Homöopathie Kampf gegen Kosten und Kügelchen

Verschwendung und ein Schaden für Kranke? Die Forderung, Homöopathie aus dem Leistungskatalog der Kassen zu streichen, löst heftige Debatten aus.

Blick in einen Schrank auf Fläschchen mit homöopathischen Präparaten in der Praxis einer Heilpraktikerin

Blick in einen Schrank auf Fläschchen mit homöopathischen Präparaten in der Praxis einer Heilpraktikerin

Den Krankenkassen gefällt die Debatte zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt nicht. Und sie wundern sich, dass sie ausgerechnet von der SPD losgetreten wurde. Wenn man nun über Sinn und Unsinn von Homöopathie diskutiere, sei man womöglich auch ganz schnell bei der Frage, was den Kassenmitgliedern sonst noch an Leistungskürzungen zuzumuten sei, sagt Florian Lanz, der Sprecher des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) . Das aber wäre aus seiner Sicht "grundverkehrt". Nach den Rekordeinnahmen von Ärzten und Kliniken in der Vergangenheit sei es vielmehr "an der Zeit, bei den Leistungserbringern zu sparen". Und darauf hinzuweisen, dass die Koalition hier noch viel zu vorsichtig agiere.

Karl Lauterbach will das eine, ohne das andere zu lassen. Mitten im Streit um gesundheitspolitische Weichenstellungen fordert der SPD- Experte, die Homöopathie aus dem gesetzlichen Leistungskatalog zu streichen. "Man sollte den Kassen schlicht verbieten, die Homöopathie zu bezahlen", sagte er dem Spiegel , entfachte damit gleich zu Beginn des politischen Sommerlochs eine Riesendebatte – und brachte auch das übliche Freund- Feind-Schema gehörig durcheinander.

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Die Wahltarife für Homöopathie seien auf rot-grünen Wunsch gemeinsam eingeführt worden, erinnerte der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jens Spahn (CDU), sogleich. "Sollte die SPD hier nun gesprächsbereit sein, können wir sie morgen abschaffen." Die Grünen aber wollen alles, bloß das nicht. Ein Verbot träfe gerade Patienten, die auf gesunde Lebensführung achteten, warnte Parteichefin Claudia Roth. Und die Kosten für Homöopathie, so Fraktionsvorsitzende Renate Künast, stünden in keinem Verhältnis zu den gigantischen Summen, die sonst ausgegeben würden.

Man könne doch nicht aus Kostengründen für faktische Nichtbehandlung plädieren, kontert Lauterbach. Zudem widerspreche es jeder ärztlichen Ethik, nach unwirksamen Prinzipien zu arbeiten und wissenschaftliche Erkenntnisse zu ignorieren. Er kenne nur wenige Ärzte und "und keinen einzigen Medizinwissenschaftler", die von der Wirkung der Homöopathie überzeugt seien, sagte Lauterbach dem Tagesspiegel und warf Medizinern und Versicherern "kollektive Täuschung der Patienten" vor – man biete Wirkungsloses an, weil es nachgefragt sei und die Kassen klingeln lasse. Heraus komme Verschwendung und ein Schaden für Kranke, die nicht angemessen behandelt würden.

Fakt ist, dass die Behandlung mit den Wunderkügelchen aus dem deutschen Gesundheitssektor nicht mehr wegzudenken ist. Laut Ärztekammer tragen bereits mehr als 6700 Ärzte die Zusatzbezeichnung Homöopath – ihre Zahl hat sich seit 1993 mehr als verdreifacht. Auch 3000 Apotheker verfügen über eine entsprechende Ausbildung. Nach einer Allensbach-Umfrage haben 57 Prozent der Deutschen schon einmal homöopathische Mittel geschluckt. Und jeder vierte ist überzeugt von ihrer Wirksamkeit.

Leser-Kommentare
  1. Die SPD hat unter Sozialpolitik schon immer die Ausstattung mit Geld verstanden, nicht mehr und nicht weniger. Jedenfalls sind weitergehende Überlegungen nie in der politischen Wirklichkeit angekommen.
    Das Interesse hier ist ziemlich eindeutig und ideologisch auch schlüssig. Denn Angesichts des Sparzwanges schützt die SPD primär Arbeitsplätze von Arbeitnehmern, wahllos ob sie wirtschaftlich oder medizinisch sinnvoll sind.
    Freiberufliche oder ärztliche Homöopathen gehören nicht dazu.
    Sehr wohl aber die medizinisch chemische Industrie.
    Schon allein aus diesem Grunde ist eine vernünftige kostendämpfende Politik im Gesundheitswesen durch die SPD ausgeschlossen, sie würde zu viele indirekt subventionierte Arbeitsplätze kosten. Auch deshalb hatte Ulla Schmidt den Wettbewerb unter den Kassen seinerzeit unterbunden, zu viele überflüssige Beschäftigungsverhältnisse wären dem Markt zum Opfer gefallen.
    Dabei ist und war das eigentliche Problem, dass wir einen Moloch an Subventionswirtschaft aufgebaut haben, der nur unter großen Härten wieder abgebaut werden kann.
    Denn neue Arbeitsplätze wachsen nicht auf Bäumen und sind in kurzer Zeit nicht in großer Zahl zu schaffen. Das schafft nur der Zwang zur ständigen Innovation und marktwirtschaftlichen Effizienz, also der Verzicht auf den Aufbau genau jener Strukturen.
    Langfristig haben wir nur die Wahl zwischen Zusammenbruch oder allmählicher Rückführung dieser Strukturen.
    Doch das kann die SPD ihrer Klientel kaum verkaufen.

    H.

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    • -Ziet-
    • 13.07.2010 um 13:32 Uhr

    Eigentlich ist es eine Zumutung andersrum! - Warum sollen Menschen die sich gesund ernähren, kleiden, bewegen und wohnen all den Mist mitbezahlen, den die Raucher, Zuckerjunkies, Fleischfresser, Fettsüchtigen, Skifahrer und sonstigen Unvernünftigen verursachen?!?

    Wenn wir einen Zusammenbruch unseres KK-Systems verhindern wollen, müssen wir erstmal dafür sorgen, daß "Gesundheit" ein Schulfach wird. Mit isolierten Schulfächern wie Sport (perverserweise angelehnt an Leistungssport) oder Kochen (meist für Mädchen) ist es da nicht getan.

    Zudem nervt die einseitige Orientierung hin zur Geräte- und Chemo-Medizin. Was fehlt ist der Hausarzt alter Schule, der auch mal ganz traditionell den Menschen die Wahrheit über ihren unsinnigen Lebenswandel ins Gesicht zu sagt und Eltern bei Fehlernährung deren Kindern die Levithen liest. Oder der einen Patienten von hinten packt und es versteht durch richtigen Ruck die Atemwege zu befreien, bzw das Kreuz zu richten. Oder der bei Erkältung statt unterdrückende Chemie besser Bettruhe mit Lecker-Vitamine verordnet.

    Nix gegen Arbeitsplätze - so auch bei Lehrer - aber mehr noch würde ich auf Qualität bei der Ausbildung setzen. Dort hat die Pharma heute einfach zu viel Einfluß! Gebraucht wird nicht nur koknitives Lernen - mehr Qualität bei den affektiven Lernergebnissen wäre mir auch wichtig. Nicht Einser-ABI sollte zum Studium empfehlen, sonderen die innere Einstellung, Menschen helfen zu wollen.

    Mediziner und BWLer sind heutzutage überbezahlt!

    • xtc
    • 13.07.2010 um 15:42 Uhr

    Zwar am Thema vorbei und argumentativ derart krude, daß man versucht ist, Rabulismus zu unterstellen, aber hübsch. Wären Sie Kunstmaler würde ich sagen: Sehr dekorativ.

    ...eine Partei, die Arbeitnehmer als Klientel hat, als eine Arbeitgeberpartei wie Union oder FDP. Haben wenigstens mehr Leute was davon...liebe eine Milliarde für nichts unters Volk gebracht, als auf ein Konto in der Schweiz.

    Und warum momentan halb Europa an der Pleite herumkratzt, wissen wir doch noch, oder? Die Arbeitnehmer waren es sicher nicht.

    • -Ziet-
    • 13.07.2010 um 13:32 Uhr

    Eigentlich ist es eine Zumutung andersrum! - Warum sollen Menschen die sich gesund ernähren, kleiden, bewegen und wohnen all den Mist mitbezahlen, den die Raucher, Zuckerjunkies, Fleischfresser, Fettsüchtigen, Skifahrer und sonstigen Unvernünftigen verursachen?!?

    Wenn wir einen Zusammenbruch unseres KK-Systems verhindern wollen, müssen wir erstmal dafür sorgen, daß "Gesundheit" ein Schulfach wird. Mit isolierten Schulfächern wie Sport (perverserweise angelehnt an Leistungssport) oder Kochen (meist für Mädchen) ist es da nicht getan.

    Zudem nervt die einseitige Orientierung hin zur Geräte- und Chemo-Medizin. Was fehlt ist der Hausarzt alter Schule, der auch mal ganz traditionell den Menschen die Wahrheit über ihren unsinnigen Lebenswandel ins Gesicht zu sagt und Eltern bei Fehlernährung deren Kindern die Levithen liest. Oder der einen Patienten von hinten packt und es versteht durch richtigen Ruck die Atemwege zu befreien, bzw das Kreuz zu richten. Oder der bei Erkältung statt unterdrückende Chemie besser Bettruhe mit Lecker-Vitamine verordnet.

    Nix gegen Arbeitsplätze - so auch bei Lehrer - aber mehr noch würde ich auf Qualität bei der Ausbildung setzen. Dort hat die Pharma heute einfach zu viel Einfluß! Gebraucht wird nicht nur koknitives Lernen - mehr Qualität bei den affektiven Lernergebnissen wäre mir auch wichtig. Nicht Einser-ABI sollte zum Studium empfehlen, sonderen die innere Einstellung, Menschen helfen zu wollen.

    Mediziner und BWLer sind heutzutage überbezahlt!

    • xtc
    • 13.07.2010 um 15:42 Uhr

    Zwar am Thema vorbei und argumentativ derart krude, daß man versucht ist, Rabulismus zu unterstellen, aber hübsch. Wären Sie Kunstmaler würde ich sagen: Sehr dekorativ.

    ...eine Partei, die Arbeitnehmer als Klientel hat, als eine Arbeitgeberpartei wie Union oder FDP. Haben wenigstens mehr Leute was davon...liebe eine Milliarde für nichts unters Volk gebracht, als auf ein Konto in der Schweiz.

    Und warum momentan halb Europa an der Pleite herumkratzt, wissen wir doch noch, oder? Die Arbeitnehmer waren es sicher nicht.

  2. ...ist es doch egal, ob es erklärt werden kann.

    Das trifft schließlich auch auf eine menge schulmedizinischer Medikamente zu, bei denen man auch nicht weiß, warum sie nun genau heilsam wirken.

    Sicherlich darf das ganze nicht so weit gehen, dass man Menschen, die eine Operation benötigen o.ä. einredet, mit einem besonderen Heilmittel vergeht das schon alles von allein, aber ein guter Alternativmediziner weiß genau das.

    Es ist immer gut, sich einen Hausarzt zu suchen, der zusätzlich zur schulmedizinischen Ausbildung sich in alternativen Bereichen auskennt und wenn es allein dafür ist, dass einen dieser nicht sofort mit Chemie vollpumpt.

    Ich selbst hatte schon eindeutig psychosomatische Probleme, die auf Stress beruhten und hätte ein Arzt mir da noch die Chemiekeulen aufgedrängt, wie sie es bei solchen Symptomen bei anderen Patienten gerne machen, wäre ich dadurch - genau wie diese - im Krankenhaus gelandet. Es ist erschreckend, welche eine Krankengeschichte manche Menschen mit der Schulmedizin durchlaufen. Am Ende half dann etwas Homöopathie - noch dazu günstig - und wenn es nur daran lag, dass man den Körper nicht weiter mit "echter" Medizin vergiftet hat, auch gut.

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    Hallo Seyinphyin,

    ich fürchte, daß Du den Artikel nicht ganz verstanden hast. Denn Du schreibst:

    "Wenn es hilft ...ist es doch egal, ob es erklärt werden kann. Das trifft schließlich auch auf eine menge schulmedizinischer Medikamente zu, bei denen man auch nicht weiß, warum sie nun genau heilsam wirken."

    Es geht gar nicht darum, _WIE_ es wirkt. Sondern es geht darum, _OB_ es wirkt. Oder im Falle von Homöopathie: nicht wirkt.

    Homopathie wirkt nachgewiesenermaßen _NICHT_, obwohl Homöopathen und Wissenschaftler händeringend versucht haben, die Wirksamkeit zu belegen. Es ist ihnen nicht gelungen. Was Du da aus Deiner eigenen Erfahrung beschreibst, ist hingegen nur der Placeboeffekt, der als Wirkmechanismus bekannt und wissenschaftlich belegt ist.

    Hallo Seyinphyin,

    ich fürchte, daß Du den Artikel nicht ganz verstanden hast. Denn Du schreibst:

    "Wenn es hilft ...ist es doch egal, ob es erklärt werden kann. Das trifft schließlich auch auf eine menge schulmedizinischer Medikamente zu, bei denen man auch nicht weiß, warum sie nun genau heilsam wirken."

    Es geht gar nicht darum, _WIE_ es wirkt. Sondern es geht darum, _OB_ es wirkt. Oder im Falle von Homöopathie: nicht wirkt.

    Homopathie wirkt nachgewiesenermaßen _NICHT_, obwohl Homöopathen und Wissenschaftler händeringend versucht haben, die Wirksamkeit zu belegen. Es ist ihnen nicht gelungen. Was Du da aus Deiner eigenen Erfahrung beschreibst, ist hingegen nur der Placeboeffekt, der als Wirkmechanismus bekannt und wissenschaftlich belegt ist.

  3. es gäbe inzwischen Studien, die die Wirksamkeit homöopathischer Mittel belegen...?!

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    • HHBib
    • 19.07.2010 um 18:45 Uhr

    Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte äußert sich zu dem Punkt auf der Webseite http://www.dzv.de wie folgt:
    Der SPIEGEL behauptet in einer Titelgeschichte vom 12.7.2010, dass der Nutzen von Homöopathie nicht belegt sei, und dass es sich um eine Scheintherapie handele.
    Wir stellen dazu fest, dass
    - die ganz überwiegende Zahl von Doppelblindstudien zu diesem Thema eine Wirkung der Homöopathie belegt
    - die Metaanalyse von Shang et al diesen Befund nicht widerlegt. Dahinter steckt ein grundsätzlicher Denkfehler: Wenn homöopathische Mittel bei Diarrhoen wirksam sind in einer Doppelblindstudie, wird das nicht dadurch widerlegt, dass das Mittel Arnica bei der Behandlung von Muskelkater bei Marathonläufern statistisch nicht signifikant wirksam ist. Metaanalysen sind dann sinnvoll, wenn Studien mit vergleichbarer Indikation und Methodik verglichen werden. Abgesehen davon hat diese Metaanalyse selbst methodische Fehler; konkret wurde ihr unter anderem vorgeworfen, dass die Auswahlkriterien für Studien im Nachhinein festgelegt wurden, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen.
    - die Versorgungsforschung zeigt, dass die Homöopathie in der Praxis effektiv und kostengünstig ist. (Charité-Studie, PEK Schweiz)
    - demnach der Vorwurf einer Placebobehandlung nicht haltbar ist

    Unter dem folgenden Link gibt es eine Studienübersicht zum Thema:
    http://www.dzvhae.com/por...

    • HHBib
    • 19.07.2010 um 18:59 Uhr

    Eine weitere gute Adresse um sich einen sachlichen Überblick über die Studienlage in der Homöopathie zu machen ist die Webseite der Carstens-Stiftung:
    http://www.carstens-stift...

    Dort gibt es ebenfalls eine angemessene Stellungnahme zu dem Spiegel-Leitartikel: "Homöopathie - Die große Illusion"
    http://www.carstens-stift...

    • HHBib
    • 19.07.2010 um 18:45 Uhr

    Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte äußert sich zu dem Punkt auf der Webseite http://www.dzv.de wie folgt:
    Der SPIEGEL behauptet in einer Titelgeschichte vom 12.7.2010, dass der Nutzen von Homöopathie nicht belegt sei, und dass es sich um eine Scheintherapie handele.
    Wir stellen dazu fest, dass
    - die ganz überwiegende Zahl von Doppelblindstudien zu diesem Thema eine Wirkung der Homöopathie belegt
    - die Metaanalyse von Shang et al diesen Befund nicht widerlegt. Dahinter steckt ein grundsätzlicher Denkfehler: Wenn homöopathische Mittel bei Diarrhoen wirksam sind in einer Doppelblindstudie, wird das nicht dadurch widerlegt, dass das Mittel Arnica bei der Behandlung von Muskelkater bei Marathonläufern statistisch nicht signifikant wirksam ist. Metaanalysen sind dann sinnvoll, wenn Studien mit vergleichbarer Indikation und Methodik verglichen werden. Abgesehen davon hat diese Metaanalyse selbst methodische Fehler; konkret wurde ihr unter anderem vorgeworfen, dass die Auswahlkriterien für Studien im Nachhinein festgelegt wurden, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen.
    - die Versorgungsforschung zeigt, dass die Homöopathie in der Praxis effektiv und kostengünstig ist. (Charité-Studie, PEK Schweiz)
    - demnach der Vorwurf einer Placebobehandlung nicht haltbar ist

    Unter dem folgenden Link gibt es eine Studienübersicht zum Thema:
    http://www.dzvhae.com/por...

    • HHBib
    • 19.07.2010 um 18:59 Uhr

    Eine weitere gute Adresse um sich einen sachlichen Überblick über die Studienlage in der Homöopathie zu machen ist die Webseite der Carstens-Stiftung:
    http://www.carstens-stift...

    Dort gibt es ebenfalls eine angemessene Stellungnahme zu dem Spiegel-Leitartikel: "Homöopathie - Die große Illusion"
    http://www.carstens-stift...

  4. Nun, einem Schulmediziner MUSS Homöopathie ja suspekt sein. Das wird ihm schließlich beigebracht: Der Mensch sei eine Maschine, und wenn ich Knopf X drücke, passiere Y. Immer.

    Dann gibt es da noch andere Behandlungsmethoden, die einfach nicht totzukriegen sind, obwohl keiner so recht versteht, wie oder warum sie funktionieren. Mal ehrlich: Wir nehmen jeden Tag Unmengen von Salz zu uns, aber ein paar Atome "NatriumChloridum" sollen eine Heilung fördern?

    Absurd! Placebo! ...!!!

    Und dann schaut man sich all die Leute an, die, nach einer Odyssee durch zig Schulmediziner, am Ende nach dem allerletzten Strohhalm greifen und auf einmal penetrante Allergien in den Griff bekommen. Die Schmerzen loswerden.

    Fakt ist: Mit Homöopathie kann man kein großes Geld verdienen. Die Kügelchen sind nicht patenierbar, der Betreuungsaufwand ist hoch und kein Medikament wirkt bei jedem gleich. Sie basiert nicht auf teuren Maschinen, die man Ärzten und Kliniken verkaufen kann. Da muß man sich schon mal fragen, wer eigentlich hinter der Sau steht, die derzeit durchs Dorf getrieben wird.

    Fakt ist auch, daß "alternative Behandlungsmethoden", zu denen auch die Akupunktur gehört, ja noch nicht allzulange im Kanon der bezahlten Leistungen stehen. Dorthin sind sie gekommen, weil einfach ein gewisser Erfolg da ist, und sich die Patienten eben nicht für dumm verkaufen lassen.

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    Was Sie leider noch nicht verstanden haben ist, dass der Wirkmechanismus auch für die evidence based medicine völlig egal ist.

    Bevor Sie also solche Kommentare schreiben sollten Sie sich also ruhig mal damit vertraut machen wie so ein Studienaufbau aussieht.

    Man kann mit hoher Wahrscheinlichkeit sagen, dass die Wirkung nicht über den Placeboeffekt hinausgeht. Das absurde, fast religionähnliche Dogma, das dahinter steht ist im Grunde für den Wirknachweis egal, unterstreicht aber die Vermutung der Unwirksamkeit.

    Dass der Placeboeffekt bei Homöopathie teilweise höher sein kann als die echte pharmakologische Wirkung eines "schulmedizinischen" Präparates steht auf einem völlig anderen Blatt.

    Ich weiss nicht ob es dazu Studien gibt, allerdings wäre meine Vermutung, dass der teilweise erstaunlich gute Placeboeffekt an dem Patientenkollektiv liegt die Homöopathie betreiben. Ich nehme an das bei diesem Kollektiv die Selbstwirksamkeit erheblich höher ist und da so gut wie keine Nebenwirkungen bekannt sind der Noceboeffekt auch wegfällt.

    Allerdings frage ich mich warum man dafür teure Globolie braucht, wofür auch Traubenzucker reichen würde (man bräuchte auch hierfür ein Dogmensystem, denn ein alles erklärendes System wirkt besser).

    In wieweit es allerdings dem Patienten zuzumuten ist, ihm eine Gesundheitsreligion aufzudrängen auf Grund von höheren Placeboeffekt ist fraglich...

    Die antiwissenschaftliche Stimmung geht mir hier langsam auf die Nerven...

    MfG Max

    Was Sie leider noch nicht verstanden haben ist, dass der Wirkmechanismus auch für die evidence based medicine völlig egal ist.

    Bevor Sie also solche Kommentare schreiben sollten Sie sich also ruhig mal damit vertraut machen wie so ein Studienaufbau aussieht.

    Man kann mit hoher Wahrscheinlichkeit sagen, dass die Wirkung nicht über den Placeboeffekt hinausgeht. Das absurde, fast religionähnliche Dogma, das dahinter steht ist im Grunde für den Wirknachweis egal, unterstreicht aber die Vermutung der Unwirksamkeit.

    Dass der Placeboeffekt bei Homöopathie teilweise höher sein kann als die echte pharmakologische Wirkung eines "schulmedizinischen" Präparates steht auf einem völlig anderen Blatt.

    Ich weiss nicht ob es dazu Studien gibt, allerdings wäre meine Vermutung, dass der teilweise erstaunlich gute Placeboeffekt an dem Patientenkollektiv liegt die Homöopathie betreiben. Ich nehme an das bei diesem Kollektiv die Selbstwirksamkeit erheblich höher ist und da so gut wie keine Nebenwirkungen bekannt sind der Noceboeffekt auch wegfällt.

    Allerdings frage ich mich warum man dafür teure Globolie braucht, wofür auch Traubenzucker reichen würde (man bräuchte auch hierfür ein Dogmensystem, denn ein alles erklärendes System wirkt besser).

    In wieweit es allerdings dem Patienten zuzumuten ist, ihm eine Gesundheitsreligion aufzudrängen auf Grund von höheren Placeboeffekt ist fraglich...

    Die antiwissenschaftliche Stimmung geht mir hier langsam auf die Nerven...

    MfG Max

  5. Mal unter der Annahme dass die Homoeopathie nicht aus dem Leistungskatalog gestrichen wird:

    Gibt es eine Krankenkasse (privat oder gesetzlich) welche die Homoeopathie nicht bezahlt?

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    • HHBib
    • 19.07.2010 um 19:11 Uhr

    In vielen Kassenpraxen ist die Homöopathie inzwischen im Rahmen der "Integrierten Versorgung" als Kassenleistung möglich. Allerdings nicht in allen und auch nicht bei jeder Kasse.
    Welche Kassen sich an der "Integrierten Versorgung" beteiligen ist auf der Webseite des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) nachzulesen :

    http://www.dzvhae.com/por...

    • HHBib
    • 19.07.2010 um 19:11 Uhr

    In vielen Kassenpraxen ist die Homöopathie inzwischen im Rahmen der "Integrierten Versorgung" als Kassenleistung möglich. Allerdings nicht in allen und auch nicht bei jeder Kasse.
    Welche Kassen sich an der "Integrierten Versorgung" beteiligen ist auf der Webseite des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) nachzulesen :

    http://www.dzvhae.com/por...

  6. Es wäre hier ganz interessant die tatsächlichen Zahlen zu nennen - mich würden sie interessieren, und so manch einen anderen Leser sicherlich auch.

    Was kostet die Homöopathie im Vergleich zur "regulären Medizin" - und vor allem im Vergleich zu all den ganzen "neuen Medikamenten" die teilweise gar keine Neuerung enthalten.

    Ja - ein medizinischer Wirkstoff ist in der Homöopathie nicht nachzuweisen - dennoch können sie wirken - im Sinne eines Placebo.
    Insofern können sie helfen - müssen aber nicht.

    Wenn man diese Gedanken weiterverfolgen möchte - man müsste eventuell vergleichen was eine Behandlung mit einem Medikament im Vergleich zur Homöopathie kostet und vielleicht hier kosten senken - denn für etwas Wasser mit Zucker (oder Sonstwas) sollte man eigentlich weniger bezahlen als für ein "echtes Medikament" - aber ob die Kassen aufhören sollten zu zahlen - ich weiß es nicht.
    Vor allem weil es bei manchen Leuten wirkt - sicherlich eher ein Placebo Effekt - aber immerhin ein positiver Effekt.

  7. Herr Lauterbach trifft den Nagel auf den Kopf: Schluß mit der Bezahlung eines wirkungslosen Verfahrens. Nicht des Geldes, sondern der Vernunft wegen. Die rot-grüne Regierung hat Ihrer Klienetel einen Gefallen getan, die Kassen und Ärzte schmücken sich mit der (überflüssigen) Extraleistung. Den Patienten wird vorgegaukelt es handele sich um ein erwiesenermaßen wirksames Verfahren.
    Wenn die Kassen so etwas bezahlen, können wir als nächstes die Erstattung von Heilsteinen, Aromatherapie und Mondkalender fordern. Heilsteine werden ja auch nicht bezahlt, weil sie im Verhältnis zu den restlichen Ausgaben einen geringen Teil ausmachen oder sie von Menschen genutzt werden, "die auf eine gesunde Lebensführung achten" (C. Roth). Glaubt Frau Roth, je mehr Homöopathie bezahlt wird, um so mehr Menschen achten auf Ihre Lebensführung?

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    @pepeowski, Ihre Argumentation steht für ein bedauerliches flaches Niveau an fachlichem Wissen. Es gibt genügend Studien die eine Wirksamkeit von Homöopathie beweisen.
    Dass Pharmaunternehmen alles versuchen, mit Gegenstudien eine Unwirksamkeit zu belegen ist eine fragwürdige Methode. Fakt ist, Homöopathie wirkt.
    Die Notwendigkeit einer bedachten Lebensführung hat mit Homöopathie erst mal überhaupt nichts zu tun.
    Stattdessen sollten wir uns mal lieber Gedanken machen warum die vor kurzem durchgeführte Vernichtung von Impfstoffen gegen die Schweinegrippe im Wert von 70 Millionen Euro, wegen Haltbarkeitsablauf, in keiner Presse Erwähnung findet?!

    Fakt ist, das die Wirkung von Homöopathie durch keine Studie die einem vernünftigen Wissenschaftlichem Standard entspricht bewiesen werden konnte. Falls ihnen etwas anderes bekannt ist können sie ja gerne eine Quellenangabe machen.

    • HHBib
    • 19.07.2010 um 19:17 Uhr

    Da gibt es tatsächlich mittlerweile eine Menge... auch im Bereich der randomisierten Doppelblindstudien:

    http://www.dzvhae.com/por...

    Eine weitere gute Adresse um sich einen sachlichen Überblick über die Studienlage in der Homöopathie zu machen ist die Webseite der Carstens-Stiftung:
    http://www.carstens-stift...

    Dort gibt es ebenfalls eine angemessene Stellungnahme zu dem Spiegel-Leitartikel: "Homöopathie - Die große Illusion"
    http://www.carstens-stift...

    @pepeowski, Ihre Argumentation steht für ein bedauerliches flaches Niveau an fachlichem Wissen. Es gibt genügend Studien die eine Wirksamkeit von Homöopathie beweisen.
    Dass Pharmaunternehmen alles versuchen, mit Gegenstudien eine Unwirksamkeit zu belegen ist eine fragwürdige Methode. Fakt ist, Homöopathie wirkt.
    Die Notwendigkeit einer bedachten Lebensführung hat mit Homöopathie erst mal überhaupt nichts zu tun.
    Stattdessen sollten wir uns mal lieber Gedanken machen warum die vor kurzem durchgeführte Vernichtung von Impfstoffen gegen die Schweinegrippe im Wert von 70 Millionen Euro, wegen Haltbarkeitsablauf, in keiner Presse Erwähnung findet?!

    Fakt ist, das die Wirkung von Homöopathie durch keine Studie die einem vernünftigen Wissenschaftlichem Standard entspricht bewiesen werden konnte. Falls ihnen etwas anderes bekannt ist können sie ja gerne eine Quellenangabe machen.

    • HHBib
    • 19.07.2010 um 19:17 Uhr

    Da gibt es tatsächlich mittlerweile eine Menge... auch im Bereich der randomisierten Doppelblindstudien:

    http://www.dzvhae.com/por...

    Eine weitere gute Adresse um sich einen sachlichen Überblick über die Studienlage in der Homöopathie zu machen ist die Webseite der Carstens-Stiftung:
    http://www.carstens-stift...

    Dort gibt es ebenfalls eine angemessene Stellungnahme zu dem Spiegel-Leitartikel: "Homöopathie - Die große Illusion"
    http://www.carstens-stift...

    • TDU
    • 13.07.2010 um 12:19 Uhr

    In eine Apotheke gehe ich nur, wenn der schulmedizinische Arzt diagnostiziert, dass ich krank bin und mir ein Rezept ausstellt oder was empfiehlt. Und wenn das Homoöpathisch ist, soll es die Kasse gefälligst bezahlen.

    Homöopathie war ja vor Jahren richtig Mode geworden, Schulmedizin war ja böse. Damals hat`s der Poltik gefallen. Lässt sei also die Ärzte zu, soll sie gefälligst auch die die verschriebenen Medikamente bezahlen.

    Wirksamkeit nach Kassenlage ist ja wohl das Allerletzte.

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