Vor der NRW-Wahl Das Steuerkonzept kommt – in Eckpunkten
Die Koalition plant eine Steuersenkung. Komplett offengelegt werden die Pläne vor der NRW-Wahl nicht – doch es soll zumindest Informationen über Eckpunkte geben.
Wird die schwarz-gelbe Koalition ihre Steuersenkungspläne noch vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 9. Mai offenlegen? In Berlin haben sich die Hinweise auf ein derartiges Vorgehen der Bundesregierung verdichtet.
Zwar wiesen Union und FDP einen Zeitungsbericht zurück, wonach die Koalition wegen der schlechten Umfragewerte in NRW noch im April ein abgespecktes Steuerreformkonzept präsentieren und dies beim Treffen der Parteivorsitzenden von CDU, CSU und FDP an diesem Sonntag beraten wolle. Doch zugleich verlautete aus Koalitionskreisen die Einschätzung, die Regierung werde im Umfeld der Steuerschätzung drei Tage vor der Landtagswahl Eckpunkte zu Ausmaß und Zeitpunkt weiterer Steuerentlastungen vorlegen. Im Bundesfinanzministerium sei mit den Vorarbeiten für das Konzept einer Steuerstrukturreform bereits begonnen worden, hieß es. "Es werden jetzt die Formeln aufgeschrieben und mit Annäherung an die Steuerschätzung die Zahlen eingesetzt."
Nach dem Bericht der Süddeutschen Zeitung sollen die Steuerzahler nicht wie geplant um knapp 20 Milliarden Euro, sondern nur noch um fünf bis zehn Milliarden Euro entlastet werden. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte dazu: "Die Berichte sind nicht zutreffend." Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle sagte: "Daran stimmt nichts, mir völlig unbekannt."
In FDP-Kreisen hieß es, die Liberalen würden am Umfang der Entlastungen von knapp 20 Milliarden Euro festhalten. Der kleinere Koalitionspartner sei aber unter Umständen bereit, die versprochenen Entlastungen zu splitten und im Jahr 2011 nur eine Teilentlastung in Kraft treten zu lassen. Allerdings werde die FDP einer niedrigen einstelligen Milliardenentlastung im Jahr 2011 nicht zustimmen, hieß es. Diese könne keine Wirkung entfalten, da sie in der öffentlichen Debatte zerredet werden würde.
Zugleich herrscht in Teilen der FDP aber die Sorge, dass eine gesplittete Steuerentlastung das Image der FDP als Steuersenkungspartei vor der Wahl schwer beschädigen könnte. Die Partei werde in diesem Fall nur schwer mit dem Argument durchdringen, dass sie an ihrem Versprechen einer Entlastung von insgesamt knapp 20 Milliarden Euro festhält und dies in der Koalition in einem zweiten Schritt durchsetzen werde. "Das nimmt uns niemand ab", hieß es.
Unterdessen rief der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers die Bundesregierung angesichts einer drohenden Wahlniederlage seiner schwarz-gelben Koalition in Düsseldorf erneut dazu auf, Klarheit in der Steuerpolitik zu schaffen. Er habe sich bereits in der Vergangenheit dagegen gewandt, dass die Bundesregierung Entscheidungen auf die Zeit nach der NRW-Landtagswahl am 9. Mai verschiebe, betonte Rüttgers. Die Steuerschätzung werde vor der Abstimmung vorliegen, deshalb werde man auch vor dem Wahltag um Spielräume für eine Steuerreform wissen. Eckpunkte einer Reform noch vor der Wahl würde er deshalb befürworten. Er würde sich "schon wünschen, dass das von der Koalition in Berlin kommt". Rüttgers machte erneut deutlich, dass nicht viele Mittel für eine Steuerreform zur Verfügung stünden. Nach "menschlichem Ermessen" gebe es für eine Steuerreform "nicht groß Geld". Zudem dürften steuerliche Neuerungen nicht zu "massiven Kürzungen" bei den Kommunen führen.
Die Steuerschätzer von Bund, Ländern und Kommunen treffen sich am 5. Mai, um in zweitägiger Beratung Prognosen über die Staatseinnahmen der kommenden vier Jahre zu beraten. Erste Schätzungen des Finanzministeriums liegen in der Regel eine Woche vor dem Schätzertreffen vor und kommen den Ergebnissen der Sachverständigen zumeist sehr nahe. In Koalitionskreisen wird denn auch damit gerechnet, dass die Bundesregierung bereits Anfang Mai über das nötige Zahlenmaterial verfügt, um die Eckwerte der Steuersenkung zu benennen.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 19.03.2010)
- Datum 19.03.2010 - 09:28 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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Die SPD geht mit der Entwicklung der Hartz-IV-Gesetze auf Wählerfang.
Die CDU geht mit der Entwicklung der Steuergesetze und -sätze auf Wählerfang.
Beide "Volksparteien" arbeiten mit dem Mittel der Ankündigung. Beide Parteien hoffen auf Zuwachs und dürften sich wundern, wenn in NRW Zahltag ist.
"...die Einschätzung, die Regierung werde im Umfeld der Steuerschätzung drei Tage vor der Landtagswahl Eckpunkte zu Ausmaß und Zeitpunkt weiterer Steuerentlastungen vorlegen."
Prima, dann kann man mit diesem nächsten Täuschungsmanöver wieder einmal Punkte sammeln, und weder Wähler noch Opposition haben die Möglichkeit, in dieser knappen Zeitspanne sich angemessen zu informieren, resp. angemessen darauf zu reagieren.
"...die Einschätzung, die Regierung werde im Umfeld der Steuerschätzung drei Tage vor der Landtagswahl Eckpunkte zu Ausmaß und Zeitpunkt weiterer Steuerentlastungen vorlegen."
Prima, dann kann man mit diesem nächsten Täuschungsmanöver wieder einmal Punkte sammeln, und weder Wähler noch Opposition haben die Möglichkeit, in dieser knappen Zeitspanne sich angemessen zu informieren, resp. angemessen darauf zu reagieren.
Wenn die jährliche Neuverschuldung gegen Null tendieren würde, fänd ichs ja ok. Die Ausgaben mal kritisch zu durchleuchten ist sicher auch sinnvoll. Ich bin der Meinung, dass an der Stelle mehr Arbeit geleistet werden sollte. Und wenn eine Konsolidierung über die Ausgaben nicht geht, dann kann man doch nicht entlasten? Oder kann mir einer mal das erklären. Aber solange man keinen Ausgeglichenen Haushalt hinbekommt, finger weg!
Eine Steuerstrukturreform wäre schon was schönes. Etwas einfacher und weniger Ausnahmen... . Ich glaube wenn es ein Tabu gibt, dann ist es wie die Ausgaben gesenkt werden sollen - Wer spricht darüber oder wie die Einnahmen den Ausgaben angepasst werden können - Steuerhöhungen?. Ich höre nichts zu diesen beiden Variablen. Stattdessen: Neuverschuldung soll gesenkt werden und die Bürger entlastet. Und wer bezahlt das Alles? Die Koalition?
Eine Woche vor der Wahl in NRW können die Leistungsträger von CDU und FDP so viele Eckpunkte zum Steuerkonzept versprechen, sie wollen: es wird nach Schweiß riechen, nach Angstschweiß vor der Niederlage. Immerhin scheint es jetzt sogar den Topleute unseres regierenden Dreierpacks so langsam zu dämmern, dass die Wähler (in NRW) endlich mal eine konkrete Entscheidung sehen möchten. Ich freue mich schon auf das PR-Feuerwerk der beiden Parteizentralen. Bringen wird das nichts, weil die mit sich selbst zu sehr beschäftigten Parteigranden den richtigen Zeitpunkt verschlafen haben. Wer zu spät handelt, den bestraft der Wähler.
Nein es wird ihnen wieder gelingen, den Wähler zu manipulieren. Denn im Zweifelsfall wird die linke Keule rausgeholt und nach 50 Jahren Konditionierung wird sie wieder zu schlagen und helfen. Und zum dem Steuerkonzept wird man nach der Wahl sagen, leider haben sich die Rahmenbedingungen von vor der Wahl geändert und es ist so nicht mehr aufrechtzuerhalten aka "Mehr Netto vom Brutto" und der Steuerzahler aka Bürger muss seinen Beitrag zur Sanierung des Staates aka finanz-industriellen Komplexes leisten.
Leider wird das Erwachen für viele Bürger zu spät kommen.
Nein es wird ihnen wieder gelingen, den Wähler zu manipulieren. Denn im Zweifelsfall wird die linke Keule rausgeholt und nach 50 Jahren Konditionierung wird sie wieder zu schlagen und helfen. Und zum dem Steuerkonzept wird man nach der Wahl sagen, leider haben sich die Rahmenbedingungen von vor der Wahl geändert und es ist so nicht mehr aufrechtzuerhalten aka "Mehr Netto vom Brutto" und der Steuerzahler aka Bürger muss seinen Beitrag zur Sanierung des Staates aka finanz-industriellen Komplexes leisten.
Leider wird das Erwachen für viele Bürger zu spät kommen.
Immer diese politischen Schnellschüsse kurz vor den Wahlen. Das müsste denen doch auffallen, dass sich der Wähler damit total verarscht vorkommt. Die hatten genug Zeit dafür aber jetzt wo es so aussehen muss als hätte man etwas getan muss noch schnell 'irgendwas' gemacht werden was gut ankommt. Wir brauchen politiker die in die Zukunft schauen und nicht nur bis zur nächsten Wahl!
...was wir brauchen sind "Politiker".
...was wir brauchen sind "Politiker".
...ausgerutscht, ach Du liebe Zeit!
"Das Steuerkonzept kommt – in Eckpunkten"
Das Konzept ist schon lange da, was jetzt zu kommen droht, ist eine Alibiveranstaltung zur Täuschung der Wähler in NRW.
...was wir brauchen sind "Politiker".
EIN Rechtschreibfehler ist Ihnen ein ganzer Kommentar wert? Ihnen muss ja noch viel langweiliger sein als mir gerade... ;-)
EIN Rechtschreibfehler ist Ihnen ein ganzer Kommentar wert? Ihnen muss ja noch viel langweiliger sein als mir gerade... ;-)
EIN Rechtschreibfehler ist Ihnen ein ganzer Kommentar wert? Ihnen muss ja noch viel langweiliger sein als mir gerade... ;-)
...sozusagen "Freudscher Verschreiber" die Dinge auf den Punkt bringt.
Langweilig ist mir eigentlich nie...
...sozusagen "Freudscher Verschreiber" die Dinge auf den Punkt bringt.
Langweilig ist mir eigentlich nie...
...sozusagen "Freudscher Verschreiber" die Dinge auf den Punkt bringt.
Langweilig ist mir eigentlich nie...
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