Deutschlandfonds Wie Opel doch noch Staatshilfe bekommen kann

Wirtschaftsminister Brüderle hat Staatshilfen für Opel abgelehnt. Ist damit das Schicksal des Konzerns besiegelt? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur Opel-Krise.

Wie könnte eine öffentliche Unterstützung für Opel aussehen?

Im Gespräch ist nach Tagesspiegel -Informationen ein Modell, bei dem der Bund einen kleineren Teil der Finanzierung übernehmen müsste. Einbezogen würde das Bundesfinanzministerium oder eine ihm zugeordnete Förderbank, etwa die staatliche KfW-Bank. Bisher sollte der Bund für Opel-Kredite in Höhe von 600 Millionen Euro bürgen. Dieser Betrag würde reduziert, stattdessen kämen auf die vier Bundesländer größere Bürgschaften als die bislang vorgesehenen rund 500 Millionen Euro zu. Nicht ausgeschlossen wird auch eine Variante, bei der der Bund ganz außen vor bleibt.

Opel-Chef Nick Reilly, der am Mittwochabend kein Verständnis für die Ablehnung Brüderles zeigte, erwartet, dass die Opel-Länder "einen signifikant höheren" Betrag verbürgen.

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Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) sagte dieser Zeitung: "Die Länder werden alles tun, um die Opel-Standorte zu erhalten." Auf Thüringen entfällt der kleinste Anteil der Kreditbürgschaft in Höhe von 27 Millionen Euro, die das Land bereits bewilligt hat. Hessen hingegen müsste aktuell für 321 Millionen Euro garantieren. Die hessische Landesregierung forderte Opel zu einem neuen Bürgschaftsantrag auf.

 
Ministerpräsident Roland Koch (CDU) und Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) kündigten an, ein entsprechender Antrag für den Standort Rüsselsheim werde schnell und rechtlich abgesichert geprüft. Die nordrhein-westfälische Landesregierung tritt weiter für eine Opel-Bürgschaft des Bundes ein. Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) sagte: "Jetzt setzen wir unser politisches Vertrauen auf die Bundeskanzlerin."

Diskutiert wird auch über eine Lösung unter Einbeziehung der Europäischen Investitionsbank (EIB), die 2009 insgesamt 8,5 Milliarden Euro an Darlehen für die europäische Autoindustrie gewährte. Bürgen müsste aber nach wie vor der Bund, auch sind Auflagen bei EIB-Engagements einzuhalten. Die EIB gewährt Darlehen zur Finanzierung von Projekten, die "im europäischen Interesse" liegen – etwa für Forschung, Entwicklung und Innovationen.

Opel könnte die Mittel für die angekündigte Entwicklung neuer Modelle, zum Beispiel einem kleinen Elektroauto, verwenden. Die Finanzierung über eine europäische Förderbank hätte den Vorteil, dass sie die EU-Kommission besänftigen würde. Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes hatte mehrfach darauf hingewiesen, dass die EU-Regeln verbieten, nationale Beihilfen für Unternehmen an Garantien für Werke oder Jobs zu knüpfen.

Briten und Spanier haben bereits nationale Kreditbürgschaften in Höhe von jeweils 300 Millionen Euro gewährt. Kritiker wenden ein, die Opel-Mutter General Motors (GM) habe inzwischen bewiesen, dass der Konzern gesund sei und die Sanierung von Opel selbst finanzieren könne. Europaweit hatte GM 1,8 Milliarden Euro an staatlichen Hilfen beantragt. 

Leser-Kommentare
    • peto1
    • 10.06.2010 um 10:56 Uhr

    Seit der Banken Krise Herrscht in Deutschland ein Wirtschaftsrassismus die einen werden verwöhnt die anderen weg gestoßen.
    Dabei spielt das Volk oder anderer Meinungen keine rolle.

  1. Ist doch seltsam, wenn Unternehmen Verluste machen, dann soll die Allgemeinheit, das Volk sozusagen gerade stehen für die Verluste, aber die Gewinne bekommen wieder nur die Aktionäre oder was?
    Mann, werdet mal wach und laßt Euch nicht länger hinters Licht führen

  2. ... wozu sollen da denn noch Bundesgelder fliessen? Nur damit sich GM den Allerwertesten warmhalten und bald wieder an die Börse gehen kann? Selbst die Länder sollten kein Geld in Opel pumpen, die Marke Opel kann sich mit Hilfe seines Mutterkonzerns GM selbst aus dem Dreck ziehen. Mit dem Insignia und mit dem neuen Meriva zeigt Opel ja offenbar, dass sie in der Lage sind, gute Autos zu bauen.

    • clubby
    • 10.06.2010 um 12:19 Uhr

    Merkel wird eine Variante wählen von der sie weiß dass sie nicht umgesetzt werden kann. Vorzugsweise geblockt durch das EU Recht. Nur aus diesem Grund lehnt sie sich im Moment so weit aus dem Fenster.
    Sie hat nicht wirklich vor Opel zu unterstützen, es geht um reine Poltikkosmetik um gut dazustehen....zu Lasten des koalitions"partners"...das konnte sie schon in der großen Koalition ganz ausgezeichnet.
    In der BILD-Republik kommt sie damit wahrscheinlich auch durch!

  3. dann kann man Milliarden von Steuergeldern verschleudern, auch die, die man gar nicht hat. Nach uns die Sintflut! Der Bürger, auch der einigermaßen politisch und wirtschaftlich Beschlagene wendet sich schon seit langem mit Grausen ab. Was ist nur aus der Partei eines Ludwig Erhards geworden? Seit Merkel geht es stramm in Richtung Sozialismus. Gelernt ist eben gelernt! Das die CDU und im Schlepptau die FDP bei den nächsten Wahlen baden geht, merkt offensichtlich keiner. Wenn Sozialismus, dann doch das Original und nicht billige CDU Kopien.

  4. Kann mir mal erklären warum es bei Opel so viel Diskussion um 1.1Mrd gibt, wo doch Hapag-Lloyd mit viel weniger Arbeitsplätzen sogar mehr bekommt (m.E. eine sinnvolle Investition, das aber nur am Rande)?

  5. http://www.cdu.de/archiv/...

    Eine kleine Rückschau auf die Zeit vor der Bundestagwahl.

  6. Auch ohne Steuergeld wird sich an der Sanierung nichts änden
    bei Opel,aber GM hat über Jahre die Tochter Opel Arm gerech-
    net und braucht durch die Bürgschaft nicht soviel Zinsen zu
    bezahlen!GM hat Rücklagen von zehn Milliarden Dollar,darum
    hat Brüderle abgelehnt.Merkel merkt diesen Bluff nicht und
    lässt sich mal wieder erpressen mit Arbeitsplätzen,alterna-
    tivlose Politik!Das sie schon mal vorgeführt wurde von GM,
    hat sie vergessen,vielleicht wird es nun ein zweites Mal sein.Förderprogramme gibt es laut SPD genug,ob mit Elektro-
    auto oder Kohlendioxid,nur wollen dann auch Andere Geld hab-
    en.Sie wird heute noch keine Entscheidung treffen,aber eine
    undurchsichtige Finanzierung bevorzugen,wo am Ende der Steu-
    erzahler für Gerade steht.Sie hält das Thema seit fast zwei
    Jahren am Kochen,mit gesunden Menschenverstand hat das für
    die BETROFFENEN nichts mehr zutun.

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