Dirk Niebel Der freundliche RamboSeite 2/2
Kaum war Niebel zwei Tage in Südostasien unterwegs, musste er am Dienstag in Vietnam wieder gegen schlechte Schlagzeilen in Berlin anreden. Die Opposition zu Hause warf ihm vor, er wolle auf Kosten der Steuerzahler zur Fußball-WM nach Südafrika reisen. Und von einer Zerschlagung der Gesellschaft für technischen Zusammenarbeit (GTZ), mit 13.000 Mitarbeitern die wichtigste Vorfeldorganisation der Entwicklungshilfe, war die Rede. Schließlich war da auch noch ein Interview, in dem der Minister das EU-Ziel relativiert, die Mittel für Entwicklungsländer bis zum Jahr 2015 auf 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu steigern. Das brisante Interview und die angeblichen Zerschlagungspläne schafften es sogar in die ARD-"Tagesthemen". Bericht und Kommentar fielen vernichtend aus.
Der Minister und seine Mitarbeiter in Vietnam reagieren sichtlich angefasst auf die schlechte Presse daheim. "Wenn ich ohnehin weiß, dass ich kritisiert werde, egal, was ich mache, dann mache ich gleich das Richtige", raunzt Niebel am Abend. Am Rande eines Empfangs in der deutschen Botschaft in Hanoi bekennt er sich bei einem eilig angesetzten Pressestatement zum 0,7-Prozent-Ziel und bemüht sich, die These von der Zerschlagung der GTZ aus der Welt zu schaffen. Und tatsächlich erhält er für seinen Reformplan auch öffentlichen Zuspruch von den Chefs jener Organisationen, um deren Zukunft es geht. Dass die politische Lenkung der gegenwärtig völlig unübersichtlichen Entwicklungshilfe gestärkt werden muss, sagt schließlich auch die Opposition.
Selbst im Hintergrundgespräch bleibt unklar, ob Niebel nicht spürt, dass sein sorgsam gepflegtes Rambo-Image seine ehrgeizigen Reformpläne gefährdet. Gleich am ersten Tag seiner Reise aber hat er im Regierungs-Airbus "Theodor Heuss" vor Journalisten deutlich gemacht, dass er seinem Stil, der zur Konfrontation förmlich einlädt, treu bleiben will. Die Mütze werde selbstverständlich auch auf dieser Reise in Asien zum Einsatz kommen: "Ich liebe die Mütze."
Es ist paradox: In Vietnam und Kambodscha gibt der Minister sich alle Mühe, seine für die Machthaber provokante Forderung nach Menschenrechten deutlich auszusprechen, aber im Ton nicht zu überziehen und einen Gesichtsverlust der Gastgeber zu vermeiden. Auf die Empfindsamkeiten der politischen Öffentlichkeit in Deutschland und der entwicklungspolitischen Szene nimmt er weniger Rücksicht. Und am letzten Tag seiner Reise in Kambodscha produziert der FDP-Politiker stur wieder genau jene Fernsehbilder, die das Klischee vom Rambo bestätigen.
Als der Tross des Ministers im Dorf Yeang im Distrikt Pouk mittags aus den Autos steigt, brennt die Sonne vom Himmel. Niebel rinnt der Schweiß die Schläfen hinunter. Er setzt seine Mütze auf, schreitet auf die wartenden Kleinbauern zu, die mit deutscher Hilfe bessere Ernten erzielen wollen. Die Kappe auf dem Kopf, faltet er die Hände zum landestypischen Gruß. Immerhin: Die voll verspiegelte Sonnenbrille, die Niebel im Flüchtlingslager im Kongo so furchterregend aussehen ließ, ist zu Hause geblieben.
Auf dem Rückweg in die Stadt Siam Reap hält die deutsche Kolonne kurz hinter dem Dorf Yeang an einer Baustelle. Neugierig schauen die Kambodschaner, die mit Bulldozern eine Lehmpiste zur Straße auswalzen. Deutschland gibt Geld für das Projekt, das auch den Bauern von Yeang den Weg zum nächsten Markt erleichtern soll. Die deutschen Fotografen haben einen Wunsch: Der Minister soll sich ins Führerhaus einer der schweren Maschinen setzen. Aber der Politiker schüttelt den Kopf. "Ich weiß schon, welche Schlagzeilen das gibt", meint er: "Niebel als Dampfwalze in Asien." Fast klingt es, als ob der Entwicklungsminister beginnt, an seinem Auftreten zu arbeiten.
Erschienen im Tagesspiegel.
- Datum 13.03.2010 - 13:58 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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[...] Bitte verzichten Sie auf pietätlose Anspielungen. Die Redaktion/sh
viel mehr fällt mir zu dem Mann nicht ein - also besser: "Volle Deckung"!
der Gute will doch seinen gutdotierten Job behalten und gibt daher outside den Guten.
Das ist mir jetzt aber zuviel des Guten und deshalb lasse ich mir keinen Sand mehr in die Augen streuen.
Niebel ist ebenso eine Fehlbesetzung wie Westerwelle, Brüderle, Rösler und Co.
Er krakehlt halt nicht so dreist, wie sein Chef.
der Gute will doch seinen gutdotierten Job behalten und gibt daher outside den Guten.
Das ist mir jetzt aber zuviel des Guten und deshalb lasse ich mir keinen Sand mehr in die Augen streuen.
Niebel ist ebenso eine Fehlbesetzung wie Westerwelle, Brüderle, Rösler und Co.
Er krakehlt halt nicht so dreist, wie sein Chef.
... wirklich langsam Zeit, dass der Entwicklungshilfe-Sumpf ausgetrocknet wird:
- Nur noch projektbezogene Zahlungen.
- Ausführung nur noch durch deutsche Firmen.
- Strikte Kontrolle beteiligter NGO´s.
So oder eben nicht - haben wir was zu verschenken?
...xpol scheint wirklich null Ahnung zu haben, was Entwicklungszusammenarbeit leisten kann, wie sie funktioniert und wie man das anstellen kann, onicht wahr?
Schnell ein Blick auf die Bulevardpresse und wir schreiben einen (un)sinnigen Kommentar... da haben wir's.
Fast so unqualifiziert, wie dieser Minister!!
Mir geht es allerdings weniger darum, was Entwicklungszusammenarbeit "leisten" kann, als um das, was sie uns nützen sollte:
- Export fördern.
- Angemessen verzinster Rückfluss der eingesetzten Mittel.
- Abhängigkeiten schaffen.
- Politischen Einfluss gewinnen.
Ich habe die Hoffnung, dass dieser Minister das auch so sieht.
...xpol scheint wirklich null Ahnung zu haben, was Entwicklungszusammenarbeit leisten kann, wie sie funktioniert und wie man das anstellen kann, onicht wahr?
Schnell ein Blick auf die Bulevardpresse und wir schreiben einen (un)sinnigen Kommentar... da haben wir's.
Fast so unqualifiziert, wie dieser Minister!!
Mir geht es allerdings weniger darum, was Entwicklungszusammenarbeit "leisten" kann, als um das, was sie uns nützen sollte:
- Export fördern.
- Angemessen verzinster Rückfluss der eingesetzten Mittel.
- Abhängigkeiten schaffen.
- Politischen Einfluss gewinnen.
Ich habe die Hoffnung, dass dieser Minister das auch so sieht.
denn sie streben gegen Unendlich! Und bei dem einen ist der Verlauf der Lernkurve vermutlich flacher, als bei anderen. Das verhilft dann offensichtlich auch dem einen schneller zu lernen als dem anderen.
Und beim Zusammenkommen der unterschiedlich verlaufenden Lernkurven von mehreren Politikern - habe ich den persönlichen Eindruck gewonnen - das es gilt: "Werden verschiedene Lernkurven von unterschiedlichen Politikern zusammengeführt, so ist das Ergebnis undefiniert!?"
Das mag dann das augenblickliche Politikchaos in diesem Land, auch irgendwie erklärbar machen?
Im Übrigen, wenn man sich als unbedarfter Bürger die Vita von Herr Niebel anschaut, fragt man sich schon, welche berufliche Erfahrung (die aus einer Tätigkeit als Arbeitsvermittler beim Arbeitsamt Heidelberg?) ihn qualifizieren, eine Behörde mit 600 MitarbeiterInnen und einem Etat von 5,814 Milliarden Euro zu führen?
...vielleicht hat er ja recht viele Spender herangeschafft... ;-)
...vielleicht hat er ja recht viele Spender herangeschafft... ;-)
Wie auch immer sein politisches Auftreten zu bewerten ist, so ist etwas Kantigkeit neben den Heerscharen charakterloser Politker ohne Kontur eine angenehme Abwechslung.
...xpol scheint wirklich null Ahnung zu haben, was Entwicklungszusammenarbeit leisten kann, wie sie funktioniert und wie man das anstellen kann, onicht wahr?
Schnell ein Blick auf die Bulevardpresse und wir schreiben einen (un)sinnigen Kommentar... da haben wir's.
Fast so unqualifiziert, wie dieser Minister!!
...vielleicht hat er ja recht viele Spender herangeschafft... ;-)
Mir geht es allerdings weniger darum, was Entwicklungszusammenarbeit "leisten" kann, als um das, was sie uns nützen sollte:
- Export fördern.
- Angemessen verzinster Rückfluss der eingesetzten Mittel.
- Abhängigkeiten schaffen.
- Politischen Einfluss gewinnen.
Ich habe die Hoffnung, dass dieser Minister das auch so sieht.
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