Loveparade-Unglück Viele Fragen, wenig Antworten

Nach der Katastrophe von Duisburg beginnt die Suche nach den Ursachen und Verantwortlichkeiten. Ein Überblick über die Fakten – und die zahlreichen offenen Fragen.

Der Zugang zu einem 300 Meter langen Tunnel wurde vielen Menschen zum Verhängnis. Dieser war sowohl Ein- als auch Ausgang des Party-Geländes. Und weil von beiden Seiten Menschenmassen strömten, gab es für viele auf dem Gelände keine Ausweichmöglichkeiten mehr, außer eine hohe Treppe und Fahnenmasten, viele stürzten ab. Die genauen Umstände sind noch ungeklärt. Aber die Suche nach den Ursachen und Verantwortlichkeiten hat begonnen. Im Blickpunkt stehen die Stadt Duisburg und die Veranstalter.

Wie reagieren die am Tag danach?

In den Tagen vor der Techno-Parade hatten sich die Verantwortlichen der Stadt gerne vor der Öffentlichkeit präsentiert und gemeinsam mit dem Veranstalter der Loveparade und den Machern der Kulturhauptstadt 2010 darauf hingewiesen, wie sehr sie sich auf das größte Ereignis im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres freuen. Am Sonntag aber ist Unsicherheit zu spüren. Auf dem Podium sitzen Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU), Organisator Rainer Schaller, Duisburgs Polizeipräsident Detlef von Schmeling und Wolfgang Rabe, Sicherheitsdezernent der Stadt Duisburg. Als erstes spricht der Oberbürgermeister. Ohne jede Regung liest er vom Blatt einige Trostformeln ab, natürlich spricht er den Angehörigen noch einmal sein Beileid aus und am Ende wird er sagen, dass er später die Verletzen in den Krankenhäusern besuchen wird.

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Nicht wenige hatten darauf gesetzt, wenigstens einige der drängenden Fragen beantwortet zu bekommen. "Warum haben Sie Eingang und Ausgang nicht getrennt", wollen jene wissen, die mit den Örtlichkeiten vertraut sind. Im Raum schwebt der Vorwurf, der Veranstalter habe aus bisher noch nicht bekannten Gründen den Eingang kurz vor der Katastrophe gesperrt, obwohl das Gelände längst nicht gefüllt war. Doch Sauerland weicht aus und verweist nur auf die Staatsanwaltschaft. Als er gefragt wird, welche Verantwortung er denn habe oder zu übernehmen bereit ist, verweist er wieder nur auf die Staatsanwaltschaft. Für großes Erstaunen sorgt nur seine Antwort auf die Frage, ob er persönlich mit der Planung befasst war. "Nein."

Hilfe für Betroffene

Die Polizei hat eine Hotline unter der Telefonnummer 0203/94 000 für Angehörige von Opfern und Vermissten geschaltet.

Unter der Telefonnummer 0201/82 98 091 wird Menschen Hilfe angeboten, die aufgrund ihrer schockierenden Erlebnisse am Samstag ein persönliches Betreuungsangebot in Anspruch nehmen möchten.

Die Helfer sind auch unter der E-Mail-Adresse Betreuungsangebot.Loveparade@polizei.nrw.de zu erreichen.

Welche Kritik gibt es?

Die Einsilbigkeit der Verantwortlichen hat einen Grund. Sonntagmittag liegen mehrere Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft vor, häufen sich kritische Berichte zum Sicherheitskonzept der Veranstaltung. Ob am Ende wirklich 1,4 Millionen Menschen in der Stadt waren, wie es am Tag zuvor gemeldet worden war, ist nicht mehr zu überprüfen. Der Polizeichef verkündet als einzige belastbare Zahl: "Die Bahn hat 105.000 Menschen über den Bahnhof in die Stadt transportiert, andere Zahlen haben wir nicht." Augenzeugen schildern andere Zustände: Das Gelände mit einer Kapazität von offiziell bis zu 300.000 Menschen war gut gefüllt, aber nicht überlastet. In der Stadt bewegte sich eine kaum zu übersehende Menge, die ab fünf Uhr nachmittags am Güterbahnhof sein wollte. Weil zum gleichen Zeitpunkt aber schon viele das Areal verlassen wollten, begegneten sich Ankommende und Abreisewillige. Der Stau entstand ausgerechnet auf der Rampe, die zum Güterbahnhof führt und die man nur über einen langen vierspurigen Autotunnel erreichen konnte. Als der Eingang geschlossen wurde, ging es für viele weder vor noch zurück. Einige versuchten, das Gelände über eine mindestens acht Meter hohe Wand zu erreichen, und kletterten zum Teil an Fahnenmasten hoch. Hier entwickelte sich die Katastrophe. "In der Tat hat es die meisten Opfer und vor allem auch Tote durch Sturzverletzungen gegeben", erklärt der neue nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD). Er wohnt selbst in Duisburg, am Tag danach. An der Polizei habe es nicht gelegen: "Wir hatten 4000 Polizisten da."

Fehler hat es laut Augenzeugenberichten offenbar auf dem Veranstaltungsgelände selbst gegeben, wo die Polizei nicht mehr zuständig ist. 

Gab es Warnungen im Vorfeld?

Vor allem im Netz kursierten schon in den Tagen vor der Loveparade etliche Warnungen. Zahlreiche Kommentatoren kritisierten das Sicherheitskonzept als Drahtseilakt. Experten warnten vor einem möglichen Chaos. Auch die Feuerwehr Dortmund, die die Duisburger Kollegen beraten hatte, soll davon abgeraten haben, Eingang und Ausgang zusammenzulegen. Die Staatsanwaltschaft Duisburg kennt diese Vorwürfe und hat inzwischen die Unterlagen der Stadt beschlagnahmt, in denen sich nach Informationen des Tagesspiegels entsprechende Hinweise finden sollen. Mindestens ein Verantwortlicher aus Dortmund hat sein Wissen inzwischen den Ermittlern offenbart und auch sein absolutes Unverständnis über die Planung zu Protokoll gegeben. Er kennt sich auch deshalb gut aus, weil im Jahre 2008 rund 1,6 Millionen Menschen die Loveparade rings um die Westfalenhallen gefeiert haben und niemand zu Schaden gekommen war. "Kein Kommentar", hieß dazu am Sonntag von den Duisburger Verantwortlichen.

Nicht nur die Opfer setzen jetzt darauf, dass die Staatsanwaltschaft ergiebigere Auskünfte bekommt und damit die Verantwortung deutlich wird. "Das Sicherheitskonzept hat die Stadt gemeinsam mit dem Veranstalter ausgearbeitet, sonst niemand", sagt einer, der die Sache von Bochum her kennt. Die Bochumer haben die Loveparade im vergangenen Jahr abgesagt, weil man glaubte, die Sicherheit nicht gewährleisten zu können. Bochums früherer Polizeipräsident Thomas Wenner kündigte an: "Ich zeige den Oberbürgermeister der Stadt Duisburg, die leitenden Beamten der Stadt und die Veranstalter an." Wenner hatte im vergangenen Jahr als amtierender Polizeipräsident die ursprünglich für Bochum geplante Loveparade aus Sicherheitsgründen abgesagt.

Leser-Kommentare
    • Kiira
    • 26.07.2010 um 10:03 Uhr

    Eine ähnliche Situation wie in Duisburg habe ich auch in Berlin auf einer Loveparade erlebt - allerdings mit viel weniger Leuten.

    Auf der Unterschleuse-Brücke zwischen Tiergarten und Bahnhof Zoo blockierten sich die von beiden Seiten anströmenden Massen gegenseitig. Über Stunden waren die Menschen in der prallen Sonne eingekeilt. Einige schrien um Hilfe. Ein einzelner Polizist überprüfte lediglich von unten, ob die Brücke einstürzen könnte. Da sie offenbar standhielt, überließ er die verzweifelten Menschen ihrem Schicksal.

    Erst als es gelang, einen Teil der Menschen zum Rückzug zu bewegen und so eine seitliche Rampe zur Einbahnstraße zu machen, kam alles wieder in Fluß.

    Als es wieder eingermaßen lief, begannen die Leute erneut gegen den Strom die Rampe hochzulaufen, um die kurze Wartezeit an der Treppe zu vermeiden. Aus Sicht des Einzelnen rational, aufgrund der baulichen Gegebenheiten aber potentiell eine Katastrophe.

    Jetzt hat offenbar eine ähnliche Situation viele Menschenleben gefordert - und die Verantwortlichen schieben die Schuld auf das angeblich unvorhersehbare, vermeintlich verantwortungslose Verhalten von Einzelnen. Man sollte sie damit nicht durchkommen lassen.

    Heute erscheint mir diese Erfahrung in Berlin wie ein Menetekel.

    Ich hoffe, daß das Gefahrenpotenzial von gegeneinander strömenden Massen, die sich zwangsläufig verkeilen, zukünftig von allen Verantwortlichen - vom Veranstalter bis zum kleinen Polizisten vor Ort - wirklich ernst genommen wird.

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    ...der Love-Parade-Besucher (20-40jährige, Stand 2005, Bundeszentrale für politische Bildung) gibt es in Deutschland. Das heißt, mehr als jeder 10. dieser Altersgruppe war in Duisburg oder auf früheren Love Parades. Unvorstellbare Zahlen! Unvorstellbare Menschenmassen! Unvorstellbare Risiken!

    ...der Love-Parade-Besucher (20-40jährige, Stand 2005, Bundeszentrale für politische Bildung) gibt es in Deutschland. Das heißt, mehr als jeder 10. dieser Altersgruppe war in Duisburg oder auf früheren Love Parades. Unvorstellbare Zahlen! Unvorstellbare Menschenmassen! Unvorstellbare Risiken!

  1. Mit anderen Worten: die Gefragten handeln un-ver-antwort-lich.
    Ergo sollten sie in einer seriösen Berichterstattung auch nicht mehr "die Verantwortlichen" genannt werden, sondern "die Unverantwortlichen".
    In diesem Fall wie in jedem anderen Fall auch!

  2. Dieses Unglück ist entsetzlich und dieses Unglück hätte verhindert werden können, wenn man am Tag danach die Fakten analysiert.
    Im Prinzip geht es nicht nur um Schuldfragen, die werden ohnehin von der Staatsanwaltschaft minutiös geklärt werden müssen, es geht auch nicht nur um die Verantwortlichen, die werden zur Rechenschaft gezogen werden, wenn man die Ursachen erforscht hat, nein, es geht vor allem um den Sinn von Massenspektakeln, um die Profilierungssucht kommunaler Politiker, um die Profitgier der Veranstalter zu jedem Preis, um Veranstaltungen, die schon lange keinen tieferen Sinn mehr ergeben, weil sie lediglich zu konsumorientierten, inhaltsleeren Selbstdarstellungsszenarien innerhalb einer gleichgeschalteten Menschenmasse verkommen sind.
    Muss man nicht hinterfragen, warum ausgerechnet der stampfende, synthetisch erzeugte Musiklärm "Techno" in Verbindung mit Drogen und Alkohol, von Körperkult, Narzissmus und Voyeurismus so viele Menschen zu einer Megaparty lockt, die aber Prinzip eine exaltierte Egozentrikdarstellung innerhalb einer Masse ist.
    Es gibt so viele große Rockfestivals, bei denen es auch nicht gerade zimperlich zugeht, die aber alles in allem relativ harmlos durchgeführt werden, es gibt religiösen Massenwahn, wenn z.B. der Papst in Köln in einer Braunkohlebrache hundertausende junger Menschen anlockt. Die Loveparade mag in den ersten Jahren ein kultureller Gegenentwurf mit einer neuen Erlebnisform gewesen sein, das ist aber Geschichte.

    W. Neisser

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    • shiri2
    • 26.07.2010 um 13:39 Uhr

    Die Verantwortung für das Unglück auf der Loveparade jetzt den Teilnehmern, deren Drogenkonsum oder gar der Musik zuzuschreiben, halte ich für unverschämt.

    Sie erwähnen den Weltjugendtag in Köln, bei dem es glücklicherweise keine nennenswerteren Zwischenfälle oder eine Massenpanik gab. Bitte informieren sie sich über die umfangreiche Planung und das erfolgreiche Sicherheitskonzept, welches diese Veranstaltung erst möglich gemacht hat!!!
    Ich kann dazu folgenden Link empfehlen:
    http://www.spiegel.de/wis...

    Wenn Sie schon einen Kommentar durchlesen, sollten Sie das auch richtig machen. Ich habe keinem eine Verantwortung untergeschoben, darauf habe ich gleich in der Einleitung hingewiesen. Ich habe lediglich Fragen zum Sinn derartiger Veranstaltungen gestellt und die stelle nicht nur ich, die stellen sich alle, die sich mit der Thematik gründlich beschäftigen. Es geht gar nicht um das schreckliche Versagen so vieler in Duisburg, sondern darum, welchen Sinn diese Art von Festivals haben. Das ist ganz klar aus meinem Text zu ersehen. Wie sollte ich den Menschen eine Verantwortung zuschieben, denn jeder ist zunächst bei einer solcher Massenveranstaltung auch für sich selbst verantwortlich - und man kann dann hinterher nicht alles auf Veranstalter, Polizei oder andere schieben. Darum geht es mir, die Beweggründe zu erforschen, die dazu führen, dass sich Hunderttausende in so einen Massenzirkus begeben.
    Das ist kein Angriff, sondern Ursachenforschung.

    • Rolf28
    • 26.07.2010 um 15:54 Uhr

    Wenn Sie der Meinung sind, man sollte solche Veranstaltungen nicht mehr durchführen, weil Sie persönlich das Vergnügen am Fest nicht nachvollziehen können (und Sie die Musik und die Besucher diskreditieren), so ist das hier der falsche Ort für Ihren Kommentar, denn der Artikel diskutiert die Verantwortlichkeit für das Unglück. Ihr Unverständnis bezeichnet man im Übrigen auch nicht als Ursachenforschung.

    Falls Sie meinen, dass man generell keine Großveranstaltungen mehr durchführen sollte, die das Einrichten eines griffigen Sicherheitskonzeptes erfordern, so wäre Ihr Kommentar eher an der richtigen Stelle. Dazu würde ich allerdings sagen, dass es ein riesengroßes Armutszeugnis für ein europäisches Land wäre, aufgrund mangelhafter Sicherheitsvorkehrungen keinerlei Großveranstaltungen mit mehr als 500.000 Gästen durchführen zu können. Aus demselben Grund dürften ja auch keine Fußball-Public Viewings, Gedenkmärsche, Kirchentage o.ä. mehr durchgeführt werden. Wenn man alle Dinge unterlassen sollte, wo evtl. Menschen zu Schaden kommen könnten, können wir ja gleich alle jeden Tag daheim verbringen. Dann stirbt auch keiner mehr im Straßenverkehr oder Flugzeug...

    • shiri2
    • 26.07.2010 um 13:39 Uhr

    Die Verantwortung für das Unglück auf der Loveparade jetzt den Teilnehmern, deren Drogenkonsum oder gar der Musik zuzuschreiben, halte ich für unverschämt.

    Sie erwähnen den Weltjugendtag in Köln, bei dem es glücklicherweise keine nennenswerteren Zwischenfälle oder eine Massenpanik gab. Bitte informieren sie sich über die umfangreiche Planung und das erfolgreiche Sicherheitskonzept, welches diese Veranstaltung erst möglich gemacht hat!!!
    Ich kann dazu folgenden Link empfehlen:
    http://www.spiegel.de/wis...

    Wenn Sie schon einen Kommentar durchlesen, sollten Sie das auch richtig machen. Ich habe keinem eine Verantwortung untergeschoben, darauf habe ich gleich in der Einleitung hingewiesen. Ich habe lediglich Fragen zum Sinn derartiger Veranstaltungen gestellt und die stelle nicht nur ich, die stellen sich alle, die sich mit der Thematik gründlich beschäftigen. Es geht gar nicht um das schreckliche Versagen so vieler in Duisburg, sondern darum, welchen Sinn diese Art von Festivals haben. Das ist ganz klar aus meinem Text zu ersehen. Wie sollte ich den Menschen eine Verantwortung zuschieben, denn jeder ist zunächst bei einer solcher Massenveranstaltung auch für sich selbst verantwortlich - und man kann dann hinterher nicht alles auf Veranstalter, Polizei oder andere schieben. Darum geht es mir, die Beweggründe zu erforschen, die dazu führen, dass sich Hunderttausende in so einen Massenzirkus begeben.
    Das ist kein Angriff, sondern Ursachenforschung.

    • Rolf28
    • 26.07.2010 um 15:54 Uhr

    Wenn Sie der Meinung sind, man sollte solche Veranstaltungen nicht mehr durchführen, weil Sie persönlich das Vergnügen am Fest nicht nachvollziehen können (und Sie die Musik und die Besucher diskreditieren), so ist das hier der falsche Ort für Ihren Kommentar, denn der Artikel diskutiert die Verantwortlichkeit für das Unglück. Ihr Unverständnis bezeichnet man im Übrigen auch nicht als Ursachenforschung.

    Falls Sie meinen, dass man generell keine Großveranstaltungen mehr durchführen sollte, die das Einrichten eines griffigen Sicherheitskonzeptes erfordern, so wäre Ihr Kommentar eher an der richtigen Stelle. Dazu würde ich allerdings sagen, dass es ein riesengroßes Armutszeugnis für ein europäisches Land wäre, aufgrund mangelhafter Sicherheitsvorkehrungen keinerlei Großveranstaltungen mit mehr als 500.000 Gästen durchführen zu können. Aus demselben Grund dürften ja auch keine Fußball-Public Viewings, Gedenkmärsche, Kirchentage o.ä. mehr durchgeführt werden. Wenn man alle Dinge unterlassen sollte, wo evtl. Menschen zu Schaden kommen könnten, können wir ja gleich alle jeden Tag daheim verbringen. Dann stirbt auch keiner mehr im Straßenverkehr oder Flugzeug...

  3. Diese Katastrophe ist aufgrund grob fahrlässiger Planung geschehen, die von Seiten gefährlicher Pappnasen, die leider in vielen hochdotierten Ämtern sitzen und das "Sagen" haben,verschuldet worden; sie müssen zur Verantwortung gezogen werden. Ein oder zwei Rücktritte sind purer Aktionismus, der nicht ernst genommen werden sollten.
    Da ich im öffentlichen Dienst tätig war, kann ich mir vortsellen dass viele der Verantwortlichen Vorgänge genehmigt haben, die sie selber nicht geplant und folglich nicht wirklich begriffen und nachvollzogen haben.
    So ein Arbeitssystem kann früher oder später nur zu solchen schrecklichen Ereignissen führen, wo dann alle plötzlich aufschreien.

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    • maj7
    • 26.07.2010 um 14:16 Uhr

    [...].Wie aus anderen Quellen und Rechercheinformationen zu erfahren war, sind Befürchtungen und Ergebnisse amtlicher Gutachten sowie die daraus resultierenden planerischen Konsequenzen zur Einhaltung eines angemessenen Sicherheitsstandards auf sträfliche Weise und möglicherweise zugunsten Gewinnorientierter Bestrebungen und Interessen für Bedenkenlos erklärt worden.Erhebliche Mängel und schwere Sicherheitsrisiken wurden de facto als unwahr und falsch dargestellt, damit das "größte Ereignis" der Kulturhauptstadt 2010 "sauber" über die Bühne gehen konnte.

    Natürlich ist in aller erster Linie die Initiative und die Begeisterungsfähigkeit unternehmerischer Tätigkeit gefragt. Völlig egal, in welcher Größenordnung das Angebot sich bewegt.Wo eine Nachfrage ist,gibt es auch einen Markt.Ein Projekt dieser Dimension ist jedoch nicht alleine dem Primat der wirtschaftlichen Tragbarkeit und unternehmerischen Verantwortung gegenüber verpflichtet,sondern vielmehr der konzeptionellen Einhaltung gesetzlicher Sicherheits- und Qualitätsstandards.Meines Erachtens ist das der entscheidende Punkt.Denn an dieser Stelle haben staatliche Behörden Ihre Aufsichtsverpflichtung zum Schutze der Bevölkerung eindeutig vernachlässigt und verletzt.
    Bitte verzichten Sie auf pauschale Schuldzuweisungen. Danke, die Redaktion/vv

    • maj7
    • 26.07.2010 um 14:16 Uhr

    [...].Wie aus anderen Quellen und Rechercheinformationen zu erfahren war, sind Befürchtungen und Ergebnisse amtlicher Gutachten sowie die daraus resultierenden planerischen Konsequenzen zur Einhaltung eines angemessenen Sicherheitsstandards auf sträfliche Weise und möglicherweise zugunsten Gewinnorientierter Bestrebungen und Interessen für Bedenkenlos erklärt worden.Erhebliche Mängel und schwere Sicherheitsrisiken wurden de facto als unwahr und falsch dargestellt, damit das "größte Ereignis" der Kulturhauptstadt 2010 "sauber" über die Bühne gehen konnte.

    Natürlich ist in aller erster Linie die Initiative und die Begeisterungsfähigkeit unternehmerischer Tätigkeit gefragt. Völlig egal, in welcher Größenordnung das Angebot sich bewegt.Wo eine Nachfrage ist,gibt es auch einen Markt.Ein Projekt dieser Dimension ist jedoch nicht alleine dem Primat der wirtschaftlichen Tragbarkeit und unternehmerischen Verantwortung gegenüber verpflichtet,sondern vielmehr der konzeptionellen Einhaltung gesetzlicher Sicherheits- und Qualitätsstandards.Meines Erachtens ist das der entscheidende Punkt.Denn an dieser Stelle haben staatliche Behörden Ihre Aufsichtsverpflichtung zum Schutze der Bevölkerung eindeutig vernachlässigt und verletzt.
    Bitte verzichten Sie auf pauschale Schuldzuweisungen. Danke, die Redaktion/vv

  4. Alle Beteiligten waren getroffen, wirkten wie erwischt und überfordert und konnten das niemandem richtig erklären. Abblocken, Land gewinnen, Erklärungen suchen... Manche Fragen konnten ohne Kurzbesprechung hinterm Podest nicht beantwortet werden, offensichtlich fürchtete man zu viel Angriffsfläche. Und die ist ohnehin im Übermaß da. Überlastetes Gelände, mangelndes Sicherheitskonzept für Rückstau, Menschelknäuel waren bei dieser Tunnel- und Sackgassenlösung zu erwarten, es gab kein mehrstufiges Einlasssystem, lediglich Drahtzäune. Es ist eine Schande, dass man hier nicht radikal abgesperrt und umgeleitet hat.

  5. ...der Love-Parade-Besucher (20-40jährige, Stand 2005, Bundeszentrale für politische Bildung) gibt es in Deutschland. Das heißt, mehr als jeder 10. dieser Altersgruppe war in Duisburg oder auf früheren Love Parades. Unvorstellbare Zahlen! Unvorstellbare Menschenmassen! Unvorstellbare Risiken!

  6. Wo war der Bundespraesident?
    Ausser einer duerftigen Standard-Floskel ist mir keine Reaktion von ihm bekannt.

    Frau Merkel ist betroffen und geht zu den Festspielen.

    19 Tote warten auf ihre Beerdigung.

    Kein Kommentar

  7. So traurig dieser Umstand letztlich auch ist, die Love-Parade nun künftig nicht mehr stattfindenzu lassen, ist aus meiner Sicht nicht der richtige Weg. Doch ist es wirklich so einfach zu sagen, wer hier durch welche Entscheidung letztlich zur Tragodie beigetragen hat ?? Alle Verantwortlichen sollten hieraus lernen - so sie denn gewillt dazu sind. Das es auch anders geht, zeigen ja einige Veranstaltungen dieser Art in den Jahren davor. Im Übrigen fand vom 8-13.6.2010 die ILA 2010 in Berlin statt. Stichwort Rammstein. Wer kann sich noch an diese Tragodie erinnern. 70 Tote und ca. 1000 Verletzte. Wurde die ILA nach diesem Unglück abgesagt...nie wieder eine Flugschau. Im Gegenteil die Verantw. haben daraus gelernt, Flugvorführungen dieser Art werden künftig in größeren Abständen zur Zuschauermenge abgehalten. Warum also die Love-Parade nicht künftig besser planen und die Menschenmassen gezielter lenken, statt zu kneifen ..??

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