär zur Mikrofinanzierung die Finanzierung von größeren, wettbewerbsfähigen Betrieben sowie von Infrastruktur zum Inhalt haben. Sonst wird die Armutsreduzierung sehr bescheiden bleiben.
Dr. Peter Wolff ist Abteilungsleiter "Weltwirtschaft und Entwicklungsfinanzierung" im Deutschen Institut für Entwicklungspolitik.
Das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) zählt weltweit zu den führenden Forschungsinstituten und Thinktanks zu Fragen globaler Entwicklung und internationaler Entwicklungspolitik. Das DIE berät auf der Grundlage unabhängiger Forschung öffentliche Institutionen in Deutschland und weltweit zu aktuellen Fragen der Zusammenarbeit zwischen Industrie- und Entwicklungsländern.
- Datum 16.03.2010 - 18:41 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE)
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Entweder vergibt man Konsumentenkredite, die aus sicheren und nachhaltigen Einkünften bedient werden.
Oder man vergibt Investitionskredite. Dann muß eben die Geschäftsidee so tragfähig sein, daß aus den wahrscheinlichen späteren Einkünften getilgt und verzinst werden kann.
Würden diese Regeln besser befolgt, hätten wir insgesamt weniger Probleme. Optimismus ist gut, aber Realismus ist besser.
Nun ja - nachdem in den letzten Jahren so Gestalten wie Obama, Xiaobo, Al Gore den Preis bekommen haben, muss man wohl eher von Kriegstreibermedaillie reden. USA und England tragen bekamen die meisten Pokale - ausgerechnet jene, die mehr Kriege inszeniert haben als der Rest der Welt.
Das braucht sich auch keiner einbilden, dass diese Yunus irgendwie bescheiden leben würde. Die fahren doch alle mit dem Treber-Maserati...
Das Problem ist der Kapitalismus und die Demokratie in sich. Wirtschaften und Zinstilgung als Lebensberechtigung haben immer die folge, dass die Schwächsten die imaginären Lasten tragen müssen.
Mit 100 Millionen kann man Millionen Nähmaschinen kaufen und verschenken....
Nun ja - nachdem in den letzten Jahren so Gestalten wie Obama, Xiaobo, Al Gore den Preis bekommen haben, muss man wohl eher von Kriegstreibermedaillie reden. USA und England tragen bekamen die meisten Pokale - ausgerechnet jene, die mehr Kriege inszeniert haben als der Rest der Welt.
Das braucht sich auch keiner einbilden, dass diese Yunus irgendwie bescheiden leben würde. Die fahren doch alle mit dem Treber-Maserati...
Das Problem ist der Kapitalismus und die Demokratie in sich. Wirtschaften und Zinstilgung als Lebensberechtigung haben immer die folge, dass die Schwächsten die imaginären Lasten tragen müssen.
Mit 100 Millionen kann man Millionen Nähmaschinen kaufen und verschenken....
Sozialromantik oder Maßnahme zur Aufhebung der kollektiven Armut.
So beurteilt der Homo Politikus aus der gut ausgestatteten Welt. Er setzt das Erfolgsmodell Korea mit völlig anderer bildungs- und infrastruktur dem einfachen Land gleich, in dem die Entwicklung mittelständischer Industrie schon am Nichtvorhandensein von Vorbildern scheitert. Sie wird ja sogar bei uns zunehmend vernachlässigt.
Und die Moral der Organisationen, die sich damit beschäftigen, behaupte ich, ist größer als die Bereitschaft hart und professionell zu arbeiten. Die Verwaltung wird auch da vor dem operativen Geschäft kommen, denn es winken ja garantierte und stetige Einnahmen.
Aber ich denke, geht es um das Individuum, ist dieses Konzept ein Hilfreiches.
Und wenn Sie in Deutschland einen Kleinkredit aufnehmen und der Partner fällt wegen Krankheit aus oder das Auto geht kaputt, stecken Sie hier wie da in der Klemme. Was bringt da der Hinweis auf die mittelständische Industrie, die eh keine Arbeitsplätze anbietet.
Richtig ist vermutlich, dass Mikrokredite ohne Sozialsysteme im Ganzen nicht mehr sind, als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Aber wieso gibt es die dann in Deutschland nicht? Und was interessiert das Groeß Ganze, wenn ein paar Individuuen zumindest das Geld zum Erwirtschaften nutzen.
Manchen der Herren und Damen aus den Instituten und Verwaltung wünsche ich manchmal nichts als ein Stück Land, aus dem sie ihr Leben erwirtschaften müssen. Das würde den Kopf klar machen.
Nun ja - nachdem in den letzten Jahren so Gestalten wie Obama, Xiaobo, Al Gore den Preis bekommen haben, muss man wohl eher von Kriegstreibermedaillie reden. USA und England tragen bekamen die meisten Pokale - ausgerechnet jene, die mehr Kriege inszeniert haben als der Rest der Welt.
Das braucht sich auch keiner einbilden, dass diese Yunus irgendwie bescheiden leben würde. Die fahren doch alle mit dem Treber-Maserati...
Das Problem ist der Kapitalismus und die Demokratie in sich. Wirtschaften und Zinstilgung als Lebensberechtigung haben immer die folge, dass die Schwächsten die imaginären Lasten tragen müssen.
Mit 100 Millionen kann man Millionen Nähmaschinen kaufen und verschenken....
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