Parlamentsentscheidung Spaniens Sparpaket passiert das Parlament – knapp
Spanien will so hart sparen wie nie, doch viele Abgeordnete blieben skeptisch. Nur knapp entging Premier Zapatero einem Debakel.
Knapper ging nicht: Mit nur einer Stimme Mehrheit hat Spaniens Parlament den härtesten Sparplan in der jüngeren Geschichte des Landes verabschiedet. Die Abgeordneten nahmen das umstrittene Gesetzespaket der sozialistischen Regierung mit 169 zu 168 Stimmen an.
13 Abgeordnete enthielten sich. Dafür votierten lediglich die Sozialisten von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero, der nur knapp einer politischen Schlappe entging.
Der Plan sieht Einsparungen von zusätzlich rund 15 Milliarden Euro bis 2011 vor. In Berlin wurde die Verabschiedung mit Erleichterung aufgenommen. "Es ist zu begrüßen, dass sich Spanien zu harten Sparmaßnahmen entschlossen hat", sagte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP). Um den Euro zu stabilisieren, müsse jeder Mitgliedstaat der Europäischen Währungsunion seinen Beitrag leisten.
"Die Einschnitte sind schmerzhaft, aber unvermeidlich", räumte Spaniens Wirtschafts- und Finanzministerin Elena Salgado ein. Die Regierung habe damit bewiesen, dass sie zur Sanierung der Staatsfinanzen durchgreifen werde.
Die Opposition wies die Maßnahmen als "ungerecht" und "improvisiert" zurück. Mehrere Parteien forderten Neuwahlen. Die Regierung schloss dies aus.
Zur Eindämmung der Schuldenkrise werden unter anderem bereits von Juni dieses Jahres an die Beamtengehälter um durchschnittlich fünf Prozent gesenkt. Rentensteigerungen gibt es ab nächstem Jahr nicht mehr. Minister und Bürgermeister bekommen bis zu 15 Prozent weniger Geld. Zudem werden die öffentlichen Investitionen um rund sechs Milliarden Euro gekürzt und 300 Millionen Euro bei der Pflegeversicherung gespart.
Bereits im Januar hatte die Regierung Einsparungen von 50 Milliarden Euro bis 2013 angekündigt. Damit will Spanien seine enorme Neuverschuldung von zuletzt 11,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis 2013 auf den zulässigen Höchstwert von 3 Prozent drücken.
Die Gewerkschaften werfen der sozialistischen Regierung Verrat vor und drohten mit einem Generalstreik. Die Schwächeren dürften nicht für die Krise bestraft werden, hieß es. Der Sparplan werde zudem die Arbeitslosenquote von 20,05 Prozent weiter steigen lassen. Für den 8. Juni ist zunächst ein Streik im öffentlichen Dienst geplant.
Neben Spanien sind vor allem auch Griechenland und Italien zum Sparen angehalten. In Griechenland hatte es heftigen Protest gegen die Politik der Regierung gegeben , die die exorbitante Staatsverschuldung reduzieren will. Die Euro-Staaten hatten sich zur gemeinsamen Stützung Griechenland durch Kreditgarantien verständigt.
- Datum 27.05.2010 - 19:22 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 11
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zu sich selbst. Ein Schlaraffenland für die €liten.
Die bestehenden Strukturdefizite werden nicht angefaßt. Zapatero ist gefangen in einem Käfig aus Ideologie und Gewerkschaften.
Zur Stimmung im Lande:
http://www.eurotopics.net...
... jetzt sparen wir uns alle in eine große depression.
weiss gar nicht, wass der brüderle so toll daran findet, wenn alle eu länder sparen. 40% unserer exporte gehen in die eu und wenn da der rotstift angesetzt wird, dann sieht es bei uns auch düster aus...
Etwa besser jedes Jahr 5% mehr ausgeben als man hat?
Die Länder Europas haben in den letzten 20-30 Jahren auf Kosten den kommenden Generation gelebt. Das muss jetzt korrigiert werden. Ich fürchte leider auch diese Einschnitte werden nicht reichen >> denn 3% Defizit ist auch ein Defizit!
Die Schuldenlast muss nominell sinken, sonst...
... wird es irgendwann den großen Knall geben!
Ein Gruß
Made in Germany ist das Beste. Aber, um D-Produkte weiterkaufen zu können, soll man mich wenigstens atmen lassen! Grüsse (herzliche) an Euch.
Etwa besser jedes Jahr 5% mehr ausgeben als man hat?
Die Länder Europas haben in den letzten 20-30 Jahren auf Kosten den kommenden Generation gelebt. Das muss jetzt korrigiert werden. Ich fürchte leider auch diese Einschnitte werden nicht reichen >> denn 3% Defizit ist auch ein Defizit!
Die Schuldenlast muss nominell sinken, sonst...
... wird es irgendwann den großen Knall geben!
Ein Gruß
Made in Germany ist das Beste. Aber, um D-Produkte weiterkaufen zu können, soll man mich wenigstens atmen lassen! Grüsse (herzliche) an Euch.
Etwa besser jedes Jahr 5% mehr ausgeben als man hat?
Die Länder Europas haben in den letzten 20-30 Jahren auf Kosten den kommenden Generation gelebt. Das muss jetzt korrigiert werden. Ich fürchte leider auch diese Einschnitte werden nicht reichen >> denn 3% Defizit ist auch ein Defizit!
Die Schuldenlast muss nominell sinken, sonst...
... wird es irgendwann den großen Knall geben!
Ein Gruß
Als gut informierter Minister müsste er mitbekommen haben, dass dort eine Reichensteuer eingeführt wird, die 99,99 % der Bürger nicht treffen wird?
Das könnte er doch bei uns auch versuchen einzuführen!
http://www.money-insider....
Nun sind sie leer, einige Bürgersteige verwirklicht (er wollte die besten in Europa), das Arbeitsprogramm gescheitert und Spanien bis über beide Ohren verschuldet. Wenn er jetzt den Sparkurs packt, ist das eine Leistung, aber eine gegen die sozialistischen Versprechen. Die Grenzen der roten Politik haben wir mit Hartz IV auch schon erlebt. In Spanien wird das noch härter sein.
Vor allem ist es bestürzend traurig, was hier abgeht. Keiner scheint noch zu bedenken, dass es sich hier um eine systemische Krise des Kapitalismus handelt. Eine von unten nach oben plump geschmiedene Umverteilung. Hören Sie weiter auf IWF, WTO, Weltbank, EZB und andere Abzockeragenten... Hilfe!
Die Regierenden halten uns für dumm, zurecht.
Made in Germany ist das Beste. Aber, um D-Produkte weiterkaufen zu können, soll man mich wenigstens atmen lassen! Grüsse (herzliche) an Euch.
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