Der verdächtige Priester des Bistums Mainz gehört dem Schönstatt-Institut an. Dies gaben die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und das Bistum Mainz bekannt. Das Schönstatt-Institut ist eine katholische Laiengemeinschaft in Simmern bei Koblenz. Der Priester wird verdächtigt, in den späten achtziger und neunziger Jahren sexuelle Beziehungen zu weiblichen Jugendlichen und jungen Frauen unterhalten zu haben. Diese waren ihm in seiner Funktion als Seelsorger der Schönstatt-Mädchenjugend anvertraut. Der Verdacht auf sexuellen Missbrauch von Kindern unter 14 Jahren bestehe jedoch nicht. 

Der betroffene Priester ist zur Zeit in der Deutschen Auslandsseelsorge in Washington D.C. in den USA tätig, wurde aber nach Bekanntwerden der Vorwürfe zurück nach Deutschland beordert. Der Mann ist bis zur Klärung des Verdachts beurlaubt. 

Der Leitung des Schönstatt-Instituts sind die Vorwürfe vermutlich bereits seit März 2004 bekannt. Ein Opfer hatte sich an das Institut gewandt und um Hilfe gebeten, teilte die Deutsche Bischofskonferenz mit. Das Bistum Mainz sei damals aber nicht über die Vorfälle informiert worden. Der Generalrektor des Instituts hatte lediglich darum gebeten, den Mann ins Ausland versetzen zu lassen, da dieser sich wegen einer früheren Beziehung zu einer Frau neu besinnen müsse.

Erst im März 2010 hatte sich die Leitung des Instituts wegen der Vorwürfe an das Bistum Mainz gewandt. Nach eigenen Angaben hat das Bistum nach Erhalt der Informationen umgehend die Staatsanwaltschaft Darmstadt sowie die Deutsche Bischofskonferenz informiert.

Bischof des Bistums Mainz ist seit 1983 Kardinal Karl Lehmann, der zudem von 1987 bis 2008 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz war.